China Miéville Perdido Street Station: Roman

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Inhaltsangabe zu „Perdido Street Station: Roman“ von China Miéville

Willkommen in der unmöglichen Stadt! Eine Stadt, eine Welt für sich, ein Moloch: Das ist New Crobuzon, bevölkert von Milliarden Menschen und Mutanten, unterjocht von einem strengen Regime und angefüllt mit den ungezählten Sehnsüchten, Ängsten, Problemen und Kämpfen seiner Bewohner. Als eines Tages ein seltsames Wesen den geheimen Laboren der Stadt entflieht, ahnt niemand, dass dies der Untergang New Crobuzons sein könnte. Auch Isaac Dan dar Grimnebulin ahnt die Gefahr nicht, als er dem Wesen begegnet …

Ich war schon lange auf der Suche nach einem Buch, das mich so begeistert!

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Spannend, düster, atmosphärisch... Absolute Suchtgefahr!

— Annabel
Annabel

Eine tolle Welt, die mich ziemlich schnell in ihren Bann gezogen hat. Schräge aber sehr einprägsame Charaktere und ein schöner Schreibstil.

— fcandi
fcandi

This is a Hell of a Book

— Nanasha
Nanasha
  • Rezensionen
  • Leserunden
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  • Themen
  • Die Handlung ist komplex und genial.

    Perdido Street Station: Roman
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    01. August 2016 um 10:47

    Mieville ist ein einfallsreicher Schriftsteller und schafft eine gut strukturierte und detaillierte Gesellschaft, die aus einer Mischung von Cyberpunk und Liqens Murales bestehen könnte.Wir befinden uns in New Crobuzon, schrankenlose, fabulöse und heimtückische Stadt, wo Menschen und viele anderen Rassen zusammenleben. Der Roman fängt mit einem Besuch von Yagarek im Isaacs Labor an. Yagarek ist ein exilierter und flügelloser Garuda, der aus der Cymek Wüste kommt. Er will, dass Isaac (Mensch und Wissenschaftler) seine Flugfähigkeit wieder herstellt und ist bereit dafür jedes Mittel und jeden Preis zu akzeptieren.Lin (Khepri = Insekt-Frau), die Freundin von Isaac, ist eine begabte Künstlerin und bekommt einen Auftrag von einer mysteriösen und unheimlichen Person. Lin wird zu spät erfahren, dass diese Person Mister Vielgestalt ist: einer der mächtigen Gangsterboses und Drogenhändler von New Crobuzon. Er hat seine Gestalt mit unzähligen Remake-Operationen in eine groteske Mischung verschiedenster Körperteile verwandelt und ist davon so besessen, dass Lin eine Skulptur seines exakten vielgestaltigen Körpers schaffen soll.Während seinen Experimenten, um den Flug der Tiere (wie Vögel und Insekten) zu studieren, erhält Isaac auf Illegalerweise eine große Raupe von einer mysteriösen Spezies, deren vielfarbige Haut komplizierte und wunderschöne Arabesken hat. Nach vielen Versuchen findet er endlich heraus, womit er die Raupe füttern kann. Sie wächst aber schneller als gewöhnliche Raupen und spinnt sich dann in einem Kokon ein.Die Raupe wird sich zu einem Albtraum für New Crobuzon entpuppen.Möchtest du mehr darüber wissen? Hier findest du  meine vollständige Rezension ;-)

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    • 2
  • Dark Fantasy vom Feinsten

    Perdido Street Station: Roman
    Annabel

    Annabel

    10. August 2015 um 14:39

    Für einen Autoren ist es sicherlich immer eine Herausforderung, eine Welt zu schaffen, die nicht nur er versteht, sondern auch die Leser nachvollziehen können. Und wenn man glaubt man hat so einiges Ausgefallenes gelesen, sollte man sich unbedingt mal China Mievilles Büchern widmen. Sein Schreibstil verursacht von Beginn an Gänsehaut, denn er schafft in „Perdido Street Station“ eine abgewrackte Welt, in der eigenartige Kreaturen mit den Menschen zusammenleben. In dieser Welt wird man für Verbrechen bestraft, indem man zu einem Monster umoperiert wird und so sein Leben fristen muss. „Remade“ wird dieser Vorgang genannt, welcher in diesem Buch zu meiner Freude recht ausführlich beschrieben wird und man auch immer wieder damit konfrontiert wird.  So lebt also Isaac, der Hauptprotagonist, in einer Art Horrorshow, führt seine Experimente durch und beschäftigt sich mit interessanten Wissenschaften. Als er einen neuen Auftrag bekommt, steht aber sofort die Zukunft der ganzen Stadt, New Crobuzon, auf der Kippe. Mieville schreibt auf hohem Niveau, so sollte man sich also (nicht nur wegen der rund 850 Seiten) genug Zeit für dieses fantastische Buch nehmen. Der Leser trifft auf viele fremde Beschreibungen, viele wissenschaftliche und themenbezogene Ausdrücke, doch muss er sich diese glücklicherweise nicht sofort einprägen. Eher lernt er in dem Buch zu leben und bald findet man sich selbst auf den dreckigen Straßen wieder. Von Kapitel zu Kapitel wird die Geschichte immer blutiger, grausamer und monströser. Isaac und seine Geliebte, sowie seine Kollegen und Freunde verstricken sich in immer mehr Verschwörungen und Probleme und der Kampf ums Überleben wird immer schwieriger. Der Autor schreibt nicht nur oberflächlich, er beleuchtet jede Figur, jede ihrer Taten von allen Seiten und zeigt auch auf, was „drunter“ ist.  Eine perfekte Abrundung dazu ist der ruppige und schwarze Humor, der diversen Horrorszenerien entgegensteht. Diese gekonnte Mischung macht absolut süchtig. Fazit: Zwischen Drogen, Dreck, Huren, Kunst, Luftschiffen und Wissenschaften verliert sich der Leser in diesem Buch in einer düsteren, atmosphärischen und authentischen Story mit charaktervollen Figuren und einer dauerhaft angezogenen Spannung.

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  • Gut, vor allem die erste Hälfte

    Perdido Street Station: Roman
    fcandi

    fcandi

    01. June 2015 um 18:46

    Eine tolle Welt, die mich ziemlich schnell in ihren Bann gezogen hat. Schräge aber sehr einprägsame Charaktere und ein schöner Schreibstil machen das Buch lesenswert. Die Geschichte entwickelt sich in der ersten Hälfte ganz schön in einer relativ gemächlichen Geschwindigkeit, aber doch angemessen dafür, dass der Leser gleichzeitig sehr intensiv an die Welt herangeführt wird.  Als dann nach der ersten Hälfte klar wird, wohin sich der Plot entwickelt, nämlich in eine ziemlich gewöhnliche "Das Böse Monster jagen" Geschichte, fängt das Buch an, seine Längen zu entwickeln. Es kommen immer wieder tolle Einfälle und neue Charaktere, aber als Leser hätte ich mir ein bisschen mehr Geschwindigkeit oder alternativ einen verwinkelteren Plot gewünscht. Trotzdem hat mir das Buch sehr gefallen. Das Genre grundsätzlich ist ganz famos. Danach werden viele Fantasy-Geschichten mit "Wir sind ja so im Mittelalter und reiten mit unserem Pony von einer Schenke zum nächsten Abenteuer" ganz besonders schlimm langweilig GGG

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  • Zu viel Fantasy um es in kurzer Zeit zu verdauen :D

    Perdido Street Station: Roman
    Nanasha

    Nanasha

    23. June 2014 um 20:53

    Der Satz, der dieses Buch wohl am besten beschreibt ist: This is a HELL of a book. Da ich das Buch auf englisch gelesen habe, ist es sicher um einiges schwerer gewesen. Es kommen sehr viele Fachbegriffe vor, die Schlüsselwörter sind, weswegen man erst einmal ewig im Internet nach der Bedeutung suchen muss, oder gar Neologismen, die man als Nicht-Muttersprachler kaum verstehen kann. Es hat bei mir bis zur Hälfte des Buches gedauert, bis ich mich endlich mit dem Frustfaktor abgefunden habe, dass ich den Sinn an vielen Stellen wohl mehr erahnen muss, um den Lesefluss nicht zehn mal pro Seite zu unterbrechen. Im Endeffekt handelt es sich hier aber um eine wohl durchdachte und technisch versierte Geschichte, die so noch nicht da gewesen ist. Kaum jemand hat es bis jetzt geschafft durch Worte so fremde und zugleich glaubwürdige Welten zu erschaffen, wie es China Mieville in seinem Buch von vorne bis hinten komplett durchzieht. Und ich muss auch zugeben, dass ich erst am Anfang meines Englisch Studiums stehe, zu einem späteren Zeitpunkt also wahrscheinlich mehr verstanden hätte, und mich infolgedessen auch besser auf die Handlung als die Grammatik und den Wortschatz zu konzentrieren. Ich werde das Buch definitiv zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal lesen, und sei es nur, um zu sehen, ob ich Fortschritte in Englisch mache :D Ich würde das Buch allerdings niemandem empfehlen, der nicht sehr gut in Englisch ist, denn mit dem normalen 0/8/15 Englisch, das für die Tribute von Panem noch gereicht hat, kommt ihr hier nicht einmal unbeschadet durch den Prolog

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  • Keine Wohlfühl-Fantasy

    Perdido Street Station: Roman
    fremdwelten

    fremdwelten

    23. April 2014 um 08:44

    Der Wissenschaftler Isaac Dan dar Grimnebulin hat sich mit dem Lehrkörper der Universität von New Crobuzon überworfen und vertreibt sich seitdem seine Zeit mit privaten Forschungsprojekten, wenn er nicht seine Liebesbeziehung mit Lin auslebt, einer menschlich-insektoiden Hybridin. Als der Garuda Yagharek ihn mit dem Auftrag betraut, ihm wieder das Fliegen zu ermöglichen, wird eine Reihe von Ereignissen in Gang gesetzt, die die Existenz der Stadt und des gesamten Kontinents bedroht. Die Kultur der Garuda kennt als Bestafung für bestimmte Vergehen das Entfernen der Flügel, was den Betroffenen einer Fähigkeit beraubt, die wesentlich für dessen Selbstverständnis ist. Sein neuer Auftrag erfordert es, dass Isaac alles über die Natur des Fliegen herausfindet, was nötig ist, um den Garuda wieder fliegen zu lassen. Es dauert nicht lange, da bevölkert ein Zoo von allen denkbaren und undenkbaren fliegenden Anschauungsobjekten sein Labor. Eine geheimnisvolle Falterlarve, die aus einer zwielichtigen Quelle stammt, entkommt aus der Gefangenschaft und entpuppt (!) sich zu einer tödlichen Gefahr für alles vernunftbegabte Leben. Denn diese Falter ernähren sich von Träumen … New Crobuzon ist ein stinkender Moloch, ein Schmelztiegel unterschiedlichster Kulturen und Lebensformen. Miévilles Schilderung der Stadt erinnert an eine englische Hafenstadt irgendwann zwischen den Anfängen der Industrialisierung und dem Beginn des 20. Jahrhunderts -  tatsächlich basiert sie nach des Autors eigenen Worten völlig auf London. Zwischen Dampfmaschinen und Luftschiffen leben hier die menschlichen und nicht-menschlichen Subkulturen in “ihren” Stadtvierteln, Hafenarbeiter streiken für bessere Arbeitsbedingungen, eine links-intellektuelle Bohéme schreibt im Untergrund Pamphlete gegen eine wenig demokratische Politik, die einerseits gemeinsame Sache mit der organisierten Kriminalität macht, andererseits mit Milizen dieses Pulverfass gegensätzlicher Lebensformen in Schach hält. Über allem thront Perdido Street Station, gleichzeitig Hauptverkehrsknotenpunkt und politisches und wirtschaftliches Zentrum der Stadt. Dieses also gar nicht so fremd anmutende New Crobuzon, das der Autor mit seiner bildreichen und intensiven Sprache vor dem inneren Auge des Lesers entstehen lässt, bevölkert er mit einer bunten Gesellschaft von Menschen, Chimären, Kaktusmenschen und lebendig gewordenen Fabelwesen. Anhand der sexuellen Beziehung zwischen Isaac und der Khepri-Frau Lin, eines der zentralen Themen und Hauptmotivation für Isaacs Handeln, beleuchtet Miéville beispielhaft auch das Thema der Diskriminierung von Minderheiten. In dieser und anderen Betrachtungen des sozialen Lebens in seiner Welt wird immer wieder der sozialistische Hintergund des Autors deutlich, ohne jedoch missionierend zu wirken. Bezeichnend ist es allerdings, dass gerade die Verquickung von Politik und Kriminalität die sich entwickelnde Tragödie erst ermöglicht. In der Schule hatte ich einen Englischlehrer, der sagte, dass Leute, die schreiben wollen, nicht Englisch studieren sollten, sondern eher Sozialwissenschaften. Das ist vielleicht etwas übertrieben — es gibt eine ganze Menge brillanter Schriftsteller, die Literatur studiert haben –, mein Schreiben ist allerdings sehr stark von Sozialwissenschaften und Gesellschaftstheorien beeinflusst. Das war jedoch nicht der Grund, warum ich diese Studiengänge belegt habe — sie haben mich schlicht interessiert, um ihrer selbst willen –, aber bei den Fragestellungen, die mich innerhalb der Erzählliteratur interessieren, geht es um Politik, Klassenzugehörigkeit, Rassismus und dergleichen mehr. All das spielt in den Sozialwissenschaften eine wichtige Rolle.  – China Miéville Bei aller Exotik und Phantasie manifestiert sich in der Welt von New Crobuzon kein typisches Science Fiction-Setting. Der Autor verleiht den Beschreibungen seiner verschiedenen Millieus ein höheres Gewicht als wissenschaftlich glaubwürdigen Erklärungen technischer Vorgänge. Die Naturwissenschaft, wie wir sie kennen, existiert zwar auch hier, doch ergänzt wird sie um das Element der Thaumaturgie, gewissermaßen die wissenschaftliche Form der Magie. Sie hat nichts gemein mit der Magie, die wir aus der klassischen Fantasy kennen. Roboter heißen Kontrukte, ihre Künstliche Intelligenz (KI) wird mittels Lochkarten und Dampfmaschinen in mechanischen Apparaten bewerkstelligt. Es sind diese in untypischer Weise kombinierten typischen Elemente, die den Begriff Steampunk Fantasy treffender erscheinen lassen als Science Fiction. Das Buch fordert den Leser in mehrfacher Hinsicht. Die phantasievoll, eigenwillig und bunt erdachte Welt zwingt den Leser, sich auf Neues einzulassen, denn China Miéville schreibt keine Wohlfühl-Fantasy. Die Charaktere sind oftmals sperrig, Handlungen aus ehrenhaften Motiven eher Ausnahme als Regel, und überhaupt sind die Geschehnisse oft ebenso schmutzig wie die Welt, in der sie stattfinden. Die Sprache wird ihrer Aufgabe gerecht. Sie ist niemals einfach, häufig anspruchsvoll, gleichzeitig aber immer geprägt von großer Erzählfreude und -kunst. Tatsächlich sollte der Leser das Spiel mit der Sprache ebenso lieben wie es der Autor tut, denn Miéville Sprache macht es dem Leser manchmal schwer. Ein ums andere Mal verliert er sich in seitenlangen Schilderungen, die zwar die Handlung – die wenig genug hergibt, um in ein Buch von deutlich geringerem Umfang zu passen – um kein Jota voranbringen, doch sich sprachlich auf hohem Niveau bewegen und den Leser, der sich darauf einlässt, gefangen nehmen können. Wer dies tut und nicht jede Unglaublichkeit hinterfragt, wird mit einem intensiven Leseerlebnis belohnt. Möglicherweise entwickeln viele Leser immer mehr ein Gefühl dafür, dass die Traditionen der SF und der Fantasy, die wir entwickelt haben, nicht wirklich unveränderlich sind. Entsprechend trifft ein Buch, das sich bewusst in ein Grenzgebiet zwischen bestimmte Genreschubladen wagt, eine bestimmte Stimmung. - China Miéville In der vorliegenden Neuausgabe sind erstmals die schon früher erschienenen Bücher Die Falter und Der Weber vereint.

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