Magdas Apokalypse

von Chloé Vollmer-Lo 
4,4 Sterne bei5 Bewertungen
Magdas Apokalypse
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Eine einfache Prämisse, die vielschichtige Folgen nach sich zieht. Beeindruckend intensives Comic-Debüt.

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Ein sehr eindrucksvolles Werk, das bei dem ein oder anderen Leser sicherlich seine Spuren hinterlassen wird.

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Inhaltsangabe zu "Magdas Apokalypse"

Was, wenn morgen die Welt untergeht? Gut, dann kann man ein Apfelbäumchen pflanzen und ansonsten froh sein, dass einem nicht mehr allzu viel Zeit bleibt, sich darüber Gedanken zu machen. Was aber, wenn die Apokalypse noch ein Jahr auf sich warten lässt und man wie Magda gerade erst seinen 13. Geburtstag feiert? Sie fühlt sich um ihre Zukunft betrogen und beschließt, sich das Leben, das ihr vorenthalten bleiben soll, mit aller Macht selber anzueignen. In einer Welt um sie herum, die zunehmend aus den Fugen gerät, ist zum Zaudern, Zögern, Warten keine Zeit mehr. Um es aber vorwegzunehmen: Der Untergang findet nicht statt. Umso mehr ist nun Magda verstört – kann es sein, dass sie mit 14 ihr Leben schon hinter sich hat? Eine mitreißende, aufwühlende Erzählung über das Heranwachsen, mit all seinen Risiken und Nebenwirkungen – und einem fatalen Fluchtpunkt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783962190262
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:0 Seiten
Verlag:Splitter-Verlag
Erscheinungsdatum:25.10.2017

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    Elmar Hubers avatar
    Elmar Hubervor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Eine einfache Prämisse, die vielschichtige Folgen nach sich zieht. Beeindruckend intensives Comic-Debüt.
    Magdas Apokalypse

    STORY
    „Der Weltuntergang findet nicht statt!“ Eine Nachricht, die alle Menschen der Erde in frenetischen Jubel ausbrechen lässt, hat bei der 13jährigen Magda den gegenteiligen Effekt.

    Ein Tag vor Magdas 13. Geburtstag wird der Weltuntergang verkündet, der ein Jahr darauf stattfinden soll. Eine Ankündigung, die die Menschen in Magdas Umgebung scheinbar in zwei Lager spaltet. Einmal diejenigen, die alles ausprobieren wollen, wozu sie bislang nie den Mut hatten. Dazu gehört auch ihr Vater, der seine Familie verlässt, um die ihm verbleibende Zeit mit seiner Geliebten zu leben. Zum Zweiten diejenigen, die in dem beginnenden Chaos ihr Leben wie bisher weiterleben so gut es geht, um nicht durchzudrehen. Schon alleine ihre einsetzende Pubertät empfiehlt Magda für die erste Gruppe. Zunächst noch zaghaft, wird Magda bald offensiv abenteuerlustig. Sie verliert ihre Unschuld, wirft ihre gesunde Vorsicht was ihren Umgang angeht über Bord und stößt Freunde und Familie vor den Kopf. Kompromisse ade, Fastenzeit vorbei.

    MEINUNG
    MAGDAS APOKALYPSE ist in vier Kapitel unterteilt, die sich an den Jahreszeiten dieses angeblich letzten Jahres der Menschheit orientieren. Und mit jedem Kapitel wandelt sich die Geschichte um Magdas Zeitraffer-Erwachsenwerden mehr und mehr zum eindringlichen Drama. Die Ankündigung, dass das Leben bald vorbei ist bringt das Beste und das Schlimmste in den Menschen zum Vorschein; die bisherigen Regeln gelten nicht mehr.

    So stößt Autorin Chloé Vollmer-Lo mit MAGSAS APOKAPLYPSE ein Gedankenexperiment an, das noch während der Lektüre im Kopf des Lesers unweigerlich eine ganz persönliche Parallelhandlung lostritt, nämlich die Vorstellung was man selbst in einer solchen Situation tun würde. Dabei muss jeder selbst entscheiden, wie weit er gehen würde. Ob es wichtiger ist sich ohne Rücksicht auf Verluste zu verwirklichen, seine Grenzen auszutesten und dabei auch Erde zu verbrennen oder ob man die Flagge der Zivilisation, der Menschlichkeit und Brüderlichkeit hoch hält. In MAGDAS APOKALYPSE gibt es beide Fraktionen, die Chloé Vollmer-Lo jeweils nachvollziehbar schildert, ohne Partei zu ergreifen oder den moralischen Zeigefinger zu heben.

    Gedankenexperimente, bei denen die Menschen keine Folgen für ihre unmoralischen oder gar ungesetzlichen Taten fürchten müssen, gibt es in der Fiktion einige. In MAGDAS APOKALYPSE passiert es allerdings, dass der Weltuntergang ausbleibt aber das Leben nicht wieder auf „Null“ gesetzt wird. Magdas Worte und Taten und auch deren Folgen bleiben bestehen, ihr Gewissen schaltet sich mit aller Macht wieder ein, die Story gipfelt in einem drastischen Finale.

    Der Comic ist das Autorendebüt der Fotografin Chloé Vollmer-Lo, die hier mit selbstbewusstem Understatement eine beeindruckend vielschichtige Erzählung abgeliefert hat, die den Leser unaufdringlich fesselt. Der cartoon-hafte Zeichenstil von Carole Maurel beschwört ein wohliges Gefühl herauf, das die immer dramatischer werdende Story zunehmend konterkariert.

    „Ohne den Weltuntergang wären mir Jahre geblieben, dich zu lieben. Sanft, ungeschickt, zärtlich. Aber mit genug Zeit, um daran zu glauben.“

    FAZIT
    Eine einfache Prämisse, die vielschichtige Folgen nach sich zieht. Beeindruckend intensives Comic-Debüt.

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    Flaventuss avatar
    Flaventusvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein sehr eindrucksvolles Werk, das bei dem ein oder anderen Leser sicherlich seine Spuren hinterlassen wird.
    Eine Geschichte mit Nachwirkung

    In Frankreich gelten Graphic Novels als Kunstwerk. Und das fernab jeglicher seichter Hollywood-Unterhaltung. So wie Magdas Apokalypse von Chloé Volmmer-Lo. Eine Geschichte, die auf den Leser nach dem Lesen der letzten Seite sicherlich noch geraume Zeit nachwirken wird.


    Geschichte

    Erzählt wird Magdas Geschichte. Ein 13-jähriges Mädchen aus einigermaßen schwierigen Verhältnissen, das aufeinmal mit der Situation konfrontiert wird, dass ihr Leben in 12 Monaten zu Ende sein soll. Wissenschaftler haben das Ende der Welt verkündet.

    Eine Verkündigung mit weitreichenden Folgen. In diesem Buch wird erzählt, welche Auswirkungen diese Ankündigung nicht nur auf die Gesellschaft hat, sondern vor allem auf das Leben und Denken des Teenagers und ihren Freunden.

     

    Logiklücken

    Die Geschichte hat natürlich ein paar Logikfehler. Wie sollte die Wissenschaft auf den Tag genau den Weltuntergang vorhersagen und wie sollte sie vorhersagen, dass alle Menschen diese Katastrophe nicht überleben. Eine Rolle spielt dieser Fakt allerdings nur am Rande. Die Autorin hätte sich als Weltuntergang vielleicht eher einen Meteor ausdenken sollen.

    Allerdings ist auch so manche Reaktion der Charaktere im Buch etwas merkwürdig. Klar, jeder reagiert etwas anders auf eine solche An- und Bedrohung, aber so manches Mal habe ich eher den Kopf geschüttelt.

     

    Optik

    Der Graphicstil ist im Vergleich zu anderen Graphic Novels relativ einfach gehalten und erinnert mehr an ein Comic als an ein Kunstwerk. Allerdings schafft es die Illustratorin sehr wohl die jeweiligen Gefühle und Stimmungen einzufangen und zu zeigen. Das ist in meinen Augen bei einer Graphic Novel deutlich mehr wert als der künstlerische Aspekt.

    Und auch wenn es hier um den Weltuntergang geht und die Franzosen gerne etwas freizügig zeichnen, gibt es in diesem Buch keine Darstellungen, die eine Einschränkung hinsichtlich des Lesealters gerechtfertigen würden.

     

    Fazit

    Der Anfang dieser Graphic Novel (der bewusst nicht Gegenstand der Leseprobe ist) überrascht ebenso wie das Ende. Wie beide zusammenhängen, erfährt der Leser erst zum Ende. Die Geschichte dazwischen spricht sicherlich eher ein jüngeres oder jung gebliebenes Publikum an. Ich selbst hatte recht viel Spaß daran, mir vorzustellen, wie ich wohl als Dreizehnjähriger auf eine solche Ankündigung reagiert hätte.

    Der Lesespaß wird lediglich durch den ein oder anderen Knick in der Logik getrübt, über den der Leser aber getrost hinwegsteigen kann. Dann bleibt ein sehr eindrucksvolles Werk, das bei dem ein oder anderen Leser sicherlich seine Spuren hinterlassen wird.


    Diese und andere Rezensionen finden sich auf meinem Bücherblog.


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    Vaniis avatar
    Vaniivor 24 Tagen
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    Fabiusvor 8 Monaten
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    liberiariumvor 9 Monaten

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