'Black Cake - Alles, was uns verbindet' von Charmaine Wilkerson lässt mich etwas zwiegespalten zurück.
Wir begleiten die zerstrittenen Geschwister Benny und Byron, die dem letzten Willen ihrer verstorbenen Mutter folgen und eine von ihr selbst eingesprochene Tonbandaufnahme hören.
In dieser erzählt die Mutter von ihrer Jugend, ihren Wurzeln und den Umständen, die sie zu der Person gemacht haben, die sie war.
Der Roman spricht einige sensible Themen an, wie Rassismus, Diskriminierung, familiäre Probleme und weitere gesellschaftliche Herausforderungen.
Die Geschicht wird in der Gegenwart erzählt, aus der Perspektive der Geschwister, sowie in Rückblenden aus der Sicht der Mutter in der Vergangenheit.
Besonders die Vergangenheit fand ich äußerst interessant und fesselnd. Die Gegenwarts-Kapitel über Benny und Byron habe ich oft nur überflogen, um herauszufinden, was ihre Mutter noch zu erzählen hat.
Welche Geheimnisse verbirgt sie?
Der Familienroman konnte mich zwar nur teilweise abholen, doch den Handlungsstrang der Mutter fand ich wirklich gelungen und tiefgründig.
Es ist für mich ein "kann", aber kein "muss" Buch - also ein Werk, das ich empfehlen kann, aber nicht zwingend jedem aufdrängen würde.
Charmaine Wilkerson
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Charmaine Wilkerson
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Good Dirt: Pre-order the dazzling new novel by the bestselling author of Black Cake
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Neue Rezensionen zu Charmaine Wilkerson
Nach jahrelanger Funkstille treffen die Geschwister Benny und Byron bei der Beerdigung ihrer Mutter wieder aufeinander. Neben der Trauer hat die Mutter einen traditionellen Black Cake, den sie sich teilen sollen, wenn die Zeit dafür gekommen ist, sowie eine Tonbandaufnahme, die ihre Familiengeschichte aufrollt und die bisher gelebte Realität auf den Kopf stellt, hinterlassen.
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Mit „Black Cake“ ist Wilkerson ein tiefgreifendes Familienporträt einer amerikanischen Einwandererfamilie gelungen. Neben innerfamiliären Problematiken (Umgang der Eltern mit Bennys Bisexualität, Nichterfüllen der elterlichen Erwartungen im Bezug auf die berufliche Entwicklung) werden Rassimus (Byrons Übergehen bei Beförderungen, Polizeikontrollen), Diskriminierung , Umweltschutz und Frauenrechte thematisiert.
Auch der Blick in die Vergangenheit zeigt Missstände auf. Angefangen bei der Rolle asiatischer Einwanderer karibischer Inseln, über Zwangsheirat, bis hin zu strukturellem Rassismus gegenüber Arbeitskräften auf den britischen Inseln und der damals gängigen Praxis von Zwangsadoptionen bei ledigen Müttern.
Es wird ein unglaublich weit gefächertes Themenspektrum aufgemacht, was aber zu keiner Zeit überladen wirkt.
Zudem erzählt Wilkerson die Geschichte aus vielfältigen Blickwinkeln, u.a. die der Kinder, des Anwalts, der besten Freundin, des Großvaters, der Adoptiveltern, und erschafft so eine komplexe Wahrnehmung der Geschichte. Durch die zeitliche Abgrenzung in damals und jetzt ist es zu jeder Zeit möglich dem Geschriebenen zu folgen.
Im Fazit ein gelungener Roman mit Tiefgang, der nicht nur wichtige Problematiken aufgreift, sondern auch die Frage hinterlässt, was wir über unsere Familiengeschichte alles wissen.
Große Leseempfehlung.
Viele Geheimnisse werden aufgedeckt, doch "Black Cake" von Charmaine Wilkerson ist kein Krimi, sondern eine Familiengeschichte. Die Geschwister Benny und Byron haben sich jahrelang nicht gesehen, seit die sich unverstanden und unakzeptiert fühlende Benny den Kontakt zur Familie gekappt hat. Nun ist Eleanor Bennett, die Mutter gestorben. Bei der Beerdigung ist die Stimmung zwischen den Geschwistern, die sich einst so nahestanden, zunächst einmal frostig.
Um die letzten Wünsche ihrer Mutter kennenzulernen, müssen sich die beiden allerdings erst einmal eine längere Audioaufnahme anhören, die die Eleanor vor ihrem Tod angefertigt hatte, um Ungesagtes nicht mit ins Grab zu nehmen. Es ist nicht nur eine Liebeserklärung an ihre Kinder, Eleanor deckt auch ihre Familiengeschichte auf, wie sie von einer karibischen Insel erst nach Großbritannien, dann in die USA kam.
Dass der Weg ihrer Eltern, geprägt von Aufstiegswillen und der Betonung von Bildung und Leistung auch eine Flucht vor der Vergangenheit war und ihre Eltern ein Leben lang ein Geheimnis bewahrt hatten, wird Benny und Byron erst jetzt klar. Und sie erfahren, dass sie eine ältere Schwester haben, von der auch ihr Vater nie etwas wusste.
Benny und Byron waren bisher nie in der Heimat ihrer Eltern gewesen. Ihre Verbindung zu ihrem kulturellen Erbe ist eine kulinarische: Der Black Cake, den die Mutter zu Weihnachten und besonderern Familienfesten buk. Im Tiefkühlfach wartet auch jetzt der letzte Black Cake der Mutter darauf, mit allen Geschwistern geteilt zu werden.
Wilkersen hat ihren Roman mit verschiedenen Erzählperspektiven und Zeitebenen geschrieben, den Lesern werden manche Geheimnisse früher enthüllt als den Geschwistern. Gleichzeitig zeigt die Autorin Rassismuserfahrungen auf, die buchstäblich kein Schwarz-Weiß-Schema bedeuten. "Black Cake" ist ein Buch über Liebe und Verlust, über Freundschaft und Vertrauen, Entfremdung und Zusammenkommen. Es wäre leicht, angesichts großer Gefühle in eine Kitschfalle zu tappen, aber Wilkersen vermeidet das souverän in diesem warmherzigen, aber auch vielschichtigem Familienroman.
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