The City & The City

von China Miéville 
4,0 Sterne bei4 Bewertungen
The City & The City
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Inhaltsangabe zu "The City & The City"

'Fiction of the new century' - Neil Gaiman

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9780330534192
Sprache:Englisch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:500 Seiten
Verlag:Pan Books
Erscheinungsdatum:27.04.2011

Rezensionen und Bewertungen

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    Sakukos avatar
    Sakukovor einem Jahr
    Für mich Mievielles bestes Werk

    Polizei-Krimi trifft auf Urban Fantasy und weird Fiction.

    Besel ist eine seltsame Stadt, die mit ihrem "Nachbarn" Ul Qoma geographisch einen Ort teilt. Unterschieden werden die Gebiete durch architektonische Besonderheiten, Farben, Kleidung, die komplette Gestik der Bewohner. Alle Dinge und Menschen nicht in der eigenen Stadt müssen rigoros übersehen werden, sonst läuft man Gefahr Breach auf sich zu ziehen, eine geheimnisvolle, übernatürliche Behörde, die dafür sorgt, das die Trennung der beiden Städte mit allen Mitteln gewahrt bleibt.
    In dieser Umgebung ermittelt Tyador Borlú von der Beseler Polizei in dem Mord einer jungen Frau, die halbherzig versteckt neben einem Skatepark abgelegt wird. Schnell stellt sich heraus, dass es eine Bewohnerin aus Ul Qoma ist und somit eigentlich ein Fall für Breach sein sollte.
    Allerdings glaubte die Ermordete an eine legendäre dritte Stadt zwischen den 2 Städten, eigentlich ein Kindermärchen und einige Extremistengruppen waren ihr deswegen nicht wohlgesonnen.

    Dieses Buch macht wieder einmal das, was Mieville am besten kann: Eine komplexe, seltsame, aber gleichzeitig extrem glaubwürdige, realistisch wirkende Welt erschaffen. Nur ist es diesmal keine eigenständige Welt, die überlappenden Städte liegen irgendwo in Ost-Europa und sind in unsere moderne Welt eingebunden.

    Ich fand dieses Buch eines der besten Werke des Autors. Er gibt dem Leser keine Einführung, man muss sich selbst in der seltsamen, ungewohnten Welt zurecht finden. Dabei lässt er einen gerade solange im Dunkeln tappen, bis die Neugierde übermächtig wird, um gleich darauf genau so viele Informationen preis zu geben, dass  man noch verwirrter ist als vorher. Das ist zugegebenerweise nicht jedermanns Sache, aber die Spannung bleibt so definitiv immer ganz weit oben und das entdecken und verstehen der neuen Welt ist für mich immer eins der Hauptattraktionen von Mievilles Büchern.

    Der Krimi an sich ist sehr intrikat und komplex gestaltet. Es gibt viele Charaktere, die beteiligt sind, Helfer, Zeugen, Gegenspieler, Mitglieder der anderen Polizei. Alleine durch die ungewöhnlichen politischen und logistischen Zustände kommt schon neues Leben in das Krimi-Genre.
    Hinzu kommt, das Mieville sehr mit den Erwartungshaltungen der Genres spielt und am Ende einige wirklich unerwartete Twists und Turns auf einen zukommen.

    Außerdem ist die Sprache des Autors wie immer großartig: mit seiner akkuraten, hoch-leveligen und klaren Sprache ist das Buch eindeutig nichts für englisch-Anfänger.

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    mhops avatar
    mhopvor 7 Jahren
    Rezension zu "The City & The City" von China Miéville

    Es kommt nicht oft vor, dass Autoren das definierende Werk eines ganzes Genres schreiben - wesentlich weniger oft, als dass es von ihnen behauptet wird. Ein Grund dafür ist sicher, dass so ein Urroman natürlich am Anfang der Historie eines Genres liegt. Wer kann schon erkennen, ob aus einem bestimmten wenn auch hervorragenden Werk gleich ein ganzes Genre wird?

    Im Falle von "Die Stadt und die Stadt" (The City & the City) würde ich es mir wünschen. Als eingefleischter Fantasy-Fan suche ich immer nach Autoren, die das Genre sprengen, die neue Wege beschreiten und dabei riskieren, ihre bisherigen Leser vor den Kopf zu stoßen. Von "Die Stadt und die Stadt" wird bisweilen gesagt, dass es Fantasy-phobische Lesern durchaus gefallen dürfte. Das ist unzweifelhaft richtig. Die Geschichte, die Miéville (ein Brite, falls das etwas zur Sache tut) erzählt, kommt ohne jedes übernatürliche Element aus. Keine Elfen, keine Raumschiffe, Zeitreisen oder gar Blutsauger.

    Wie kann man das Buch also als Fantasy kennzeichnen? Der Grund dafür, dass ich diese Klassifizierung wählen würde (Miéville wird oft als Mitbegründer eines neuen Subgenres namens "New Weird" bezeichnet), ist gleichzeitig die große Stärke von "Die Stadt und die Stadt": Es ist Miéville gelungen, eine absurde, geheimnisvolle, aber deutlich in der realen Welt verankerte Realität zu erschaffen, in der das Unmögliche denkbar nicht. Mehr als das: die skurillen Umstände in der osteuropäischen Doppelmetropole Ul Quoma/Besźel sind beängstigend nachvollziehbar. Es ist mit nur wenig Vorstellungskraft möglich, eine Stadt vorzustellen, die nach den eigentümlichen Regeln lebt, welche das Leben in der geteilten Stadt bestimmen.

    Was hat es mit dem Leben in Ul Quoma und Besźelauf sich? Man stelle sich vor, Ostberlin wäre nicht durch eine physische Mauer getrennt, sondern durch den gleichen Mechanismus des Wegschauens, der in den Metropolen der Welt das einigermaßen harmonische Zusammenleben ermöglicht. Man schaut nicht zu genau auf eine Mitmenschen, um ihnen nicht zu nahe zu treten. Man ignoriert störende EInflüsse wie Lärm oder Dreck, ebenso wie man Bettler und Obdachlose "nicht sieht". Der moderne Mensch hat einen sehr leistungsstarken Wahrnehmungsfilter, ohne den das Leben in der reizüberfluteten Großstadt schwer erträglich wäre.

    Miéville, der auch als Politikwissenschaftler mit sozialistischen Ansichten veröffentlcht, stellt in seinem Buch die Frage: was, wenn dieser Wahrnehmungsfilter zwei Städte voneinander trennt, die sich geographisch einen einzigen Ort teilen? Wie lebt es sich in dieser Welt, und wie - hier kommen wir zur Handlung des Buches - werden Verbrechen begangen und geahndet.
    Damit das Gedankenexperiment funktioniert, braucht Miéville eine regelnde Kraft. Die halb geheime Behörde"Breach" (auf Deutsch umständlich mit "Ahndung" übersetzt) ist von der Regierung der Stadt beauftragt, Verstöße gegen die Teilung der Stadt streng und unnachgiebig zu verfolgen. Sie greift überall da ein, wo Einheimische oder Gäste die Regeln verletzen, etwa indem sie als Touristen einer der beiden Städte einen Bürder der anderen Stadt ansprechen.

    Dieses soziologische Gedankenexperiment macht den Reiz des Buches aus. Die eigenltiche Handlung - die Ermittlungen des Protagonisten, eines Inspektors der Polizei von Besźelnamens Tjador Borlú - sind fast nur Beiwerk, auch wenn es sich im Laufe des Buches herausstellt, dass der spezifische Mord, den er aufzuklären versucht, eng mit der Natur der Trennung der Doppelstadt verbunden ist. Diese Handlung ist von Miéville kompetent aufgesetzt, die Charaktäre sympathisch, aber nicht atemberaubend in ihrer Authentizität. Man merkt, dass der Autor weiß, wo Die Stadt und die Stadt punktet: in der Beschreibung einer Gesellschaft, die zwischen dem Wirklichen und dem Fantastischen eine leicht verstörende Position inne hat.
    Gerade deswegen hoffe ich, dass Miéville weitere Werke dieses Kalibers schreibt, und dass andere Autoren sich von seinem Erfolg anstecken lassen (das Buch wurde mehrfach preisgekrönt, unter anderem mit dem Locus Award, Hugo Award und World Fantasy Award). Denn Bücher dieses Kalibers sind rar. "Die Stadt und die Stadt" stößt manchen Fans von Miévilles Steampunk-Reihe sauer auf, weil Action und vielleicht auch ein bisschen die krassen Schockeffekte fehlen. Doch es steht zu vermuten, dass der Autor ein Vielfaches an neuen Lesern hinzugewinnt, die sonst keines seiner Bücher gelesen hätten - eben Literaturfreunde, die nicht davor zurück schrecken, sich an neue Autoren (und eben vielleicht ein neues Genre) heranwagen. Ich möchte es dringed empfehlen.

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    TemperRHarings avatar
    TemperRHaringvor 5 Jahren
    Elwes avatar
    Elwevor 9 Jahren

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