Chigozie Obioma

 4.3 Sterne bei 36 Bewertungen
Autor von Der dunkle Fluss, The Fishermen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Chigozie Obioma

Chigozie Obioma wurde 1986 in Nigeria geboren und studierte Kreatives Schreiben, Englisch und Literatur in den USA und auf Zypern. Seine Essays wurden in verschiedenen Zeitungen veröffentlicht und mit Preisen ausgezeichnet. Die Rechte an seinem Debütroman „Der dunkle Fluss“ wurden unter anderem in die USA, nach Spanien, Australien und Brasilien verkauft.

Alle Bücher von Chigozie Obioma

Chigozie ObiomaDer dunkle Fluss
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Der dunkle Fluss
Der dunkle Fluss
 (35)
Erschienen am 05.12.2016
Chigozie ObiomaThe Fishermen
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The Fishermen
The Fishermen
 (1)
Erschienen am 14.04.2015
Chigozie ObiomaFishermen
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Fishermen
Fishermen
 (0)
Erschienen am 26.02.2015

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Rezension zu "Der dunkle Fluss" von Chigozie Obioma

Der dunkle Fluss
Angel10vor einem Jahr

- Nigeria, Familientragödie, Aberglaube, Bürgerkrieg

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Svenjas_BookChallengess avatar

Rezension zu "Der dunkle Fluss" von Chigozie Obioma

Afrika erleben - mit allen Sinnen
Svenjas_BookChallengesvor 3 Jahren

Der Einstieg fiel mir relativ leicht, denn Obioma schreibt sehr angenehm, stimmungsvoll und vor allem bildlich. Während des Lesens schmeckt man die saftigen Mangos, riecht die fremden Gerüche und fühlt die sengende Gluthitze der afrikanischen Sonne auf der Haut. Daher hat mir das Setting auch am besten gefallen, es war so anders als die Orte, an denen die meisten Geschichten spielen, die ich so lese. Obioma hat außerdem einen ganz eigenen Stil und beschwört mit seinen Worten Bilder von mythischen Gegenden und Sagen herauf. 
Protagonist des Romans ist der 10-jährige Benjamin, der gleichzeitig das reflektierende Ich ist. Die Geschehnisse werden also aus seiner Sicht erzählt, was dem Leser die Hauptperson ja eigentlich grundsätzlich näher bringt. In Der dunkle Fluss war das allerdings nicht der Fall. Irgendwie blieb Benjamin für mich bis zum Ende in gewisser Weise körperlos, ich konnte mich nicht wirklich in ihn hineinversetzen. Ich kann gar nicht genau sagen, woran das liegt, denn es wird doch recht leidenschaftlich erzählt und die Gefühle des Erzählers spielen eine große Rolle. Vielleicht liegt es einfach an der afrikanischen Kultur, die einem ja recht fremd ist und auf die man sich erst einmal einlassen muss. 
Die Handlung selbst war für mich lange Zeit über ein Rätsel. Ich konnte die beschriebenen Geschehnisse oftmals nicht richtig einordnen und habe mich gefragt, worauf das Ganze hinausläuft. Im Prinzip geht es um eine Familientragödie, wie mir im Nachhinein klar ist. Es geht auch um den Einfluss von (Aber-)Glauben und Mythen auf das Leben der Menschen in Afrika und um Politik und ihre Folgen. Das alles verbindet Obioma geschickt miteinander und für mich tat es der Geschichte keinen Abbruch, dass sie stellenweise so undurchsichtig und rätselhaft war, vielmehr macht es sie zu einer außergewöhnlichen und mythischen Erzählung.
Den Lesefluss gestört haben meiner Meinung nach allerdings teilweise die zahlreichen Rückblicke. Diese werden ohne Kennzeichnung in die laufende Handlung eingebunden, was für mich das Lesen ab und an erschwert hat. Man musste wirklich wach und aufmerksam sein, um alles in sich aufzunehmen, was mir manchmal nicht ganz gelang, da Lesen für mich ja vordergründig Entspannung ist. Gleichzeitig verleihen die Rückblicke der Geschichte und ihrem Erzähler aber auch eine gewisse Authentizität: Man stellt sich einen älteren Benjamin vor, der seine Erlebnisse mündlich wiedergibt und sich während des Erzählens an weitere Ereignisse erinnert. 
Mein Fazit:
Der dunkle Fluss ist der Debütroman von Chigozie Obioma und als solcher wirklich sehr gelungen. Obioma geht sehr gewandt mit Worten um und erschafft so Welten, denen man sich nicht entziehen kann. Beeindruckt haben mich außerdem die fremde Kultur, das mythische Setting und die stellenweise undurchsichtige Handlung, die das Buch für mich zu einem wirklich außergewöhnlichen Roman machen. Allerdings kam ich manchmal nur holprig voran, da die vielen Rückblicke und der nicht ganz fassbare Ich-Erzähler den Lesefluss nach meinem Empfinden etwas stören. Alles in allem hat mich Obiomas Roman aber wirklich gefesselt und ich kann ihn auf jeden Fall weiterempfehlen, weil er so ganz anders ist als die "Mainstream-Literatur".

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B

Rezension zu "Der dunkle Fluss" von Chigozie Obioma

Von Fischern und anderen dunklen Tieren
bookscoutvor 3 Jahren

Warum Afrika auch der "Schwarze Kontinent" genannt wird, habe ich nach diesem Buch besser verstanden.

In seinem Erstling erzählt Obioma die Geschichte vierer Brüder – Ikenna, Boja, Obembe und Benjamin – die im Nigeria der späten 90er Jahre unter die Räder des Umbruchs kommen. Während sich das Land mehr und mehr dem Westen zuwendet – auch der Vater der Buben träumt davon, seiner reichen Kinderschar mit westlicher Bildung und christlichem Glauben zu einem besseren Leben zu verhelfen – sitzt der Stachel der Tradition, des Aberglaubens und der Ibo-Stammesweisheiten nach wie vor tief.

Als die Brüder eines Tages verbotenerweise am Omi-Ala, dem dunklen Fluss, der angeblich Unheil bringt, fischen, treffen sie auf den verrückten Seher Abulu. Er prophezeit Ikenna, dem Ältesten, ein unheilvolles Ende, in einem "roten Fluss" werde er qualvoll sterben, grausam dahingemetzelt von einem seiner Nächsten, seinem Bruder.

Obwohl niemand so recht an die Vorsehung glauben möchte, verändert sich Ikenna zusehends, der nagende Zweifel richtet ihn schleichend zugrunde. Zusätzlich geschwächt und gereizt durch eine Typhus-Erkrankung kommt es zu einem Streit mit Boja, der dramatisch eskaliert.

Verwoben mit zahlreichen Riten, mystischen Geschichten und Traditionen Nigerias nimmt das Unheil von da an unaufhaltsam seinen Lauf - Ikennas tragischer Tod soll nicht der letzte sein, der fortan die Familie überschattet.

Obioma beschreibt eine fremde Welt so farbenprächtig und kraftvoll, dass man sich jedes einzelne Detail bildlich vorstellen kann. Er entführt uns in ein mystisches Reich, in dem Menschen zu Tieren werden und Götter über ihr Schicksal richten. Spannend bleibt es bis zur letzten Seite.

Unbedingte Leseempfehlung!

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