Chigozie Obioma Der dunkle Fluss

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Inhaltsangabe zu „Der dunkle Fluss“ von Chigozie Obioma

»Das erstaunlichste Debüt eines neuen afrikanischen Autors.« Sigrid Löffler, Deutschlandradio. Vielfach preisgekrönt, übersetzt in 25 Sprachen: Benjamin und seine Brüder leben in der Nähe eines gefährlichen Flusses. Als ihr Vater die Familie verlassen muss, verstoßen sie gegen sein Verbot, sich dem Gewässer zu nähern. Die Fische, die sie dort fangen, sind Vorboten einer Tragödie. Ein faszinierendes Familiendrama und eine sprachmächtige Fabel über das Schicksal Nigerias. Von Afrikas neuem großen Erzähler. »Das beste zeitgenössische Buch, das ich in den letzten Jahren gelesen habe. Ein moderner Klassiker.« Maxim Biller, Literarisches Quartett.

Dieser Roman ist wie eine Treppe, die man nach unten steigt.

— Birgit_Jaeckel
Birgit_Jaeckel

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Pagina86

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  • Der dunkle Fluss

    Der dunkle Fluss
    Angel10

    Angel10

    19. June 2017 um 09:44

    - Nigeria, Familientragödie, Aberglaube, Bürgerkrieg

  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria
    Ginevra

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1702
  • Regenbogen-Bücher-Challenge 2016

    Regenbogentänzer
    BlueSunset

    BlueSunset

    Regenbogen-Bücher-Challenge 2016 Hallo liebe Lesebegeisterte! Euch ist die Buchwelt zu trist? Kein Problem, wir helfen euch! Lest zusammen mit uns einen Regenbogen, damit das Jahr 2016 bunt und fröhlich wird! Ihr wollt dem Regenbogen noch einen Topf voll Gold verpassen? Das ist eine Herausforderung, aber auch die kann gemeistert werden!Wie auch in den vergangenen Jahren findet die Regenbogen-Challenge hier auf Lovelybooks statt. Das Besondere an dieser Challenge ist, dass wir hier nicht nur Bücher mit bestimmten Farben lesen, sondern auch die Herausforderung suchen und zusätzliche Aufgaben bearbeiten. Neugierig? Es gibt keine Anmeldefrist und ihr könnt jederzeit einsteigen! Allerdings wird nur die aktuelle Monatsaufgabe bearbeitet. Ihr braucht euch nicht über das Bewerbungsformular hier anzumelden. Erstellt einfach einen Sammelbeitrag in dem zugehörigen Unterthema.  Die Regeln Jeden Monat steht eine andere Farbe im Zentrum. Lest ein Buch dessen Cover zu mehr als 2/3 aus dieser Farbe besteht. Es gibt zudem noch Jahresaufgaben: Für diese Aufgaben habt ihr das ganze Jahr Zeit. Diese Aufgaben können nur mit Büchern der Monatsfarbe gelöst werden. Pro Buch kann eine Jahresaufgabe bearbeitet werden. Jeder der 6 Aufgaben sollte EINMAL gelöst werden (mehrfach gibt keine Punkte).Dann gibt es auch noch die Herausforderung!Jeden Monat gibt es eine Herausforderung, die gelöst werden sollte. Die Aufgabe wird einen Monat vorher angekündigt, sodass ihr Zeit habt ein passendes Buch zu finden. Die Herausforderung kann nur im jeweiligen Monat erfüllt werden! Eine Besonderheit ist, dass ihr diese Aufgabe auch mit einem zusätzlichen Buch, das nicht der Monatsfarbe entspricht, lösen könnt. Bitte verlinkt in eurem Sammelbeitrag auch eure Rezension oder den Lesestatus (mit Kurzmeinung). Es besteht keine Rezensionspflicht, aber ich möchte gerne einen "Nachweis" sehen, dass ihr das Buch gelesen habt. Eine Kurzmeinung reicht da. Es dürfen alle Bücher gelesen werden: vom SuB, neu gekauft, ausgeliehen, eBook und auch Hörbücher. Allerdings sollten die Bücher eine Mindestlänge von 80 Seiten haben! Manga, Comic und Graphic Novels zählen nicht! Die Aufgaben Monatsfarben:Januar: SchwarzFebruar: BraunMärz: Gelb April: OrangeMai: RotJuni: Lila / Rosa / PinkJuli: BlauAugust: Metallic / Gold / Silbern / GlitzerSeptember: WeißOktober: TürkisNovember: GrünDezember: BuntJahresaufgaben (nur mit dem Buch der richtigen Farbe zu erfüllen! Und jeweils nur 1x)Lese ein Buch, ……des Genres Fantasy oder Historisch oder Krimi....des Genres Liebesroman oder Thriller oder Dystopie…von einem Debütautor…das verfilmt wurde…das weniger als 300 Seiten hat…das mehr als 500 Seiten hat.► Hinweis zu "Debütautor": Hierbei beziehen wir uns auf den Autor und nicht auf das Buch. Das heißt der Autor hat zu dem Zeitpunkt, wenn ihr das Buch lest, nur dieses eine Buch veröffentlicht. Es darf sich auch nicht um ein Pseudonym eines Autors handeln, der bereits Bücher veröffentlicht hat. Sollte ein weiteres Buch des Autor bereits angekündigt sein, so kann dieser trotzdem gezählt werden, solange ihr das Buch tatsächlich vor dem Erscheinungstermin seines zweiten Buches erscheint. ► Hinweis zu Verfilmungen: Es zählen alle Bücher, die bereits als Serie oder Film verfilmt wurden oder 2016 ausgestrahlt werden (also so wie z.B. "ein ganzes halbes Jahr", "Girl on the Train", "Die Bestimmung 3", ...) . Bitte das Erscheinungsdatum angeben!Hier werden nach und nach die Monatsaufgaben/Herausforderungen gepostet:Januar: Lese ein Buch mit einer Stadt oder einem Haus auf dem CoverFebruar: Lese ein Buch mit 4 oder mehr Wörtern im Titel. Untertitel zählen auch. März: Lese ein Buch mit Blumen oder Blüten auf dem Cover.April: Lese ein Buch, dessen Titel kursiv oder in GROßSCHRIFT ist. Mai: Lese ein Buch, dessen Handlung außerhalb Deutschlands, den USA und Großbritannien stattfindet.  Punkte Hast du ein Buch mit der Monatsfarbe gelesen? Ja =1 PunktHast du die Herausforderung erfüllt? Ja, mit dem gleichen Buch, wie die Farbe = 2 Punkte. Ja, aber ich habe ein anderes Buch dafür genommen = 1 PunktHast du eine Jahresaufgabe erfüllt? Ja = 1 Punkt(In manchen Monaten wird es möglich sein zusätzliche Punkte zu sammeln)Am Ende des Jahres wird ein/e Gewinner/in ermittelt.  Teilnehmer:  Neue Regel: Falls ihr in einem Monat die Aufgaben nicht geschafft habt, schreibt das bitte dazu. Sollte ich 2 Monate in Folge keine Änderung eures Beitrages sehen wird in dieser Liste >inaktiv< neben eurem Namen stehen und ich gucke nicht mehr in eure Listen. Solltet ihr trotzdem noch dabei sein, dann schreibt mir bitte eine PN und aktualisiert euren Beitrag. WICHTIG Ihr habt jeweils bis zum 3. des Folgemonats Zeit eure Bücher und Links einzutragen. Anschließend mache ich die Monatsauswertung und trage die Punkte in meine Tabelle ein. Alles was noch später eingetragen wird kann erst bei der nächsten Wertung berücksichtigt werden.  Wichtig bei der Rezension/Lesestatus (inkl. Kurzmeinung) ist mir, dass ich sehe, dass ihr das Buch wirklich gelesen habt, zusätzlich kann ich da sehen, wann das Buch gelesen wurde. Solltet ihr also einen Monat versäumt haben, eure Links einzutragen ist das nicht so wild, solange ich sehen kann, dass das Buch trotzdem im richtigen Monat gelesen wurde.  STAND: JuniAnendien ........................ 14 Annlu  .............................. 24 ban-aislingeach  ............. 18BlueSunset ....................  11BookW0nderland .......... 23Buchgespenst  ............... 21 _Buchliebhaberin_ ......... 12 {INAKTIV} christarira ......12 ChubbChubb  ................. 16Code-between-lines ...... 21 ConnyKathsBooks ......... 19 czytelniczka73 ................ 23 {INAKTIV}DasBuchmonster .....1dia78 ............................... 11 fairybooks ...................... 11 Igela ................................ 16 {INAKTIV}janaka ..............7jenvo82 ........................... 17JuliB ................................. 21LadySamira091062 ....... 16Lesebiene27 ................... 15 Lisa11 .............................. 21{INAKTIV} littlebanshee ... 4Luzi92 .............................. 22louella2209 ..................... 21mabuerele ...................... 15{INAKTIV} MalinaIda ........8mareike91 ....................... 18marpije ............................ 23MissSnorkfraeulein ....... 17Mrs_Nanny_Ogg ............. 17PMelittaM ........................ 20QueenSize ........................ 21rainbowly ......................... 16Sansol ............................... 22schafswolke ..................... 17{INAKTIV} sternblut ..........11SomeBody ....................... 17suggar .............................. 16sursulapitschi ................. 18Tatsu ................................ 11Thalathiel ......................... 13Vucha ................................ 22Wolly ................................. 12

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    • 1392
  • Große Verlosung zum Leserpreis 2015: 5 Buchpakete mit je 50 Büchern!

    Ein ganz neues Leben
    Daniliesing

    Daniliesing

    Lust auf eins von 5 riesigen Buchpaketen zum Leserpreis 2015? Es ist wieder soweit - für den Leserpreis 2015 suchen wir eure Lieblingsbücher. Wir sind schon wahnsinnig gespannt, welche Bücher euch in diesem Jahr am meisten begeistern konnten und können das Ergebnis, das am 26. November feststehen wird, gar nicht erwarten! PS: Die Gewinner stehen mittlerweile fest! Hier könnt ihr alle Preisträger und Platzierungen sehen! Unsere große Verlosung für euch! Jedes Jahr, wenn der Leserpreis näher rückt, dann kommt bei uns eine ganz besondere Stimmung auf. Es ist ein bisschen, als würde Weihnachten einfach mal 2 Monate nach vorn gezogen und würde ganz lange dauern :-) Deshalb möchten wir euch neben den tollen Buchempfehlungen und der Möglichkeit selbst mitzuentscheiden, auch eine ganz besondere Verlosung bieten. Wir werden nach der Bekanntgabe der Leserpreis-Gewinner insgesamt 5 Buchpakete mit jeweils 50 Neuerscheinungen verlosen. Fünf Gewinner dürfen sich also über eine ordentliche Ladung neuen Lesestoff freuen! Und mal ehrlich - davon kann man doch nie genug haben, oder? 1. Um an der Verlosung teilzunehmen, gibt es verschiedene Möglichkeiten - 3 der 5 Buchpakete verlosen wir unter allen Bloggern, die auf ihrem Blog über den Leserpreis berichten und darauf verlinken. Bitte teilt uns den Link zu eurem Blogbeitrag hier mit, indem ihr oben auf den blauen "Jetzt bewerben"-Button klickt und das Formular komplett ausfüllt! http://www.lovelybooks.de/leserpreis/ Grafikmaterial findet ihr hier! 2. Wenn ihr keinen Blog habt, könnt ihr alternativ auf den Social Media Kanälen wie Facebook, Twitter, Google + und ähnlichen auf den Leserpreis hinweisen. Unter allen, die das machen, verlosen wir noch mal 2 Buchpakete mit jeweils 50 Büchern. Wichtig ist hier, dass ihr euren Beitrag öffentlich teilt und ihn uns hier verlinkt. Bitte verlinkt, indem ihr oben auf den blauen "Jetzt bewerben"-Button klickt und das Formular komplett ausfüllt, direkt auf eurer Posting und nicht auf euer gesamtes Profil. Außerdem müssen in eurem Social-Media-Posting unbedingt der Link zum Leserpreis und der Hashtag #Leserpreis enthalten sein. http://www.lovelybooks.de/leserpreis/ 3. Ihr habt weder einen Blog, noch seid ihr auf einem der Social Media Kanäle aktiv? Dann verratet uns, indem ihr oben auf den blauen "Jetzt bewerben"-Button klickt und das Formular komplett ausfüllt, ein Buch, das ihr durch den diesjährigen Leserpreis entdeckt habt und das ihr jetzt unbedingt lesen möchtet. Unter allen, die das machen, verlosen wir noch mal 5 einzelne Bücher, die die jeweiligen Gewinner auf ihren Wunschzetteln haben. Ihr dürft natürlich auch 1 & 2 oder 1, 2 & 3 kombinieren und so eure Chancen steigern :-) Die Teilnahme ist bis einschließlich 29. November möglich! Wir wünschen euch ganz viel Spaß & schaut doch mal rein, welche Bücher in diesem Jahr das Rennen gemacht haben! PS: Die angehängten Bücher sind ein paar Beispiele, was sich im Buchpaket befinden könnte. Wir haben hier aber eine ganz bunte Auswahl und ihr könnt euch dann von einem riesigen Überraschungsbuchpaket begeistern lassen!

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    • 1599
  • Afrika erleben - mit allen Sinnen

    Der dunkle Fluss
    Svenjas_BookChallenges

    Svenjas_BookChallenges

    22. October 2015 um 18:26

    Der Einstieg fiel mir relativ leicht, denn Obioma schreibt sehr angenehm, stimmungsvoll und vor allem bildlich. Während des Lesens schmeckt man die saftigen Mangos, riecht die fremden Gerüche und fühlt die sengende Gluthitze der afrikanischen Sonne auf der Haut. Daher hat mir das Setting auch am besten gefallen, es war so anders als die Orte, an denen die meisten Geschichten spielen, die ich so lese. Obioma hat außerdem einen ganz eigenen Stil und beschwört mit seinen Worten Bilder von mythischen Gegenden und Sagen herauf.  Protagonist des Romans ist der 10-jährige Benjamin, der gleichzeitig das reflektierende Ich ist. Die Geschehnisse werden also aus seiner Sicht erzählt, was dem Leser die Hauptperson ja eigentlich grundsätzlich näher bringt. In Der dunkle Fluss war das allerdings nicht der Fall. Irgendwie blieb Benjamin für mich bis zum Ende in gewisser Weise körperlos, ich konnte mich nicht wirklich in ihn hineinversetzen. Ich kann gar nicht genau sagen, woran das liegt, denn es wird doch recht leidenschaftlich erzählt und die Gefühle des Erzählers spielen eine große Rolle. Vielleicht liegt es einfach an der afrikanischen Kultur, die einem ja recht fremd ist und auf die man sich erst einmal einlassen muss.  Die Handlung selbst war für mich lange Zeit über ein Rätsel. Ich konnte die beschriebenen Geschehnisse oftmals nicht richtig einordnen und habe mich gefragt, worauf das Ganze hinausläuft. Im Prinzip geht es um eine Familientragödie, wie mir im Nachhinein klar ist. Es geht auch um den Einfluss von (Aber-)Glauben und Mythen auf das Leben der Menschen in Afrika und um Politik und ihre Folgen. Das alles verbindet Obioma geschickt miteinander und für mich tat es der Geschichte keinen Abbruch, dass sie stellenweise so undurchsichtig und rätselhaft war, vielmehr macht es sie zu einer außergewöhnlichen und mythischen Erzählung. Den Lesefluss gestört haben meiner Meinung nach allerdings teilweise die zahlreichen Rückblicke. Diese werden ohne Kennzeichnung in die laufende Handlung eingebunden, was für mich das Lesen ab und an erschwert hat. Man musste wirklich wach und aufmerksam sein, um alles in sich aufzunehmen, was mir manchmal nicht ganz gelang, da Lesen für mich ja vordergründig Entspannung ist. Gleichzeitig verleihen die Rückblicke der Geschichte und ihrem Erzähler aber auch eine gewisse Authentizität: Man stellt sich einen älteren Benjamin vor, der seine Erlebnisse mündlich wiedergibt und sich während des Erzählens an weitere Ereignisse erinnert.  Mein Fazit: Der dunkle Fluss ist der Debütroman von Chigozie Obioma und als solcher wirklich sehr gelungen. Obioma geht sehr gewandt mit Worten um und erschafft so Welten, denen man sich nicht entziehen kann. Beeindruckt haben mich außerdem die fremde Kultur, das mythische Setting und die stellenweise undurchsichtige Handlung, die das Buch für mich zu einem wirklich außergewöhnlichen Roman machen. Allerdings kam ich manchmal nur holprig voran, da die vielen Rückblicke und der nicht ganz fassbare Ich-Erzähler den Lesefluss nach meinem Empfinden etwas stören. Alles in allem hat mich Obiomas Roman aber wirklich gefesselt und ich kann ihn auf jeden Fall weiterempfehlen, weil er so ganz anders ist als die "Mainstream-Literatur".

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  • Von Fischern und anderen dunklen Tieren

    Der dunkle Fluss
    bookscout

    bookscout

    30. July 2015 um 14:29

    Warum Afrika auch der "Schwarze Kontinent" genannt wird, habe ich nach diesem Buch besser verstanden. In seinem Erstling erzählt Obioma die Geschichte vierer Brüder – Ikenna, Boja, Obembe und Benjamin – die im Nigeria der späten 90er Jahre unter die Räder des Umbruchs kommen. Während sich das Land mehr und mehr dem Westen zuwendet – auch der Vater der Buben träumt davon, seiner reichen Kinderschar mit westlicher Bildung und christlichem Glauben zu einem besseren Leben zu verhelfen – sitzt der Stachel der Tradition, des Aberglaubens und der Ibo-Stammesweisheiten nach wie vor tief. Als die Brüder eines Tages verbotenerweise am Omi-Ala, dem dunklen Fluss, der angeblich Unheil bringt, fischen, treffen sie auf den verrückten Seher Abulu. Er prophezeit Ikenna, dem Ältesten, ein unheilvolles Ende, in einem "roten Fluss" werde er qualvoll sterben, grausam dahingemetzelt von einem seiner Nächsten, seinem Bruder. Obwohl niemand so recht an die Vorsehung glauben möchte, verändert sich Ikenna zusehends, der nagende Zweifel richtet ihn schleichend zugrunde. Zusätzlich geschwächt und gereizt durch eine Typhus-Erkrankung kommt es zu einem Streit mit Boja, der dramatisch eskaliert. Verwoben mit zahlreichen Riten, mystischen Geschichten und Traditionen Nigerias nimmt das Unheil von da an unaufhaltsam seinen Lauf - Ikennas tragischer Tod soll nicht der letzte sein, der fortan die Familie überschattet. Obioma beschreibt eine fremde Welt so farbenprächtig und kraftvoll, dass man sich jedes einzelne Detail bildlich vorstellen kann. Er entführt uns in ein mystisches Reich, in dem Menschen zu Tieren werden und Götter über ihr Schicksal richten. Spannend bleibt es bis zur letzten Seite. Unbedingte Leseempfehlung!

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  • Der dunkle Fluss

    Der dunkle Fluss
    Notizhefte

    Notizhefte

    19. July 2015 um 10:04

    Ist das die große Erzählung vom »Verfall einer Familie«? Ein Kain-und-Abel-Roman? Auf Seite 181 werden diese beiden Namen tatsächlich genannt. Ein Roman einer Kindheit in Afrika? Oder ein Zeugnis dafür, daß »The White Man’s Burden« vergeblich geschultert wurde? Eine Coming-off-age-Geschichte? Oder alles in einem? Obioma, Jahrgang 1986, legte seinen Debütroman unter dem Titel »The Fishermen« 2015 vor, praktisch zeitgleich mit weiteren Übersetzungen erschien die deutsche Version (Übersetzung von Nicolai von Schweder-Schreiner) im Aufbau Verlag, 306 Seiten. Von dort habe ich auch freundlicherweise ein Rezensionsexemplar erhalten. Benjamin, einer von sechs Brüdern – eine Schwester gibt es auch noch –, erzählt aus seiner Kindheit, die durch den arbeitsbedingten Wegzug des Vaters verändert wurde. Die christliche Mittelschichtfamilie in Nigeria führte ein geordnetes Leben, das sich durch die beruflich bedingte Abwesenheit des Vaters wandelt: Die Söhne erkunden auf eigene Faust ihre Umwelt, treten in Kontakt mit anderen Kindern, sammeln Erfahrungen, tun Verbotenes. Als Leser fragt man sich natürlich sofort, wie der Autor vorgehen wird. Wird er, im Westen sozialisiert, sich in die Tradition der Négritude nach Sengohr stellen, panafrikanisch argumentieren oder eher eine postkoloniale Sichtweise einnehmen? Der Text ist nicht dezidiert programmatisch, nimmt auch keine kulturelle Selbstbehauptung vor, vielmehr läßt sich in der Erzählweise mit ihrer Fokussierung auf den mythischen Fluß, dem Vergleich von Menschen mit Tieren, um ihre Charaktereigenschaften zu beschreiben, der Kontrastierung von Dingen, die auf Englisch und solchen, die auf Ibo gesagt werden, der Archaik in den Mann-Frau- und Eltern-Kind-Beziehungen ein Blick auf das Andere, wenn auch im Eigenen, sehen. Inhaltlich wird durchaus einiges geboten: ein weissagender Verrückter, vor dem keine Frau sicher ist, ob lebendig, tot oder Madonnenstatue. Es gibt bedrohliche Prophezeiungen, verbotene Abenteuer, Familiendramen, eine realistische Darstellung von Armut und Dreck, Schläge, Tötung, Selbsttötung, naturreligiöse Überzeugungen, und so weiter und so fort. Ziemlich viel los los, erzählt aus der Perspektive des drittältesten Sohnes, dessen Ausdrucksweise oft gut getroffen wird, aber manchmal scheint der erwachsene Autor doch deutlich durch. Keine schlechte Geschichte, wie ich finde. Und eine Moral hat sie ja schließlich auch. Diese ist freilich nicht recht eindeutig. Positiv verstanden, könnte sie etwa lauten, daß Familien zusammenhalten müssen. Nüchterner im Ergebnis wäre die Feststellung: Doch mit des Geschickes Mächten ist kein ew’ger Bund zu flechten, und das Unglück schreitet schnell. Mein Fazit fällt erkennbar zurückhaltend aus. Der Text bedient Klischees, ohne sie für mich erkennbar zu brechen. Der in den deutschen Titel gehobene „dunkle Fluß“ kam mir gar nicht so wichtig vor, außer daß er als Naturmetapher fungiert. Die »Fishermen« des Originals betonen mehr das Handeln und Versagen der Brüder. „Kraft und Anmut“, so der Klappentext, kann man durchaus in Obiomas Sprache finden, aber ich würde das Buch nicht als Ganzes solcherart charakterisieren. Als „Spitzentitel im Frühjahr 2015“ (Verlagswerbung) mag ich das Buch nicht bezeichnen. Die Idee der Geschichte ist unbestreitbar gut und sie wird flüssig, auch spannend erzählt, doch bei mir mochte sich ein ungetrübtes Lesevergnügen nicht einstellen. Die komplette Rezension gibt es unter: https://notizhefte.wordpress.com/2015/03/16/der-dunkle-fluss-roman-von-chigozie-obioma/

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  • Mythos und Wahrheit sind hier miteinander eng verwoben

    Der dunkle Fluss
    sommerlese

    sommerlese

    Der Nigerianer "*Chigozie Obioma*" schrieb mit "*Der dunkle Fluss*" sein Romandebüt. Das Buch erscheint als deutsche Übersetzung im "*Aufbau Verlag*". Chigozie Obioma, 1986 in Nigeria geboren, studierte Englisch, Literatur und Kreatives Schreiben auf Zypern und an der University of Michigan. Benjamin und seine vier Brüder leben in der Nähe eines gefährlichen Flusses, des Omi-Ala in Nigeria. Als ihr Vater in der Ferne Arbeit annimmt, die Familie nur alle paar Wochen besuchen kann, verstoßen sie gegen sein Verbot, sich dem Gewässer zu nähern. Die Fische, die sie dort fangen, sind Vorboten einer tragischen Entwicklung. Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land Afrikas, versucht nach Jahren der Militärdiktatur die Demokratie und wirtschaftliche Entwicklung voranzubringen. Reiche Erdölvorkommen können aufgrund von Korruption nicht zur Armutsbekämpfung dienen. Es gibt ethnische Konflikte durch viele verschiedene Religionen, auch Aberglauben ist noch sehr verbreitet. In Nigeria werden über 500 verschiedene Sprachen und Idiome gesprochen.   In diesem Roman übernimmt Benjamin, 9 Jahre alt, die Rolle des Erzählers. Seinem Interesse für Tiere ist es zu verdanken, dass er Personen und Ereignissen Tiere zuordnet, die charaktermäßig und situationsgemäß gut passen. Python-Bruder, Falknerin-Mutter und Heuschrecken als Vorboten einer Sturmkatastrophe, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Dadurch gewinnt die Geschichte den Eindruck einer Fabel und die bildhafte Schreibweise des Autors unterstützt diesen Charakter noch zusätzlich. Man verfolgt interessiert diese sehr afrikanisch anmutende Handlung mit und versucht die Zustände in diesem archaisch geprägten Land zu verstehen. Es wird deutlich, wie sehr der Vater seine Familie fortschrittlich nach westlichen Grundsätzen voranbringen möchte. Die Söhne sollen eine gute Ausbildung bekommen und studieren. Doch als der Vater beruflich wegziehen muss, verliert sich nach und nach sein positiver Einfluss auf seine Söhne. Die Mutter ist zwar bemüht, die Söhne gut zu erziehen, kann sich aber gegen die Heranwachsenden nicht durchsetzen. Äußere Einflüsse bewirken ein Auseinanderbrechen der brüderlichen Liebe und des Vertrauens untereinander. Im Sinne der Dorfbewohner wird schließlich von den Brüdern verrückten Prophezeiungen mehr geglaubt als den eigenen Geschwistern. Sicherlich ein nachvollziehbarer Akt im abergläubigen Nigeria, wo Voodoo vom Volk der Yoruba religiös praktiziert wird. Auch wenn sich das nicht mit der Erziehungsweise und Ansicht des Vaters zu decken scheint. Hier zeigen sich die großen Unterschiede zwischen westlicher Anschauung und Lebensphilosophie und dem afrikanischem Verständnis. So kommt es in dieser Familie zum Auseinanderbrechen, eine dramatische Tragödie entwickelt sich, der man tief bewegt und teilweise verständnislos folgt. Der Wunsch des Vaters nach Bildung und einem guten Leben für seine Familie wird sich nicht bewahrheiten. Die Tragödie nimmt seinen Lauf.   Dieses berührende Buch bringt dem Leser sehr eindringlich Afrika und seine archaischen Denkweisen näher. Betroffen liest man von diesen Schicksalen und hat einiges zu verarbeiten und durchdenken. Mit bildhafter Dramatik und einer Menge Emotionen hat der Autor seinen Roman geschrieben und zeigt uns eine fremde Welt.

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    • 8
    sommerlese

    sommerlese

    15. July 2015 um 08:15
  • Der dunkle Fluss

    Der dunkle Fluss
    Fantasie_und_Träumerei

    Fantasie_und_Träumerei

    09. July 2015 um 19:05

    Benjamins Vater trotz der Geburtenkontrolle und erfüllt seinen Wunsch, eine große Kinderschar um sich zu haben. Ikenna, Boja, Obembe, Ben, David und Nkeme. Für sie alle erträumt er sich eine großartige Zukunft. Einer von ihnen soll Lehrer werden, ein anderer Anwalt, Arzt usw. Berufe, deren erlangen in ihrem Heimatland viel Disziplin, Geld und auch Glück erfordert. "Mutter war eine Falknerin. Die, die auf dem Hügel stand und aufpasste und versuchte, alles Schlechte von ihren Kindern abzuwehren. Sie hatte Kopien unserer Gedanken in ihrem Kopf und roch daher Ärger schon von weitem, so wie Seeleute die ersten Anzeichen eines herannahenden Sturms erkennen." Bisher sieht es ganz gut aus für die Jungs - Nkeme wird gut verheiratet und muss keinen Beruf erlernen. Die strenge Aufsicht des Vaters sorgt für Ordnung und einen guten Geist im Haushalt. Doch die von ihm angestrebten Ziele kosten viel Geld und so muss er seinen Arbeitsplatz in die Stadt verlegen. Weg von seinem Zuhause und seinen Kindern. Und als ob dadurch nicht nur die gestrenge Ordnung des Vaters, sondern die des ganzen Weltensystems durcheinander geraten ist, nimmt das Schicksal der Familie eine böse Wendung, die auch die Mutter, die versucht hat ihre Kinder mit ihrem ganzen löwenstarken Herz zu verteidigen, nicht wieder ins Gefüge bringen kann. "Das war auch der Grund, warum er als Teenager bereits einige schlimme Erfahrungen und persönliche Tragödien hinter sich hatte, denn er war nur ein kleiner Spatz in einer Welt dunkler Stürme." Eine Kindheit in Afrika unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von einer Kindheit in Europa explizit in Deutschland. Zur Schule zu gehen ist keine Selbstverständlichkeit, eine gute Ausbildung zu machen erst recht nicht und beim spielen ist Fantasie gefragt. Ich glaube nicht, dass letzteres unglücklicher macht. Wie in Benjamins Familie zu erkennen ist, ist der Zusammenhalt in Armut und Not ein größerer. Und doch gelingt es einem bösen Geist Unruhe zwischen den Brüdern zu stiften. Einen kleinen Keim aus Angst, Ungewissheit und Ärger zu pflanzen, der zu einem großen Baum des Bösen heranwächst. Der mit seinen dunklen Wurzeln jeden umschlingt, den er zu fassen kriegt. Hass und Wahnsinn verwachsen, bis der einzelne entweder für seine eigenen Bedürfnisse und die der Familie erblindet oder vor Verzweiflung zerfällt. "Hass ist ein Blutegel. Das Ding, das sich an der Haut festsaugt, sich von den Menschen ernährt und ihnen die Lebenskraft raubt. Er verändert einen und verschwindet erst, wenn er einem den letzten Tropfen Frieden ausgesaugt hat." Chigozie Obioma, dessen Debüt schon in Kürze in vielerlei Ländern großen Anklang fand, hat in seinem Roman eine Familie erschaffen, die ein Porträt des Glaubens an Schicksal in seinem Heimatland darstellt. Die so sehr damit verwachsen ist, sich so sehr darin verfängt, dass eine Prophezeiung mühelos einen selbsterfüllenden Weg beschreitet. "Sein Schicksal war für ihn bestimmt. Sein Chi, der persönliche Gott, den bei Ibo jeder hat, war schwach." Sprachlich hat Obiome sein Land, seine Landsleute großartig dargestellt. Ich habe, trotz der Minimalistik mit der Bens Familie auskommen muss, einen üppigen Einblick bekommen, in Kultur, Religion, Politik, Möglichkeiten und Grenzen. Obiome konnte mich mit dem Weg, den seine Handlung einschlägt wirklich überraschen, zumal ich anderes erwartet hatte. Mehr von dem, was man sonst in Romanen über Afrika liest. Geschichten, die vom Land an sich erzählen. Obiome hingegen blickt tiefer hinein, kratzt an der Oberfläche, präsentiert uns eine Familie, die so real ist, dass es sie bestimmt irgendwo in Nigeria gibt. Eine dramatische Familiengeschichte, die auf den Leser einschlägt. Für mich sehr schockierend und befremdlich und doch so faszinierend, dass ich hoffe, dass der noch recht junge Autor seinen schriftstellerischen Weg weiter verfolgen kann.

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  • Die Fischer

    Der dunkle Fluss
    walli007

    walli007

    08. July 2015 um 16:03

    Eines Morgens sagt der Vater, er müsse in die nächste Stadt ziehen, um seine Arbeit zu behalten. Zwar ist die Mutter, die die fünf Söhne und die kleine Tochter dann alleine hüten muss, nicht einverstanden, aber es hilft nichts. Und ohne die gerechte Strenge des Vaters kommen die Jungen, die zwischen 16 und neun Jahren alt sind, auf dumme Gedanken, wie es in diesem Alter schon mal sein kann. Sie fangen an im Fluss, zu angeln, die Älteren fangen, an zu streiten, der Älteste fängt an, sich gegen die Mutter, den Vater und auch die Geschwister aufzulehnen. Aus hiesiger Sicht  eine ganz normale Geschichte könnte man meinen, denn wer kennt es nicht, das Alter, in dem man gegen alles rebelliert, rebellieren muss. Doch im Nigeria des Jahres 1996 entwickelt sich der Weggang des Vaters aus der wirtschaftlichen Not geboren zur Katastrophe. In einem Lebensabschnitt wo die jungen Rebellen eine Reibungsfläche brauchen, um sich zu formen, kann die Mutter alleine dies nicht bietet. Die Jungen, für die der Vater hochfliegende Träume von akademischen Berufen hegt, fangen an, im naheliegenden Fluss zu fischen. Schon nach kurzer Zeit werden sie erwischt und vom Vater während seines Wochenendbesuchs bestraft. In seiner Enttäuschung über die vermeintliche Wahl dieses einfachen und traditionellen Berufs fällt die Strafe etwas hart aus. Zu spät erkennt der Vater das, denn der Älteste Sohn hat sich nun gegen die Familie gewandt.  Ein eher harmloses Ereignis, durch welches letztlich ein Unheil nach dem anderen heraufbeschworen wird. Westliche Werte vermischen sich mit ursprünglichem Aberglauben an Flüche und Prophezeiungen, wobei letztlich nicht von beiden Welten das Beste bleibt, sondern eher im Gegenteil der Kampf der Traditionen zu großem Unglück führt. Alle Träume sind zerplatzt, die Hoffnung auf eine bessere Zukunft liegt in Scherben. Die Geschichte einer Familie, die wie ein Gleichnis auf eine Gesellschaft wirkt, in der ein Umbruch zunächst einmal in eine dunkle Epoche mündet. Eine Story, die verstört und schwer zu ertragen ist, aber die dennoch fesselt.

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  • Nach Träumen fischen

    Der dunkle Fluss
    Sikal

    Sikal

    „Ich möchte, dass ihr Fischer seid, die nach Träumen fischen, die nicht aufgeben, bevor sie nicht den größten Fang gemacht haben. Ich will, dass ihr wie Dampfwalzen seid, bedrohlich und unaufhaltsam.“ Familie Agwu lebt mit ihren sechs Kindern in Akure. Der Vater ist bestrebt, dass die Familie sich am Westen orientiert, sei es Ausbildung oder Denkweise – doch genau diese steht im Gegensatz zum vorherrschenden Aberglauben, der in dieser Region beheimatet ist. Der Vater wacht über seine Familie mit starker Hand und fordert konsequent die Einhaltung von Regeln. Dazu gehört auch das Verbot, an den Omi-Ala, den dunklen Fluss zu gehen – dieser Fluss, der früher als Gottheit verehrt wurde und nun die Wiege des Bösen darstellt. Als der Vater in eine weit entfernte Stadt versetzt wird, liegt es an der Mutter die Familie zusammen und Regeln aufrecht zu halten. Doch die vier ältesten Söhne beginnen sich zu widersetzen und erweitern Schritt um Schritt ihre Grenzen. Bald zieht es die vier Brüder immer öfter an den dunklen Fluss, wenn auch immer mit der Angst entdeckt zu werden. Als ihnen bei diesen Erkundungstouren ein Verrückter ein Drama prophezeit, wird nichts mehr wie vorher: Misstrauen, Lügen, Befürchtungen und Angst sind nun ihr ständiger Begleiter und die dramatischen Ereignisse nehmen ihren Lauf. Der Autor Chigozie Obioma schreibt mit einer sehr anschaulichen und symbolbehafteten Sprache die Geschichte einer Familie zwischen überlieferten und modernen Ansichten. Er schildert das Leben der Menschen zwischen diesem Hin- und Hergerissen-Sein inmitten der beiden Welten, zwischen Krieg und Frieden, Zukunft und Vergangenheit. Obioma zeigt uns, was Angst und Misstrauen bewirken können – wie wichtig Offenheit und Vertrauen innerhalb einer Familie sind. „Wie eine wilde Bestie wütete die Prophezeiung in seinem Kopf und trieb ihn immer weiter in den Wahnsinn. … Wenn die Angst sich in das Herz eines Menschen schleicht, dann macht sie ihn schwach.“ Die Faszination Afrikas wird spürbar und die Symbole sowie Traditionen werden beeindruckend vermittelt. Die tiefe Verbundenheit zum Heimatland wird anschaulich erzählt, tief verwurzelt sind die Menschen, die trotz der Kämpfen und Unruhen stolz auf ihr Land sind und voller Hoffnung in die Zukunft schauen. Der Roman lässt uns in eine andere Welt eintauchen und ermöglicht Lesegenuss auf einem hohen Level.

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    • 2
    Gruenente

    Gruenente

    12. June 2015 um 17:20
  • "Vater war ein Adler

    Der dunkle Fluss
    TochterAlice

    TochterAlice

    26. April 2015 um 09:58

    "Vater war ein Adler. Der mächtige Vogel, der sein Nest hoch über den anderen baute, wo er über seine Jungen wachte wie ein König über seinen Thron. Wäre er nicht aus Akure weggegangen, dann wäre auch nicht all dieses Unheil über unser Zuhause hereingebrochen, so dachten die meisten." (S.29) Allein diese wenigen Sätze lassen spüren, was für eine Kraft, was für eine Symbolik in den Worten des jungen nigerianischen Autors Chigozie Obioma steckt. Es geht um die Familie des neunjährigen Ben - im wahrsten Sinne des Wortes ein Benjamin im Kreise seiner drei Brüder Ikenna, Boja und Obeme, die alle älter sind als er - es gibt noch den kleinen David, der fast noch ein Säugling ist und auch ein Schwesterchen -- doch die beiden spielen eine eher marginale Rolle. Es geht um das Leben der vier Brüder, nachdem der Vater die Familie verlassen hat - gezwungenermaßen wohlgemerkt, denn er - als Staatsbeamter in einer durchaus gesicherten Position - ist versetzt worden in eine Stadt fernab der Heimat. Und so sind die vier Jungs auf sich gestellt und dem dunklen Fluss ausgeliefert, von dem sie sich fernhalten sollen. Sie sollen keine Fischer werden, eine bessere Zukunft soll ihnen bevorstehen. Doch: ach, das Unglück bricht über sie herein - die Mutter, nun allein mit sechs Kindern, vermag sie nicht zu lenken und zusammenzuhalten in dem Sinne, in dem es - vom Vater, ganz klar dem Patriarchen - erstrebt wird. Und so verliert der große Bruder Ikenna, der nun eigentlich für die Jüngeren Verantwortung trägt, seinen Charakter - er ist nicht mehr imstande, den Ton in dem Sinne anzugeben, der gut ist für die Geschwister - und für ihn selber. Er war nämlich eine Python - und verwandelte sich, nachdem der Vater die Jungen auf einem seiner raren Heimatbesuche zum ersten Mal geschlagen hatte, in eine wilde Schlange (S.47). Und der Weg ins Verderben, in den Zerfall der Familie war nicht mehr abzuwenden. Ein Buch aus einem anderen, einem mir unbekannten Kulturkreis - voll von Symbolik, fremdartigen Wertvorstellungen und in einer sehr berührenden Sprache geschrieben, die zwar sehr reich, gleichzeitig jedoch sachlich und klar ist - trotz der vielen Vergleiche würde ich sie nicht als blumig im eigentlichen Sinne bezeichnen. Ich bin hier aus Unwissenheit ein wenig vorsichtig und gehe davon aus, dass sich viele der Verweise mir gar nicht erschlossen haben - doch entstand in mir der Eindruck, als verwende der Autor die Familie als Symbol für mehr - für die Gesellschaft, möglicherweise sogar für gewisse sozialpolitische Entwicklungen innerhalb von Westafrika. Ein kluges Buch, das dem Leser den Weg in eine fremde Kultur, ja, in eine andere Welt ebnet - von einem Autor, dem seinerseits die Weltgeschichte der Literatur bestens bekannt ist und der dieses Wissen auch immer wieder einfließen lässt in seine Erzählung - und von dem wir hoffentlich noch einiges erwarten dürfen!

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  • Komm wie du bist und gehe als neuer Mensch...

    Der dunkle Fluss
    nicigirl85

    nicigirl85

    25. April 2015 um 20:51

    Als experimentierfreudige Leserin wollte ich mal etwas völlig Neues ausprobieren und zudem gern etwas Anspruchsvolleres lesen als sonst und entschied mich daher für dieses ungewöhnliche Buch. Der Ich- Erzähler Ben führt uns durch die Geschichte. Zunächst lernen wir seine Familie kennen, bestehend aus 6 Geschwistern (inklusive Ben) und dem Elternpaar. Die Familie lebt verhältnismäßig glücklich im Nigeria der 90er Jahre bis der Vater beruflich versetzt wird und die Mutter mit den 6 Sprösslingen allein zurechtkommen muss. Und dann passiert etwas, dass das Leben der Familie total auf den Kopf stellt... Chigozie Obioma zeichnet ein sehr interessantes Bild von Nigeria und gibt uns Lesern Einblicke in eine uns völlig fremde Kultur. Ich muss gestehen, dass ich beim Lesen förmlich einen Kulturschock erlitt, denn der raue Umgang in der Familie und die andauernde Angst und Gewalt sorgten bei mir für Bauchweh, denn so etwas möchte man in seiner Kindheit wohl kaum erleben. Auch der Aberglaube spielt hier eine sehr wichtige Rolle. Die Ereignisse spielen zu einer Zeit als Ben 9 Jahre alt ist. Aufgrund der Erzählperspektive erfährt man alles über ihn und erhält tiefe Einblicke in seine Gedanken- und Gefühlswelt, was mir sehr gut gefiel. Da Ben ein guter Beobachter ist, erleben wir auch seine Umgebung, die Familienmitglieder und die Bewohner der Nachbarschaft sehr intensiv. Erschreckend fand ich vor allem den Charakter Abulu. Besonders verzaubert hat mich die Schreibe des Autors, verwendet er doch Beschreibungen, die das Lesen zu einem wahren Genuss machen. Die Eltern werden hier zum Beispiel als Herzkammern des Hauses bezeichnet und die Zukunft als leere Leinwand, auf die man alles projizieren kann. Das Familiendrama hat mich sehr gefesselt und tief berührt. Man fragt sich immer wieder was man anstelle der Jungs getan hätte. Fazit: Wahrer Lesegenuss, den ich einfach empfehlen muss. Lasst euch dieses Buch nicht entgehen. Deutlich einfacher zu lesen als es auf den ersten Blick erscheinen mag...

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  • Zwischen Mythen und Moderne

    Der dunkle Fluss
    Ginevra

    Ginevra

    20. April 2015 um 16:38

    Akure, eine Stadt im Südwesten Nigerias, 1996: Familie Agwu führt ein privilegiertes Leben - der Vater arbeitet für die Zentralbank, die vier Söhne besuchen eine internationale Schule, die Mutter beschäftigt ein Hausmädchen. Doch das Blatt wendet sich, als der Vater in eine 1000 km entfernte Stadt versetzt wird. Bisher hatte er die Familie durch strikte Regeln und harte Strafen "im Griff" - ab jetzt muss die schwangere Mutter Arbeit, Haushalt und Erziehung unter einen Hut bringen. Besonders die beiden ältesten Söhne Ikenna (15) und Boja (14) machen es ihr nicht leicht, da sie das Temperament und die Unerschrockenheit ihres Vaters geerbt haben. Eines Tages stiften sie die beiden jüngeren Brüder Benjamin und David dazu an, mit ihnen im Niger Fische zu angeln und zu verkaufen. Dabei ignorieren sie den uralten Glauben der Einwohner, dass der Niger ein "dunkler Fluss" sei, voller Gefahren, der Unglück und Tod bringt. Eine Zeitlang klappt das Abenteuer, der Fischfang vertreibt den Jungs die Langeweile (denn die Spielekonsole ist kaputt), und entwickelt sich zu einem lukrativen Unternehmen. Doch eines Tages werden sie von Abulu, einem "besessenen, selbsternannten Propheten" beobachtet. Er sagt dem ältesten der Brüder, Ikenna, eine schreckliche Zukunft voraus, und dass er aus einem "roten Fluss nie mehr herauskommen wird". Nach diesem Fluch ist nichts mehr, wie es war: Angst und Mißtrauen setzen Ikenna immer mehr zu, Gewalt eskaliert, und über der ganzen Familie scheint plötzlich eine düstere Wolke zu hängen: "Liebe wird zu Hass, Wut gerät außer Kontrolle"... Chigozie Obioma ist ein politisch engagierter Schriftsteller aus Nigeria, der mit seinem vorliegenden Debutroman Kritik an der Politik in seinem Land übt. Der dunkle Fluss ist eine Allegorie: der abwesende Vater ist die britische Kolonialregierung bzw. auch die heutige Regierung, die den Vielvölkerstaat Nigeria (symbolisiert durch die vier sehr unterschiedlichen Brüder) völlig im Stich lässt. Das Volk in Nigeria erhält kaum Bildung, so dass Aberglaube und Mythen weiterhin irrationale Ängste schüren. Die ständig wechselnden (Militär-)Regierungen pressen dem Volk ein Schema auf, das nicht den gewachsenen Strukturen entspricht. Hunger, Armut und Gewalt sind die Folgen. (vgl. Interview mit dem "Deutschlandradio Kultur" vom 25.04.2015). Obioma lebt und schreibt derzeit in Michigan, USA. Sein Roman stieß weltweit auf großes Interesse und wurde bereits in mehrere Sprachen übersetzt. Ich fand diesen Roman richtig grandios: er gibt Einblick in den Alltag einer nigerianischen Familie, dabei werden immer wieder alte, überlieferte Geschichten eingeflochten, und außerdem die Geschichte des Landes erzählt. Die Sprache ist leicht verständlich, bildhaft und eindringlich. Die Charaktere der Brüder und ihre Veränderung ist sehr dramatisch, aber nachvollziehbar, und hat bei mir noch lange nachgewirkt. Fazit: eine Leseempfehlung für dieses eindrucksvolle Buch! 5 von 5 Sternen.

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  • Nigeria ist ein Phoenix.....

    Der dunkle Fluss
    Yoshi334

    Yoshi334

    17. April 2015 um 14:26

    Chigozie Obioma erzählt die Geschichte einer Familie und eines Landes, seines Landes, Nigeria. Die Familie Agwu lebt nicht nur in Nigeria, sie teilt auch ein Schicksal mit ihrem Heimatland, zerissen zwischen Tradition und Moderne, zwischen alter und neuer Welt. Dazwischen der Omi-Ala, der dunkle Fluss, der diese Welten zugleich trennt aber auch verbindet. Er windet seinen Weg durch die Geschichte und reisst am Ende alles mit sich. Er ist Anfang und Ende, Unheilbringer und Erlöser. In bildhaften Worten beschreibt Obioma die Tragödie der Familie Agwu, bunt und lebendig. Wir nehmen teil an ihrem Leben, das untrennbar mit Nigeria erbunden ist. Und wie ein Phoenix sich aus seiner Asche erhebt, werden auch sie am Ende auferstehen und ein neues Leben beginnen. Es ist Obioma gelungen diese beiden Geschichten zu verbinden und auf anschauliche Weise darzustellen, auf eine Art und Weise, die einen von der ersten Seite an fesselt. Mag es auch wie eine mythische Sage daherkommen, so bildet es doch die Realität ab, wie sie auch heute noch in Afrika gelebt wird. Aber lässt uns mit einem Gefühl der Hoffnung zurück, daß es möglich ist, die schönen und guten Traditionen zu bewahren und den Aberglauben zu überwinden.

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