Charlotte Wood Der natürliche Lauf der Dinge

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Inhaltsangabe zu „Der natürliche Lauf der Dinge“ von Charlotte Wood

Verla und Yolanda finden sich inmitten in der australischen Halbwüste wieder, gemeinsam mit acht jungen und attraktiven Frauen. Gefangen und beaufsichtigt in einer Baracke. Eine Flucht scheint aussichtlos, das Gelände ist von einem hohen Zaun umgeben. Ihnen werden die Köpfe kahlrasiert und sie müssen kratzige Leinenkittel tragen. Schon bald wird klar, dass sie alle etwas verbindet, doch was? Für welches ‚Verbrechen‘ hält man sie an diesem trostlosen Ort gefangen? Und wer ist dafür verantwortlich? Nach und nach begreifen die zehn Frauen, warum sie verschleppt wurden. Dass sie Teil eines perfiden Plans sind …

Ein brutales Buch, das (zum Glück) distanziert geschrieben ist, und für viele kaum zu ertragen oder verstehen sein wird. Nachdenkenswert.

— Archer
Archer

Leider konnte mich das Buch nicht erreichen und der Schreibstil ist sehr distanziert. Die psychischen Aspekte waren aber interessant.

— ClaudisGedankenwelt
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  • Verrohung der Natur

    Der natürliche Lauf der Dinge
    Archer

    Archer

    20. June 2017 um 09:28

    Das ist ein krasses Buch, das ich wirklich nicht jedem empfehlen kann. Wer noch immer davon träumt, Prinzessin zu sein und von dem Prinzen auf dem weißen Pferd entdeckt zu werden, sollte die Finger davon lassen. Hier gibt es Realismus in seiner brutalsten Form. Yolanda und Verla sind zwei junge Frauen, die plötzlich drogenbenehmelt in einem Camp in der australischen Wüste erwachen und dort auf acht weitere Frauen treffen, die alle entführt worden sind und sich hier wiederfanden. Das Camp mit einem KZ zu vergleichen ist nicht zu hoch gegriffen: Den Frauen werden die Köpfe geschoren, sie müssen in glühender Hitze aneinandergekettet marschieren, eine Straße bauen und ständig damit rechnen, von den beiden brutalen Wärtern mit einem Knüppel verprügelt zu werden. Sie werden gedemütigt, es wird versucht, ihnen ihre Identität zu nehmen. Sexuelle Übergriffe bleiben nicht aus. Und dann fällt eines Tages der Strom aus - nur der elektrische Zaun ringsum des Camps nicht, da an einen anderen Stromkreis angeschlossen. Plötzlich stehen sie vor dem Verhungern, denn es gibt auch keine Möglichkeit, Kontakt zur Außenwelt aufzunehmen, nicht einmal für die Wärter ...Eigentlich ist dieses Buch nur durch seine relativ distanzierte Schreibweise zu ertragen, wobei es distanziert auch nicht wirklich trifft, vielleicht sachlich? Die meiste Zeit erfahren wir die Ereignisse aus der Sicht von Verla und Yolanda - wobei dabei auch zwischen Präsens und erzählendem Präteritum gewechselt wird, was das Ganze intensiver macht. Nach und nach sind es nicht nur die brutalen Wärter, die verrohen, sondern auch die Frauen, Schritt für Schritt, Tag für Tag nähern sie sich wilden Tieren an, nur noch auf das reine Überleben bedacht. Gleichzeitig gibt es verschiedene Cope-Mechanismen, um mit der unerträglichen Situation fertig zu werden, und manche geben einfach auf und bringen sich um. Wenn ich etwas an dem Buch zu bemängeln habe, dann dass die Frauen bis zum Schluss nicht versuchten, ihre einzigen beiden Wärter zu überwältigen - ist das realistisch? Zehn Frauen, gequält bis aufs Blut, und die Wärter, die oft genug auch allein bei ihnen sind? Auch dass keine wenigstens versucht hatte, sich unter dem Zaun durchzugraben, fand ich seltsam. Trotzdem ist das ein Buch, das man sacken lassen muss, das sich immer wieder in die Gedanken schleicht, vor allem, weil es auch ein ziemlich offenes Ende gibt, das zwei Fragen aufwirft: Warum wurde mit den Frauen getan, was getan wurde und was könnte noch schlimmer sein als das, wie es am Ende angedeutet wurde?

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  • Der natürliche Lauf der Dinge

    Der natürliche Lauf der Dinge
    ClaudisGedankenwelt

    ClaudisGedankenwelt

    12. March 2017 um 19:11

    Inhalt:Verla und Yolanda finden sich mitten in der australischen Halbwüste wieder, gemeinsam mit acht weiteren jungen Frauen. Gefangen und beaufsichtigt in einer Baracke machen ihre Peiniger auch vor Gewalttaten nicht Halt. Eine Flucht scheint aussichtslos. Ihnen werden die Köpfe kahl rasiert und sie müssen kratzige Leinenkittel tragen. Doch warum hält man sie hier gefangen? Was verbindet sie miteinander? Welchen perfiden Plan haben ihre Entführer?Rezension:Nachdem ich den Klappentext gelesen habe, musste ich das Buch einfach haben. Der Einstieg fiel mir jedoch überraschend schwer. Charlotte Wood wird oft beinahe poetisch und umschreibt einige Umstände auch sehr ausschweifend. Die Ausdrucksweise ist nicht so modern wie ich es nach dem Klappentext erwartet hätte.Ich habe auch einige Zeit mit dem Schreibstil von Frau Wood gekämpft, konnte ich mich dann aber ein wenig daran gewöhnen und so versuchen einen Draht zur Geschichte zu bekommen.Die Hauptprotagonisten sind Verla und Yolanda aus deren Sicht die Handlung abwechselnd geschildert wird. Beide wissen zu nächst nicht warum sie hier festgehalten werden und was genau mit Ihnen geschieht. Sie bekommen die Köpfe kahl rasiert, müssen alle dieselben Leinenkittel tragen und werden von ihren Aufsehern gedemütigt wo es nur geht.Schon bald erkennen sie ein Muster in ihrem bisherigen Leben. Und auch, wenn ihre „Entführungen“ völlig unterschiedlich abgelaufen sind, so gibt es auch hier ein paar Parallelen auf die ich nicht näher eingehen kann ohne zuviel zu verraten.Ab einem gewissen Punkt plätschert leider die Handlung vor sich hin und es gab auch nur noch wenige Überraschungen und auch der Abschluss gab mir einiges zu Denken. Mir wurde es irgendwann zu abstrakt und ich hatte nach diesem Ende auch das Gefühl im Regen stehen gelassen zu werden. Richtig zufrieden war ich mit der Auflösung jedenfalls nicht und bin unsicher ob es hier eine Fortsetzung geben soll und es deshalb so offen gehalten wurde.Die Fragen die hier aufgeworfen werden sind sehr tiefgreifend und es ist auf jeden Fall kein Thriller für zwischendurch. Die Veränderungen, die ein Mensch unter extremen Bedingungen durchmachen könnte sind hier sehr gut beschrieben und auch die Veränderungen in den Charakteren bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehbar. Es geht ja ums nackte Überleben und darum wie man in diesen extremen Bedingungen nicht stirbt.Fazit:Ich würde das Buch nicht unter klassischen Crime und Thrill einordnen, auch wenn die Rahmenhandlung durchaus brutal ist und es auch gelegentlich Szenen gibt, die für stärkere Nerven sind. Mir persönlich war es zu distanziert, zu poetisch umschrieben und ich kam nicht richtig ins Buch rein. Auch das Ende war mir zu offen gehalten von Frau Wood. Die persönlichen Veränderungen der Protagonisten fand ich jedoch recht gelungen, auch wenn mich das Buch nicht erreicht hat mit seiner Botschaft.

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  • Mich konnte die Geschichte leider nicht erreichen

    Der natürliche Lauf der Dinge
    Buchbahnhof

    Buchbahnhof

    05. March 2017 um 12:49

    Puh… ganz schwierig.Trotz der schlimmen Dinge, die den Frauen passieren, bleibt der Leser merkwürdig weit auf Distanz. Ich konnte mich nicht wirklich in die Frauen hinein fühlen, fühlte mich eher wie ein unbeteiligter Beobachter. Verla und Yolanda lernen wir etwas näher kennen, da die Geschichte abwechselnd aus der Sicht der einen und der anderen Frau erzählt wird. Aber der Rest der Frauen blieb mir irgendwie fern. Wir erfahren eher wenig über sie, wenig über ihre Gefühle und wie es ihnen in der Gefangenschaft ergeht. Ich habe leider zu keiner von ihnen eine Beziehung aufbauen können. Der Schreibstil von Charlotte Wood ist für meinen Geschmack zu distanziert. es wirkt auf mich, als würde sie selber nicht so recht in das Innenleben ihrer Protagonisten eintauchen wollen, um sich dem Leid nicht zu nähern.Erschreckend fand ich, obwohl ich es auf jeden Fall authentisch finde, wie schnell sich die Frauen mit ihrer neuen Situation abgefunden hatten. Sie ergeben sich völlig kampflos in ihr Schicksal. Ich würde aber meinen, dass sie im Laufe der Zeit, spätestens zu dem Zeitpunkt, als Opfer und Bewacher sich in derselben Situation befinden, doch noch mehr versuchen würden um zu entkommen. Irgendwann muss man doch anfangen, sich mit seiner Situation auseinander zu setzen, versuchen, Lösungen zu finden, um aus ihr auszubrechen, oder nicht? Akzeptiert der Menschen wirklich so schnell und versucht einfach das Beste aus dem Schlimmen zu machen? Das tun sie definitiv, indem sie alle ihre Aufgaben suchen und finden.Tja… ich weiß irgendwie gar nicht, wie ich diese Rezension schreiben soll. „Der natürliche Lauf der Dinge“ stand auf der Shortlist des Miles Franklin Litarary Award. Der Miles Franklin Award ist einer der bedeutendsten Auszeichnungen Australiens. Mit diesem Award werden Bücher ausgezeichnet, die das australische Leben porträtieren. Da es wohl nicht an der Tagesordnung ist, dass Menschen, Frauen, in Australien eingesperrt und gequält werden, vermute ich, dass das Buch wegen der in der Geschichte durchscheinenden Gesellschaftskritik auf die Shortlist gekommen ist. Tja… nun weiß ich nicht, ob es im Original eventuell mehr durchkommt, aber selbst wenn ich mir das Buch unter diesem Gesichtspunkt betrachte, dann fand ich die kritischen Ansätze doch sehr verhalten. In der Geschichte wird sich nicht wirklich mit der Vergangenheit der jungen Frauen auseinander gesetzt, der Leser erfährt nicht, wie sie in diese Situation hinein geraten sind, was genau dahinter steckt, wer die Frauen aus welchem Grund entführt hat. Auf mich wirkt das komplette Buch einfach unrund, als würde ein Teil fehlen. Ich liebe ja Bücher, die mich zum Nachdenken anregen, die mir Futter für das Gehirn bieten. Charlotte Wood hat dies mit „Der natürliche Lauf der Dinge“ leider nicht geschafft. Ich weiß nicht, was die zentrale Botschaft dieses Buches sein soll. Es hat sich mir einfach nicht erschlossen.Nun war ich zunächst am überlegen, ob ich keine Federn vergebe, weil zumindest ich den Fehler immer zuerst bei mir suche. Bin ich einfach nicht in der Lage, dieses Buch zu verstehen? Das mag durchaus sein, aber dennoch habe ich mich entschieden, Federn zu vergeben, denn das ist es, was ich hier tue. Mich haben weder der Schreibstil gefallen, noch hat mich die Botschaft des Buches erreichen können.Es tut mir sehr leid, aber ich kann diesem Buch nur 2 Sterne geben und würde, ehrlich gesagt, keine Leseempfehlung aussprechen.

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  • Der natürliche Lauf der Dinge?

    Der natürliche Lauf der Dinge
    MelE

    MelE

    05. March 2017 um 07:47

    Der Vergleich mit "Der Herr der Fliegen" ist genau das, was ich während des Lesens von "Der natürliche Lauf der Dinge" mehr als einmal empfunden habe. Das Buch ist provokant und verdeutlicht die menschliche Psyche, die gigantische Macht gewinnt, wenn es um das Überleben geht. Zehn Frauen werden aufs Äußerste gedemütigt und es wirkt auf mich brutal und menschenverachtend. Der Sinn dieser Entführung ist auch am Ende nicht deutlich und viele Fragen bleiben bestehen, dennoch geht von "Der natürliche Lauf der Dinge" ein leichter Sog aus, dem ich mich nicht entziehen konnte. Es bietet einige Überraschungen und manchmal auch so widerliche Dinge, die die Frauen wie Tiere wirken ließen.Gelesen sind die knapp 300 Seiten rasant schnell und auch wenn es kein Buch ist, welches sich im Kopf festsetzt, ist die Story so außergewöhnlich, dass mir oft die Frage aufkam, wie ich mich in dieser oder jener Situation verhalten hätte. Wäre ich bereit, alles zu geben, um zu überleben? Könnte ich gewissen Demütigungen standhalten? Würde ich im Wahnsinn enden? Meinem Leben ein Ende bereiten und alle Hoffnung verlieren? Diese zehn Frauen arbeiten irgendwann nicht mehr im Team, sondern gegeneinander, da Vertrauen, Liebe oder eben auch Hoffnung nur noch Worte aus einem weit entfernten Leben sind, nachdem feststeht, dass Rettung nicht stattfinden wird. "Der natürliche Lauf der Dinge" ist ein Buch, welches viele Fragen aufwirft, die leider auch am Ende offen sind, denn wie wird es möglich sein, nach diesem Martyrium wieder in die Gesellschaft eingepflegt zu werden? Ein offenes Ende, welches mich nicht komplett zufriedengestellt hat. Die Veränderungen innerhalb der zusammengewürfelten Gemeinschaft und das Einwirken der Erlebnisse auf die  Psyche der Protagonisten wirken äußerst authentisch. Es ist tatsächlich der natürliche Lauf der Dinge, da sich Wesen, Aussehen und Empfindungen anderen Menschen gegenüber sich in Ausnahmezuständen verändern werden und da wenig positives geschieht, ist es eher brutal oder grausam, was die Darstellung betrifft. Einiges war sehr gelungen, manches überspitzt dargestellt und manches derart widerlich, dass mir der Sinn der Story oftmals nicht ersichtlich war. Da jede/r Leser den Roman anders empfinden wird, kann ich mich weder für, noch gegen die Story aussprechen. Es gab viele Facetten am Roman, die ich als sehr gelungen empfunden habe, andere wiederum eher abwertend empfand. Von mir gibt es eine eingeschränkte Leseempfehlung, da ich auch nach Beenden des Buches eine leichte Unsicherheit darüber empfunden habe, was mir die Autorin verdeutlichen wollte oder ob es vielleicht daran lag, dass ich den Sinn einfach nicht erkannt habe?

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  • Interessante Geschichte - keine leichte Kost

    Der natürliche Lauf der Dinge
    Brunhildi

    Brunhildi

    22. February 2017 um 17:37

    Meine Meinung: Das Cover zeigt den Umriss einer jungen Frau, vermutlich eine der Protagonistinnen. In der Person sieht man eine kleine Hütte und einen Zaun, welches wohl den Handlungsort darstellt. Mir persönlich gefällt es gut. Erst einmal möchte ich erwähnen, dass dieses Buch keine leichte Kost ist. Es geht um eine Gruppe junger Frauen, die verschleppt worden sind. Sie werden von zwei Männern festgehalten, gedemütigt und entwürdigt. Als ob es nicht reicht, dass sie geschlagen werden, nimmt man ihnen auch noch ihre ganze Habe weg, rasiert ihnen die Haare und steckt sie in alte, farblose Kittel. Die Frauen wissen nicht, warum sie dort sind und es gibt kein Entkommen, da rund um den Handlungsort ein Elektrozaun steht. Mit dem Schreibstil der Autorin hatte ich erst ganz schön zu kämpfen. Sie schreibt teilweise sehr poetisch und philosophisch. Es ist ein Mix aus langen Aufzählen und wiederum sehr kurzen Sätzen. So manche Wortwahl erschien mir ein wenig "altbacken" und gewöhnungsbedürftig. Die ganze Geschichte ist in der Erzähl-Perspektive geschrieben, so dass man nichts verpassen konnte. Gewechselt wurde meist zwischen den beiden Protagonistinnen Yolanda und Verla. Beide Frauen haben eine sehr starke Persönlichkeit und waren mir auf Anhieb sympathisch. Richtig nah bin ich den beiden Frauen jedoch nicht gekommen, weil der Schreibstil in meinen Augen doch recht distanziert und nüchtern war. Das Handeln der verschiedenen Haupt- und Nebencharaktere war für mich sehr authentisch, so dass ich es zu jeder Zeit nachvollziehen konnte. Wie bereits erwähnt, ist die Handlung sehr ernst und es gibt kaum Lichtblicke. Hauptsächlich geht es darum, wie die Frauen es schaffen zu überleben. Mir fehlen in diesem Buch einfach die Überraschungsmomente. Die Geschichte plätschert so vor sich hin und es wollte bei mir keine Spannung aufkommen. Dennoch ist die Story schon sehr interessant und ich war gespannt darauf, was die Frauen während ihrer Gefangenschaft erleben und ob sie überleben. Fazit "Der natürliche Lauf der Dinge" hat mich schon ein wenig enttäuscht. Mit dem Schreibstil hab ich mich schwer getan und es fehlte mir einfach die Spannung. Dennoch war die Story ganz interessant und ich war bis zum Ende des Buches neugierig, wie es endet. 3/5 Punkte (Von mir für gut befunden!) Vielen Dank an den Arctis Verlag und an die Netzwerkagentur Bookmark zur Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

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  • Du musst wissen, was du bist

    Der natürliche Lauf der Dinge
    SATZZEICHEN

    SATZZEICHEN

    08. February 2017 um 11:14

    Wäre dieses Buch ein Film, ich hätte wohl nach fünfzehn Minuten weggeschalten. Nicht, wegen des mangelnden Niveaus, sondern einfach, weil ich es schwer ertragen kann, wenn Menschen in fiktiven Geschichten gedemütigt oder gequält werden. Nun handelt es sich hierbei aber zum Glück nicht um einen Film, sondern um ein Buch. Und ich lege Bücher nicht gerne ungelesen zur Seite, und so fühlte ich mich verpflichtet, meine Hemmungen über Bord zu werfen, meine Grenzen ein wenig zu verschieben und weiterzulesen. Und siehe da, der Inhalt wird zwar nicht leichter, doch das Buch entwickelt einen unglaublichen Sog und ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Nach zwei langen Lesenächten sitze ich da und staune. Zehn Frauen, allesamt jung und gut aussehend, befinden sich in einem Lager in der Wildnis Australiens. Ihrer Habseligkeiten beraubt, durch Drogen gefügig gemacht, entführt, gefangen gehalten. Das „Camp“ umschließt weitläufig ein elektrischer Zaun. Zwei hemmungslose, brutale Wärter  – Boncer und Teddy – bewachen die seltsame Truppe. Eine Flucht ist unmöglich. Alle zehn müssen die gleichen dicken, kratzigen Kleider tragen, trotz der erbarmungslosen Sonne, allen zehn werden die Haare geschoren. Ein Akt der Demütigung für die schönen Mädchen. Sie werden aneinander gekettet und müssen durch die Gluthitze marschieren, später dann auch aus schweren Betonplatten eine Straße anlegen. Wenn sie nicht tun, wie geheißen, werden sie geschlagen. Aber warum? Warum sind sie hier, warum wurden sie verschleppt? "Du musst wissen, was du bist, hat dieser Boncer zu ihr gesagt.  […] Sie kann nicht wissen, wo sie ist und warum, dennoch weiß etwas in ihr, dass ihr Überleben von dieser flirrend weißen Frage abhängt: Was bin ich?" Verla und Yolanda sind die zentralen Figuren des Romans. Verla war in ihrem Leben vor dem Camp Praktikantin im Parlament, Yolanda eine C-Prominente, die sehr viel einvernehmlichen Sex mit sehr vielen Footballspielern hatte. Mit der Zeit finden sie mehr über sich und die anderen heraus und stellen fest, was ihr gemeinsamer Nenner ist: "Sie sind das, was passiert, wenn man seine verdammte große Schlampenklappe nicht hält." Sie sind Flittchen. Auf irgendeine Weise haben sich alle zehn in ihrem früheren Leben prostituiert. Immer wieder fällt der Name Hardings – er scheint die Entführungen veranlasst zu haben, für ihn bauen sie die Straße, damit er komfortabel zu ihnen fahren kann, wenn er kommt. Anfangs treibt die Mädchen vor allem die Frage nach dem Warum um. Aber die Zeit vergeht und Hardings kommt nicht. Niemand kommt. All ihre geheimen Hoffnungen, dass einer ihrer Geliebten, einer ihrer Familie oder Freunde sie holen würde, zerfallen zu Staub. Der Essensvorrat geht zu Ende, der Strom fällt aus. Ein kurzer Moment der Hoffnung glimmt auf, doch der Zaun ist an einen separaten Stromkreis geschalten, er funktioniert unbeirrt weiter. Die Tatsache, dass Hardings nicht kommt, ändert alles im Lager. Die Wächter sitzen im selben Boot wie die Gefangenen. Sie werden nicht gleich dadurch, doch die Mädchen gewinnen mehr Freiheiten. Sie können sich nun innerhalb der Grenzen des Zauns frei bewegen, es gibt keine sadistischen Aufträge mehr, die die Mädchen erfüllen müssen. Yolanda sorgt für Essen, denn sie entdeckt die Jägerin in sich. Verla sammelt Pilze und probiert im Selbstversuch aus, welch unterschiedliche Wirkungen sie haben. Jede der Frauen findet eine Aufgabe für sich, die es ihnen ermöglicht, diesen Wahnsinn durchzustehen. Die Frage ist schon lange nicht mehr, warum sie hier sind, die Frage ist, wie sie ihr Dasein erträglicher gestalten können. Es geschehen Dinge, mit denen man nicht gerechnet hat. Wendungen, die Interpretationsspielräume lassen. Möglichkeiten, die man erhofft, aber nicht erwartet hat. Und dann ist auf einmal der Strom wieder da. „Der natürliche Lauf der Dinge“ von Charlotte Wood ist keine leichte Lektüre. Sie fordert einen, lässt sich nicht bei seichter Hintergrundmusik lesen. Man braucht alle Konzentration und all seine Sinne, um sich durch den heftigen Inhalt zu kämpfen, anfangs auch zu quälen. Doch wer es wagt, wer sich einlässt auf das Grauen, wird belohnt mit einem atemberaubenden Erzähltempo, mit einer Geschichte weitab des Mainstreams. Der Bestseller aus Australien schafft, was nicht oft gelingt, dass man nachdenkt über das Gelesene. Lange. Dass man darüber spricht. Dass man anderen davon erzählt. Getrieben von dem Wunsch, durch die Beschäftigung damit eine Erklärung für sich selbst zu finden. Ein drastischer, verstörender Lesegenuss.

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  • Leserunde zu "Company Town - Niemand ist mehr sicher" von Madeline Ashby

    Company Town - Niemand ist mehr sicher
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    Für Fans von packenden Dystopien! "Arctis", der neue Verlag der W1-Media GmbH geht direkt mit einem packendem Roman von Madeline Ashby an den Start.Begeitet uns in einer gemeinsamen Leserunde zu "Company Town" und reist nach New Arcadia.Sie nennt sich New Arcadia - eine Stadt auf einer Ölplattform, die sich im Besitz der wohlhabenden Familie Lynch befindet. Die Leibwächterin Hwa ist eine der letzten rein organischen Menschen, aber nicht nur in dieser Hinsicht eine Außenseiterin. Als der jüngste Lynch-Sprössling Joel bedroht wird, und persönlichen Schutz benötigt, wendet sich die Familie an sie. Dann versetzt eine Mordserie die Bewohner der Insel in Angst und Spuren führen auch zu Hwa; nicht nur ihre Zukunft steht auf dem Spiel, sondern die der gesamten »Company Town«.LeseprobeMadeline Ashby lebt in Toronto und arbeitet als Schriftstellerin und Zukunftsforscherin. Sie schreibt Kolumnen für Ottawa Citizen und entwirft Science-Fiction-Prototypen für Unternehmen wie Intel Labs oder Institute for the Future. Ashby hat zudem Kurzgeschichten, Essays und Kritiken veröffentlicht. "Company Town" ist ihr Debütroman, ein weiteres Buch ist aktuell in Arbeit. Wir suchen nun mindestens 20 Leser, die gerne in dystopischen & mitreißenden Geschichten schmökern und das Buch gerne gemeinsam in der Leserunde lesen möchten. Bewerbungsaufgabe: Schildert uns in 2-3 Sätzen, warum ihr gerne mitlesen möchtet & was ihr von diesem Roman erwartet. Viel Spass *** Wichtig *** Ihr solltet Minimum 2-3 Rezension in Eurem Profil haben, damit ich sehen kann wie Ihr Eure Rezensionen schreibt und wie aussagekräftig/aktuell sie sind. Der Erhalt eines Rezensionsexemplares ist verpflichtend für die Teilnahme an der Leserunde. Dazu gehört das zeitnahe Posten in den Leseabschnitten und das anschließende Rezensieren des Buches.Erwiesene Nichtleser werden nicht ausgewähltGewinner-Adressen werden nach Bucherhalt aus Datenschutzgründen gelöscht. Merken

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