Chloe Benjamin

 4.3 Sterne bei 154 Bewertungen
Autorin von Die Unsterblichen, Die Unsterblichen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Chloe Benjamin

Ein großartiges neues Talent aus den USA: Chloe Benjamin stammt ursprünglich aus San Francisco, zog für ihr Studium in literarischem Schreiben jedoch nach Wisconsin, wo sie noch heute lebt. Ihr Debüt als Romanautorin gab sie 2014 mit „The Anatomy of Dreams“, für das sie mit dem Edna Ferber Fiction Book Award ausgezeichnet wurde. Ihr zweites Buch, „The Immortalists“ von 2018, toppte den Erfolg ihres Erstlingswerks noch und schaffte es an die Spitzen der Bestsellerlisten. Noch im selben Jahr erschien auch eine deutsche Übersetzung, „Die Unsterblichen“. Chloe Benjamin ist verheiratet, ihr Mann, Nathan Hill, ist ebenfalls Schriftsteller und laut Aussage der Autorin ein wunderbarer Lektor für ihre Bücher.

Alle Bücher von Chloe Benjamin

Die Unsterblichen

Die Unsterblichen

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Erschienen am 29.10.2018
Die Unsterblichen: Roman

Die Unsterblichen: Roman

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Erschienen am 29.10.2018
Die Unsterblichen

Die Unsterblichen

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Erschienen am 29.10.2018
Die Unsterblichen

Die Unsterblichen

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Erschienen am 29.10.2018
The Immortalists

The Immortalists

 (6)
Erschienen am 09.01.2018

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Rezension zu "Die Unsterblichen" von Chloe Benjamin

Unwissenheit ist eine Form der Unbeschwertheit
FrauSchafskivor 5 Tagen

Was würdest du tun, wenn es eine Wahrsagerin gäbe, die dein Todesdatum voraussagen könnte? Würdest du es wissen wollen? Und wenn du es wüsstest, wie würdest du mit diesem Wissen umgehen? Das sind die zentralen Fragen, die sich die vier Geschwister Gold in diesem Roman stellen. Wie zu vermuten, entscheiden sie sich dafür, die Wahrsagerin aufzusuchen und müssen danach mit ihrer Vorhersage leben. Dies tut jeder von ihnen auf andere Weise, sodass die Autorin sozusagen vier verschiedene Antworten auf die Was-nun-Frage anbietet.

Mich hat der Roman von der ersten Seite an gefesselt. Chloe Benjamin hat einen tollen Stil, ein gutes Gespür für das Zusammenspiel ihrer Figuren, das den Roman trotz des fantastischen Elements Wahrsagerei absolut authentisch macht. Es ist schon paradox, dass der Titel „Die Unsterblichen“ lautet, beschäftigen sich die vier Geschwister doch permanent mit der eigenen Sterblichkeit. Aufgebaut ist der Roman zwar chronologisch, steht jedoch jedem einzelnen Geschwisterteil seine eigene Geschichte zu. Das ist schlau konstruiert, denn auf diese Weise erfahren wir nicht nur, wie jeder Einzelne von ihnen mit dem Wissen um sein Todesdatum umgeht, sondern auch, wie die anderen diese individuellen Lebensentwürfe einschätzen. Dadurch wird jedes einzelnen Schicksal von zwei Seiten beleuchtet: der ganz persönlichen Lebensentscheidung und der Beurteilung dieser Lebensentscheidung von nahestehenden Personen. Hinzu kommt die dritte Instanz: wir, die Leser. Auf diese Weise entsteht eine Vielschichtigkeit, die den Roman tiefgründig macht und philosophisches Nachdenken anregt. Vermutlich wird sich jeder anders entscheiden, wird mit jeweils einer Figur und deren Umgang mit diesem Wissen sympathisieren, sich ihr nah fühlen - und gleichzeitig froh sein, nicht um das eigene Sterbedatum zu wissen. Unwissenheit ist eine Form der Unbeschwertheit. 

Fazit: Mich hat der Roman mitgerissen und tief berührt. Allein, dass er zum Nachdenken über die eigene Sterblichkeit anregt und dafür so viele unterschiedliche Facetten liefert, ist eine große Leistung. Eine der drei Geschichten war für mich etwas weniger nachvollziehbar, sodass ich insgesamt nur vier Sterne vergeben möchte, allerdings verbunden mit einer absoluten Leseempfehlung.

 

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Rezension zu "Die Unsterblichen" von Chloe Benjamin

Die Prophezeiung
nonostarvor 20 Tagen

Die vier Geschwister Simon, Klara, Varya und Daniel leben mit ihren Eltern in New York. Im Sommer 1969 kommt Daniel auf die Idee zu einer Wahrsagerin zu gehen und seine Geschwister stimmen zu. Sie ahnen nicht, dass diese Begegnung ihr weiteres Leben bestimmen wird, denn die Wahrsagerin sagt jedem von ihnen den Tag voraus, an dem sie sterben werden. Obwohl sie eigentlich nicht daran glauben wollen, kann keiner der vier das Datum vergessen und sie alle gehen unterschiedlich damit um.

Das Buch ist in vier Abschnitte unterteilt, die sich am jeweiligen Todestag der vier Geschwister orientieren. In jedem Abschnitt wird der Lebensweg des einzelnen erzählt, der sehr unterschiedlich verläuft. Simon und Klara verlassen die Familie recht früh, um in San Francisco ihre Träume zu verwirklichen. Die anderen beiden Geschwister und ihre Mutter verzeihen ihnen dies nie so richtig. Für Simon beginnt in San Francisco ein ausschweifendes Leben voller Abenteuer und er kümmert sich nur noch wenig um seine Familie. Klara hingegen schafft es lange nicht, Fuß zu fassen und wird zusehend deprimierter. Auch nachdem sie es geschafft hat, ihren Traum von einer eigenen Zaubershow zu verwirklichen, kann sie sich nicht an ihrem Erfolg erfreuen und flüchtet sich in den Alkohol. Daniel hingegen ergreift einen sehr bodenständigen Beruf als Arzt und lebt das normalste Leben der vier. Doch am Ende wird auch er von der Prophezeiung eingeholt. Varya lebt ihr ganzes Leben sehr zurückgezogen, gestattet sich nichts und kümmert sich zunächst nur um ihre Mutter und anschließend um ihre Arbeit als Forschungsleiterin.

Alle vier reden sich ein, nicht an die Prophezeiung zu glauben und dennoch wird ihr Leben und auch ihr Tod unbewusst dadurch bestimmt. Als Leser fragt man sich, ob ihr Leben anders verlaufen wäre, und ob sie den Tod nicht selbst gewählt haben um die Prohezeiung zu erfüllen. Doch neben dieser Grundfrage werden auch noch viele andere Themen behandelt und die Prophezeiung selbst wird sogar etwas nebensächlich. Zum einen Simons Homosexualität und auch die Diskriminierung von Schwarzen, dann Klaras zunehmender Alkoholmissbrauch und die daraus resultierenden Wahnvorstellungen, Daniels Verhalten am Ende und seine moralischen Konflikte und schließlich Varyas vollkommenes Zurückziehen, bis sie am Ende feststellt, dass ein solches Leben nicht lebenswert ist. Benjamin schafft es dabei, den Lebensweg von allen vier Geschwistern nachvollziehbar zu schildern und jede der Figuren ist mir auf ihre Art ans Herz gewachsen. Obwohl sich die vier im Laufe ihres Lebens voneinander entfernen, finden sie doch im Tod wieder zueinander und besinnen sich ihrer Zuneigung zueinander und bereuen vielleicht auch Dinge, die sie getan (oder nicht getan) haben.

"Die Unsterblichen" ist ein eher leises Buch, es wirkt viel mehr auf der tieferen ebene, die vielleicht nicht gleich ersichtlich ist. Dennoch ist es ein sehr berührendes Buch, wenn man sich auf die vier Geschwister und ihre sehr unterschiedlichen Lebenswege einlässt und bereit ist, sich ihnen zu öffnen. Es ist eine Familiengeschichte, aber auch so viel mehr. Es geht um die Suche nach sich selbst und nach jemandem, der einen durch's Leben begleitet, um Ängste vor der Zukunft aber auch vor der Vergangenheit. Die Sprache ist perfekt für das Buch fand ich, sehr flüssig und trotz einer wenig spannenden Handlung nicht langweilig. Benjamin schafft es Zaubertricks und Forschung über Lebensverlängerung miteinander zu verknüpfen ohne, dass es in irgendeiner Weise abwegig erscheint. Große Leseempfehlung für alle, die vielschichtige Bücher mögen, die vielleicht nicht alles auf den ersten Blick preisgeben.

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Rezension zu "Die Unsterblichen" von Chloe Benjamin

Was würden wir ändern wenn wir wüssten wann wir sterben?
Heikeleinvor einem Monat

Das ist die Frage die das Buch stellt.

Wäre uns unser Todestag bekannt, würden wir dann einfach drauf losleben um noch soviel wie möglich mitzunehmen oder wären wir vorsichtig um diesen Tag eventuell doch noch zu ändern.

Ich versuche so wenig wie möglich vom Inhalt zu Verraten.

Aber erstmal zum Buch selbst.

Das Buch ist klar strukturiert. Die Geschichten der 4 Geschwister erscheinen in der Reihenfolge wie sich ihr Schicksal erfüllt.

Es gibt kaum historische Hintergründe. Keine Tiefen oder Verwicklungen. Es lässt sich einfach in einem Durchlesen ohne viel Nachzudenken. Und dass ist auch da Problem an dem Buch. Es regt nicht zum Nachdenken an. Die Geschichte verfolgt einen nicht. Weder positiv noch negativ.
Die Figuren sind alle Oberflächlich.

Ich habe Logikfehler im Buch entdeckt. Ob sie von der Autorin selbst sind oder erst beim Übersetzen entstanden sind, weiß ich nicht.



Aber nun zum Inhalt:

4 Kinder lassen sich von einer Wahrsagerin die Zukunft vorhersagen. Das einzige was der Leser mitbekommt, ist dass sie den Kindern den Todestag sagt. Was sonst noch gesprochen wurde bleibt im Dunkeln. Falls sonst noch was vorhergesagt wurde. Aber die Wahrsagerin verweist darauf dass es ihnen wohl nicht gefiele was sie gesagt hat. Also gehe ich mal davon aus dass noch mehr gesprochen wurde.

Simon und Klara sind ganz klar die Exoden, Varya und Daniel die Besonnen der Geschwister.  Keiner ändert sich. Keiner geht in die eine oder andere Richtung. Auch der Tod eines Geschwisterteils ändert nichts daran.

Simons Schicksal ist schon nach den ersten Seiten klar. Man weiß direkt warum er stirbt. Also keine Wendung. Keine Überraschung.
Simons Geschichte ist aber die beste der 4 Geschichten.

Klara ist die Träumerin. Ihr Schicksal hat sich mir nicht erschlossen. Sie sollte wohl depressiv sein. Wie kann ihr Mann nicht merken , dass sie ein Alkoholproblem hatte. Oder dass sie Geräusche hörte, die es nicht gab. Sie lebten in einem Wohnwagen. Also keine großen Ausweichmöglichkeiten.

Daniels ist einfach langweilig. Im Ganzen. Klar strukturiertes Leben. Keine Höhen. Keine Tiefen. Nichts an ihm ist Besonders. Er hat sein Leben einfach vor sich hingelebt. Die Handlung die zu seinem Tode führt ist nicht logisch.

Varya brachte mich echt zum Gähnen. Eine Wissenschaftlerin mit Zwangsstörungen. Ihre Geschichte brachte eine kleine Überraschung. Die sich aber schnell verbraucht hatte und auch nach den ersten Ansätzen nicht weiter entwickelt hat.

Leider sind die Geschichten nicht direkt miteinander verbunden. Es gibt hier und da kurze Anmerkungen zu dem Tod des einen oder anderen Geschwisterteils aber nicht so direkt. Auch die Mutter, die wohl als Roter Faden durch das Buch geleiten soll, ist nicht so präsent das sie die Geschichten miteinander verwebt.

Die meisten anderen Figuren sind und bleiben Randfiguren. Man erfährt fast nichts über sie und sobald der Geschwisterteil Tod ist, sind auch die Figuren um ihn herum nicht mehr präsent. Hier und da taucht noch mal jemand ganz kurz auf.

Fazit: Ganz leichte Kost. Durchaus lesenswert, als Sommerlektüre am Strand oder für Zwischendurch. Ich hatte mir einfach mehr davon versprochen, als ich den Buchrücken und den Klapptext gelesen hatte. Ich bin nicht wirklich enttäuscht. Es wurden nur einfach meine Erwartungen nicht erfüllt.



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