Charly Blood

 5 Sterne bei 2 Bewertungen

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MORBUS 1: Blutschwur der Donauleichen

MORBUS 1: Blutschwur der Donauleichen

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Erschienen am 16.05.2016
MORBUS 2: Im Prater tanzt der Sensenmann

MORBUS 2: Im Prater tanzt der Sensenmann

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Erschienen am 16.05.2016
MORBUS 5: Blutrosen

MORBUS 5: Blutrosen

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Erschienen am 08.10.2016
MORBUS: Bei Vollmond bist du tot

MORBUS: Bei Vollmond bist du tot

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Erschienen am 01.06.2014

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Rezension zu "MORBUS 2: Im Prater tanzt der Sensenmann" von Charly Blood

Im Prater tanzt der Sensenmann
Elmar Hubervor 2 Jahren

„Ach wie wunderbar ist es doch, ein Clown zu sein,. Er würde sich Zeit lassen, er hatte einfach viel zu lange nicht mehr richtig gespielt. Die meisten seiner Opfer warne zu langweilig gewesen. Er hatte sich an ihrem Lachen und kindlichen Gemüt gelabt, nur um danach festzustellen, dass da nichts mehr übriggeblieben war, was sich zu zerstören lohnte.“

STORY
Da Bernd Waidmann nicht zu seiner Verabredung mit Petra Jesselmaier erscheint, führt Harald „Harry“ Teufel das Gruftimädchen alleine ins unterirdische Hautquartier der Basilisk-Gruppe, den auf dem Kopf stehenden, unterirdischen Ketzerdom von Wien. Dort erfährt Petra, dass Basilisk nur eine von zahlreichen weltweit agierenden Partnerorganisationen ist, die sich mit paranormalen Fällen beschäftigen.

Alarmiert von Waidmanns andauernder Abwesenheit nimmt sich das Basilisk-Team als Ansatzpunkt seiner Suche den aktuellen Fall des Privatdetektivs vor: Ein Junge ist bei einem, Praterbesuch verschwunden und 24 Stunden später wieder aufgetaucht. In der kurzen Zeit seines Verschwindens wurde aus dem fröhlichen Bub ein in sich gekehrter, melancholischer und unzugänglicher Junge. Das Basilisk-Team recherchiert, dass es schon seit den 1960er-Jahren ähnliche Fälle auf dem Pratergelände gegeben hat. Derweil erwacht Waidmann in den hinteren Räumen der Prater-Geisterbahn. Auge in Auge mit einem lebenden Skelett.

„Grimm liebte Musik – und besonders einen Künstler, der gerade dabei war, sein zweites Album auf den Markt zu bringen. Dank guter Kontakte konnte es der Knochenmann schon jetzt genießen. Als die ersten Takte erklangen, begann sich das bleich Gerippe immer rhythmischer zu bewegen. […] Er liebte das Lied „Junge Römer“ einfach unglaublich. Da gingen bei Grimm alle Pferde durch. Oder wie man es auch ausdrücken könnte: Da blieb kein Knochen auf dem anderen. Alte Skelette tanzen einfach anders.“

MEINUNG
Teil 2 einer Serie ist grundsätzlich eine ziemlich undankbare Platzierung, da die Folge stets im Zugzwang steht, die vom meist überdurchschnittlichen Auftaktband gesetzten Erwartungen mindestens zu erfüllen. Im vorliegenden Fall muss man bescheinigen, dass Band 2 sogar noch besser geworden ist als Teil 1. Mussten in BLUTSCHWUR DER DONAULEICHEN zwangsläufig noch die Hauptpersonen eingeführt werden, können sich die Autoren nun voll auf das Geschehen konzentrieren, die ohne Vorrede sofort mit zwei Handlungssträngen einsetzt. Einerseits wird die Basilisk-Gruppe genauer beleuchtet, weitere Personen werden vorgestellt, andererseits muss das Rätsel um Waidmanns Verschwinden gelöst werden, das weiter führt zum Fall der der verschwundenen Kinder auf dem Pratergelände. Souverän gelingt es den Autoren, nicht nur ein wohltuendes Gleichgewicht zwischen beiden Handlungssträngen, sondern auch ein insgesamt hohes Erzähltempo zu halten. Sogar in Sachen Skurrilität legt SENSENMANN gegenüber dem Vorgänger noch eine Schippe drauf. Schon alleine die Figur des lebenden Skeletts Grimm, der sein Tagewerk in der Geisterbahn des Praters verrichtet und nebenher Basilisk seine Erfahrung als Insider zur Verfügung stellt (und zu Falco tanzt), wäre mindestens einen Grimm One-Shot wert.

Insgesamt verbreitet MORBUS 2 heimeliges Groschenheftflair mit einer großzügig bemessenen Portion Skurrilität, die den Österreichern offenbar besonders im Blut liegt und die die Serie von anderen Publikationen abhebt. So schickt sich MORBUS an, eine Art phantastisches KOTTAN ERMITTELT zu werden.

Grimm hat offenbar auch Jörg Vogeltanz zum Coverbild inspiriert, das unter Verwendung des Bildes „Selbstporträt mit fiedelndem Tod“ von Arnold Böcklin entstanden ist.

FAZIT
Morbus 2 hält sogar mehr als Teil 1 versprochen hat. Skurril, rasant und mit einem glücklichen Händchen für die Figuren. Weiter so!

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Rezension zu "MORBUS 1: Blutschwur der Donauleichen" von Charly Blood

Blutschwur der Donauleichen
Elmar Hubervor 2 Jahren

„Lach nicht, der Donaufürst ist ein mächtiges Wesen. Wehe denen, die ihm begegnen. Die werden von ihm in die Tiefen des Flusses gezerrt. Auch mit seinen Töchtern geht er grausam um […] Nur durch Schläue vermögen sie hin und wieder aus dem Palast zu fliehen. […] Du kannst sie in Tanzstuben antreffen, ohne dass du erkennst, dass du ein Donauweibchen vor dir hast. Doch wehe, ihr Vater kommt drauf.“

STORY
Touristenführer und Schwerenöter Christian Fischer lässt nichts anbrennen. Sein Beruf gibt ihm reichlich Gelegenheit, sich unter seinen „Kundinnen“ dankbare Gespielinnen für eine Nummer auszusuchen. Und sind diese mal nicht ganz so willig, haben ein paar Schläge schon immer nachgeholfen. Mit der blauhaarigen Schönheit Loreley ist er jedoch an die falsche geraten. Als er nach seinem Vergnügen mit ihr zu nahe an der Donau steht, wird er ins Wasser gezogen und stirbt. Seine Leiche wird von Goth-Girl Petra Jesselmaier und ihrer Clique gefunden, was Petra in Kontakt mit dem Privatdetektiv Bernd Waidmann bringt, der von Fischers Frau auf den Schürzenjäger angesetzt war. Petra kann Waidmann überzeugen, nichts mit dem Tod des Fremdenführers zu tun zu haben und beide machen sich gemeinsam auf die Tätersuche. Dabei ist es von Vorteil, dass Petra das zweite Gesicht hat, denn Fischers Mörder sind nicht von dieser Welt. Und Fischers Kollege und Mittäter Stephan Swoboda soll das nächste Opfer der Donauleichen werden.

„Etwas legte sich um seinen Kopf, ein Schwindel, gefolgt von einem stechenden Schmerz. Dann spürte er schon, wie sein Mageninhalt nach oben wanderte. Er erbrach sich zwischen all den Leuten. Und was da hochkam, war keineswegs ein halbverdautes Frühstück. Es war Wasser aus der majestätischen Donau, denn es kamen auch ein paar noch lebende Fische mit raus …“

MEINUNG
Mit MORBUS legt die Edition preQuel (seit Sommer 2013 Edition Gwydion) in ihrem Imprint „Grotesque“ einen Spin-Off zur „Groschenheftserie“ OMEN vor. Während OMEN die „Aufsehenerregendsten Fälle von Pantherion“ zum Inhalt hat, werden in MORBUS die Fälle der Wiener „Pantherion“-Partnerorganisation „Basilisk“ geschildert. Damit ist MORBUS ein weiterer Bestandteil des multimedialen PANTHERION-Universums der Österreicher um Bernherd Reicher und Dr. Nachtstrom. Während die Printversionen der OMEN-Bände jedoch als dünne Taschenbücher über Amazon CreateSpace produziert weerden, ist die MORBUS-Serie klassischer Heftchengrusel reinsten Wassers. Das fängt beim genial-reißerischen Titel an, geht über das klassische geklammerte Heftromanformat und das zweispaltige Textseitenlayout bis hin zum herrlich trashigen Inhalt.

Als Ermittler, die in einer Serie dieses Formats nicht fehlen dürfen, fungieren der erfahrene Ü40-Privatdetektiv Bernd Waidmann und die jugendliche und impulsive Goth-Göre Petra Jesselmaier, die mit einer visionären Begabung ausgestattet ist. Eine ungewöhnliche Kombination, die sich jedoch bald einschleifen dürfte. Denn in der mystischen Parallelwelt Wiens, in die das Duo stolpert, sind die gesellschaftlichen Vorzeichen umgekehrt: Dort ist die medial veranlagte Petra die Erfahrene und der Detektiv gilt als ihr ahnungsloses Anhängsel. Während ihrer Ermittlungen treffen Waidmann und Petra außerdem auf Harry Teufel (Nomen est Omen?), der beide zu manipulieren sucht und in Teil 2 für die Geheimorganisation „Basilisk“ anwerben wird, die paranormale Fälle in Wien und Umgebung untersucht. Im Zusammenspiel mit den skurrilen Ereignissen und einer ordentlichen Portion Wiener Schmäh im O-Ton gestaltet sich MORBUS so als eine Mischung aus JOHN SINCLAIR, LARRY BRENT und KOTTAN ERMITTELT. Und das nicht zuletzt wegen des Settings im Jahr 1984.

Als Gegenspieler von „Basilisk“ müssen zunächst Wesen und Legenden herhalten, die in der österreichischen Folklore angesiedelt sind, etwa so wie in Gunter Arntzens CHRISTOPH SCHWARZ-Serie, die sich deutschen Sagen widmet.

Was den Ton ihrer Geschichten angeht, so haben Waltraud Lengyel (alias Zoë Angel) und Werner Skibar (alias Charly Blood) den Esprit und die souveräne Schreibe der Heftromanautoren perfekt verinnerlicht, sind doch beide bekennende Fans des Genres und des Formats. Im Fall MORBUS gesellt sich zu dem oft aufgesetzten Ernst des Genres noch ein angenehm beiläufiger und teils morbider Humor.

Die ersten beiden MORBUS-Hefte sind als Druckversion exklusiv über den Verlag Evolver Books erhältlich, wo inzwischen auch überarbeitete Ebook-versionen der Romane zu haben sind. Teil 3 und 4 sind kürzlich zusammen in einem Band als Taschenbuch bei Evolver Books erschienen und auch ganz normal über den Buchhandel zu beziehen. Selbstredend auch als Ebooks, da auch einzeln.

Und wem das Coverbild bekannt vorkommt … dafür hat Grotesque-Stammgrafiker Jörg Vogeltanz John Everett Millais Gemälde „Ophelia“ verwendet.

FAZIT
Geniale Verbeugung vor und gleichzeitig Einreihung in die Reihe klassischer Gruselheft-Groschenromane. Präsentiert mit einer ordentlichen Portion Wiener Schmäh.

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