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Lavendelknowsbest

vor 10 Monaten

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Notarzt Mark rettet einer jungen Autofahrerin das Leben. Es sieht lange Zeit nicht gut für die Frau aus, um die Mark sich nun kümmert. Recht schnell beginnt er eine Beziehung zu der komatösen Patientin aufzubauen.
Im selben Buch, in einem anderen Handlungsstrang erwacht eine stumme, junge Frau im Köln des 17. Jahrhunderts. Aufgenommen und aufgepäppelt von einer reichen und angesehenen Familie, baut sie schon schnell eine Verbindung zum Sohn der Familie auf. Jedoch ahnt sie nicht, dass nicht jeder ihr etwas gutes möchte.Was hat die mysteriöse Frau mit der Familie Medici und dem Maler Rubens zu tun?

Hinter knapp 250Seiten verbirgt sich eine sehr komplexe Geschichte, die mit vielen unterschiedlichen Aspekten aufwartet. Ein aufmerksames Lesen war da für mich angesagt. Der Schreibstil machte dies mir allerdings leicht. Dabei gefielen mir besonders die Parts, welche in der Gegenwart spielen.
Berufsbedingt konnte die Autorin viele versierte medizinische Informationen einfließen lassen. Das fand ich sehr spannend, da es zu keinem Zeitpunkt oberflächlich wurde und mir das Krankenhaus-Setting sehr gut näher brachte.

Außerdem gefiel mir die Liebesgeschichte in der der Gegenwart sehr. Sie dreht sich vordergründig nicht im Mark und seine Patientin, sondern eher um Schwester Mia und Arzt Oliver. Diese Paarung war auch nötig, um von der sehr passiven und einseitigen Beziehung Marks abzulenken. ;)

Die relativ kurzen Kapitel wechseln sich in ihren Zeitsträngen ab. Die Episode in der Vergangenheit spielt im Köln des 17. Jahrhunderts. Man merkt, dass Charlotte Zeiler dahingehend viel recherchiert hat und uns auf eine imaginäre Stadtführung mitnimmt indem sie sehr viele Straßennamen und Gebäude einfließen lässt. Was mir hier fehlte war das Kopfkino. Bei all den Bezeichnungen wollte bei mir leider kein Bild im Kopf entstehen. Ich empfand die Charaktere der Vergangenheit auch recht blass und konnte die Verbindung des potenziellen Liebespaares nicht ganz nachvollziehen. Ein wenig mehr Zeit und Raum hätte diesem Erzählstrang gut getan.
Die Protagonistin war interessant, aufgrund ihrer Stummheit entstand ein ganz neues Leseerlebnis, in dem wir die Ereignisse nur durch ihre Gedanken und Beobachtungen miterleben. Sie bleibt bis zum Schluss mysteriös, da wir nicht wissen, wer sie ist und woher sie kommt.

Ab und an werden dann Kapitel eingefügt, die bei Maria de Medici und dem Maler Rubens spielen, welche aus der Ferne von dem Mädchen in Köln und ihrem besonderen Goldring erfahren und miträtseln, woher sie kommt. Leider ist dieser Teil der Geschichte nicht abgeschlossen. Erst im Nachhinein fiel mir auf, dass dieser Teil irgendwann endete und für mich nicht schlüssig aufgeklärt war.

So ist es allerdings auch am Ende des Buches, wenn die beiden Haupthandlungsstänge zusammengefügt werden. Das Ende ist nicht festgeschrieben, sondern lässt viele Möglichkeiten offen. Das hat mich nicht gestört. Die Auflösung war schlüßig, konnte mich aber nicht überraschen, da mir die Idee des möglichen Endes schon recht früh kam.

"La Vita Seconda" ist eine interessante Geschichte, die zwei Erzählungen vereint, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die Handlung und ihre Figuren haben mir gut gefallen und mich unterhalten. Die 250 Seiten gehen auch schnell dahin. Ich hätte mir allerdings ein ausgereifteres Setting und vielschichtigere Charaktere im Vergangenheitspart der Geschichte gewünscht.

Autor: Charlotte Zeiler
Buch: La Vita Seconda
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