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JuliaSchu

vor 10 Monaten

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Auf „La Vita seconda – Das zweite Leben“ bin ich durch das wunderschöne Programm des Drachenmond Verlags aufmerksam geworden. Die Geschichte klang mysteriös, romantisch und interessant, also ab auf die Wunschliste. Außerdem finde ich den Titel wirklich toll und im Klappentext wird Florenz erwähnt – das Buch musste ich also haben. Nach dem Lesen muss ich sagen, dass es durchaus interessant ist, aber leider hinter meinen Erwartungen zurück blieb. Nach und nach wird die Geschichte klarer, doch irgendetwas hat mir von Anfang an gefehlt. Ich war nicht gefesselt und so kann ich das Buch zwar als gut bezeichnen, in großer Erinnerung wird es mir aber nicht bleiben.

Klappentext
Gegenwart: Notarzt Mark rettet in letzter Minute eine junge Frau, die bei einem Autounfall schwer verletzt wurde. Täglich besucht er die im Koma liegende Frau, die in ihm verloren geglaubte Gefühle auslöst. Wird sie seine Zuneigung erwidern, wenn sie wieder aufwacht?
Anfang des 17. Jahrhunderts: Eine junge Frau findet sich auf einer staubigen Straße wieder. Ein fremder Mann nimmt sich ihrer an und führt sie in seine Familie ein, die sich rührend um sie kümmert. Aber kann sie den Leuten trauen? Schließlich kann sie sich nicht mehr an ihr früheres Leben erinnern …
Welche Rolle spielen die französische Königin Maria de Medici und der flämische Maler Peter Paul Rubens in dieser Geschichte? Gibt es einen Zusammenhang zwischen einem goldenen Ring, der Botticelli-Venus und dem Großherzog der Toskana? Jede neue Antwort wirft neue Fragen auf …

Meinung
Das Konstrukt der Geschichte ist wirklich gut. Charlotte Zeiler hat einen guten Plan entworfen, den sie gekonnt verfolgt. Die Handlungsstränge laufen nach und nach zusammen, doch manches ist auch schnell durchschaubar. Man hat es mit drei parallelen Geschichten zu tun, wie es der Klappentext ankündigt. Die letzte, die von großen Geheimnissen erzählt, ist allerdings weniger relevant. Erst zur Mitte des Buches habe ich durchschaut, dass dem Leser die kleinen Zeichnungen am unteren Rand einer Seite auch immer mit verraten, mit welcher Zeit man es gerade zu tun hat. Denn wie bereits angedeutet, ist es anfangs nicht ganz leicht, sich zurecht zu finden. Die Geschichten sind ähnlich, ja fast gleich, und doch so unterschiedlich. Daher freute ich mich, als ich diesen kleinen Tipp endlich erkannte. Spielt das Kapitel in der Gegenwart, ist der Kölner Dom das Symbol. Im 17. Jahrhundert findet man die Lilie und geht es um die mysteriösen Umstände außerhalb von Köln, ist die Lilie leicht verblasst. Ich finde, dass dies ein wunderschönes Detail ist und bin den Machern dankbar. Ich wünschte nur, ich hätte das bereits zuvor bemerkt.
Die Geschichte ist ein wenig verwirrend, aber nicht so schlimm, dass man sich nicht zurecht finden könnte. Mein Problem waren nicht die verschiedenen Zeiten, sondern vielmehr die Charaktere. In der Gegenwart spielen Mark und Oliver eine relativ große Rolle. Mark ist derjenige, der sich in seine Patientin verliebt, aber Oliver ist sein bester Freund und ebenfalls Arzt. Es fiel mir unglaublich schwer diese beiden Figuren auseinander zu halten. Sie waren mir zu ähnlich und hatten zu wenige deutliche Merkmale. Die Frauen zu unterscheiden war sehr viel leichter. Dennoch finde ich, dass die Geschichte zwischen Mia und Oliver zwar ganz nett war, aber auch nicht unbedingt nötig gewesen wäre. Ich hatte das Gefühl, als wenn der Fokus des Buches manchmal etwas vernachlässigt wird. 
Die Geschichte im 17. Jahrhundert gefiel mir gut. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass die äußeren Umstände eine größere Rolle gespielt hätten. Rubens und seine Familie, ebenso wie die Königin Medici hatten eine Menge Potenzial, das nicht voll ausgeschöpft wurde.
Die endgültige Auflösung ist gelungen und leuchtet ein. Dennoch bleiben natürlich Fragen offen. Auch ans Ende hätte ich noch ein paar Fragen, die nun aber unbeantwortet bleiben. 
Die Kulisse gefiel mir gut. Man befindet sich in Cölln, bzw. Köln. Das mittelalterliche Cölln wird gut entworfen und bietet eine tolle Atmosphäre. Ich konnte mich leider in keinen Charakter wirklich hineinversetzen. Sie alle handelten nicht immer so, wie ich es erwartet hätte. Franziska gehört zu diesen Personen, ebenso wie Antonio. Dass sich beide so schnell verliebt haben, konnte ich auch nicht so recht nachvollziehen.
Man merkt schon, dass ich mit dem Handlungsverlauf ein paar Schwierigkeiten hatte. Den ein oder anderen Handlungsstrang hätte ich einfach etwas anders erwartet. Aber auch so bietet das Buch eine interessante Geschichte. Der Stil ist flüssig und passt ins Buch. Auch hier hätte noch ein bisschen mehr Schliff gut getan, aber das Buch lässt sich gut lesen.

Fazit
Insgesamt ist „La vita seconda“ ein interessantes Handlungskonstrukt, bei dem der Titel Programm ist. Die Idee der Geschichte gefiel mir gut, die Umsetzung war an manchen Stellen nicht ganz gelungen. Die Charaktere hätten etwas mehr Farbe vetragen, damit man sie auch wirklich voneinander unterscheiden kann. Nichtsdestotrotz ist das Buch eine interessante Lektüre, die vor allem mit einer schönen Kulisse und Aufmachung glänzen kann. Ich vergebe drei von fünf Spitzenschuhen.

Autor: Charlotte Zeiler
Buch: La Vita Seconda
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