Charly Blood

 4,5 Sterne bei 4 Bewertungen

Lebenslauf

Charly Blood (aka) Werner Skibar, geboren in Graz und aufgewachsen in der dunklen und geheimnisvollen Weststeiermark, kam er schon früh mit der düsteren Seiten des Daseins in Kontakt. Schon als Kind entdeckte er seine Liebe zu Comics - besonders zu den Gespenster Geschichten. Es war daher nur eine Frage der Zeit, bis er wahre literarische Klassiker wie Larry Brent, Dämonenkiller, Damona King und Der Hexer zu verschlingen begann. Schließlich verfasste er dann auch eigene Werke, darunter die Gruselromanserie MORBUS, um die Welt das Grauen zu lehren.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Charly Blood

Cover des Buches MORBUS 1: Blutschwur der Donauleichen (ISBN: 9783902910264)

MORBUS 1: Blutschwur der Donauleichen

(1)
Erschienen am 16.05.2016
Cover des Buches MORBUS 2: Im Prater tanzt der Sensenmann (ISBN: 9783902910271)

MORBUS 2: Im Prater tanzt der Sensenmann

(1)
Erschienen am 16.05.2016
Cover des Buches Der Schlächter von Simmering (ISBN: 9783991102410)

Der Schlächter von Simmering

(1)
Erschienen am 03.06.2020
Cover des Buches Im Zeichen des Terrors (ISBN: 9783990932407)

Im Zeichen des Terrors

(1)
Erschienen am 11.12.2019
Cover des Buches MORBUS: Bei Vollmond bist du tot (ISBN: 9783902910233)

MORBUS: Bei Vollmond bist du tot

(0)
Erschienen am 01.06.2014
Cover des Buches Super Pulp Nr. 4 (ISBN: 9783739221274)

Super Pulp Nr. 4

(0)
Erschienen am 21.06.2019

Neue Rezensionen zu Charly Blood

Cover des Buches Der Schlächter von Simmering (ISBN: 9783991102410)
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Rezension zu "Der Schlächter von Simmering" von Werner Skibar

Ambermoon
Wenn der Tod außerhalb des Zentralfriedhofs wandelt

Wien 1984. In der Gemeindebausiedlung Hasenleiten wird der grausam verstümmelte Leichnam der 17-jährigen Schülerin Andrea Reiter aufgefunden. Ganz Wien ist entsetzt über das Gewaltverbrechen. Doch bevor die Polizei den Mörder stellen kann, gibt es weitere grässlich zugerichtete Tote. Der Killer schlägt sogar in der übernatürlichen Bevölkerung der Stadt zu.
Erst als Privatdetektiv Bernd Waidmann durch eine geheimnisvolle Klientin in den Fall hineingezogen wird, kommt Bewegung in die Ermittlungen. Schon bald wird klar, dass die ermordete Schülerin Geheimnisse hatte.
Schnell geraten Bernd Waidmann und BASILISK zwischen die Fronten. Können sie sich gegen Unterweltganoven, Monster, Hexen, wilde Lust und Rockmusik behaupten und den Schlächter von Simmering aufhalten? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt...
(Klappentext)

☠☠☠☠☠

"Der Tod wohnt in Simmering. Die Wiener wissen genau: Irgendwann bist reif für den Holzpyjama und landest am Wiener Zentralfriedhof, praktischerweise mit der 71er-Linie direkt zu erreichen."
(S. 33)

Im 11. Bezirk von Wien geht in der Gemeindebausiedlung Hasenleiten die Angst um, denn ein Mörder streift durch die Straßen. Das erste Opfer war die 17-jährige Andrea Reiter. Diese war wahrlich kein Kind von Traurigkeit und hatte es faustdick hinter den Ohren, doch sie hat es nicht verdient so abgeschlachtet zu werden.
Bald kursieren Gerüchte über eine wolfsähnliche Bestie in Wiens Straßen und da wird es für die Mitglieder der Geheimloge BASILISK Zeit dem Ganzen nachzugehen.
Bernd, der nebenher noch als Privatdetektiv arbeitet, bekommt zudem Besuch von einer äußerst verführerischen Dame, welche den Mord an ihrem Liebsten aufgeklärt haben möchte. Auch dieser wurde auf bestialische Art ermordet ... und da waren es schon zwei Opfer.
Die Zeit drängt, denn der Schlächter von Simmering scheint gerade erst so richtig warm zu laufen.

Dies ist der 5. Band der MORBUS-Reihe und spielt zeitlich nach den Geschehnissen von Band 3. und 4.

"Als Robert die Gartenschere sah, begann sein ganzer Körper panisch zu zittern. Fast liebevoll wurde sein rechter Mittelfinger angehoben, dann schlossen sich die scharfen Klingen der Schere bereits um ihn. Mehrmals. Glied für Glied. Finger für Finger."
(S. 23)

In diesem Band lernt man den 11. Bezirk Wiens kennen, wandert durch dessen Straßen, kehrt in das ein oder andere urwienerische Gasthaus und Cafè ein und besucht natürlich auch den Wiener Zentralfriedhof. Dabei lernt man nicht nur skurrile Gestalten kennen, sondern begegnet auch einem Ghul, einer Dame, welche aus dem Roger Rabbit-Film entsprungen zu sein scheint, begibt sich in die Punk-Rock-Szene und raucht mit einem Unterweltboss eine Zigarre. Alles natürlich mit herrlich wienerischem Lokalkolorit, inklusive viel Schmäh, trockenem Humor und Situationskomik.
Bisher klingt das nach einem humorvollen und gemütlichen Schauerroman, doch das täuscht, denn hier wird verstümmelt und es spritzt ordentlich Blut. Für allzu schwache Nerven ist also auch dieser Band nur bedingt zu empfehlen.

Die Story strotzt nur so vor überraschenden Wendungen, die Spannung ist allgegenwärtig und am Ende wartet ein zusätzlicher Twist, der einen überascht aufkeuchen lässt.
Die Figuren sind, wie immer, fantastisch ausgearbeitet und, wie schon erwähnt, herrlich skurril. Im Grunde könnte sich hinter jedem/jeder der Schlächter verbergen und dann kommt doch alles anders als man vermutet und gerätselt hat.

"Das schrille Aufheulen der Sirene irritierte das Wesen einen Augenblick. Bernd nützte den Moment und schoss auf den Verfolger. Das mordlüsterne Wesen zuckte zusammen, als die Kugel ins faulige Fleisch einschlug. Gräuliches Blut spritzte über die Fahrzeuge. Es stank auf einmal, als hätte man einen Güllesilo angezapft."
(S. 61)

Auch der Schreibstil ist gewohnt flüssig und die Erzählweise packend.
Einzig das Korrektorat hat hier ordentlich geschlampt. Leider ist das Ausmaß so groß, sodass die vielen Rechtschreibfehler und grammatikalischen Schnitzer nicht mehr als bloße Schlampigkeitsfehler durchgehen. Wenn erstmal der Lesefluß dadurch ins Stottern gerät, ist es wirklich nicht mehr schön anzusehen, geschweige denn zu lesen. Das war schon fast gruseliger als die Story selbst.
Aber nur fast, denn trotzdem habe ich das Buch inhaliert und mich am Ende zufrieden zurückgelehnt. Wenn ich jedoch bei jedem Schnitzer einen Kurzen gesoffen hätte, wäre ich wohl nicht über 20 Seiten hinaus gekommen.

Im Anschluß erwartet einen noch eine detektivische Kurzgeschichte mit Bernd Waidmann und ein kleiner Auszug über die Geschichte der Jugendbewegung in den 70ern. Ein Dialektglossar darf auch hier natürlich nicht fehlen.

Auch die ein oder andere Illustration ist wieder enthalten. Diesmal von Ronald Putzker und Synthe Sizer, meiner Favoritin unter den ComiczeichnerInnen und das nicht nur österreichweit. Das Cover hat diesmal Jörg Vogeltanz kreiert, der inzwischen sicher jedem der meinen Blog liest bekannt sein sollte. 

Fazit:
Dieser Band enthält wieder eine Story ganz nach meinem Geschmack - Spannung, viele Wendungen, trockener und oft morbider Humor, viel Blut und schräge, wie auch unheimliche Figuren. Ich habe das Buch weggeatmet wie nix.
Dem Korrektorat würde ich aber nur zu gerne anständig auf die Finger klopfen!
Von der MORBUS-Reihe war ich, wie inzwischen so manche wissen, von Anfang an begeistert, doch mittlereweile gehört sie zu meinen absoluten Lieblingsreihen.

© Pink Anemone (auf dem Blog mit Bildern, Leseprobe, Autoren- und Illustratoren-Info)


Cover des Buches Im Zeichen des Terrors (ISBN: 9783990932391)
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Rezension zu "Im Zeichen des Terrors" von Werner Skibar

Ambermoon
Militärisches Geheimprojekt auf der Baumgartner Höh'

Wien 1984. Vier Jugendliche auf der Flucht. Verfolgt von einem Spezialkommando. Sie sind Testobjekte für eine Technologie, die nicht von dieser Welt stammt. Ihr Auftrag: zu töten! Es bleiben nur noch wenige Stunden, bis sie zu gnadenlosen Killermaschinen mutieren.
Kann BASILISK die Vier aufhalten und Wien vor einem Blutbad bewahren? ... 
(Klappentext) 

☠☠☠☠☠

"Der Tod kann überall lauern. Manchmal versteckt er sich besonders gut, um dann umso gnadenloser und unbarmherziger überraschend zuzuschlagen. Er kommt in vielerlei Formen. Vielleicht ist er winzig klein und besucht einen in Form eines giftigen Insekts; vielleicht kommt er auch ganz unauffällig als radioaktive Leuchtfarbe daher. Oder er ist handtellergroß, stammt aus einer anderen Dimension und hockt unter dem Bett."
(S. 113)

Dieser Band besteht aus zwei Kurzgeschichten, welche jedoch zusammenhängen. Man könnte sagen, die Story besteht aus zwei großen Kapiteln und genau diese schauen wir uns nun näher an.

I. Blutrosen

In der Wienere Psychiatrie Baumgartner Höhe geht etwas vor sich.
Da nur wenige Ärzte und kein Pflegepersonal, aber umso mehr Militär, im Pavillon 17 ihre Runden drehen und diese niemanden auch nur in die Nähe lassen, kann es sich nur um ein Geheimprojekt handeln. Dieses Projekt könnte sogar Einfluss auf den Verlauf des Kalten Krieges haben und ihn heiß werden lasssen.
Wenn Wiens Bevölkerung gewusst hätte, um was für ein Projekt es sich dabei handelt und welche Gefahr davon ausgeht, hätte sie die Grenze des Eisernen Vorhangs wohl freiwillig übertreten, um das Weite zu suchen. Hier hat nämlich die paramilitärische Forschungseinrichtung F.A.F.N.E.R ihre Zelte aufgeschlagen und versucht hinter das Geheimnis einer Apparatur namens Tech-X zu kommen, welches in ihre Hände gelangte.
Dafür dienen Jugendliche, vorzugsweise Junkies die keiner vermisst, als Testobjekte. Laura - ein Punk-Girl aus London, Nina und Ralf aus der Wiener Junkieszene und Heinz, der zwar nichts mit Drogen am Hut hat, jedoch geistig beeinträchtigt zu sein scheint. Sie sind die Einzigen, welche nach einem Test noch übrig sind. Sie sind jedoch nicht mehr ganz sie selbst. Durch das implantierte Tech-X sind sie stärker, schneller und nahezu unverwundbar.
Diese vier Jugendlichen schaffen es aus dieser Hölle zu entfliehen, doch damit ist die Gefahr nicht gebannt, zumindest nicht für Wiens Bevölkerung. Die Vier sind nämlich tickende Zeitbomben, die in wenigen Stunden hoch gehen werden und diese Jugendlichen in Tötungsmaschinen verwandelt.
Doch auf dem Gelände der Baumgartner Höhe treiben nicht nur F.A.F.N.E.R ihr Unwesen, sondern auch die Geister vergangener Zeiten, die nicht zur Ruhe kommen. Kein Wunder - geschah hier einst Unaussprechliches.

"Die Sanitäter brachten die betäubten und mit Zwangsjacken gefesselten Jugendlichen in ein Patientenzimmer, das zu einer provisorischen Gefängniszelle umgebaut worden war. Die vergitterten Fenster hatte man mit zusätzlichen Eisenstangen verstärkt, die Holztüren durch stählerne ersetzt. Die vier Überlebenden der Geheimoperation 'Blutrosen' wollte keiner frei herumlaufen lassen."
(S. 17)

In dieser Story wirft man einen Blick auf die Forschungseinrichtung und deren Tätigkeiten, erfährt etwas über das Tech-X, welches nicht von dieser Welt zu sein scheint und begleitet die Jugendlichen auf ihrer Flucht.
Man lernt auch ein Mitglied der Geheimloge BASILISK kennen, das sich einfach nur 'Dr. Trash' nennt. Er nimmt sich ihrer an und holt die Mitglieder Harry, Walter, Bernd und Petra ins Boot. Vor allem Harry und Walter, Chef und Bibliothekar von BASILISK, ist F.A.F.N.E.R nicht ganz unbekannt.
Sie wollen ... Nein! ... Sie müssen den Verantwortlichen  das Handwerk legen, die Jugendlichen retten und Näheres über Tech-X in Erfahrung bringen!

☠☠☠

II. Im Zeichen des Terrors

Schon in der ersten Story kommt es zu einigen überraschenden Wendungen und man meint zu wissen um was es sich bei Tech-X handeln könnte, doch das wahre Ausmaß dieser geheimnisvollen Technologie und deren Wirken wird einem erst hier klar.
Die Flucht der Jugendlichen und die Nachforschungen des BASILISKEN-Teams gipfelt hier in seinen Höhepunkt, Ereignisse überschlagen sich, es kommt wieder zu einigen überraschenden Wendungen udn ein neuer Feind betritt die Bühne!

☠☠☠☠☠

"Aber dass du ein solches Monster in dir hast, dass ist ein Horror - jeden Tag, jede Stunde, jede Sekunde. Wenn du morgens aufwachst, spürst du es schon hinter deinen Augen sitzen. Wenn du lachst oder weinst, fragst du dich, ob das wirklich du bist oder ob das Vieh deine Gefühle ausprobiert. Und wenn du schlafen gehst, dann weißt du, es bleibt wach und kontrolliert deine Träume."
(S. 77)

Dieser MORBUS-Band verläuft parallel zu den Geschehnissen von Band 4 "Die Herrin der Alpträume". Es ist daher egal, welchen von den beiden Teilen man zuerst liest. Da die Storys der MORBUS-Reihe aufeinander aufbauen, sollte man Band 1 und 2 jedoch schon gelesen haben.

"Im Zeichen des Terrors" unterscheidet sich etwas von den anderen MORBUS-Bänden.
Während die ersten Bände den Genres Mystery-Thriller und Schauerroman zugeordnet werden können, ist dieser Band eher ein 80er SF-Thriller.
Man begegnet hier nicht nur skrupellosen Wissenschaftlern, einer paramilitärischen Organisation und einer Technologie, die aus der Zukunft zu stammen scheint, sondern auch Figuren, die an die "Men in Black" erinnern und mit futuristischen Waffen herumfuchteln. Hier geht es auch wesentlich actiongeladener zur Sache, doch der österreichische Lokalkolorit, inklusive dem trockenen und morbiden Wiener Humor sind dennoch enthalten. Man wechselt zwischen atemlosen Luftanhalten und Schmunzeln und vor allem als WienerIn, bzw. WienkennerIn ist man versucht all die darin beschriebenen Orte während des Lesens zu besuchen. Eine Wienführung mal anders.
Leider werden die Geistererscheinungen in der Psychiatrie Baumgarntner Höhe nicht weiter erwähnt und finden keinen Platz in der Story, was ich persönlich sehr schade finde.

Im Anschluß erhält man noch einen kleinen Einblick in das Archiv von F.A.F.N.E.R und in die historischen Geschehnisse der Baumgartner Höhe (damals und auch heute auch als Spiegelgrund bekannt), des Schirachbunkers und des Terroranschlags vom 20. Juni 1984. Auch ein Dialektglossar ist enthalten.

Natürlich gibt es auch wieder Illustrationen zu betrachten, von denen ich mir viel mehr gewünscht hätte. Diesmal stammen diese von Jörg Vogeltanz und Andreas Joska. Das Cover ist von Illustrator Tommi Kuehberger. Wer die ASH-Comic-Reihe kennt, werden diese Namen sicher bekannt vorkommen.

Fazit:
Obwohl ich auch diesen Band fast in einem Rutsch verschlang, was nicht nur an der spannenden Story, sondern auch am fesselnden Schreibstil des Autors lag, konnte mich die Geschichte nicht vollends von sich überzeugen. Das liegt jedoch definitiv daran, dass ich Mystery und Grusel mehr abgewinnen kann als Science Fiction, ergo reine Geschmackssache.
Ich persönlich hätte eine Story über Geister auf der Baumgartner Höhe bevorzugt. Dies ist jedoch Meckern auf äußerst hohem Niveau.
Für mich ist es noch immer eine der besten Mystery-Thriller-Reihen und das auch noch aus der Feder eines österreichischen Autors.

© Pink Anemone (auf dem Blog mit Bildern, Leseprobe und Infos zu Autor und Illustratoren)

Cover des Buches MORBUS 2: Im Prater tanzt der Sensenmann (ISBN: 9783902910271)
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Rezension zu "MORBUS 2: Im Prater tanzt der Sensenmann" von Charly Blood

Elmar Huber
Im Prater tanzt der Sensenmann

„Ach wie wunderbar ist es doch, ein Clown zu sein,. Er würde sich Zeit lassen, er hatte einfach viel zu lange nicht mehr richtig gespielt. Die meisten seiner Opfer warne zu langweilig gewesen. Er hatte sich an ihrem Lachen und kindlichen Gemüt gelabt, nur um danach festzustellen, dass da nichts mehr übriggeblieben war, was sich zu zerstören lohnte.“

STORY
Da Bernd Waidmann nicht zu seiner Verabredung mit Petra Jesselmaier erscheint, führt Harald „Harry“ Teufel das Gruftimädchen alleine ins unterirdische Hautquartier der Basilisk-Gruppe, den auf dem Kopf stehenden, unterirdischen Ketzerdom von Wien. Dort erfährt Petra, dass Basilisk nur eine von zahlreichen weltweit agierenden Partnerorganisationen ist, die sich mit paranormalen Fällen beschäftigen.

Alarmiert von Waidmanns andauernder Abwesenheit nimmt sich das Basilisk-Team als Ansatzpunkt seiner Suche den aktuellen Fall des Privatdetektivs vor: Ein Junge ist bei einem, Praterbesuch verschwunden und 24 Stunden später wieder aufgetaucht. In der kurzen Zeit seines Verschwindens wurde aus dem fröhlichen Bub ein in sich gekehrter, melancholischer und unzugänglicher Junge. Das Basilisk-Team recherchiert, dass es schon seit den 1960er-Jahren ähnliche Fälle auf dem Pratergelände gegeben hat. Derweil erwacht Waidmann in den hinteren Räumen der Prater-Geisterbahn. Auge in Auge mit einem lebenden Skelett.

„Grimm liebte Musik – und besonders einen Künstler, der gerade dabei war, sein zweites Album auf den Markt zu bringen. Dank guter Kontakte konnte es der Knochenmann schon jetzt genießen. Als die ersten Takte erklangen, begann sich das bleich Gerippe immer rhythmischer zu bewegen. […] Er liebte das Lied „Junge Römer“ einfach unglaublich. Da gingen bei Grimm alle Pferde durch. Oder wie man es auch ausdrücken könnte: Da blieb kein Knochen auf dem anderen. Alte Skelette tanzen einfach anders.“

MEINUNG
Teil 2 einer Serie ist grundsätzlich eine ziemlich undankbare Platzierung, da die Folge stets im Zugzwang steht, die vom meist überdurchschnittlichen Auftaktband gesetzten Erwartungen mindestens zu erfüllen. Im vorliegenden Fall muss man bescheinigen, dass Band 2 sogar noch besser geworden ist als Teil 1. Mussten in BLUTSCHWUR DER DONAULEICHEN zwangsläufig noch die Hauptpersonen eingeführt werden, können sich die Autoren nun voll auf das Geschehen konzentrieren, die ohne Vorrede sofort mit zwei Handlungssträngen einsetzt. Einerseits wird die Basilisk-Gruppe genauer beleuchtet, weitere Personen werden vorgestellt, andererseits muss das Rätsel um Waidmanns Verschwinden gelöst werden, das weiter führt zum Fall der der verschwundenen Kinder auf dem Pratergelände. Souverän gelingt es den Autoren, nicht nur ein wohltuendes Gleichgewicht zwischen beiden Handlungssträngen, sondern auch ein insgesamt hohes Erzähltempo zu halten. Sogar in Sachen Skurrilität legt SENSENMANN gegenüber dem Vorgänger noch eine Schippe drauf. Schon alleine die Figur des lebenden Skeletts Grimm, der sein Tagewerk in der Geisterbahn des Praters verrichtet und nebenher Basilisk seine Erfahrung als Insider zur Verfügung stellt (und zu Falco tanzt), wäre mindestens einen Grimm One-Shot wert.

Insgesamt verbreitet MORBUS 2 heimeliges Groschenheftflair mit einer großzügig bemessenen Portion Skurrilität, die den Österreichern offenbar besonders im Blut liegt und die die Serie von anderen Publikationen abhebt. So schickt sich MORBUS an, eine Art phantastisches KOTTAN ERMITTELT zu werden.

Grimm hat offenbar auch Jörg Vogeltanz zum Coverbild inspiriert, das unter Verwendung des Bildes „Selbstporträt mit fiedelndem Tod“ von Arnold Böcklin entstanden ist.

FAZIT
Morbus 2 hält sogar mehr als Teil 1 versprochen hat. Skurril, rasant und mit einem glücklichen Händchen für die Figuren. Weiter so!

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