Chika Unigwe Schwarze Schwestern

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Inhaltsangabe zu „Schwarze Schwestern“ von Chika Unigwe

Sisi, Ama, Efe und Joyce sind jung und wissen nicht weiter. In der Hoffnung auf ein besseres Leben lassen sie sich nach Europa schleusen. Dort verkaufen sie Abend für Abend ihre Körper. Unter der harschen Aufsicht einer Zuhälterin teilen sie eine Wohnung, und jede versucht, angesichts der täglichen Demütigungen ihre Würde zu wahren. Als Sisi, die Verschlossenste unter ihnen, ermordet wird, beginnen die übrigen einander ihr Leben zu erzählen. Eine bewegende Geschichte über die Verheißungen Europas, verlorene Illusionen und den Trotz der Selbstachtung. Lebendig und direkt, durchdrungen von der vitalen Kraft afrikanischer Erzähltraditionen.

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  • Rezension zu "Schwarze Schwestern" von Chika Unigwe

    Schwarze Schwestern

    Alexandra_vom_Buecherkaffee

    26. February 2012 um 20:01

    Sie hofften auf ein besseres Leben - und erleben die Hölle Inhalt: Sisi, Efe, Ama und Joyce - vier nigerianische junge Frauen - zusammengeführt durch das Schicksal des Lebens. Jede der vier Frauen leidet unter ihrer persönlichen, tragischen Lebenserfahrung und sie haben nur einen sehnlichsten Wunsch: Sie möchten ihrem Land den Rücken kehren und im Ausland eine Chance auf ein besseres Leben finden. Denn trotz größter Bemühungen sehen sie keine Zukunft in ihrem Land. Sie bekommen trotz sehr guter Schulausbildung keinen Job, sie werden missbraucht oder werden Opfer von Rebellen-Angriffen und müssen ihrem bisherigen Leben Hals über Kopf entfliehen. In ihrer größten Verzweiflung treffen die Frauen unabhängig voneinander auf ein und denselben Mann, den monströsen Oga Dele. Dele ist das Band zwischen den vier Frauen. Dele verspricht Ihnen ein besseres Leben im gelobten Europa, wenn sie nur eine Weile lang hart dafür arbeiten. Er organisiert den Frauen die Reise, streckt das teure Geld vor, dass sie in raten an ihn zurückzahlen müssen und steckt sie in ein Flugzeug nach Antwerpen, Belgien. Obwohl die Frauen teils wissen, teils ahnen, auf was sie sich mit dieser Reise einlassen, trifft sie die Realität doch wie ein Schlag ins Gesicht: Sie landen als Prostituierte im anonymen Rotlichtviertel von Antwerpen und müssen von nun ab Abend für Abend unter der Aufsicht einer herrischen Madam ihren Körper billig verkaufen. Der plötzliche Tod von Sisi reißt Efe, Ama und Joyce aus ihrer Lethargie und sie beginnen, ihre Verschlossenheit über Bord zu werfen und sich gegenseitig anzuvertrauen. Sie kommen sich näher. Denn eine bittere Frage quält sie: Wurde Sisi ermordet? Und warum? Handlung & Charaktere: Chika Unigwe legt mit "Schwarze Schwestern" einen ernsten und auch gesellschaftskritschen Roman vor, der den Leser nachdenklich stimmt und sehr bewegt. Das Buch ist in zwei Handlungstränge geteilt, die dem Leser immer abwechselnd präsentiert werden. Zum einen erfahren wir die komplette Geschichte um die verstorbene Sisi. Diese Kapitel sind auch mit der Überschrift "Sisi" gekennzeichnet. Zum anderen befindet sich der Leser in jedem zweiten Kapitel in der "Strasse der schwarzen Schwestern" Dieser Handlungstrang gewährt Einblicke in die Gefühlswelt der drei weiteren Frauen Efe, Ama und Joyce. Ihre Lebensgeschichten werden abwechselnd erzählt. Sisi ist eher eine Einzelgängerin, die sich den anderen Frauen nicht anvertraute und versuchte, Ihren Weg zu finden. Die sich zuletzt so weit in ihre Fantasiewelt zurückzog, um der Realität entfliehen zu können und ihre Träume in ihren Fantasiedarstellungen , wie zum Beispiel der reichen Touristin, auszuleben. Sie hate aber nicht den Glauben an die Liebe verloren und ihre Ganze Hoffnung für ihre Zukunft liegt bis zuletzt bei Luc, der sie tatsächlich so zu lieben scheint, wie ist ist. Dazwischen Efe, Ama und Joyce, die versuchen, mit der Nachricht über Sisis Tod umzugehen und sich auf diese Weise plötzlich der Verbindung zwischen Ihnen klar werden. Dass sie nicht nur nebeneinander her leben sollten, sondern auch endlich füreinander da sein sollten - denn sie ziehen alle am gleichen Strang. Sisis Tod lehrt sie, sich zu öffnen, zu ihrer Vergangenheit und auch zu ihrer gegenwärtigen Situation zu stehen. Die Frauen lernen, sich den anderen anzuvertrauen - zum ersten Mal, seit sie zusammenleben, erzählen sie ihre Schicksale, die sie zuletzt nach Antwerpen brachten. Sie reden über Ihre Träume und Hoffnungen. Diese Schicksale stimmen den Leser sehr nachdenklich, man trauert mit den Frauen mit und denkt viel über die jeweiligen Situationen nach. Situationen, die sich auch in der realen Welt immer und immer wiederholen. Denn diese bewegenden vier Schicksale sind die Schicksale so vieler Frauen, die Nacht für Nacht in den Bordellen dieser Welt ihren Körper verkaufen und verzweifelt versuchen, ihre Würde und ihren Stolz nicht zu verlieren. Frauen, die unter schlimmen Verhältnissen aufwuchsen und Träume haben von einer besseren Welt. Europa, Amerika...eine Welt voller Reichtum und ungeahnten Möglichkeiten - da kann es nur besser werden. Und so lassen sie sich aus dem Land schleusen, der neuen Hoffnung entgegen. Weg von Terror, Rebellengewalt und Armut. Für den Leser fast unvorstellbar, was sie über sich ergehen lassen müssen. Denn die Freiheit lässt lange auf sich warten, auch wenn sie nun in einem anderen Land sind. Denn die muss ja erst mit jahrelangen Rückzahlungen an die Schleuser erkauft werden. Viele Jahre weiterer Demütigungen. Und dabei bleibt nicht viel Erspartes übrig. Chika Unigwe schafft es, dem Leser die Schwere und Ernsthaftigkeit des Themas zu vermitteln, ihn zum nachdenken zu bringen , aber er wird nicht erschlagen von der Geschichte. Fazit: Eine wahrlich empfehlenswerte Lektüre über Schicksal und Hoffnung, über Arm und Reich, über Liebe und Trauer... Eine ergreifende Geschichte, die auch mich sehr zum Nachdenken anregte, da dieser Roman so sehr das tatsächliche tägliche Leben vieler Frauen wiederspiegelt, die weder eine Chance noch eine Wahl haben. Man sollte sich auf jeden Fall Zeit zum lesen dieses Buches nehmen, denn nur dann kann man sich in die Gedanken und Gefühle der vier Frauen hineinversetzen. Ein Roman, der aufrüttelt!

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  • Frage zu "Schwarze Schwestern" von Chika Unigwe

    Schwarze Schwestern

    Mandel

    "Schwarze Schwestern" von Chika Unigwe ist ein bewegendes Buch, dass von vier Niagerianerinnen berichtet, die ihr Heimatland Afrika verlassen haben, um ein besseres, ein neues Leben zu beginnen. Schlimme Schicksale liegen hinter ihnen und nun prostituieren sie sich, nur um es irgendwann besser zu haben. Kennt Ihr ebenfalls solch ein bewegendes Buch? Mit Schicksalen, die einem tief im Herzen berühren oder schockieren? Bücher, die man unbedingt gelesen haben sollte?

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  • Rezension zu "Schwarze Schwestern" von Chika Unigwe

    Schwarze Schwestern

    Mandel

    29. April 2011 um 21:22

    Das Leben in großen Teilen von Afrika ist hart. Die Wasserresourcen sind knapp und viele Menschen leben an der Armutsgrenze. Schwarze Frauen von Chika Unigwe erzählt von vier Frauen, welche im Laufe ihres Lebens Lagos, Nigeria, durchquert haben und deren sehnlichster Wunsch es war ein besseres Leben zu führen. Das Buch Sisi, Joyce, Efe und Ama träumen seit ihrer Kindheit von einem besseren Leben. Von einem Leben außerhalb von Afrika. Alle vier hegen den Wunsch ins Ausland zu kommen und dort der Armut zu entfliehen. Sisi hat BWL studiert und träumt davon einmal in einer großen Bank in Lagos zu arbeiten und natürlich viel Geld zu verdienen. So viel Geld, dass sie sich und ihrer Familie jeweils ein Haus kaufen kann. Mit einer schönen Einrichtung und einem tollen Auto. Doch auch nach über einem Jahr nach ihrem Abschluss findet sie keine Arbeit. Eines Tages macht Dele ihr ein Angebot. Sie könne nach Belgien ziehen und viel Geld verdienen. Dort würden schwarze Frauen wie sie gesucht. Dabei ist Sisis Reise nach Belgien noch unspektakulär. Die anderen haben vor ihrer Abfahrt aus Lagos Schlimmes durchmachen müssen. Efe lernte schnell, dass man mit Männern leicht Geld machen kann. Doch schneller, als sie sich versieht, wird sie schwanger. Sie bekommt einen Sohn für den sie alles gibt. Er soll es einmal gut haben. Joyce wird von ihrem Vater vergewaltigt bis sie ihre Periode bekommt. Kurz nachdem sie volljährig ist, flüchtet sie von zu Hause zu ihrer Tante nach Lagos. Ama wird von Soldaten vergewaltigt, die ihr Dorf angegriffen haben. Ihre Familie wurde vor ihren Augen umgebracht. Harte Schicksale für starke Frauen, die nach Belgien gehen, um dem Elend zu entkommen. Getrennt von ihren Familien geben sie sich den Männern hin, um irgendwann mit Geld und Glück in ihre Heimat zurückzukehren. Fazit In Deutschland ist man es gewohnt einen hohen Lebensstandard zu haben. In Nigeria ist die Armutsgrenze wesentlich niedriger und kaum mit der unseren zu vergleichen. Für viele viele ist es gar keine Frage wie man das ins Ausland kommt. Die Hauptsache ist, man hat die Möglichkeit dazu. Chika Unigwe hat ein starkes, bewegendes Buch geschrieben, welches von vier Frauen berichtet, die es auch im wahren Leben unter anderem Namen gibt. Ihre Erlebnisse sind dennoch echt. Genau das lässt den Leser erschrocken auffahren. Die bewegenden Schicksale der vier Frauen ziehen einen durch das Buch in der Hoffnung, dass es am Ende ein Happy End geben wird. Es wundert einen, dass Sisi, Efe, Joyce und Ama trotz ihres bisherigen Lebens voller Hoffnung und vor allen Dingen Lebensmut sind. Sie geben nicht nach. Kämpfen für ihre Ziele und sind dabei sogar glücklich. Mit einem angenehmen Schreibstil führt die Autorin die Leser durch die Geschehnisse. Sisi ist definitiv die Frau, welche eine humane Vergangenheit hinter sich hat. Deshalb bekommt man beim Lesen das Gefühl, als ob die Autorin es darauf angelegt hat, jeder Frau eine schlimmere Geschichte, als der Vorangegangenen zuzuschreiben. So oder so muss man sich auf Schwarze Schwestern einlassen. Es ist kein Buch für Zwischendurch oder für eine abendliche Unterhaltung. Es ist ein ernstes Buch, das dem Leser auch mal schwer im Magen liegt. Ein Drama, das das Leben schreibt.

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  • Rezension zu "Schwarze Schwestern" von Chika Unigwe

    Schwarze Schwestern

    savanna

    17. September 2010 um 10:45

    Von Westafrika aus betrachtet erscheint die Europäische Welt glitzernd, bunt und vor allem reich. Ganze Generationen junger Afrikaner erhoffen und erträumen sich einen Neuanfang irgendwo in Europa, um sich Luxusgüter leisten zu können und um der Familie einen besseren Lebensstandard zu ermöglichen. Welche Ecken und Kanten der Traum vom europäischen Leben mit sich bringt, leuchtet die nigerianisch-stämmige Autorin Chika Unigwe mit ihrem Roman „Schwarze Schwestern“ gnadenlos aus. Die vier jungen Frauen Sisi, Ama, Efe und Joyce wurden durch einen Schleuser von Nigeria aus nach Belgien geschickt. Im Rotlichtviertel des Schippers-Quartiers arbeiten sie schließlich als Prostituierte, um über Jahre hinweg die horrenden Vermittlungsgebühren ihres Schleusers abbezahlen zu können. Kaum das dem Leser die jungen Frauen vorgestellt werden, wird Sisi aus dieser doch sehr herzlichen Zweckgemeinschaft junger Prostituierter heraus gerissen. Die Ermordung ihrer Freundin und Kollegin Sisi lässt Ama, Efe und Joyce ängstlich und erschüttert zurück. In einer Art gemeinsamer Andacht vertrauen sich die jungen Frauen einander an und erzählen mehr als je zuvor aus ihrer afrikanischen Vergangenheit. Auch wenn weder das Thema 'Migration' noch 'Zwangsprostitution' neu ist in der Literatur, vermittelt dieser Roman einen tiefen Einblick in die vielfältigen Hintergründe. Die vier jungen Frauen stehen dabei stellvertretend für eine unbestimmte Zahl ausländischer Sexarbeiterinnen, die in der Prostitution das derbe Ende ihres allzu glitzernden Traumes gefunden haben. Auffällig dabei ist die Erzählweise Unigwes, die keinem chronologischem Faden zu folgen scheint. Zwischen den Personen, zwischen den Orten und zwischen den Zeiten wird wiederholt hin- und her gewechselt. Dieser Kunstkniff hält das Buch lebendig, obwohl die Realitätsnähe zu diesem erschütternden Thema den Leser geradezu lähmen könnte. In nahezu jeder europäischen Großstadt ereignen sich exakt an diesem Tag Hunderte solcher Schicksale, wie sie Ama, Efe und Joyce hier mit dem Leser teilen: Das Leben im Heimatland ist trostlos und ohne Perspektive, das Leben in der Fremde ist einsam und ohne Selbstbestimmung. Es mag den Betroffenen erscheinen wie eine Wahl – ist aber vielleicht doch nur die humorlose Entscheidung zwischen Pest und Cholera.

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