Chinua Achebe Okonkwo oder Das Alte stürzt

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Inhaltsangabe zu „Okonkwo oder Das Alte stürzt“ von Chinua Achebe

"Das existentiell Bedrohendste für ein Volk ist der Verlust von Selbstachtung und Würde" sagt der nigerianische Autor Chinua Achebe, und so verteidigt Okonkwo, die Hauptperson dieses Romans, bis zum Schluss unbeirrt die moralische Integrität und die Würde der traditionsreichen Ibo-Kultur gegen die militärische und physische Machtausübung der eindringenden englischen Kolonialherren. Vor unseren Augen entfaltet sich der Reichtum der Lebensweise der Ibo zu Beginn des 20. Jahrhunderts, ihre Feste, ihre religiösen Riten, ein vielfältiges System sozialer und geistiger Beziehungen mit seinen eigenen Gesetzen: Führerschaft erwirbt, wer sich durch körperliche und geistige Überlegenheit auszeichnet. Privilegien durch Zugehörigkeit zu einflussreichen Personengruppen oder Familien sind unbekannt. Die englische Kolonialmach t brachte als "Kulturgüter" militärisches Machtgebaren und die christliche Mission ins Land, die der mehr diesseitigen Lebensphilosophie der Ibo nur das Versprechen auf ein besseres Leben im Jenseits entgegenzusetzen wusste. Mit dieser Schilderung des Zusammenpralls zweier unvereinbarer Kulturen widerlegt Achebe die These, dass Afrika vor Ankunft der Europäer keine eigenständige Kultur besaß, sondern erst mit Hilfe Europas zivilisiert wurde.

Koloniale Mächte treffen auf Jahrhunderte alte Traditionen. Will man das koloniale Erbe aus afrikanischer Sicht erleben, lest dieses Buch.

— Orisha
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  • Rezension zu "Okonkwo oder Das Alte stürzt" von Chinua Achebe

    Okonkwo oder Das Alte stürzt
    Orisha

    Orisha

    10. January 2011 um 14:38

    Der Zusammenprall zweier Kulturen: Es ist die Geschichte, die Lebensgeschichte, von Okonkwo, einem gestandenen Mann vom Volk der Igbo, im Südosten Nigerias – Die Geschichte einer Tragödie, die ihn zwingt sein Dorf für sieben Jahre zu verlassen und aus der Ferne mit anzusehen, wie die Europäer in sein Dorf kommen und all jene alten Werte, für die Okonkwo steht, zunichte machten. Okonkwo hält an seinen Werten fest , kehrt zurück in eine Gemeinschaft, die nicht mehr die seine ist, er sieht das Alte stürzen und stürzt letztlich mit ihm… Achebe, einer der wohl wichtigsten und bekanntesten Autoren Nigerias, hat diesen Roman im Jahr 1958 verfasst. Okonkwo ist daher so bedeutend, weil die europäische Kolonialisierung aus der Sicht eines Betroffenen, eines Igbo, geschildert wird, dessen Wertesystem in Frage gestellt und in ein eurozentristisches Weltbild gezwängt wird. Achebe gewährt uns nicht nur einen Einblick in seine Heimat, in seine ethnische Herkunft mit all seinen Riten und Gebräuchen, die nicht geschönt dargestellt werden, sondern gibt uns eine andere Sichtweise auf das koloniale Erbe, welches Europa Afrika bis heute hinterlassen hat. Fazit: Kein kolonialer Kitsch, sondern ein lesenswertes Buch für all jene, die Nigeria, die Igbo und Afrika ein Stück weit näher kennenlernen möchten.

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