Chinua Achebe

 3.9 Sterne bei 81 Bewertungen
Autor von Things Fall Apart, Okonkwo oder Das Alte stürzt und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Chinua Achebe

Für den Frieden: Chinua Achebe wurde 1930 als Albert Chinụalụmọgụ Achebe in Ogidi, Nigeria geboren. Achebe besuchte in Ogidi eine Missionsschule und studierte später auf Colleges in Umuahia und Ibadan Anglistik, Geschichte und Theologie. Im Anschluss arbeitete er ab 1954 für mehrere Jahre in Lagos als Journalist. Während des nigerianischen Bürgerkriegs tritt er für die Seite Biafras ein, einem Staat, der 1967 die Unabhängigkeit von Nigeria erklärte. 1967 erhielt er eine Stelle als Sonderbotschafter in den USA und Europa. Er bereiste verschiedene Teile der Welt, beispielsweise 1979 West-Berlin, hatte zudem mehrere Gastprofessuren inne. Zeitlebens stand er Politik und Wirtschaft kritisch gegenüber und setzte sich für eine größere Beachtung der Menschenrechte in Nigeria ein. Aufgrund der anhaltenden Korruption im Land lehnte er 2011 zum wiederholten Male den Titel des Commander of the Federal Republic ab.

Bis heute gilt Achebe als einer der herausragendsten nigerianischen Schriftsteller und als Begründer der modernen nigerianischen Literatur. Sein erster Roman, „Things Fall Apart“ (dt. „Okonkwo oder Das Alte stürzt“), veränderte die afrikanische Literatur nachhaltig. Sein Werk wurde mit verschiedenen angesehenen Preisen geehrt: 2002 wurde Chinua Achebe beispielsweise mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels ausgezeichnet, im Jahr 2007 bekam er den Man Booker International Prize verliehen.

Chinua Achebe starb am 21. März 2013 in Boston, USA.

Alle Bücher von Chinua Achebe

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Cover des Buches Okonkwo oder Das Alte stürzt (ISBN:9783518111383)

Okonkwo oder Das Alte stürzt

 (18)
Erschienen am 08.03.2004
Cover des Buches Alles zerfällt (ISBN:9783596905744)

Alles zerfällt

 (15)
Erschienen am 27.11.2014
Cover des Buches Der Pfeil Gottes (ISBN:9783596906093)

Der Pfeil Gottes

 (6)
Erschienen am 24.09.2015
Cover des Buches Heimkehr in ein fremdes Land (ISBN:9783596906130)

Heimkehr in ein fremdes Land

 (4)
Erschienen am 24.09.2015
Cover des Buches Wie man unsere Namen schreibt (ISBN:9783596950201)

Wie man unsere Namen schreibt

 (1)
Erschienen am 24.09.2015
Cover des Buches Termitenhügel in der Savanne (ISBN:9783596906109)

Termitenhügel in der Savanne

 (0)
Erschienen am 25.08.2016
Cover des Buches Einer von uns (ISBN:9783596950232)

Einer von uns

 (0)
Erschienen am 25.08.2016
Cover des Buches Chinua Achebe (ISBN:9783765726002)

Chinua Achebe

 (0)
Erschienen am 01.01.2002

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Neue Rezensionen zu Chinua Achebe

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Rezension zu "Alles zerfällt" von Chinua Achebe

Von innen betrachtete afrikanische Kultur und ihre Zerstörung durch den "weißen Mann"
PMelittaMvor 13 Tagen

Nigeria, Ende 19., Anfang 20. Jahrhundert: Okonkwo gehört dem Stamm der Igbo an, sein Vater war ein Taugenichts, aber er hat es geschafft aus eigener Kraft zu etwas zu bringen und sich einen guten Status im Dorf zu sichern. Als christliche Missionare im Dorf eintreffen, ändert das das Leben des ganzen Stammes für immer.

Chinua Achebe, selbst Nigerianer, veröffentlichte diesen Roman bereits 1958. In einem sehr interessanten Vorwort erfährt man einiges über den Autor und den (zunächst geplanten) Roman, der letztlich in die Afrika-Trilogie mündete, „Alles zerfällt“ ist der erste Band dieserTrilogie und erzählt das Leben eines afrikanischen Stammes „von innen“, Anmerkungen im Anhang vertiefen manches.

Der Roman lässt sich sehr gut lesen, wird aber manchen erschüttern. Nicht immer wird deutlich, warum der Stamm dieses oder jenes tut, und für unser eigenes Verständnis wirkt vieles fremd und „barbarisch“. Hier hilft aber der Blick von innen, den der Autor einnimmt, der eben nicht wertet, und so sollte man es auch als Leser halten, und den Kontext der Zeit und des Ortes berücksichtigen. Dabei hilft, dass viele verschiedene Lebenslagen erzählt werden. Der Eingriff des „weißen Mannes“ in die Kultur ist heftig, wenn auch zunächst schleichend, aber nach und nach wird sie komplett zerstört, die Würdenträger des Dorfes gedemütigt, die Jugend verliert die bisherigen Werte – die Veränderung, die der Stamm durchmacht, ist gravierend. Nicht nur Okonkwo zerbricht daran.

Der Roman ist gut geeignet, das urtümliche Afrika aus Sicht der Afrikaner kennen zu lernen. Es zeigt auch die Zerstörung einer Kultur durch eine andere auf, die sich für höher entwickelt hält und es daher nicht für nötig hält, sich erst einmal mit ihr auseinanderzusetzen – ein Roman, den man gelesen haben sollte.

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Rezension zu "Alles zerfällt" von Chinua Achebe

Nigeria Anfang 20. Jahrhundert: chancenlos gegen britische Kolonialherren und christliche Missionare
GersBeavor einem Monat

Inhalt (Innentext)

Chinua Achebe, Vater der modernen afrikanischen Literatur, lässt in seinem Meisterwerk den rituellen Alltag einer nigerianischen Dorfgemeinschaft an der Schwelle zum 20. Jahrhundert aufleben – und ihren Niedergang. Okonkwo, einer der meist geachteten und stärksten, aber auch jähzornigsten Stammesmänner, droht an seiner überbordenden Männlichkeit zu scheitern. Nach sieben Jahren Exil – die Folge eines unbeabsichtigten Schießunfalles – kehrt er in sein Dorf zurück, und erkennt es nicht wieder: Britische Kolonialherren und christliche Missionare haben nicht nur neue Gemeinschaftsregeln durchgesetzt, sondern auch die Götter ersetzt, die dem Alltag Sinn und Form gaben. Für Okonkwo steht fest: Er muss sich und seinen Ahnen treu bleiben, und schließlich die eine unausweichliche Konsequenz ziehen.

Meine Meinung

Das Buch besteht aus drei Teilen

  1. Kindheit und Erwachsenwerden des ehrgeizigen Okonkwo, der seine ganze Kraft daransetzt, ein hochgeschätztes Mitglied seine Klans zu werden.
  2. Verbannung aus seinem Dorf in das Dorf seiner verstorbenen Mutter. In den sieben Jahren baut er für sich und seine Familie mit drei Frauen und sieben Kinder eine neue Existenz auf. Auch dort wird er hochgeachtet.
  3. Rückkehr in sein Dorf zu seinem Klan. Alles hat sich geändert. Die alten Regeln werden nicht von vielen Dorfbewohnern geachtet. Sie folgen den neuen Regeln, die der Missionar und die britischen Kolonialherren festgelegt haben. Okonkwo kann diese nicht akzeptieren und zerbricht daran.

Der Autor führt uns direkt in das Dorfleben ein mit seinen mir sehr fremden oft grausamen Verhaltensweisen und Riten. Er beschreibt diese aus der Sicht der Dorfbewohner, ohne sie groß zu klären. Leider sind die vielen Anmerkungen am Buchende keine große Hilfe: die linguistische Erläuterungen und kulturellen Andeutungen (keine wirklichen Erklärungen) gehen wild durcheinander.

Die Hauptperson Okonkwo hat einen schwierigen Charakter, aber er verhält sich immer loyal nach den Regeln seines Klans und wird auch seiner eigenen Moral nie untreu.

Interessant war das Vorgehen der Missionare: keine Gewalt, stattdessen das, was wir heute als Populismus bezeichnen. Sie treiben einen Keil zwischen die „Bekehrten“ (allesamt eher die schwachen erfolglosen Dorfmitglieder, die den bequemen Weg suchen,) und die traditionsbewussten Mitgliedern. Als es zu einer Konfrontation kommt, agiert der britische District Commissioner mit Gewalt und Hinterlist.

Das Ende des Buches fand ich spannend und zugleich sehr traurig: der stolze Okonkwo verliert seine Ehre und sieht deshalb nur die Möglichkeit sein Leben selbst zu beenden.

Titelbild

Der Holzschnitt einer auf den Kopf gestellten rituellen Maske trifft den Inhalt genau.

Fazit

4 Sterne (eigentlich 4,5 Sterne) für ein lesenswertes Buch, das einen Einblick in eine ganz andere Welt ermöglicht. Die Übersetzung lässt sich sehr gut lesen.

Ich bin froh, das das Buch in einer Leserunde für Weltklassiker gelesen zu haben. Der Austausch hat mich manche Stellen leichter verstehen und einordnen lassen.


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Rezension zu "Alles zerfällt" von Chinua Achebe

Der eindringliche Blick in eine andere Kultur
Viv29vor einem Monat

In Chinua Achebes "Alles zerfällt" bekommen wir einen wohl einzigartigen Blick auf das vor- und frühkoloniale Nigeria aus Sicht der dort lebenden Igbo. Wir begleiten Okonkwo durch sein Leben in den 1890er, die, wie der Titel des Romanes schon zeigt, schreckliche Umwälzungen für die Igbo brachten.

Der erste Teil des Romanes ist eher ein Sittengemälde, es findet wenig Handlung statt, Achebe schildert die Gebräuche, den Glauben, den jährlichen Zeitlauf im Dorf Okonkwos. Dies tut er in klarer, teils recht einfacher, teils sehr poetischer Sprache. Das Buch läßt sich durchweg gut und leicht lesen. Anmerkungen hinten im Buch erklären einige Gebräuche oder Begriffe, teils auch die etymologische Bedeutung von Namen. Diese Anmerkungen waren teilweise informativ, zu manchen Aspekten fehlten mir Erläuterungen, dafür fand ich persönlich die etymologischen Erklärung nicht so interessant. Schade ist, daß einige Dinge, gerade was Rituale betrifft, nicht erklärt wurden, es gab hier mehrere Stellen, die einer Anmerkung oder einer Erklärung in einem Nachwort bedurft hätten. Aber insgesamt sind in diesem Buch so viele interessante Informationen und Einblicke enthalten, die eine mir bis dahin völlig fremde Kultur wundervoll erleuchteten und erklärten.

Okonkwo ist ein interessanter Protagonist. Er hat aus eigener Kraft viel erreicht, ist klug und ehrgeizig. Allerdings ist er kein unbedingter Sympathieträger - er ist jähzörnig, oft gewalttätig und in seiner Kultur so verhaftet, daß er einige kaum zu begreifende Dinge tut, um nicht als unmännlich zu gelten. Auf der andere Seite gibt es Momente, in denen positive Seiten durchscheinen, so eine gewisse Fürsorglichkeit und auch Dankbarkeit. Diese differenzierte Zeichnung Okonkwos ist gut gelungen. Anhand seiner Person können wir auch gut verstehen, wie stark die Kultur einer Gruppe Druck auf ihre Mitglieder ausüben kann.

Die Gesellschaft der Igbo rief ähnlich wie Okonkwo selbst sehr zwiespältige Gefühle in mir hervor. Einerseits gefiel mir der starke Gerechtigkeitssinn; die Methoden, Frieden zu bewahren. Andererseits gibt es viele mir grausam erscheinende Ausprägungen, gerade dann, wenn Religion und Aberglaube eine Rolle spielen. Es gibt zahlreiche Stellen in dem Buch, die für uns aus mitteleuropäischer und heutiger Sicht schwer zu verkraften sind, aber auch bei einigen Igbo jener Zeit Unbehagen hervorriefen. Auch hier ist die differenzierte Erzählweise Achebes wieder erfreulich, durch den Charakter Obierika, einem Freund Okonkwos, erfahren wir auch Standpunkte, die denen von Okonkwo wiedersprechen. Neben diesen beiden gibt es noch einige weitere Charaktere, die eine größere Rolle bekommen und dem Leser eine Facette der verschiedenen Schicksale und Positionen innerhalb des Dorfes schildern.

Nach dem auf die Schilderung des allgemeinen Dorflebens fokussierten ersten Teils nimmt dann auch die Handlung stärkeren Raum ein, die von Okonkwos ganz privater Tragödie allmählich zur Kolonisierung der Gegend führt. Missionare halten Einzug und auch hier erfreut wieder die Schilderung verschiedener Standpunkte. Die unausweichliche Entwicklung wird uns knapp und eindringlich berichtet und läßt mich nach Ende des Buches betroffen zurück. Okonkwo steht hier symbolisch für so viele Menschen und Völker, die von der Kolonialisierung überrannt und zerstört wurden.

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Cover des Buches Alles zerfällt (ISBN:undefined)

September-Leserunde der Gruppe "Wir lesen Klassiker der Weltliteratur"

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Zusätzliche Informationen

Chinua Achebe wurde am 16. November 1930 in Ogidi (Nigeria) geboren.

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