Choderlos de Laclos

 4,1 Sterne bei 114 Bewertungen

Alle Bücher von Choderlos de Laclos

Cover des Buches Gefährliche Liebschaften (Roman) (ISBN: 9783730601037)

Gefährliche Liebschaften (Roman)

 (114)
Erschienen am 07.05.2014
Cover des Buches Gefährliche Liebschaften (ISBN: 9783980536158)

Gefährliche Liebschaften

 (0)
Erschienen am 30.11.2009
Cover des Buches Valmont (ISBN: 0140131159)

Valmont

 (0)
Erschienen am 01.11.1989

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Cover des Buches Schlimme Liebschaften (ISBN: 9783104019789)paulinalas avatar

Rezension zu "Schlimme Liebschaften" von Choderlos de Laclos

Ein Meisterwerk der Literaturgeschichte
paulinalavor einem Jahr

Den meisten Leser/innen sagt der Film zu "les liaisons dangereuses" mit Spitzenbesetzung etwas. Der meiner Meinung nach wunderbar umgesetzte Film wird nur noch durch die zu Grunde liegende Textgrundlage übertroffen. 

Das an sich etwas in die Jahre gekommene Genre des Briefromans, das sich gerade in der französischsprachigen Literatur etablierte, trägt ungemein zum Lesefluss und zur Geschichte bei.

Die Leserin/ der Leser findet sich selbst als der einzig allwissende Teilnehmer der Manipulation der Protagonistin und des Antagonisten inmitten einer fiktiven Realität wieder. Sobald wir als Lesende in die Welt der reicheren Schicht Frankreichs eintauchen, sobald erahnt uns auch das Gefühl, als würden wir Teil einer Historie werden, die sehr real wirkt, die wir aber nicht ändern können, weil wir nach Lektüre der Briefe wissen, dass diese postpartum gesammelt und veröffentlicht wurden. Die Illusion ist nahezu perfekt, der Autor erscheint selbst kam bis gar nicht, um den Briefverkehr nicht zu stören. Stattdessen gibt er Annotationen und stellt sich selbst als den Editor und Herausgeber dar.

Besonders beeindruckend wirkt auch die gesamte Figurenkonstellation und Komposition der einzelnen Charaktere. Diese verkörpern, jeder für sich, ein eigenes Bild der jeweiligen Zeit und reflektieren insbesondere intensiv die verschiedenen Rollen der Frau in der Adelsschicht. 

Das sind beispielsweise das naive, junge Mädchen, die gebrochene Frau im Rachefeldzug, weil ihr Herz gebrochen wurde und sie durch ständige Unterdrückung und Machtspiele zu dem machte, was sie ist, und der erbitterte Tanz mit den männlichen Gegenspielern.

Die männlichen Figuren sind in diesem Falle sowohl die Opfer der Launen der weiblichen Figuren, als auch gefangen in einer Illusion, dem weiblichen Geschlecht überlegen zu sein.

Viele Lesende sprechen hier von einer Art romantisierten Feminismus, was ich aber so nicht unterschreiben möchte. Das in der Zeit der Veröffentlichung herrschende Bild der Frau unterscheidet sich stark von dem, was die Marquise verkörpert und entspricht eher dem von Cécile Volanges.

Natürlich ist es in einer Art und Weise revolutionär, die Frau in ihrem Charakter der Marquise so darzustellen, stark und mächtig, aber dennoch wird sie am Ende zerstört durch die Überlegenheit eines Mannes, der sie letztendlich  zu ihrem eigenen Fehlverhalten verleitete. 

Das schockende Moment befindet sich am Ende, als die weibliche Protagonistin, die Marquise, von ihrem Gegenspieler durch eine weitere Racheaktion kurz vor seinem Tod zerstört wird.

Wer sich einmal an die Faszination Briefroman herantrauen möchte, sollte dieses Meisterwerk unbedingt lesen!

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Cover des Buches Gefährliche Liebschaften (ISBN: 9783446203839)SomeBodys avatar

Rezension zu "Gefährliche Liebschaften" von Choderlos de Laclos

"Gefährliche Liebschaften" von Pierre A. Fr. Choderlos
SomeBodyvor 3 Jahren

Vorab: ich kannte bisher weder die Buchvorlage von Pierre A. Fr. Choderlos de Laclos noch den Film zu "Gefährliche Liebschaften", frage mich aber nun tatsächlich, weshalb mir dieser Briefroman nicht schon viel früher über den Weg gekommen ist. Nachdem die anfängliche Hürde, die der durchweg geschwollene Schreibstil mit sich bringt, gemeistert war, konnte sich die volle Tragweite der ausgemachten Intrigen, der perfiden Berechnungen gegenüber der kindlichen Naivität und den zärtlichsten Gefühlen mit jeder Seite weiter entfalten. Ein wirklich fesselndes Sittengemälde des 18. Jahrhunderts mit einem für meinen Geschmack allerdings ein wenig zu konstruiertem Ende, doch natürlich zu Recht ein Klassiker der Weltliteratur... und den Film dazu werde ich mir nun sicher auch noch anschauen. :)

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Cover des Buches Gefährliche Liebschaften (ISBN: 9783446203839)Knigaljubs avatar

Rezension zu "Gefährliche Liebschaften" von Choderlos de Laclos

Sitten, Sünden, Sauereien
Knigaljubvor 3 Jahren

Zugegeben: Warm werden muss man mit der Sprache. Aber wenn man sich drauf einlässt, dann kann man wirklich Freude haben an diesem Werk. Es ist wie eine Zeitreise ins Frankreich des ausgehenden Ancien régimes und obwohl es zwischenzeitlich etwas Anstrengung kostet, über gewisse allzu gefühlsduselige Passagen hinwegzukommen, verspricht der Roman im Laufe der Zeit wirklich spannend zu werden, zum Schluss konnte ich ihn sogar nicht mehr aus der Hand legen...


Die Handlung:

Aus verschiedenen Perspektiven wird in Form von Briefen über folgende Ereignisse berichtet:

1. Die Marquise de Merteuil, eine Intrigantin erster Güte, möchte sich an ihrem Ex-Geliebten rächen, der sie wegen einer anderen sitzen lassen hat. Dafür plant sie, die ihm anvertraute junge und naive Cécile so zu manipulieren, dass sie ihre Unschuld vor der Hochzeit an einen anderen verliert.

2. Der Vicomte de Valmont, ein allseits berüchtigter Liebhaber, plant, eine ganz besonders sittsame (und verheiratete!) Gräfin zu verführen, um sich selbst zu beweisen, dass er jede haben kann, wenn er nur möchte. Er schließt mit der Marquise eine Wette: Sollte er es tatsächlich schaffen, die Madame von Tourvel um den Finger zu wickeln, winkt ihm eine Liebesnacht mit der von ihm ebenfalls begehrten Marquise...

Diese beiden Protagonisten stehen im regelmäßigen Briefwechsel und rühmen sich ihrer jeweiligen Taten, wohingegen aus den Briefen der anderen Beteiligten deutlich wird, dass sie in der Gesellschaft ein gutes Ansehen haben und niemand ihnen diese Niedertrachten zutrauen würde. Im Laufe der Zeit verheddern sich die beiden jedoch in den von ihnen gesponnenen Netzen...


Die Sprache:

(in der Übersetzung von Franz Blei)

Während manche Sätze flüssig zu lesen sind und geradezu heutzutage so formuliert werden könnten, sind andere Passagen etwas zäher. Insbesondere die Briefe, in denen die Protagonisten ausgiebig ihre Liebe zueinander bekennen,  wirken aus heutiger Perspektive einfach etwas "too much".

Insgesamt kann man der Handlung jedoch gut folgen, auch wenn man etwas konzentrierter lesen muss als bei manch anderem Roman und sich einige Dinge aus einer etwas blumigen Umschreibung erschließen muss.


Fazit:

Lesenswert, wenn man Lust auf eine moralische Belastprobe hat. Hier vermag ein- und dieselbe Person Bewunderung und Abscheu gleichermaßen hervorzurufen. Auf jeden Fall zurecht ein Klassiker der Weltliteratur.








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