Charlotte Wiedemann

 4,8 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor*in von Ihr wisst nichts über uns!, Der neue Iran und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Charlotte Wiedemann, geboren 1954, ist freie Auslandsreporterin, ihre Beiträge erschienen u.a. in Geo, Die Zeit, Neue Zürcher Zeitung, Merian und Le Monde Diplomatique. Sie gehört dem Wissenschaftlichen Beirat des Zentrums Moderner Orient in Berlin an und hält Vorträge zu interkulturellen Themen und zur Erinnerungskultur. Sie ist Kolumnistin der taz und hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, zuletzt erschien Der lange Abschied von der weißen Dominanz (2019).  

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Die Kunst des Abschiednehmens (ISBN: 9783424632842)

Die Kunst des Abschiednehmens

Neu erschienen am 15.10.2025 als Taschenbuch bei Kailash.

Alle Bücher von Charlotte Wiedemann

Cover des Buches Ihr wisst nichts über uns! (ISBN: 9783451346118)

Ihr wisst nichts über uns!

(3)
Erschienen am 24.04.2012
Cover des Buches Der neue Iran (ISBN: 9783423349444)

Der neue Iran

(2)
Erschienen am 31.01.2019
Cover des Buches Die Hütte der kleinen Sätze (ISBN: 9783936252040)

Die Hütte der kleinen Sätze

(1)
Erschienen am 01.03.2004
Cover des Buches Vom Versuch, nicht weiß zu schreiben (ISBN: 9783894384944)

Vom Versuch, nicht weiß zu schreiben

(1)
Erschienen am 01.05.2018
Cover des Buches Den Schmerz der Anderen begreifen (ISBN: 9783549100493)

Den Schmerz der Anderen begreifen

(0)
Erschienen am 27.05.2022
Cover des Buches Die Kunst des Abschiednehmens (ISBN: 9783424632842)

Die Kunst des Abschiednehmens

(0)
Erschienen am 15.10.2025
Cover des Buches Mali oder das Ringen um Würde (ISBN: 9783570552575)

Mali oder das Ringen um Würde

(0)
Erschienen am 08.09.2014

Neue Rezensionen zu Charlotte Wiedemann

Der lange Abschied von der weißen Dominanz

Aufgewachsen in einer „künstliche[n] Homogenität nach dem Dritten Reich“ wurde Charlotte Wiedemann unter anderem Auslandsreporterin in Ländern Asiens und Afrikas und ist heute als Journalistin und Autorin tätig. Dass „weiß“ sowie „der Westen“ zu überkommende Konstrukte sind und es höchste Zeit ist, Abstand von einer eurozentristischen Perspektive auf alles zu nehmen, legt sie in dieser Textsammlung eindrucksvoll dar. 

Wiedemann erzählt von Rassismus (auch in Verbindung mit Feminismus), von Kolonialismus, Shoah, Gedächtnis(politik) und von der allmählich schwindenden weltpolitischen Bedeutung Europas. In ihren Betrachtungen geht es zum Beispiel um historische Begebenheiten aus anderen Perspektiven als der deutschen und sie erinnert an das, was teilweise in Vergessenheit zu geraten droht oder immer noch (zu) wenig Beachtung findet (z.B. der deutsche Kolonialismus oder Rassismus im Zweiten Weltkrieg). Immer wieder gibt sie den Geschichten von Individuen wie Udo, der 1955 als Schwarzes Kind in Deutschland geboren wurde, Sarah Baartman, die als exotisches Exponat nach Europa verschifft wurde und Isaria Anael Meli, der im Alter von 88 Jahren immer noch nach dem Kopf seines Großvaters sucht, Raum. Und sie zitiert viele andere Personen, die sich mit den von ihr betrachteten Themenbereichen auseinandersetz(t)en – z.B. George L. Mosse, Toni Morrison, Felwine Sarr, Max Czollek und Aladin El-Mafaalani. 

So entfaltet sich auf ca. 270 Seiten und in insgesamt 65 Texten, die sich auf sieben Themenbereiche erstrecken, eine kritisch-reflexive, intersektionale, multiperspektivische Annäherung an die Frage, wie wir in Zukunft zusammenleben wollen und können. Manches konnte ich dabei neu lernen, anderes wieder ins Gedächtnis rufen. Vieles hat mich nachhaltig beschäftigt. Insgesamt habe ich das Gefühl, eine globalere Perspektive eröffnet bekommen zu haben. Ein Wermutstropfen bleibt zwar, dass die einzelnen Texte im Inhaltsverzeichnis manchmal etwas anders als im Fließtext heißen und ein erneutes Auffinden deshalb erschwert ist. Aber die Güte der Texte beeinträchtigt das nicht. Klare Empfehlung! 


[Triggerwarnung: zitierte Bezeichnungen für abgewertete Menschen (wie das N-Wort)]

Cover des Buches Der neue Iran (ISBN: 9783423349444)
W

Rezension zu "Der neue Iran" von Charlotte Wiedemann

WinfriedStanzick
Gut verständlich und nachvollziehbar


 

Der Iran ist seit der islamischen Revolution 1979 für den Westen zunehmend unzugänglich gewesen. Nicht nur durch die erfolgreichen Verhandlungen über seine Atompolitik ist es dem Westen gelungen, diesen für die Situation im Nahen Osten und damit für den gesamten Weltfrieden so wichtigen Player wieder neu einzubinden und ihn von einen eher geächteten „Schurkenstaat“ zu einem begehrten Partner zu machen.

Die Journalistin Charlotte Wiedemann, die sich gut in islamische Lebenswelten auskennt, hat in  der letzte Zeit den Iran oft bereist und legt mit ihrem neuen Buch einen lesenswerten und lehrreichen Überblick eines Landes vor, das so oder so im Nahen Osten eine zunehmend tragende Rolle spielt und noch spielen wird.

 

Zunächst zeichnet sie eine Entwicklung nach, in der der Iran vom strategischen Partner vor allem der USA in den sechziger und siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts nach 1979 zu einem erbitterten Feind wurde und jeglicher Handel erstarb, wobei sich der Iran vollständig abschottete.

In den letzten 15 Jahren hat vor allem der Atom-Streit die Beziehungen zwischen dem Westen und Iran belastet. Zeitweise wurden die sogar ganz ausgesetzt. Die gegen den Staat verhängten Sanktionen schwächten die Wirtschaft und hatten vor allem Auswirkungen auf die Bevölkerung.

 

Nach der nach jahrelangen Verhandlungen erzielten Einigung im Atomstreit ist nun ein neues Kapitel angebrochen: eines, das die Frage aufwirft, welche Rolle der Staat im Nahen Osten einnehmen wird, heute und vor allem morgen.

 

Charlotte Wiedemann zeigt gut verständlich und nachvollziehbar mögliche Wege auf, auch wenn sie sich zu keiner genauen Vorhersage in der Lage sieht, wie sich vor allem innenpolitisch der Iran in den nächsten Jahren entwickeln wird.

 

Cover des Buches Der neue Iran (ISBN: 9783423281249)
W

Rezension zu "Der neue Iran" von Charlotte Wiedemann

WinfriedStanzick
Verständlich und nachvollziehbar



Der Iran ist seit der islamischen Revolution 1979 für den Westen zunehmend unzugänglich gewesen. Nicht nur durch die erfolgreichen Verhandlungen über seine Atompolitik ist es dem Westen gelungen, diesen für die Situation im Nahen Osten und damit für den gesamten Weltfrieden so wichtigen Player wieder neu einzubinden und ihn von einen eher geächteten „Schurkenstaat“ zu einem begehrten Partner zu machen.
Die Journalistin Charlotte Wiedemann, die sich gut in islamische Lebenswelten auskennt, hat in  der letzte Zeit den Iran oft bereist und legt mit ihrem neuen Buch einen lesenswerten und lehrreichen Überblick eines Landes vor, das so oder so im Nahen Osten eine zunehmend tragende Rolle spielt und noch spielen wird.

Zunächst zeichnet sie eine Entwicklung nach, in der der Iran vom strategischen Partner vor allem der USA in den sechziger und siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts nach 1979 zu einem erbitterten Feind wurde und jeglicher Handel erstarb, wobei sich der Iran vollständig abschottete.
In den letzten 15 Jahren hat vor allem der Atom-Streit die Beziehungen zwischen dem Westen und Iran belastet. Zeitweise wurden die sogar ganz ausgesetzt. Die gegen den Staat verhängten Sanktionen schwächten die Wirtschaft und hatten vor allem Auswirkungen auf die Bevölkerung.

Nach der nach jahrelangen Verhandlungen erzielten Einigung im Atomstreit ist nun ein neues Kapitel angebrochen: eines, das die Frage aufwirft, welche Rolle der Staat im Nahen Osten einnehmen wird, heute und vor allem morgen.

Charlotte Wiedemann zeigt gut verständlich und nachvollziehbar mögliche Wege auf, auch wenn sie sich zu keiner genauen Vorhersage in der Lage sieht, wie sich vor allem innenpolitisch der Iran in den nächsten Jahren entwickeln wird.

Gespräche aus der Community

Bisher gibt es noch keine Gespräche aus der Community zum Buch. Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Charlotte Wiedemann im Netz:

Welche Genres erwarten dich?

Community-Statistik

in 16 Bibliotheken

auf 5 Merkzettel

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks