Ich habe mich wirklich sehr auf dieses Buch gefreut. Zuvor hatte ich bereits ein anderes Buch der Autorin gelesen und mochte ihren Schreibstil sehr, weshalb ich unbedingt auch Kiss the Enemy lesen wollte.
Leider hatte ich schon zu Beginn ein mulmiges Gefühl, das sich im Laufe der Geschichte immer weiter verstärkte. Ich konnte Ollies Hass und sein Verhalten Ella gegenüber einfach nicht nachvollziehen. Natürlich ist er wegen des Unfalls wütend, aber für mich hat es keinen Sinn ergeben, warum er sie derart grausam behandelt. Vor allem, da Ella nun wirklich nichts für den Unfall kann. Und anstatt besser zu werden, wurde sein Verhalten für mich immer schlimmer.
Dann kam plötzlich sein Meinungsumschwung, der auf mich leider nicht glaubwürdig wirkte. Ich habe die ganze Zeit gehofft, dass es noch die Wendung geben würde, bei der Ollie zeigt, dass doch noch etwas Gutes in ihm steckt. Stattdessen entwickelte sich die Geschichte genau in die Richtung, vor der ich Angst hatte. Der Cliffhanger hat mich wirklich mit voller Wucht getroffen.
Natürlich sollen Cliffhanger neugierig auf den nächsten Band machen, aber hier war ich am Ende einfach nur erschüttert. Nicht nur Ella ging es schlecht – mir als Leserin ebenfalls. Ich habe mich ernsthaft gefragt, wie das alles im zweiten Band überhaupt wieder gut werden soll.
Tatsächlich war ich nach dem Ende so schockiert, dass ich zunächst gar nicht weiterlesen wollte. Für mich hat Ollie Grenzen überschritten, die sich nur sehr schwer verzeihen lassen. Besonders die öffentliche Demütigung von Ella war für mich kaum zu ertragen. An diesem Punkt war das Buch für meinen persönlichen Geschmack einfach zu düster und emotional belastend.
Auch Ella konnte mich leider nicht ganz überzeugen. Ich hätte mir eine stärkere Protagonistin gewünscht, die sich mehr gegen Ollie behauptet. Stattdessen hatte ich zunehmend das Gefühl, dass sie immer mehr die Kontrolle verliert und sich ihm unterordnet, während er ihre Gefühle ausnutzt. Das hat mich persönlich am meisten enttäuscht.
Durch das ständige Hin und Her der beiden war ich irgendwann eher verwirrt als emotional mitgerissen.
Trotz meiner Kritik gab es aber auch Dinge, die mir gefallen haben. Das Setting war wirklich wunderschön beschrieben und auch der Spice konnte mich überzeugen. Spannend war die Geschichte definitiv – allerdings hat sie mich emotional mehr belastet, als ich erwartet hatte.
Insgesamt war Kiss the Enemy leider nicht das Buch, das ich mir erhofft hatte. Für Leserinnen und Leser, die sehr dunkle Enemy-to-Lovers-Geschichten mit moralisch fragwürdigen Entscheidungen mögen, könnte es dennoch genau das Richtige sein. Für mich persönlich waren jedoch einige Entwicklungen zu extrem.























