Chris Cleave Die Liebe in diesen Zeiten

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Inhaltsangabe zu „Die Liebe in diesen Zeiten“ von Chris Cleave

Eine große Liebesgeschichte in Zeiten des Krieges Mary North ist jung, hübsch und aus guter Familie. In ihrem ganzen Leben musste sie noch nichts Schwereres heben als ein Cocktailglas. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs meldet sie sich impulsiv und voller Enthusiasmus in London zur Truppenunterstützung. Sie wird allerdings ganz unheroisch nur als Hilfslehrerin an einer Schule eingesetzt. Dabei lernt sie Tom kennen, der bei der Schulbehörde arbeitet. Sie fühlen sich sofort zueinander hingezogen ... Aber ihre Verlobung begegnet größeren Hindernissen als nur dem Widerstand von Marys Familie. Denn eines Tages kommt Toms Freund Alistair, der sich freiwillig gemeldet hat, auf Heimaturlaub, und sein Zusammentreffen mit Mary löst in ihnen beiden heftige, nie gekannte Gefühle aus. Doch sie werden einander so bald nicht wiedersehen. Briefe sind ihre einzige Möglichkeit, in Verbindung zu bleiben. Und bald überschattet das Drama des Krieges alles andere. Mary und Alistair sehen sich Erfahrungen ausgesetzt, die in ihrem Grauen fast unwirklich erscheinen. Wie lange werden sie noch aneinander Halt finden können?

Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Realistische Darstellungen und Charaktere.

— Crazy-Girl6789
Crazy-Girl6789

Bewegend, beeindruckend aber keine Dreiecksbeziehung

— foxydevil
foxydevil

Leider ganz anders als nach lesen des Klappentextes erwartet

— Seelenlesezeichen
Seelenlesezeichen

Eine unerwartete Liebesgeschichte als Lichtblick im London des Jahres 1939 blüht zwischen Zerstörung, Angst, Freundschaft und Unsicherheit

— EvelynM
EvelynM

Erschütternde Geschichte aus dem 2. Weltkrieg

— Dataha
Dataha

Der Autor beschwört die beklemmende und zerstörerische Atmosphäre des Krieges hervor - sowohl in London als auch an der Front.

— Buecherwurm1973
Buecherwurm1973

Ein bewegende, stark geschriebener Antikriegsroman, der für mich das Zeug zum Jahreshighlight hat.

— Klusi
Klusi

Eine etwas andere Liebesgeschichte.

— coffeetimelady
coffeetimelady

Es hat mich beeindruckt,es war toll zu lesen aber durch die Kriegs Zeiten auch erschreckend

— buecherGott
buecherGott

So war wohl die Liebe im Krieg: Weniger romantisch, dafür voller Sehnsucht, Verzweiflung und Unsicherheit. Exzellenter Schreibstil.

— DonnaVivi
DonnaVivi

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  • Eine ergreifende Geschichte

    Die Liebe in diesen Zeiten
    buecherwurm1310

    buecherwurm1310

    26. June 2017 um 09:28

    Wenige Minuten nachdem der Krieg erklärt wurde, hat sich Mary North als Freiwillige verpflichtet. Sie hatte bestimmte Vorstellung davon, was sie nun erwartet, aber dann muss sie feststellen, dass sie als Hilfslehrerin Dienst tun muss. Doch wider Erwarten gefällt ihr gefällt das Unterrichten. Aber bei der Evakuierung der Kinder erfährt sie, dass man sie nicht mehr will. Wenig später lernt sie Tom kennen, der bei der Schulbehörde arbeitet. Sie mag ihn, aber sie möchte auch seine Hilfe, um wieder unterrichten zu können. Aber als sie Toms Freund Alistair kennenlernt, fühlt sie sich auch zu ihm hingezogen. Der jedoch hat sich freiwillig gemeldet und zieht in den Krieg. Mary und Alistair bleiben brieflich aber in Kontakt. Anhand des Titels hatte ich eine Liebesgeschichte erwartet, doch das Buch bietet so viel mehr, denn die Liebe steht nicht im Vordergrund. Es ist eine Zeitgeschichte, die das Schreckliche des Krieges beschreibt und wie die Menschen in versucht haben zu überleben und nicht an den Grausamkeiten zugrunde zu gehen. Das alles ist sehr erschütternd. Der Schreibstil des Autors hat mir gut gefallen. Die Erzählperspektiven wechseln, so dass man ein gutes umfassendes Bild bekommt. Die Charaktere sind sehr authentisch beschrieben. Mary ist ein Mädchen aus gutem Haus. Sie weiß, dass die Familie es nicht billigen wird, dass sie sich freiwillig meldet und geht geschickt vor, das ihr keine Knüppel in den Weg geworfen werden können. Sie ist jung und hat keine Ahnung vom Leben und so naiv verhält sie sich anfangs auch. Aber die Umstände bringen sie dazu, sich zu ändern und sie entwickelt sich zu einer jungen Frau, die auch Verantwortung für andere übernimmt. Mir hat es gefallen, wie sie sich um den kleinen schwarzen Jungen Zachary kümmert, der unter Rassismus zu leiden hat. Marys sympathische Freundin Hilda steht mit beiden Beinen auf dem Boden und ist Mary eine wirklich gute Freundin. Tom ist ein Mensch, der nicht so recht von dieser Welt ist; er ist ein wenig verträumt und so ganz anders als sein Freund Alistair, der immer weiß, was er will. Mary liebt beide Männer, aber ihre Gefühle für Alistair sind tiefer. Eine berührende Geschichte in schrecklichen Zeiten, die mir sehr gut gefallen hat.

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  • gelungenes, realistisches Buch

    Die Liebe in diesen Zeiten
    Crazy-Girl6789

    Crazy-Girl6789

    12. June 2017 um 10:47

    Erster Satz: Um 11.15 Uhr wurde der Krieg erklärt, und um zwölf Uhr hatte sich Mary North als Freiwillige verpflichtet. Fakten: Autor: Chris CleaveVerlag: dtv VerlagsgesellschaftErscheinungsdatum: 07.04.2017Genre: RomaneSeiten: 496 Inhalt: Eine große Liebesgeschichte in Zeiten des Krieges. Mary North ist jung, hübsch und aus guter Familie. In ihrem ganzen Leben musste sie noch nichts Schwereres heben als ein Cocktailglas. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs meldet sie sich impulsiv und voller Enthusiasmus in London zur Truppenunterstützung. Sie wird allerdings ganz unheroisch nur als Hilfslehrerin an einer Schule eingesetzt. Dabei lernt sie Tom kennen, der bei der Schulbehörde arbeitet. Sie fühlen sich sofort zueinander hingezogen ... Aber ihre Verlobung begegnet größeren Hindernissen als nur dem Widerstand von Marys Familie. Denn eines Tages kommt Toms Freund Alistair, der sich freiwillig gemeldet hat, auf Heimaturlaub, und sein Zusammentreffen mit Mary löst in ihnen beiden heftige, nie gekannte Gefühle aus. Doch sie werden einander so bald nicht wiedersehen. Briefe sind ihre einzige Möglichkeit, in Verbindung zu bleiben. Und bald überschattet das Drama des Krieges alles andere. Mary und Alistair sehen sich Erfahrungen ausgesetzt, die in ihrem Grauen fast unwirklich erscheinen. Wie lange werden sie noch aneinander Halt finden können? Gestaltung: Auf dem Cover sieht man eine elegant angezogene junge Frau mit einem Brief in der Hand. Diese streckt sie aus um den Brief in den vor ihr befindlichen Briekasten zu schmeißen. Im Hintergrund und um sie herum kann man viele Trümmer und eine teilweise zerstörtes Haus sehen. In großen teilweise verschnörkelten Wörtern befindet sich der Titel im oberen Teil des Covers. Darüber steht der Name des Autors geschrieben. Sprache: Ich finde die Sprache sehr gut gewählt. Zudem hat mir auch der Schreibstil sehr gut gefallen. Dadurch konnte man der Geschichte richtig gut folgen. Die Kapitel sind sehr gut eingeteilt. Außerdem werden die Gefühle der Charaktere hervorragend dargestellt. So konnte man die jeweiligen Handlungen und Gedanken sehr gut nachvollziehen. Fazit: Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die Geschichte war sehr interessant, vor allem weil sie ja teilweise auf wahren Personen und Ereignissen basiert. Durch die dargestellten Charaktere kann ich nun zum Teil die Gefühle und Gedanken während eines Krieges nachvollziehen. Denn so realistisch erfährt man selten etwas über den Zweiten Weltkrieg, wenn man nicht gerade noch lebende Verwandte hat die diesen miterlebt haben. Bei mir ist dies leider nicht der Fall, sodass ich mich auf Bücher verlassen muss. Dieses Buch kommt mir sehr realistisch vor. Alles in allem kann ich sagen, dass dies ein sehr gelungenes Buch. Also eine absolute Leseempfehlung von mir. Ich würde es aber vor allem Leuten empfehlen, die sich auch für den Zweiten Weltkrieg interessieren. Viel Spaß beim Lesen… Hinweis: Es ist alles meine Meinung; andere empfinden vielleicht anders.

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  • Bewegender und emotionaler Antikriegsroman

    Die Liebe in diesen Zeiten
    foxydevil

    foxydevil

    08. June 2017 um 16:04

    Als ich den Klappentext las dachte ich an eine Liebesgeschichte zu der Zeit. Und um es vorwegzunehmen, es ist alles andere als das. Vielmehr wird hier in 3 großen Leseabschnitten die Geschichte von 4 jungen Menschen während des Zeitraumes 1939 bis 1942 des Weltkrieges geschildert. Die Handlung spielt in London und auf der Insel Malta, wo britische Truppen zur Verteidigung stationiert sind. Mary, eine junge Frau der Londoner Oberklasse bisher vom Beruf Tochter ist rebellisch und ich empfand sie zuerst etwas naiv, allein schon da sie den Kriegsausbruch als etwas Wunderbares sieht. Allerdings in der Handlung durchläuft auch sie neben den anderen Charakteren eine immense Wandlung. Mir gefiel ihr Engagement für Zachary sehr. Sie meldet sich freiwillig zur Truppenunterstützung und wird aber als Hilfslehrerin eingesetzt. Der erste Einsatz entwickelt sich nicht zufriedenstellend und sie wird gefeuert. Als sie bei der Schulbehörde vorsprechen will lernt sie Tom kennen und es entwickelt sich eine Beziehung. Diese ist nicht nur Marys Familie ein Hindernis. Mary ist mit Hilda befreundet. Hilda ist etwas unscheinbarer als Mary und ist daher etwas weniger die Strahlefrau. Auch erscheint sie auf den ersten Eindruck etwas langweilig aber sie ist standfest und ist eine unerschütterlich gute Freundin. Ihre berufliche Entwicklung beeindruckte mich. Tom ist mit Alistair befreundet. Alistair hat sich freiwillig zur Truppe gemeldet und ist auf Heimaturlaub. Dort treffen alle 4 aufeinander. Und Mary und Alistair verspüren ab da eine besondere Anziehung zueinander. Das macht es nicht gerade einfach, da auch Hildas Interesse an Alistair geweckt ist und auch Mary mit Tom zusammen ist. Allerdings währt das erste Treffen nur kurz und Mary und Alistair bleiben für geraume Zeit durch Briefe verbunden. Tom ist ein unscheinbarer Typ- fast etwas lasch und der ganze Gegensatz zu seinem Freund. Alistair ist eine Persönlichkeit und trotz aller schlimmen Erlebnisse bleibt er sich selbst treu. Alle bekommen die Härte des Krieges zu spüren - mit teilweise dramatischen Folgen. Die Leichtigkeit und das anfängliche Unterschätzen wandeln sich. Mehr möchte ich nicht verraten ;o) Ich habe mich beim Lesebeginn erst etwas eingewöhnen müssen. Das lag wohl auch daran das mir erst (außer Alistair) die Hauptcharaktere wenig sympathisch erschienen. Aber trotzdem sind sie neben der Handlung glaubhaft dargestellt. Die Nebencharaktere wie z.B. der dunkelhäutige Junge Zachary der den Extremismus der englischen Gesellschaft zu spüren bekam wurden gut dargestellt. Der abwechselnde erzählte Perspektivwechsel zwischen Mary und Alistair ist gut gelungen. Den Schreibstil empfand ich speziell aber als ich mich eingelesen hatte gefiel es mir sehr gut und es las sich flüssig. Es lag unter anderem an dem eingebundenem britischen Humor welcher in der geschilderten Zeit und in bestimmten Situationen daherkommt. Auch mochte ich die treffend eingebundenen wörtlichen Reden. Der Spannungsbogen wurde gehalten und das nicht zu erwartende Ende gefiel mir. Fazit: Ein Roman der mir gut gefallen hat da er mich berührt und ergriffen hat. Außergewöhnlich im Stil aber absolut lesenswert! Eine Liebesgeschichte welche in einen Kriegsroman eingewoben ist, aber keine Dreiecksbeziehung bildet. Das hat dem Buch einen Stern gekostet. Die Geschichte ist glaubwürdig dargestellt und hat mich einmal mehr an den Schrecken von Kriegen nachdenken lassen. Aber auch an das Positive was in solch einer schlimmen Situation erwachsen kann: Freundschaft, Zueinanderstehen, Loyalität und Einsatz für seine Mitmenschen. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen

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  • Ein fehlleitender Titel

    Die Liebe in diesen Zeiten
    LeseBlick

    LeseBlick

    05. June 2017 um 17:38

    InhaltsangabeEine große Liebesgeschichte in Zeiten des KriegesMary North ist jung, hübsch und aus guter Familie. In ihrem ganzen Leben musste sie noch nichts Schwereres heben als ein Cocktailglas. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs meldet sie sich impulsiv und voller Enthusiasmus in London zur Truppenunterstützung. Sie wird allerdings ganz unheroisch nur als Hilfslehrerin an einer Schule eingesetzt. Dabei lernt sie Tom kennen, der bei der Schulbehörde arbeitet. Sie fühlen sich sofort zueinander hingezogen... Aber ihre Verlobung begegnet größeren Hindernissen als nur dem Widerstand von Marys Familie. Denn eines Tages kommt Toms Freund Alistair, der sich freiwillig gemeldet hat, auf Heimaturlaub, und sein Zusammentreffen mit Mary löst in ihnen beiden heftige, nie gekannte Gefühle aus. Doch sie werden einander so bald nicht wiedersehen. Briefe sind ihre einzige Möglichkeit, in Verbindung zu bleiben. Und bald überschattet das Drama des Krieges alles andere. Mary und Alistair sehen sich Erfahrungen ausgesetzt, die in ihrem Grauen fast unwirklich erscheinen. Wie lange werden sie noch aneinander Halt finden können?Meine MeinungUnd es war gerade der Titel, der mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht hat. Ich lese unheimlich gerne Bücher, welche in der Weltkriegszeit spielen und die Liebe stand in der damaligen Krisenzeit unter keinem guten Stern. Wie viele Liebende konnten ihre Liebe nicht ausleben, weil die Männer an die Front mussten?Wie viel Liebe zerfloss, weil es so schwer war in Kontakt zu bleiben? Wie viel Glück ist damals zerbrochen, weil der Mann nicht aus dem Krieg zurück kam? Hinsichtlich der Liebe war der Zweite Weltkrieg ein schlimmes Omen und ich war sehr gespannt, wie diese im Klappentext hervorgerufene Dreieckskonstellation im Buch erzählt wird.Der Einstieg ins Buch gelang mir sehr, woran auch der sehr angenehme Schreibstil seinen Anteil hatte. Ich hatte sofort meinen Sympathiecharakter in Alistair gefunden und mochte, wie der Autor den Beginn des 2. Weltkrieges dem Leser näher brachte. Besonders erschreckend waren die Annahmen der Menschen in Bezug auf die Dauer des Krieges. Es stimmte mich als Leserin des Öfteren sehr traurig, wenn viele von 4 Wochen ausgingen und dann voller Optimismus wieder ihr altes Leben aufnehmen wollten. Als Leser und mit ein wenig Geschichtskenntnissen wird uns natürlich sofort klar, wie falsch die Menschen damals lagen.Des Weiteren konnte der Autor es sehr gut darlegen, wie unterschiedlich die Menschen die Kriegssituation an sich damals angenommen bzw. akzeptiert haben. Im Buch haben wir den Lehrer Tom, welcher sich unsterblich in Mary verliebt und sich nichts Sehnlicheres wünscht, als ihr den Hof zu machen und sie als Frau an seiner Seite zu wissen. Den Krieg mit seinem Schrecken bekommt er nur am Rande mit. Sein bester Freund Alistair hingegen meldet sich freiwillig und erfährt am eigenen Leib wie schrecklich die Kriegssituation ist.Schnell wird er geplagt von einer innerlichen Taubheit. Dies zeigt Chris Cleave sehr gut auf, als Alistair seinen Freund Tom und dessen Freundin Mary in London besucht. Alistair steht förmlich neben sich und kann die recht ruhige Atmosphäre in London gar nicht richtig annehmen.Und dann passier das, was der Titel des Buches verspricht. Liebe! Mary und Alistair spüren, dass da etwas ist. Aber keiner wagt den Schritt, weder des Ansprechens, noch den Annäherns. Alistair reist wieder ab, zurück an die Front und Mary bleibt zurück bei Tom.Gesagt sei noch und das erfährt man erst in den angefügten Worten des Autors, dass er in dem Buch in groben Zügen den Werdegang seines Großvaters beschreibt, welcher als britischer Soldat auf Malta diente. Die Zeit des 2. Weltkrieges auf dieser Insel war mir bisher total unbekannt und ich freue mich, dass ich auch hier nun ein paar Bilder vor Augen habe.Bis hierhin konnte ich bei dem Buch total mitgehen, aber dann nahm der Autor einen anderen Weg ein, als ich erwartet habe.____________________________________________________________Bei Büchern, welche sowohl ein Krisenproblem, als auch eine emotionale Komponente mit sich bringen, erhoffe ich mir immer wachsende Charaktere. Figuren, die anfänglich noch nicht wissen, wohin es gehen soll. Unter diesen erschwerten Bedingungen aber einen Weg finden und diesen dann auch mit neu gefundenen Charakterstärken gehen.In diesem Buch enttäuschte mich vor allem der weibliche Hauptcharakter Mary.Mary wusste anfänglich nicht wohin ihre Gefühle sie ziehen, als sie sich dann klar wurde, war es fast zu spät, so schien es. Auch beruflich war sie eine wankelmütige Figur. Erst total enttäuscht über den lapidaren Einsatz als Lehrerin, wollte sie auf einmal gar nicht mehr aufhören, sich um die Kinder zu kümmern. Während der Kriegszeit meldete sie sich mit einer Freundin beim Rettungsdienst, aber auch hier wurde sie von ihren schwachen Eigenschaften übermannt.Alistair, fast am anderen Ende der Welt, denkt an Mary, aber von Liebe kann hier meiner Meinung nach keine Rede sein. Der Titel führt glaub ich viele Leser in die Irre. Gerade die, welche auf der Suche nach einer großen Lovestory sind. In diesem Buch nimmt das Kriegsgeschehen mit seinen psychischen Folgen einen deutlich größeren Stellenwert ein, als die Liebe an sich.Neben dem Titel, hätte ich auch ein anderes Cover gewünscht. Anhand der Trümmer im Hintergrund erahnt man, dass es auch um Zerstörung geht, aber dieses Buch ist meiner Meinung nach deutlich düsterer, als Titel und Cover, vor allem auch die Farbgestaltung es versprechen.____________________________________________________________Mit dem Ende konnte der Autor die Message des Buches noch einmal ganz gut übermitteln. Für mich war es ein ruhiges und zurückhaltendes Ende, aber es stellte sich mir die große und entscheidende Frage:IST LIEBE NACH ALL DIESEM ÜBERHAUPT MÖGLICH?Ob auch andere Leser diese Mitteilung aus dem Ende herauslesen, ist denk ich jedem selbst überlassen.Mein FazitFür mich ist es ein Roman, der viele interessante Eindrücke zur Zeit des Zweiten Weltkriegs in London und auch Malta vermittelt. Auf Grund meiner Kritik an Titel und Cover wird dieses Buch allerdings in einigen falschen Händen landen, einfach weil viele Käufer eine große Lovestory erwarten, welche für mich hier aber eher unterschwellig vorhanden ist. Leser, die sich zurückversetzen lassen wollen in diese Zeit des Krieges, sollten keine Angst vor vielen herzerweichenden Liebesszenen haben und zu dem Buch greifen.

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  • Leserunde zu "Die Liebe in diesen Zeiten" von Chris Cleave

    Die Liebe in diesen Zeiten
    TanjaMaFi

    TanjaMaFi

    Eine große Liebe in Zeiten des Kriegs Als der zweite Weltkrieg ausbricht, ändert es einiges im Leben der jungen Mary North von Grund auf. Mitten im Chaos und im Grauen wird sie nicht nur aus ihrem behüteten Leben herausgerissen, sondern trifft auch auf zwei Männer, die in ihr bisher unbekannte Gefühle wecken ...Dass Liebe tatsächlich zu jeder Zeit alles andere in den Schatten stellen, uns Halt und Mut geben und nicht nur das eigene Leben beeinflussen kann, zeigt Chris Cleave eindrucksvoll in seinem neuen Roman "Die Liebe in diesen Zeiten". Erlebt die berührende Geschichte von Mary, Tom und Alistair in unserer Leserunde!Mehr zum InhaltMary North ist jung, hübsch und aus guter Familie. In ihrem ganzen Leben musste sie noch nichts Schwereres heben als ein Cocktailglas. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs meldet sie sich impulsiv und voller Enthusiasmus in London zur Truppenunterstützung. Sie wird allerdings ganz unheroisch nur als Hilfslehrerin an einer Schule eingesetzt. Dabei lernt sie Tom kennen, der bei der Schulbehörde arbeitet. Sie fühlen sich sofort zueinander hingezogen ... Aber ihre Verlobung begegnet größeren Hindernissen als nur dem Widerstand von Marys Familie. Denn eines Tages kommt Toms Freund Alistair, der sich freiwillig gemeldet hat, auf Heimaturlaub, und sein Zusammentreffen mit Mary löst in ihnen beiden heftige, nie gekannte Gefühle aus. Doch sie werden einander so bald nicht wiedersehen. Briefe sind ihre einzige Möglichkeit, in Verbindung zu bleiben. Und bald überschattet das Drama des Krieges alles andere. Mary und Alistair sehen sich Erfahrungen ausgesetzt, die in ihrem Grauen fast unwirklich erscheinen. Wie lange werden sie noch aneinander Halt finden können?Neugierig geworden? Dann schau gleich in das große Special zum Buch mit vielen tollen Zusatzinformationen und einem großen Interview mit dem Autoren!Mehr zum AutorChris Cleave hat viel Erfahrung in unterschiedlichen Berufen gesammelt so arbeitete er unter anderem als Barmann, Hochseematrose, Journalist, unterrichtete Meeresnavigation und gründete eine Internetfirma. Mittlerweile schreibt er für den englischen "Guardian" und lebt zusammen mit seiner Familie in London.Gemeinsam mit dtv vergeben wir 25 Exemplare von "Die Liebe in diesen Zeiten" unter allen, die sich bis zum 17.04.2017 über den blauen "Jetzt bewerben"-Button bewerben und folgende Frage beantworten:Mary North ist mit ihrem Kollegen Tom verlobt, den Marys Familie nicht standesgemäß findet. Mit dessen Freund Alistair, der als Soldat an der Front kämpft,  verbinden sie jedoch heftige Gefühle und ein heimlicher  Briefwechsel. Für wen würdet ihr euch an ihrer Stelle entscheiden, wenn euer Leben oder das eures Geliebten jeden Tag vorbei sein kann?Ich freue mich auf deine Antworten und drücke dir die Daumen!* Bitte beachtet auch unsere Richtlinien zur Teilnahme an Leserunden und Buchverlosungen

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    • 602
    Crazy-Girl6789

    Crazy-Girl6789

    05. June 2017 um 00:31
    MarySophie schreibt Tom ist mir immer noch ein sehr blasser Charakter. Für mich ist er eine kleine graue Maus, die immer nur durch die Gegend huscht, den man aber nie wirklich wahrnimmt. Diese Tatsache finde ich in ...

    Das finde ich eben auch. Im Bunker hat man ihn kaum wahrgenommen..... Traurig ist es, aber er könnte etwas dagegen tun wenn er wollen würde.

  • Rezension "Die Liebe in diesen Zeiten"

    Die Liebe in diesen Zeiten
    Seelenlesezeichen

    Seelenlesezeichen

    03. June 2017 um 16:48

    Inhalt Eine große Liebesgeschichte in Zeiten des Krieges Mary North ist jung, hübsch und aus guter Familie. In ihrem ganzen Leben musste sie noch nichts Schwereres heben als ein Cocktailglas. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs meldet sie sich impulsiv und voller Enthusiasmus in London zur Truppenunterstützung. Sie wird allerdings ganz unheroisch nur als Hilfslehrerin an einer Schule eingesetzt. Dabei lernt sie Tom kennen, der bei der Schulbehörde arbeitet. Sie fühlen sich sofort zueinander hingezogen ... Aber ihre Verlobung begegnet größeren Hindernissen als nur dem Widerstand von Marys Familie. Denn eines Tages kommt Toms Freund Alistair, der sich freiwillig gemeldet hat, auf Heimaturlaub, und sein Zusammentreffen mit Mary löst in ihnen beiden heftige, nie gekannte Gefühle aus. Doch sie werden einander so bald nicht wiedersehen. Briefe sind ihre einzige Möglichkeit, in Verbindung zu bleiben. Und bald überschattet das Drama des Krieges alles andere. Mary und Alistair sehen sich Erfahrungen ausgesetzt, die in ihrem Grauen fast unwirklich erscheinen. Wie lange werden sie noch aneinander Halt finden können? Meine Meinung  Beim Lesen des Klappentextes geht man davon aus, dass es sich um eine Liebesgeschichte handelt, dies ist aber nicht der Fall. Es ist eine Geschichte über den 2. Weltkrieg in welcher die Liebe eigentlich nur im Hintergrund steht.  Als Leser begleitet man verschiedene Charaktere durch die Zeit des Krieges. Erlebt wie die Charaktere den Krieg erleben und wie er sie verändert.  Die Hauptperson ist Mary, welche aus der Oberschicht kommt. Gleich zu Beginn des Krieges meldet sie sich als Lehrerin und ist total vom Krieg begeistert. Sie findet alles toll und ist meiner Meinung nach total naiv. Durch ihr naives und kindliches Verhalten im Zusammenhang des Krieges, war sie mir von Anfang an total unsympathisch.  Neben Mary sind Tom und auch Alistair weiter Hauptcharaktere. Die beiden sind schon lange Freunde, werden aber „getrennt“, als Alistair in den Krieg zieht und Tom zuhause bleibt. Tom hat für mich im ganzen Buch sehr unscheinbar gewirkt. Er hatte meiner Meinung nach überhaupt keinen Mumm und Ehrgeiz und hat eigentlich nur zusammen mit Mary in den Tag hineingelebt. Er war mir wir Mary auch nicht wirklich sympathisch. Anders war es mit Alistair, er ist in den Krieg gezogen und hat sich trotz allem was ihm widerfahren ist nicht unterbekommen lassen.  Durch den Schreibstil des Buches ist es mir zu Beginn etwas schwer gefallen ins Buch reinzukommen. Einige Situationen waren viel zu lange beschrieben, wodurch es sich für mich sehr gezogen hat. Anders war es dann am Ende, dies hätte für mich noch etwas länger sein können, es war etwas abrupt.  Sehr schade fand ich es, dass die Briefe, welche laut Klappentext ein wichtiger Teil des Buches sein sollten, sehr im Hintergrund standen und dass es eigentlich nur vereinzelnd Briefe gab, welche aber sehr unscheinbar waren.  Fazit „Die Liebe in diesen Zeiten“ ist kein Liebesroman, so wie man es nach dem Klappentext denken könnte, es ist ein Roman über den zweiten Weltkrieg. Ich hatte mir das Buch ganz anders vorgestellt und fand es etwas schade, dass die Handlung im Buch so ganz anders ist, als der Klappentext es verspricht. 

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  • Mehr als nur ein Liebesroman

    Die Liebe in diesen Zeiten
    tootsy3000

    tootsy3000

    03. June 2017 um 15:46

    Der Verlagstext trifft den Inhalt der Geschichte zwar recht gut, der Verlauf ist aber doch ganz anders wie oben dargestellt. Der Roman ist alles andere als nur eine tragische Liebesgeschichte in der zwei Menschen der Sehnsucht nach dem Anderen nachhängen. Ein Roman über Liebe, Freundschaft, Mut und Verlust in Zeiten des Krieges, so steht es am Buchrücken. Das beschreibt in wenigen Worten diese großartige Geschichte genau. Mary und Alistair, die beiden Hauptfiguren, treffen erst kurz vor Ende des ersten Drittels aufeinander. Er ist sofort fasziniert von der jungen Frau, die Freundin seines besten Freundes, die er sich so ganz anders vorgestellt hat. Auch Mary findet Alistair interessant, doch liebt sie Tom und die Hochzeit ist schon geplant. Die Wege der Beiden trennen sich nach nur wenigen Stunden. Er muss zurück zu seiner Einheit an die Front und sie zu ihrer Aufgabe als Hilfslehrerin. Viele der Kinder – die Hübschen, Klugen und Gesunden – wurden von der Behörde vorsorglich aufs Land in Sicherheit gebracht. Doch die weniger Hübschen, die Krüppel, die Kranken und die Schwarzen wurden zurück gelassen. Diese Situation ist für Mary untragbar und sie beschließt mit Toms Hilfe, diese Kinder weiterhin zu unterrichten. Während einer verheerenden Bombennacht, stirbt Tom. Nach Monaten der Trauer fängt Mary an Alistair zu schreiben. Dieser ist auf Malta stationiert und erlebt dort die Grausamkeiten des Krieges. Luftangriffe stehen an der Tagesordnung, der Seeweg ist blockiert, sodass die Menschen irgendwann fast am Verhungern sind, nur wenige Versorgungsflüge erreichen die Insel. Als Alistair eines Tages einem abgestürzten Piloten beistehen möchte, verletzt ihn dieser schwer an der Hand. Monate später kommt er endlich mit Hilfe eines Vorgesetzten auf einen Rettungsflug. Doch wird er die Heimat nicht erreichen….. Man möchte sich diese schlimme Zeit mit all ihren Grausamkeiten gar nicht vorstellen, doch ist es in der Geschichte so bildhaft dargestellt, dass man gar nicht darum herum kommt. Auch kaum vorstellbar dieser Enthusiasmus den die Menschen, vor allem die Zivilbevölkerung, entwickelt haben ist kaum vorstellbar. Der Glaube der Leute daran, dass dieser Krieg nur von kurzer Dauer und die Nazis im Null Komma Nix wieder in ihre Schranken gewiesen werden, war schon erschreckend. Mary und Alistair verkörpern diese Euphorie und Überzeugung auf sehr realistische Weise. Während Alistair bereits bei seiner Ausbildung zum Soldaten erkennen musste, wie falsch er mit seiner Meinung lag, erfasste Mary erst viel Später, nach Toms Tod und der Zerstörung der Stadt, welchem Irrglauben sie verfallen war. Als Leser wird man tief in die Geschehnisse um die beiden Hauptfiguren hineingezogen. Man erlebt die Schrecken, aber auch die schönen Momente dieser Zeit hautnah mit. Die Frontszenen auf Malta sind schrecklich. Der Großvater des Autors erlebte die Angriffe der Deutschen und die Hungersnot am eigenen Leib. Der Roman birgt auch etwas Autobiographisches in sich. Dies und die Entstehung des Romans erfährt man im Nachwort des Autors. Es sorgte bei mir dafür, sich das Gelesene noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen. Die Schrecken Revue passieren zu lassen, und sich die Menschen dieser Zeit vor Augen zu führen. Den deutschen Titel finde ich zu simpel gehalten und passt nicht wirklich zum Verlauf der Geschichte. “Everyone Brave Is Forgiven” – “Jedem Mutigen ist vergeben” – ja klingt auf Englisch einfach besser. Auf dem Cover die Zerstörung, bis auf den Briefkasten in den die junge chique gekleidete Frau ihre Post einwerfen will, gefällt mir recht gut. Der Hut kommt meiner Erinnerung nach auch in der Geschichte vor. Mein Fazit: Ein Roman der mir regelrecht unter die Haut gegangen ist. Der kein Blatt vor den Mund nimmt, Ausdrücke verwendet die heute auf gar keinen Fall mehr gebraucht werden sollen/dürfen, die schrecklichen Zeiten auf eindrückliche und bedrückende Weise darstellen. Ein Roman der von der Sprache her einfach zu lesen ist, den man aber nach der letzten Seite nicht einfach zuklappt und vergisst!

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  • Eine ferne Liebe in Kriegszeiten

    Die Liebe in diesen Zeiten
    EvelynM

    EvelynM

    02. June 2017 um 17:21

    Der Roman ist in 3 Teilen geschrieben (1. Bewahrung, 2. Zermürbung, 3. Wiederherstellung) und erstreckt sich von September 1939 bis Juni 1942. Die Handlung spielt im kriegsgebeutelten London und auf der Insel Malta, die von britischen Soldaten verteidigt wird. Als im September 1939 Großbritannien dem Deutschen Reich den Krieg erklärt, nehmen die Bewohner Londons dies meist gelassen hin. Mary North, aus guter Familie und recht unbedarft, meldet sich voller Euphorie freiwillig für den Kriegsdienst. Entgegen ihrer Erwartungen wird sie „nur“ als Hilfslehrerin eingesetzt und als sie sich bei der Evakuierung der Kinder aufs Land mit ihrer Vorgesetzten überwirft, wird sie als ungeeignet entlassen. Mit ihrem Trotzkopf und einem langen Atem bedrängt sie Tom, der bei der Schulbehörde arbeitet, ihr eine neue Anstellung als Lehrerin zu geben. Tom lässt sich von Mary einwickeln und gibt ihr eine Klasse von Kindern, die aufgrund ihrer Hautfarbe oder Unzulänglichkeiten auf dem Land nicht aufgenommen und somit in London zurück gelassen wurden. Zu ihnen gehört der kleine, farbige Zachary, dessen Vater in einer Minstrel-Show auftritt. Hilda, Marys Freundin, kann nicht verstehen, dass sich Mary tatsächlich um diese Kinder kümmern und sie unterrichten will. Mit der Zeit entwickelt sich zwischen Tom und Mary eine Beziehung und so entsteht auch die Idee, sich zu viert zu treffen. Toms Mitbewohner Alistair, der sich freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet hatte, soll mit Hilda „verkuppelt“ werden. Doch das Treffen gestaltet sich ganz anders, denn von der ersten Sekunde an, fühlen sich Alistair und Mary unwiderstehlich zueinander hingezogen. Doch Mary hält an Tom fest und Alistair kehrt an die Front zurück. Hilda schreibt Alistair, denn sie hat sich in ihn verliebt. Doch ihr entgeht nicht, dass zwischen Alistair und Mary eine große Anziehungskraft besteht. Das führt nicht nur zu Unstimmigkeiten zwischen Hilda und Mary, sondern überschattet auch die Beziehung von Tom und Mary. Während die Bombardierung von London durch deutsche Kampfflieger beginnt, kümmert sich Mary liebevoll um ihre Schüler und vollzieht eine langsame Wandlung in ihrem Wesen. Von Blitzkrieg ist in der Bevölkerung nun keine Rede mehr und die Flucht in die Schutzkeller, der Fliegeralarm und das Rationieren von Lebensmitteln gehören mit der Zeit zum Alltag. Nur an Marys Familie scheint dies spurlos vorüberzugehen. Ihr Vater kümmert sich um Sitzungen im Ministerium und ihre Mutter versucht den guten Ruf der Familie zu wahren, was nicht ganz leicht ist, wenn die Tochter sich nicht standesgemäß verliebt und verhält. Dann schlägt das Schicksal gnadenlos zu, nimmt Mary während einer Theateraufführung geliebte Menschen und sie erleidet ein schweres Trauma. In einer ganz anderen Situation findet sich Alistair auf der kargen Insel Malta wieder, wo er sich nicht nur auf die Belagerung durch die deutschen Truppen einstellen, sondern stets als Vorbild für seine Untergebenen stark sein muss. Er kämpft gegen Hunger, Tod, Hass, Verletzungen und den Unwillen der Malteser. Trotz der Grausamkeit des Krieges versucht er, sich seine Nächstenliebe und Menschlichkeit zu bewahren. Nicht zuletzt hilft ihm auch der Briefwechsel mit Mary, den die beiden heimlich angefangen haben. In seiner Geschichte um Mary, ihre Freundin Hilda, Tom und seinen Freund Alistair verbindet Chris Cleave eine sehnsuchtsvolle Liebesgeschichte mit dem Drama des 2. Weltkriegs, der über London und auf Malta wütet. Das Augenmerk des Autors liegt dabei mehr auf dem Kriegsgeschehen und dessen Auswirkungen auf die Menschen und deren Beziehungen, als auf eine Liebesgeschichte bzw. Dreiecksbeziehung, wie der Covertext vermuten lässt. Dabei zieht er den Spannungsbogen von der ersten bis zur letzten Seite gekonnt durch, so dass der Leser sich weder dem Geschehen noch den Personen entziehen kann. Es entwickelt sich ein intensiver Roman, der die Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung aber vor allem auf die Soldaten in dieser zerstörerischen und grausamen Zeit beschreibt. Der gefühlvolle Schreibstil ist mit feinem Humor – vor allem in den Dialogen – durchsetzt und die Erzählweise wird von Seite zu Seite plastischer und beschwört Bilder von Zerstörung, Hass, Verlust, Angst, aber auch Kameradschaft, Freundschaft und Liebe herauf. Zudem befasst sich Chris Cleave auch mit dem Rassenproblem und Marys Morphium-Missbrauch, der durchaus nachvollziehbar, aber dadurch nicht weniger schlimm ist. Hier begegnen sich Mensch, die in Friedenszeiten gar nichts gemeinsam haben und wachsen – wie Mary und Alistair – über sich hinaus. Überhaupt sind die Charaktere im Buch interessant und lebhaft beschrieben und ihre Handlungen nachvollziehbar. Nur Tom bleibt etwas blass im Hintergrund. Wie sich ständige Alarmbereitschaft, die Bombardierung durch die deutsche Streitmacht, die Belagerung durch den Feind und Hunger aufgrund der Lebensmittelknappheit auf die menschliche Psyche auswirken, wird eindrucksvoll geschildert und wirkt sehr bedrückend. Dazu passt das Zitat ganz hervorragend: „Zentausende waren gestorben, und wer übrigblieb, war krank vor Elend. Dies war eine Eigenschaft des Krieges, vor der einen niemand warnte: dass der Tod die Krankheit der Lebenden war, ein Gift, das sich im Körper sammelte.“ (Seite 342 vorletzter Abschnitt) Am besten gefällt mir die Veränderung von Mary, die als verwöhnte Tochter aus gutem Hause sich gegen ihre Eltern durchsetzt und als Lehrerin ihr Herz für ausgegrenzte Kinder entdeckt. Gerade Zachary steht sie liebevoll zur Seite und das bewundere ich an ihr. Zu jener Zeit war ihr Verhalten undenkbar, vor allem da ihr Vater ungeachtet des Krieges seine politische Karriere unterstützt von Marys Mutter vorantreibt. Marys Mutter stellt für mich die typische Frau von Stand dar, die sich um Haus, Kinder und die Karriere ihres Mannes kümmert und dabei nicht über den Tellerrand blicken kann oder will. Es scheint, als ginge der Krieg spurlos an ihr vorüber. Alistair steht im Gegensatz zu Tom mit beiden Beinen im Leben und versucht, sich sein Mitgefühl und seine Werte auch in den schwierigsten Situationen zu bewahren. Die zarte Liebe zwischen Mary und Alistair steht für mich für die Hoffnung, dass auch in den schlimmsten Ruinen etwas Schönes und Großartiges entstehen kann. Dazu passt auch das Cover mit dem Bild eines zerstörten Gebäudes und der elegant gekleideten Frau im Vordergrund, die auf einen Briefkasten zugeht. Der Titel „Die Liebe in diesen Zeiten“ finde ich etwas holprig. Das Ende des Buches finde ich besonders gelungen. Ein klassisches Happy End wäre für mich unpassend gewesen und auch nicht glaubwürdig. Insgesamt finde ich das Buch gelungen und es hat mir viele schöne Lesestunden beschert. Die geschichtlichen Fakten zum Krieg in London waren mir bisher unbekannt und daher finde ich den Roman sehr spannend, aber auch die Schilderungen der Verstümmelungen und das Leid der Bevölkerung und der Soldaten wirklich beängstigend. Die Liebesgeschichte zwischen Mary und Alistair ist  dabei etwas in den Hintergrund geraten, was ich schade finde. Da hatte ich einfach etwas mehr erwartet.

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  • Tiefgründiger als erwartet

    Die Liebe in diesen Zeiten
    Buecherwurm1973

    Buecherwurm1973

    28. May 2017 um 23:24

    Mary North, ein junges Mädchen aus gutem Haus, möchte ihrem Land im Krieg dienen. Sie meldet sich freiwillig und wird als Hilfslehrerin eingeteilt. Dort lernt sie Tom kennen. Die beiden verlieben sich und beschliessen zu heiraten. Eines Tages kommt Toms Freund Alistair, der sich freiwillig gemeldet hat, auf Heimaturlaub. Mary und Alistair fühlen sich sofort vom anderen angezogen.   Abwechselnd werden Marys und Alistairs Kriegserlebnissen beschrieben. Mary ist in London den Bombardierungen ausgesetzt und verliert dabei ihren Verlobten. Alistair ist mit seiner Truppe in Malta in einem Fort stationiert. Anfangs schreiben sie sich gegenseitig und geben sich so Halt. Später müssen die Gedanken aneinander reichen. Mary entwickelt sich vom verwöhnten Mädchen aus der Oberschicht zur einer jungen Frau, der ihr Stand in der Gesellschaft egal ist. Sie will den Schwachen helfen.Chris Cleave hat einen extrem bildhaften Schreibstil. Ihm gelingt es nicht nur Bilder heraufzubeschwören, sondern gibt einem auch das Gefühl mitten im Krieg zu stehen. Man spürt diese Grausamkeit, die sowohl die Soldaten als auch die Zivilisten durchmachen müssen. Ich habe allerdings einen Kritikpunkt, zu lange hat der Autor die Protagonisten flapsigen Dialogen ausgesetzt. Anfangs haben diese für Lockerheit und Schmunzler gesorgt. Auch wenn die Londoner das Gefühl hatten, der Krieg dauere nur ein paar Tage, waren witzige Dialoge sicher fehl am Platz. Der Klapptext verspricht eine Liebesgeschichte. Dies ist sicherlich nicht der Fall. Es ist eine Kriegsgeschichte, wenn nicht so sogar eine ziemlich realistische Chronik. 

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  • Die Liebe in diesen Zeiten

    Die Liebe in diesen Zeiten
    MarySophie

    MarySophie

    27. May 2017 um 11:32

    „Tom würde bald begreifen, dass es nicht Wichtigeres gab als Mary North – dass es nur ihre Zauberkraft war, die die Planeten in ihrer Bahn hielt und die Milch daran hinderte, sauer zu werden.“ Handlung:Mary North meldet sich kurz nach Kriegsbeginn zur Truppenunterstützung und wird einer Schule als Lehrerin zugeordnet, nicht gerade ihre Wunschtätigkeit. Viel lieber hätte sie für ihr Heimatland England als Spionin gearbeitet. Doch in ihrem neuen Job lernt Mary Tom kennen, den Leiter des Schulbezirks. Zwischen den Beiden entwickelt sich erst eine Freundschaft, aus der später Liebe wird.Währenddessen hat sich Alistair, der beste Freund und Mitbewohner von Tom, freiwillig als Soldat gemeldet. Er erlebt nun all die schrecklichen Ereignisse des Krieges hautnah mit, den Hunger, die Angst vor dem Sterben, sowie den Tod von Kameraden.Als Alistair eines Tages auf Heimaturlaub ist, trifft er sowohl seinen besten Freund Tom wieder, als auch dessen Freundin Mary. Dieses Zusammentreffen löst sowohl in Mary, als auch in Alistair Gefühle füreinander aus, jedoch muss Alistair wieder zurück zu seiner Truppe und Mary ist noch in einer Beziehung mit Tom. Die einzige Möglichkeit, wie die Beiden in Verbindung bleiben können, sind Briefe.Alle drei Protagonisten erleben dabei Dinge, die sich nur schwer in Worte fassen lassen und die sie voneinander trennen. Wie werden Mary, Tom und Alistair mit den Geschehnissen und Erlebnissen umgehen? Cover:Wenn man das Cover betrachtet und den Klappentext kennt, denkt man sofort, dass hier ein wunderbarer Bezug besteht. Eine Dame, in der damals modernen Kleidung, welche durch Schutthaufen geht, im Hintergrund sieht man Kriegszerstörungen. Mir gefällt das Cover außerordentlich gut, ich finde, es hat etwas sehr nostalgisches und zeigt schonungslos, wie es im Krieg wirklich ausgesehen hat. Ich finde es sehr stimmig und passend.Den Klappentext finde ich jedoch sehr verwirrend und absolut nicht zu dem Roman passend. Nachdem ich den Klappentext das erste Mal gelesen hatte, dachte ich, es handelt sich um eine romantische und schnulzige Dreiecksbeziehung zwischen Mary, Alistair und Tom während des zweiten Weltkrieges. Ich dachte, die Liebesbeziehung steht im Vordergrund, der Krieg dient nur als Schauplatz für die Geschichte. Jedoch ist genau das Gegenteil der Fall. Die Liebe taucht nur in wenigen Szenen auf, hauptsächlich dreht sich das Buch um den Krieg und wie die Protagonisten damit umgehen, sowie, was sie erleben. Durch diesen irreführenden Klappentext hatte ich andere Erwartungen an die Geschichte, wurde jedoch positiv überrascht und keinesfalls enttäuscht. Schreibweise:Von der ersten Seite war ich hin und weg, wie der Roman geschrieben wurde. Die Schreibweise war gleichzeitig schonungslos, als auch zurückhaltend und für mich sehr bildhaft. Sehr häufig hatte ich beim Lesen ein Bild der jeweiligen Szene vor Augen, so exakt wurde sie beschrieben.Durch die verschiedenen Erzählperspektiven (nicht nur Mary, Tom und Alistair kommen zu Wort, sondern auch andere Protagonisten) erlebt man den Krieg durch die Augen eines Soldaten, einer jungen Frau, die einer reichen Familie entstammt, sowie des Beamten Toms, der mit sich selbst nicht im reinen ist, ob er sich nun als Soldat melden soll oder nicht. Dadurch erfährt man als Leser sehr gut, wie unterschiedlich der Krieg wahrgenommen wurde und wie die Protagonisten mit den Erlebnissen umgegangen sind. Dabei wurden sie Szenen nicht immer nur ernst gehalten, sondern es gab auch kleine Scherze und Anspielungen, die die Situationen teilweise etwas aufgelockert haben. Protagonisten:Wie schon erwähnt, sind die drei Hauptprotagonisten Mary, Tom und Alistair. Alle haben einen anderen Charakter, sie ähneln sich in wenigen Dingen. Den gesamten Roman über hatte ich mit ihnen ein wenig meine Probleme. Von den ganzen Haupt- und Nebenprotagonisten war mir lediglich Alistair sympathisch, alle anderen fand ich zu blass und eigensinnig dargestellt. Tom war immer zögerlich und sehr zurückhaltend, ich hatte häufig das Gefühl, dass er sich nicht vollkommen frei entfalten konnte (wegen des Krieges und der etwas aufdringlichen Mary) und dadurch nicht sein wahres Wesen zeigen konnte. Mary dagegen fand ich zu bestimmend und auch sehr kindlich. Sie hat zwar im Verlauf des Romans eine große Wandlung vollzogen, ich bin mir aber nicht sicher, ob diese in die richtige Richtung ging. Sie hat einen Charakter und eine Art, bei der ich mir sehr sicher bin, dass ich auch im wahren Leben nicht mit ihr klarkommen würde. Lediglich Alistair fand ich durchweg interessant und sympathisch. Seine Schilderungen des Krieges haben mich auch am Meisten mitgenommen und mit ihm habe ich am meisten mitgefiebert. Er ist in seinem Leben angekommen, hat sich Selbstsicherheit erworben und vertritt seine Meinung. Für mich wirkte er als einziger menschlich und natürlich (er hat sich keine Maske aufgesetzte, nur um anderen zu gefallen). Fazit:Von der ersten bis zur letzten Seite hat mir das Buch sehr gut gefallen und in seinen Bann gezogen. Ich war besonders angetan von der Schreibweise, die teilweise etwas magisches an sich hatte und für mich das Highlight des Romans war. Zwar konnte ich keine Sympathien für die meisten Protagonisten aufbauen, die ist für mich jedoch nicht der Hauptpunkt bei der Bewertung eines Buches. Es ist immer ein nettes Extra, wenn die Protagonisten von der ersten Sekunde an sympathisch sind, jedoch habe ich auch kein Problem, wenn es mal umgekehrt ist. Man sollte sich nicht auf den Klappentext verlassen, welcher teilweise eine andere Geschichte verspricht, und dem Buch nicht gerecht wird.

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  • Die Liebe in diesen Zeiten

    Die Liebe in diesen Zeiten
    twentytwo

    twentytwo

    25. May 2017 um 16:06

    Bereits wenige Minuten nachdem der Zweite Weltkrieg erklärt wurde verpflichtet sich Mary North zur freiwilligen Truppenunterstützung. Als Tochter aus gehobenenKreisen, ist ihr klar dass sie damit bei ihren Eltern auf Unverständnis stößt und diese darauf mit wenig Begeisterung reagieren. Ihre Vorstellungen über das was sie erwartet sind allerdings äußerst vage, doch dass sie als Hilfslehrerin eingesetzt werden soll, überrascht sie trotzdem. Aber sie nimmt die Herausforderung an und mit der Zeit findet sie Gefallen an dem Job. Wenige Wochen später lernt sie Tom kennen und lieben. Doch als sie Toms Freund Alistair, während seines Heimaturlaubs begegnet, bekommt die Beziehung erste Risse. Mary und Alistair, die den ganzen Krieg über in schriftlichem Kontakt bleiben, schaffen es trotz aller Grausamkeit des Krieges, ihren Humor nicht zu verlieren. So geben sie sich trotz der räumlichen Distanz gegenseitig Halt und Zuversicht und es gelingt ihnen sich eine trügerische Hoffnung zu bewahren.FazitEin zeitgeschichtlich interessanter Roman, der die Auswirkungen und Grausamkeiten des Zweiten Weltkriegs, verpackt in eine Liebesgeschichte, teilweise etwas zu langatmig beschreibt.

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  • Ganz anders als erwartet, aber richtig gut!

    Die Liebe in diesen Zeiten
    krissysch

    krissysch

    21. May 2017 um 20:34

    Als der Zweite Weltkrieg in London verkündet wird, lässt die junge Mary North alles stehen und liegen und meldet sich sofort als Hilfskraft zur Unterstützung an. Doch statt den von ihr erwarteten Aufgaben bekommt sie eine Stelle als Hilfslehrerin und muss nicht nur dabei helfen, Kinder aufs Land zu evakuieren, sondern auch die zurückgeblieben Kinder im Alleingang unterrichten. Dabei lernt sie Tom kennen, der für die Schulen verantwortlich ist und schnell entwickelt sich mehr zwischen den beiden. Während Mary mit ihrer neuen Aufgabe zu kämpfen hat, plagen Tom die Gewissenbisse, denn im Gegensatz zu seinem Freund und Mitbewohner Alistair hat er sich nicht freiwillig für den Krieg gemeldet. Dieser muss, mit dem harten Leben an der Front konfrontiert, ebenfalls mit einigen Problemen kämpfen. Seine einzigen Lichtblicke sind die Besuche in der Heimat, bei denen er nicht nur Tom, sondern auch Mary trifft..   Obwohl ich das Cover dieses Buches wunderschön finde, muss ich gestehen, dass ich sowohl dieses als auch den Klappentext sehr irreführend finde. Beide lassen eine Liebesgeschichte zu Kriegszeiten vermuten und werden dem eigentlich Inhalt dieses Buches, dessen Fokus viel mehr auf dem Krieg als der Liebesgeschichte liegt, keineswegs gerecht.   Auch ich bin mit der Vermutung an das Buch herangegangen, dass hier die Beziehung von Tom, Mary und Alistair im Vordergrund steht und es zu einem Liebesdreieck kommt (was aber nicht der Fall ist!) und war positiv überrascht, dass diese Geschichte nicht nur viel mehr zu bieten hat, sondern auch viel tiefgründiger, viel rührender, viel authentischer ist, als ich je erwartet hätte.   Der Schreibstil des Autors ist für diese Geschichte einfach perfekt. Er hat die perfekte Balance aus ausschmückenden und nüchtern beschreibenden Worten, sodass die Geschehnisse, besonders die an der Front bei Alistair, sehr authentisch wirken und man ihm das Geschehen total abkauft. Es gibt leichtere Szenen, fröhliche Szenen, schöne Szenen, und dann wieder Szenen, in denen man so überrumpelt wird vom Krieg und dessen Auswirkungen, dass man dieses Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen kann.   Neben Tom, Alistair und Mary mochte ich besonders zwei Nebenfiguren sehr gern: Hilda, Marys beste Freundin, und Zachariah, einer von Marys Schülern. Zusammen mit den anderen Charakteren bieten sie der Geschichte eine abwechslungseiche Mischung aus verschiedensten Typen und Charakteren. Mit der Zeit merkt man jedoch auch, wie sehr der Krieg diese abstumpft und die einst schillernd hoffnungsvollen Charaktere immer mehr abstumpfen, was ich wahnsinnig gut gemacht finde.   Entgegen des äußeren Anscheins hat dieses Buch also so viel mehr zu bieten und ist eine riesige Leseempfehlung von mir. Ein Blick hinter die romantisch verklärt wirkende Fassade lohnt sich! Es gab Szenen, die mich sehr berührt haben und selbst nach dem Lesen musste ich immer wieder an Mary, ihre Schule und ihre Geschichte denken.

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  • Die Liebe in diesen Zeiten

    Die Liebe in diesen Zeiten
    Klusi

    Klusi

    21. May 2017 um 13:45

    Klappentext:Mary North ist jung, hübsch und aus guter Familie. In ihrem ganzen Leben musste sie noch nichts Schwereres heben als ein Cocktailglas. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs meldet sie sich impulsiv und voller Enthusiasmus in London zur Truppenunterstützung. Sie wird allerdings ganz unheroisch nur als Hilfslehrerin an einer Schule eingesetzt. Dabei lernt sie Tom kennen, der bei der Schulbehörde arbeitet. Sie fühlen sich sofort zueinander hingezogen ... Aber ihre Verlobung begegnet größeren Hindernissen als nur dem Widerstand von Marys Familie. Denn eines Tages kommt Toms Freund Alistair, der sich freiwillig gemeldet hat, auf Heimaturlaub, und sein Zusammentreffen mit Mary löst in ihnen beiden heftige, nie gekannte Gefühle aus. Doch sie werden einander so bald nicht wiedersehen. Briefe sind ihre einzige Möglichkeit, in Verbindung zu bleiben. Und bald überschattet das Drama des Krieges alles andere. Mary und Alistair sehen sich Erfahrungen ausgesetzt, die in ihrem Grauen fast unwirklich erscheinen. Wie lange werden sie noch aneinander Halt finden können? Mein Eindruck:Liest man den Titel und den Klappentext, entsteht meiner Meinung nach ein völlig falscher Eindruck, denn so mancher wird dahinter eine Liebesgeschichte mit einer Dreiecksbeziehung vermuten, was jedoch nicht zutrifft. Mary North, eine lebenslustige junge Frau aus gutem Hause, möchte etwas anderes tun als im Ritz Cocktails zu trinken oder Teegesellschaften zu besuchen. Als der Krieg ausbricht, meldet sie sich freiwillig und wird als Lehrerin eingeteilt. Die meisten Kinder sind aufs Land evakuiert, und so bleiben nur ein paar Außenseiter, die Mary unterrichten kann. Unter ihnen ist der farbige Zachary. Das Schicksal des Jungen berührt sie, und zwischen Lehrerin und Schüler entsteht eine Art Kameradschaft. Für ihre Toleranz, Minderheiten gegenüber muss Mary häufig büßen, denn so schrecklich die Ereignisse des Kriegs auch sind, so tief verwurzelt und stark sind die Vorurteile der Menschen, und für die Londoner kommt es fast einem Kriegsverbrechen gleich, farbige Kinder zu unterrichten und sich gar mit ihnen auf der Straße blicken zu lassen.Mary ist mir sehr sympathisch. Obwohl sie es "nicht nötig hätte", zu arbeiten, möchte sie etwas tun, um ihr Land im Krieg zu unterstützen. Ihre offene, tolerante Art, ihr Gerechtigkeitssinn und wie sie mit ihren Schülern umgeht, gefällt mir sehr. Tom, den Mann an ihrer Seite, hat sie bei ihren Bemühungen um die Stelle als Lehrerin kennengelernt. Bei dieser Verbindung ist der Begriff „Gegensätze ziehen sich an“ sehr passend, denn Tom ist ruhig, in sich gekehrt und besonnen, wo Mary impulsiv und leidenschaftlich reagiert.Alistair ist Toms bester Freund. Als er auf Heimaturlaub nach London kommt, unternehmen sie einiges zu viert, zusammen mit Marys Freundin Hilda, von Mary und Tom mit dem Hintergedanken, aus ihren besten Freunden könnte vielleicht auch ein Paar werden. Aber bald schon muss Alistair wieder zurück nach Malta, zu seinem Stützpunkt. Starke, aber widersprüchliche Gefühle hat er mit im Gepäck, denn einerseits findet er Hilda durchaus sympathisch, aber Mary geht ihm nicht aus dem Kopf.Der Roman ist abwechselnd aus Marys Sicht und aus Alistairs Blickwinkel geschildert. Sie sind die Protagonisten der Geschichte. Im Verlauf der Kriegsjahre erleben sie so viel Schreckliches, dass sie emotional und körperlich hart an ihre Grenzen kommen.Chris Cleave hat einen sehr besonderen Schreibstil, der in der Übersetzung von Susanne Goga-Klinkenberg hervorragend bewahrt wurde. Sprachgewaltig und bildhaft, mit starken Metaphern und jeder Menge Sarkasmus, bringt der Autor die Schrecken und die Folgen des Krieges zum Ausdruck, so dass man sich dem dramatischen Szenario nicht entziehen kann. Der britische Humor, der häufig mitschwingt und nur allzu oft in Galgenhumor mündet, kann nicht über den Wahnsinn hinwegtäuschen, der sich während der Kriegsjahre abgespielt hat. Die Beschreibungen der zerstörten Orte und gebrochenen Seelen sind von einer traurigen Poesie.Ja, es ist auch eine sehr berührende Liebesgeschichte, aber wer Romantik sucht, wird sie hier ganz sicher nicht finden. Der Wahnsinn des Kriegs und was er mit und aus den Menschen macht, steht hier im Vordergrund. Dies zu verdeutlichen, ist vermutlich auch das Hauptanliegen des Autors und der Beweggrund, diesen Roman zu schreiben. Starke Charaktere, als reale Vorbilder für die Protagonisten hat er dabei in seiner eigenen Familie, bei seinen Großeltern, gefunden.

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  • Eine seltsame Liebesgeschichte im Zweiten Weltkrieg

    Die Liebe in diesen Zeiten
    DonnaVivi

    DonnaVivi

    20. May 2017 um 19:45

    Chris Cleave deutet mit „Die Liebe in diesen Zeiten“ eine Liebesgeschichte an, doch die Romanze lässt lange auf sich warten. Vielmehr wird im Roman die Möglichkeit gezeigt, dass sich Menschen unter allen Umständen – auch im Krieg – verlieben können, und dass es trotzdem keine Garantie zum Glück ist. Es geht jedoch um wesentlich mehr: Nach kurzer Einleitung wird man intensiv mit Antikriegsgedanken bombardiert. Die Brutalität der Kriegsszenen beherrscht die Erzählung, die Absurdität der Handlungen sowohl im zivilen als auch im militärischen Umfeld werden kritisch dargestellt – eine ziemlich klare Stellungnahme des Autors. Also doch ein Antikriegsroman mit Nebenhandlung. Als Gegenpol zu den negativen Gedanken gibt es schlagfertige Dialoge und lustige Sprüche. Aber auch wenn die Situationen mit Sarkasmus entschärft werden, fällt es oft schwer, dabei zu schmunzeln. Selbst, wenn sich die schmerzhaften Emotionen in Grenzen gehalten werden, stimmt der Roman nachdenklich. Chris Cleaves knappe, unkomplizierte Formulierung wirkt schockierend überzeugend, die sympathischen Helden erleben spannende Kriegsmonate in einer bildhaft präsentierten Umgebung. Man findet liebenswerte Charaktere auch in den Nebenrollen, sie sind alle ausnahmslos interessant und lebendig gezeichnet. Der Autor bringt das damalige Lebensgefühl – die Romanhandlung umfasst die Zeit von 1939 bis 1942 – sehr einfühlsam näher. „Die Liebe in diesen Zeiten“ ist eine sehr realistische, tiefgehende Geschichte „ohne Zuckerguss“. Chris Cleave bringt dabei Situationen hervor, die zeigen, wie die Liebe in der Kriegszeit vermutlich war: Weniger romantisch, dafür voller Sehnsucht, Verzweiflung und Unsicherheit – aber es gab immer einen kleinen Hoffnungsschimmer. Eine tiefgründige Lektüre, packend und gnadenlos. „Es hatte geholfen, dass sie betrunken waren.“

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  • Der Krieg und die Liebe

    Die Liebe in diesen Zeiten
    coffeetimelady

    coffeetimelady

    19. May 2017 um 12:29

    Die Geschichte in diesem Buch ist keine Dreiecksbeziehung (auf die Idee brachte mich das Cover, der Klappentext und der Titel), sondern eine Geschichte über das Zusammenkommen von Menschen, die sich so nie getroffen hätten.Im Fokus des Buches steht Mary, das Upperclassgirlie, das sich entschlossen hat aus ihrer Blase auszubrechen und ihrem Leben einen Sinn zu geben. Natürlich verläuft nicht nach Marys romantischen und naiven Vorstellungen, aber das hält Mary nicht ab...Die Geschichte beschreibt sehr anschaulich, wie brutal ein Krieg in das Leben der Menschen einschlägt. Mary und ihre Freundin Hilda sind Entbehrungen nicht gewohnt und deren anfängliche romantische Verehrung des Krieges, die ihren Höhepunkt in der Form eines Mannes in Uniform hat, wird durch die Realität absurdum geführt. Als die beiden Frauen mit dem Krieg konfrontiert werden, können sie nur schwer mit seinem Schrecken fertig werden.Tom und sein Freund Alistair sind in einer klischeehaften Männerwelt gefangen, in der der Eine ein strahlender Held in Uniform ist und der Andere ein ängstlicher Bürohengst. Auch sie müssen sich der Realität stellen und ihre e genen moralischen Grundwerte hinterfragen.Die Sprache der Geschichte ist eine "verschnörkelte", die mit der brutalen Realität des Krieges kollidiert. Diese malerische Darstellung bringt die Geschehnisse dem Leser unter die Haut.Für mich war die Sprache der beste Teil des Buches.Der Handlungsstrang des Buches ist sehr facettenreich, da immer wieder Wendungen auftauchen mit denen der Leser kaum rechnen konnte.Das Buch bekommt von mir 5 von 5 Sternen.  

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