Chira Brecht

 4.8 Sterne bei 4 Bewertungen
Autor von Endlich angekommen, Abgrund und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Chira Brecht

Chira BrechtEndlich angekommen
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Endlich angekommen
Endlich angekommen
 (4)
Erschienen am 01.10.2015
Chira BrechtDas lesbische Element
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Das lesbische Element
Das lesbische Element
 (0)
Erschienen am 25.05.2011
Chira BrechtAbgrund
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Abgrund
Abgrund
 (0)
Erschienen am 09.06.2015

Neue Rezensionen zu Chira Brecht

Neu
TeleTabi1s avatar

Rezension zu "Endlich angekommen" von Chira Brecht

Eine Frau kämpft sich zurück ins Leben
TeleTabi1vor 2 Jahren

Verena arbeitet als erfolgreiche Chirurgin in München und ist seit über zehn Jahren mit ihrem Mann Stefan verheiratet. Augenscheinlich führt sie ein glückliches Leben, in dem sie Karriere, Ehe und Kinder unter einen Hut bringt. Doch als sie auf einem Ärztekongress ihre alte Bekannte Mona aus Studientagen wiedertrifft, beginnt Verena an ihren Gefühlen zu zweifeln. Ob Verena sich vielleicht doch zu Frauen hingezogen fühlt und mehr für Mona empfindet als sie sich bisher eingestehen wollte? Kurze Zeit später führt es Verena beruflich nach Berlin in das Krankenhaus, an dem Mona arbeitet. Doch ihre Wiedersehensfreude wird von einem ungeheuerlichen Vorfall getrübt: Verena wird mit K.O.-Tropfen gefügig gemacht und von einer angesehenen Berliner Kollegin vergewaltigt...

Sehr emotional und eindringlich erzählt Chira Brecht in ihrem Roman „Endlich angekommen“ von einer Frau, die von einer Frau vergewaltigt wird – ein bewegendes Thema, das kaum angesprochen wird und zumindest von mir in dieser Form zuvor noch nicht gelesen wurde. Es ist umso schockierender, da allgemein doch eher angenommen wird, dass es sich bei Vergewaltigungen immer um Männer als Täter handelt. Dass es eben nicht so ist, zeigt dieses Buch.
Ich habe den Roman regelrecht verschlungen, da es der Autorin auf ganz wunderbare Weise gelungen ist den Leser mit ihrer Geschichte einzufangen und zu berühren. Auch die Protagonisten selbst sind so lebensnah gestaltet, als wären sie direkt aus dem Leben gegriffen. Das führt dazu, dass man sich sehr gut in die Charaktere und die Situationen einfühlen kann und in den jeweiligen Szenen teilweise richtig mitleidet oder vor Wut regelrecht an die Decke gehen könnte. Obwohl es sich bei den Protagonistinnen dieses Romans um lesbische Frauen handelt und auch der Verlag „Krug & Schadenberg“ sich extra auf lesbische Literatur spezialisiert hat, kann ich dieses Buch wirklich JEDEM uneingeschränkt empfehlen. Es ist ein echt tolles Buch, das gut zu unterhalten weiß, aber auch sehr nachdenklich macht und auch wütend – wütend darauf, dass Vergewaltigungen durch Frauen von der Gesellschaft wohl oft immer noch nicht richtig ernst genommen werden und viele Übergriffe daher ungesühnt bleiben oder Opfer gar nicht erst Anzeige erstatten. Ich hoffe sehr, dass noch viele andere dieses beeindruckende Buch lesen werden!

Kommentare: 1
56
Teilen
testmauss avatar

Rezension zu "Endlich angekommen" von Chira Brecht

Es kann jeden passieren
testmausvor 2 Jahren

Die Unfallchirurgin Verena Gessner ist eigentlich glücklich verheiratet. Auf einem Medizinkongress in München trifft sie eine früher Studienkollegin wieder. Mona Grafenbach beichtet ihr, das sie damals schon etwas von ihr wollte, sie aber einfach den Anschein hatte, das Verena nichts von ihr will.

Nach diesem Geständnis ist sie verwirrt und ihre menschlichen Schutzsignale sind wie ausgeschaltet.

Aus diesem Grund lässt sie sich auf Anna Conrad ein. Sie will das aber ja eigentlich gar nicht. Nur leider ist es ihr einfach nicht mehr möglich "nein" zusagen und es passiert ihr was schreckliches.

Das Buch beinhaltet ein Thema, welches eigentlich eher weniger gerne angesprochen wird, da man ungern über Vergewaltigung redet.

Dabei kann es ja nicht nur zwischen Mann und Frau passieren, sondern eben wie in dem Fall zwischen Frau und Frau.

Trotz des heiklen Themas versteht Chira Brecht es super, seinen Leser mit in das Geschehen zu nehmen und nicht einfach irgendwo stehen zu lassen.

Ich konnte gar nicht wirklich aufhören zu lesen, da es von Seite zu Seite einfach spannender wurde.

Kommentieren0
23
Teilen
JEDs avatar

Rezension zu "Endlich angekommen" von Chira Brecht

Lange Reise
JEDvor 2 Jahren

Kurzinhalt (Verlagstext):
Auf einem Medizinkongress trifft Dr. Verena Gessner, Unfallchirurgin an einer Münchner Klinik, ihre frühere Studienkollegin Mona Grafenbach wieder. Mona war damals schon in Verena verliebt, wie sie ihr bei dieser Gelegenheit erzählt. Verena, seit Jahren verheiratet, ist verunsichert. Mona geht ihr nicht aus dem Sinn. Als sich die Gelegenheit bietet, Mona beruflich in Berlin zu treffen, fiebert Verena der neuerlichen Begegnung entgegen. Doch stattdessen gerät sie an die Kollegin Anna Conrad. Anna macht Verena deutliche Avancen und begleitet sie schließlich auf ihr Hotelzimmer. Am nächsten Morgen folgt ein böses Erwachen: K.O.-Tropfen haben Verena ausgeknockt. Sie wurde vergewaltigt. Völlig verstört verlässt sie das Hotel und verursacht einen schweren Verkehrsunfall.
Im Laufe der nächsten Wochen erholt sich Verena von den Unfallfolgen, doch das traumatische Erlebnis mit Anna Conrad blendet sie strikt aus. Erst als sie begreift, dass sie sich dem Erlebten stellen muss, gewinnt Verena ihre Tatkraft zurück und kann ihr Leben wieder in die Hand nehmen. Neue Perspektiven eröffnen sich – beruflich wie privat.

Meine Meinung:
„Endlich angekommen“ klingt nach einer langen Reise, nach einem Weg, den man hinter sich bringen muss, um „endlich anzukommen“ an dem Ort, an dem man eigentlich sein möchte.
Und tatsächlich steht von Beginn des Buches an die unterdrückte Homosexualität von Verena im Mittelpunkt, die einen Medizinkongress fernab ihrer Familie nutzt, um endlich das auszuleben, was sie so lange innerlich verleugnet hat.
Also die x-te Coming out- Geschichte? Das so häufige Erkennen, dass der Mann zuhause nicht der richtige Abzweig auf oben erwähntem Weg war und Frauen eben doch das schönere Geschlecht sind?
Die Frau auf dem Cover scheint jedoch den Weg noch zu gehen. Auffällig ist, dass sie im Schatten läuft, der LeserIn den Rücken dabei zudreht, sich von ihr abwendet.
Als würde sie weglaufen, als wollte sie nicht erkannt werden.
Denn Verena erlebt das homoerotische Abenteuer mit einer Frau, die sie körperlich anzieht. Und dann vergewaltigt.
Ist so etwas möglich? Ist es! Es war einer der prägendsten Sätze des Buches, der mir noch tagelang im Kopf herumschwirrte, mich betroffen und nachdenklich machte:
„Okay, Süße. Wir haben es auf deine Art getrieben, nun machen wir es auf meine.“


Dieser eine Satz lässt die ganze vorherige Atmosphäre des scheinbar sinnlichen Miteinanders und des Einverständnisses zwischen zwei Frauen so unerwartet umschlagen in tatsächliche Hilflosigkeit und ein Ausgeliefertsein, dass man sich selbst als Leserin plötzlich unter falschen Tatsachen in das Hotelzimmer gelockt fühlt.
Hier geht es um kein erotisches Lesevergnügen, um ein neuartiges Haut-an-Haut und das folgende Coming out einer Frau.

Es ist der Autorin hoch anzurechnen, dem Thema sexuelle Gewalt durch Frauen in ihrem Buch eine derartige Realität zu geben. Doch wenn man glaubt, dass damit ein wichtiges Sujet literarisch abgehakt wurde, der irrt.
Denn der eigentliche Verdienst Chira Brechts besteht darin, das Opfer, Verena, danach verstummen und damit im Schatten des Covers verschwinden zu lassen. Verena möchte einfach nur vergessen und sucht, wie so viele vor ihr, die ähnliches erlebt haben, die Schuld bei sich selbst.
Dabei rückt auch die Tatsache, dass es sich um eine Vergewaltigung durch eine Frau handelt, in den Mittelpunkt und was dies in der öffentlichen Wahrnehmung bedeuten würde. Es scheint, als würde die Unmöglichkeit der Gewaltanwendung durch Frauen zu einer Unmöglichkeit führen, gegen diese vorzugehen.
So besteht Verenas Weg für viele Seiten des Buches „nur noch“ darin, ihr eigentliches Leben wieder aufzunehmen und sich gegen gut meinende Menschen zu wehren, die sich irgendwann nur noch hilflos fühlen.
Dass ein schweigendes Weitergehen jedoch nicht so einfach möglich ist, zeigt die Autorin sehr eindringlich und mehr als einmal möchte man die Protagonistin abwechselnd schütteln, um sie dann wieder tröstend in den Arm zu nehmen.

Fazit:
Auch wenn die Täterin für mich im Rest des Buches zu sehr in den Hintergrund rückt und die eigentliche „Ankunft“ Verenas nachher eine sehr plötzliche ist, handelt es sich bei  „Endlich angekommen“ um einen sehr wichtigen Beitrag bezüglich einer noch weitgehend verschwiegenen Thematik.

Kommentare: 1
0
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu
ChiraBrechts avatar
Hallo zusammen, 

ich würde gerne mein Buch "Endlich Angekommen" vorstellen und verlose dazu fünf Bücher!

Worum geht es? 

Auf einem Medizinkongress trifft Dr. Verena Gessner, Unfallchirurgin an einer Münchner Klinik, ihre frühere Studienkollegin Mona Grafenbach wieder. Mona war damals schon in Verena verliebt, wie sie ihr bei dieser Gelegenheit erzählt. Verena, seit Jahren verheiratet, ist verunsichert. Mona geht ihr nicht aus dem Sinn. Als sich die Gelegenheit bietet, Mona beruflich in Berlin zu treffen, fiebert Verena der neuerlichen Begegnung entgegen. Doch stattdessen gerät sie an die Kollegin Anna Conrad. Anna macht Verena deutliche Avancen und begleitet sie schließlich auf ihr Hotelzimmer. Am nächsten Morgen folgt ein böses Erwachen: K.O.-Tropfen haben Verena ausgeknockt. Sie wurde vergewaltigt. Völlig verstört verlässt sie das Hotel und verursacht einen schweren Verkehrsunfall.
Im Laufe der nächsten Wochen erholt sich Verena von den Unfallfolgen, doch das traumatische Erlebnis mit Anna Conrad blendet sie strikt aus. Erst als sie begreift, dass sie sich dem Erlebten stellen muss, gewinnt Verena ihre Tatkraft zurück und kann ihr Leben wieder in die Hand nehmen. Neue Perspektiven eröffnen sich – beruflich wie privat.


Hier eine kleine Leseprobe: 
Das Abendessen verlief ebenso kurzweilig wie das Kaffeetrinken am Nachmittag. Sie waren bei der zweiten Flasche Rotwein angelangt, als Verena fragte: »Bist du eigentlich verheiratet?«
Mona lachte laut auf. »Du meinst mit einem Mann – mit weißem Kleid und Trauschein und so?«
»Was ist daran so abwegig?«, fragte Verena begriffs­stutzig. Monas Blick war mit einem Mal unergründlich, und Verena wurde unsicher.
»Willst du tatsächlich sagen, dass du nie etwas bemerkt hättest?«
Verena starrte sie nur verständnislos an.
Mona schüttelte ungläubig den Kopf. »Ich stehe nicht auf Männer. Noch nie.« Wieder der undurchdringliche Blick.
»Und ich war mir eigentlich hundertprozentig sicher, dass du damals mit Kathrin …«
»Was?«, sagte Verena atemlos. Ihr schlug das Herz bis zum Hals.
Mona grinste verlegen. »Na ja, ich war mir sicher, dass da was lief zwischen euch beiden.«
Verena spürte, dass sie rot wurde bis in die Haarwurzeln.
»Ich …«
»Wusste ich’s doch«, lachte Mona zufrieden. »Mensch, Verena. Du schämst dich doch nicht etwa, oder?«
»Nein, nein, natürlich nicht. Ich – ich hatte nur irgendwie nicht damit gerechnet, dass du das gemerkt hast, und ich hatte keine Ahnung, dass du …« Sie lachte plötzlich auf und hob dann ihr Glas. »Ich war damals wirklich etwas naiv, Mona.«


Ich freue mich über Eure Bewerbungen, Kommentare und Fragen! 


Chira Brecht 
Zur Leserunde

Community-Statistik

in 7 Bibliotheken

von 1 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks