Chris Cleave Little Bee

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Inhaltsangabe zu „Little Bee“ von Chris Cleave

Ein einzigartiger, aufwühlender, packender Roman Manchmal wünscht sie sich, sie wäre eine englische Pfundmünze: dann würde sich nämlich jeder freuen, sie zu sehen. Little Bee ist 16 Jahre alt und stammt aus Afrika. In ihrer Heimat ist ihr Schreckliches zugestoßen, und seit zwei Jahren lebt sie in einem englischen Abschiebelager für Asylbewerber. Trotz allem ist sie ein Mensch voll Lebensfreude, Witz und Intelligenz. In England kennt sie außerhalb des Lagers nur zwei Menschen: Vor Jahren hat sie in Nigeria das Ehepaar Sarah und Andrew, die im englischen Kingston-upon-Thames ein privilegiertes Leben führen, kennengelernt. Ein furchtbares gemeinsames Erlebnis hat eine tragische Verbindung zwischen ihnen geschaffen. Als Little Bee aus dem Lager entlassen wird, ruft sie bei Sarah und Andrew an. Ein Anruf, der unvorhersehbare Folgen hat: Einige Tage später bringt sich Andrew um. Und kurz darauf steht Little Bee vor Sarahs Tür ... (Quelle:'Flexibler Einband/01.04.2014')

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  • A somewhat disappointing book.

    Little Bee
    Lonechastesoul

    Lonechastesoul

    13. June 2015 um 19:29

    I wanted to like Little Bee. The reviews for it are exceptional but I just couldn't get in to it. I didn't really feel like I could identify with any of the characters. Little Bee was a bit of an anomaly, being where she's been and where she is now. I found it hard to really understand her, even though it's apparent that she's meant to bridge the gap between her world and ours and allow us to empathize for those enduring such cruelty. But I didn't GET her, even though I mostly liked her and had my fingers crossed that she'd be OK. Sarah wasn't much better for me, either. I could understand her better, but I didn't like her. I thought that she was incredibly selfish and uncaring in her "Suburban Early-30s Professional" life. The way she derailed Little Bee's story with her own petty concerns and tedious details annoyed me. I understand the point to the story, I do, I just didn't care because I didn't much like her. She did grow up and mature over the course of the book, but the damage was done. I’m not giving this book only 2 stars because it was too sad, or too graphic, or too haunting. It just fell flat. It wasn’t convincing. All the ends didn’t meet nor were all the i’s dotted, t’s crossed.

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  • Solider Roman

    Little Bee
    Mrs. Dalloway

    Mrs. Dalloway

    29. January 2015 um 10:11

    Zuerst: Ich will nicht zu viel über dieses Buch verraten, da ich auf keinen Fall spoilern will. Aber so viel kann ich verraten: Es geht um das nigerianische Mädchen Little Bee, das nach England flüchtet und erst mal im Abschiebungsgefängnis landet. Die zweite Hauptperson ist Sarah, eine Journalistin, die es momentan auch nicht gerade leicht hat.Die beiden Frauen verbindet ein gemeinsames Erlebnis vor einigen Jahren. Meine Meinung:Die Geschichte von Little Bee und Sarah fasziniert mich. Es ist erstaunlich, wie die beiden zueinander gefunden haben. Die Idee zu dieser Geschichte ist auf jeden Fall neu und innovativ.Little Bee ist auf jeden Fall ein Sympathieträger, bei Sarah bin ich mir nicht sicher. Sie ist ein schwieriger Charakter, der viel durchgemacht hat. Leider konnte mich das Buch nicht zu einer 5-Sterne-Bewertung hinreißen, dafür fehlt mir einfach das gewisse Etwas, der Zauber. Manchmal hat es sich sehr hingezogen und konnte mich nicht fesseln. Alles in allem aber handelt es sich hier um einen grundsoliden Roman, den ich gerne weiterempfehle.

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  • Ein Buch, welches einen lange beschäftigt

    Little Bee
    schokoloko29

    schokoloko29

    13. September 2013 um 17:45

    Inhalt des Buches: Es geht um Little Bee, die aus Nigeria nach Groß Britanien geflohen ist. In Nigeria war ein Ölkrieg und im Rahmen der Erweiterung der Ölfelder wurde ihr Dorf zerstört und ihre Bewohner umgebracht. Nur sie, ihre Schwester und einige andere konnten fliehen. Da sie das Räumung des Dorfes überlebt haben werden sie verfolgt. Es sollen nämlich keine Zeugen überleben. Bei ihrer Flucht kommen sie mit Engländer, die in Nigeria Urlaub machen, in Kontakt. Das englische Ehepaar wollte nur ein paar Tage in Nigeria Urlaub machen und ihre Ehe kitten. Sie hatten es nicht gewußt, dass in Nigeria ein Ölkrieg herrscht. Sie kommen ungewollt in die Schußlinie des Konflikts. Der Ehemann zerbricht an den Erlebnissen, während die Frau versucht durch Verdrängen die Geschehnisse nicht so nah an sich heran kommen zu lassen. Dieses Verhalten ändert sich als Little Bee sich bei ihnen meldet und bei ihnen einige Zeit bei ihnen leben möchte... Eigene Meinung: Das Buch wird immer mit Perspektivwechseln beschrieben. Einmal aus der Sicht von Little Bee einmal aus der Sicht der Engländerin. Als Leser kommt man mit den Perspektivwechsel gut klar. Die Sprache ist sehr einfach, prägnant und gut beschreibend. Manchmal hatte ich wirklich Tränen aufgrund der sehr guten Sprache und Dialoge. Dieses Buch läßt einen nicht kalt. Es wird sehr explizit über grausame Folterszenen beschrieben, die sehr die Nerven der Leser belasten. Diese Beschreibungen haben aber keinen voyeuristischen Charakter. Der Leser fiebert und fühlt mit den Protagonisten. Man sieht Flüchtlinge durch dieses Buch aus einer anderen Perspktive. Fazit: Ein sehr gutes Buch. Es ist aber kein Wohlfühlbuch und man kann es nicht nebenher lesen. Es fordert den Leser sehr heraus.

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  • Kolumne: Belletristik ist tot, es lebe die Belletristik

    muchobooklove

    muchobooklove

    Roman-Kolumne August 2013 von Mareike: Genreliteratur, das sind die Hamburger unter den Büchern Liebe Leser, Was ist eigentlich Belletristik Le belle et le triste – das Schöne und das Traurige – hierin liegt der französische Ursprung des Wortes Belletristik, das heute nicht viel mehr als ein Mysterium zu sein scheint. Dabei umfasst es so viele Aspekte, ohne die Literatur gar nicht zu denken wäre. Werte, Emotionen und die Ästhetik der Sprache sind für mich die wichtigsten Parameter dessen. Natürlich kann man auch etwas unprätentiöser an die Sache herangehen und einfach von „Romanen“ im Allgemeinen sprechen, wie auch der Titel der Kategorie hier auf Lovelybooks lautet. Doch dann geraten wir gleich ein bisschen in die Bredouille, denn Krimis sind ja auch Romane sowie Fantasy-Bücher und Chick-Lit ebenfalls. Von Kriminalromanen, Thrillern, Fantasy, Young Adult Fiction, Chick-Lit und Romantasy Naja, das sind ja eigentlich alles eher Genres, werdet ihr jetzt im Stillen und ganz zu Recht denken. Aber was sind denn überhaupt Genres? Der Versuch, Bücher in Kategorien zu pressen einerseits, eine Strategie des Buchmarktes andererseits, so scheint es mir. Denn was ist das Schreiben für ein bestimmtes Genre eigentlich anderes als der Versuch, seine Zielgruppe besonders im Blick zu haben. Mit bösen Zungen gesprochen ist das die Garantie dafür, beim Veröffentlichungsprozess bereits einschätzen zu können, wer das Buch am Ende kaufen wird. Darum wird auch immer schnell ein neues Genre entworfen, wenn gerade eine innovative Art des Schreibens mit Erfolg belohnt wurde. Eine kleine Geschichte: Ich sitze mit zwei Freunden von mir, nennen wir sie Justus und Gabi, an einem sonnigen Tag wie diesem in einer Eisdiele. Justus ist gerade dabei, sich eine Karriere im Verlagswesen aufzubauen, Gabi hat Journalismus studiert und steht kurz vor dem Mutterschutz. Justus erzählt uns von einem neuen Projekt, von dem er gehört hat und das sich im Bereich „Romantasy“ bewegt. Darauf Gabi: „Romantasy, nie gehört“ Justus: „Das ist ein neues Genre, das sich irgendwo zwischen Romantic Fiction und Fantasy bewegt, so Vampire und so“ wir nicken einstimmig, denn nun ist uns allen klar, dass hier die Nachfolgen von Stephenie Meyers „Twilight“-Saga spürbar werden. Wieder einmal wird ein Markt bedient. Man möchte so schnell wie möglich dabei sein, bevor er übersättigt ist und ein neues Genre gefunden werden muss. Ich seh' den Wald vor lauter Bäumen nicht Damit wird nicht nur die gesamte Belletristik oder alle Romane in logische Kategorien unterteilt, sondern diese werden wieder unterteilt, bis die gesamte Kriminalliteratur in Detektivromane à la Sherlock Holmes, Polizeiromane wie Mankels Wallander, Thriller der Dan Browns dieser Erde und Splatter im Stile von Karin Slaughter zerfällt, und die Fantasy-Literatur in High Fantasy à la Tolkien, Romantasy wie "Twilight", Dark Fantasy der Stephen Kings und Konsorten, Dark Romance im Stile von Edgar Allen Poe und historisch anmutende Fantasy, z.B. von George R.R. Martin. Und bei all diesen spezifischen Genres frag' ich mich wieder, wo denn nun die Belletristik abgeblieben ist? Denn wenn ich ehrlich bin, dann möchte ich gar nicht immer Genreliteratur lesen. Manchmal erscheint sie mir zu sehr auf ihr Publikum zugeschrieben. Manchmal sehe ich die Zutatenliste, die Autoren und Verlagen im Kopf herumgeschwirrt haben mag, zu deutlich vor mir. Aha, denke ich, hier ist ein bisschen Detektivroman mit den Zutaten verschrobener Ermittler aus zerrütteten Familienverhältnissen, hochintelligenter Täter, der eigentlich nur mit dem Ermittler spielen will, Frau oder wahlweise Kinder oder beides des Detektivs, die plötzlich in den Fall hineingezogen werden, gemischt worden, das Ganze wurde mit einem Hauch arktischer Kälte und einem leichten Hang zur Alkoholabhängigkeit garniert und schon war der skandinavische Kriminalroman in Anlehnung an Henning Mankell, Jo Nesbø oder Arnaldur Indridason fertig. Ich weiß ja, dass die meisten Schriftsteller mit viel Herzblut an ihr Werk herangehen, aber ich frage mich dennoch, woher dieser Hang zum an Fast-Food erinnerndem Literatur-Rezept kommen mag. Möchte denn niemand heute mehr eigene Gourmet-Kreationen entwerfen? Ist die Angst vor dem Scheitern so groß? Mehr Belletristik braucht das Land Ich sag es ganz offen – Ich mag Fastfood. Ein schöner Burger ab und zu ist ein herrliches Vergnügen, ebenso wie ein Krimi mit den oben von mir erwähnten Zutaten wunderbar sein kann. Aber irgendwie wünsche ich mir trotzdem öfter, mit Gourmet-Kreationen verwöhnt zu werden. Ich möchte Schriftsteller haben, die schreiben, weil sie damit das Schöne und das Traurige ausdrücken wollen, weil sie das Gute und das Böse im Menschen zeigen wollen und zwar ohne sich vorher zu überlegen, ob es dafür ein Publikum geben mag. Autoren, die der Wahrheit auf den Grund gehen mögen und mich damit überraschen, wie zum Beispiel Column McCann dies vor einigen Jahren mit „Der Tänzer“ getan hat oder Romane, die einen mit ernsten Themen zum Lachen bringen können wie Matt Ruff mit „Ich und die anderen“, Bücher, die unvergessen bleiben, weil sie anders sind, so wie auch Aravind Adigas „weißer Tiger“ oder Hermann Kochs „angerichtet“, um mal zwei jüngere Beispiele der Literatur zu nennen. Und wenn ihr es euch doch lieber überlegen und kein Risiko eingehen wollt, so rufe ich euch hiermit zu, liebe Autoren, liebe Verleger: Es gibt uns noch, uns Leser, die gerne einmal bis zum Äußersten getrieben werden möchten, die lachen und weinen wollen, die beim Lesen nicht mit Genrestrategien überrascht werden wollen, sondern mit richtig guten Geschichten, mit richtigen 5 Sterne Menüs, wie sie eben nur die immer weniger zu findende Belletristik für uns bereithält! Ja, das rufe ich laut und hinter vorgehaltener Hand wende ich mich fast gleichzeitig zu euch Lesern da draußen und frage euch leiser: Es gibt uns doch noch, die Belletristik-Leser, oder?

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  • Rezension zu "Little Bee" von Chris Cleave

    Little Bee
    Schwertlilie79

    Schwertlilie79

    02. February 2013 um 16:30

    Nette Geschichte, Buch aber nicht aufhebenswert.

  • Rezension zu "Little Bee" von Chris Cleave

    Little Bee
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    29. October 2012 um 14:27

    Über den Inhalt mag ich hier eigentlich gar nichts verraten. Steht auch hinten auf dem Buchrücken, dass man das nicht machen soll.
    Wirklich gutes Buch, auch mit einigen sehr sehr schönen Sätzen/Formulierungen. Vor allem die ersten 2/3 haben mich sehr gefesselt und teilweise geschockt. Das Ende war dann leider nicht so ganz nach meinem Geschmack

  • Rezension zu "Little Bee" von Chris Cleave

    Little Bee
    Gruenente

    Gruenente

    12. July 2011 um 18:25

    Little Bee ist ein junges nigerianisches Mädchen, dass durch einen Irrtum aus dem Asylantenlager in der Nähe von London entlassen wird. Sie sucht nach Andrew und Sarah, die einzigen Briten die sie kennt. Sie lernte sie unter dramatischen Umständen kennen. Das Wiedersehen ist ähnlich dramatisch, denn sie steht eine Stunde vor Andrews Beerdigung vor der Tür. In der Handlung, die oft aus Rückblenden besteht, wird zwischen zwei Sichten (Little Bee und Sarah) immer abgewechselt. Gerade als nicht gerade perfekter Englisch-Leser wird der unterschiedliche Stil sehr deutlich. Bei Little Bee verstand ich viel mehr, bei Sarah hatte ich manchmal Sätze, in denen ich mehrere Wörter nicht kannte. Der Charme des Buches besteht darin, wie Vergangenes nach und nach aufgerollt wird und sich in die Handlung einügt. Eine weitere Rolle spielt Lawrence, der Liebhaber von Sarah, der sie eifersüchtig überwacht und immer wieder droht dafür zu sorgen, dass die illegale Little Bee auffliegt. Meine Lieblingsfigur ist aber Batman, oder auch Charlie genannt, der 4-jährige Sohn von Sarah. Er lebt in Gotham City und rettet laufend die Welt. Einfach süß! Das Buch ist oft traurig, brutal und melancholisch, aber oft auch heiter und unbeschwert. Ein guter Mix um nachzudenken, aber nicht in totaler Schwermut zu fallen . Ein Buch, das anregt nachzudenken und auch die eigene Haltung gegenüber anderen Menschen im „was wäre wenn Fall“ zu überdenken. Es gibt im Buch viele Möglichkeiten zur Auswahl: Selbstlosigkeit (Sarah), Depression (Andrew), sich raushalten (Lawrence) alles als gegeben hinnehmen (Charlie), hin und hergerissen sein (Little Bee).

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  • Rezension zu "Little Bee" von Chris Cleave

    Little Bee
    Molks

    Molks

    01. May 2011 um 21:50

    Ich bin kein Freund von Klappentexten und das beweist sich mal wieder bei diesem Buch. Es ist keine großartige Geschichte, die nicht im Klappentext verraten werden könnte. Der Leser wartet gespannt auf die Dinge die da - leider nicht - kommen. Ich war enttäuscht, auch wenn ich mich über Batman und die englische Sprache der Afrikanerin amüsiert habe.

  • Rezension zu "Little Bee" von Chris Cleave

    Little Bee
    vielleichtsagerin

    vielleichtsagerin

    28. December 2010 um 11:59

    "Once you have read it, you'll want to tell everyone about it. When you do, please don't tell them what happens either. The magic is in how it unfolds." An diese Empfehlung aus dem Klappentext werde ich mich hier halten, denn die besondere Qualität dieses Buches liegt tatsächlich in seiner Dramaturgie, der Art und Weise, wie die Ich-Erzählerinnen Little Bee und Sarah abwechselnd die komplexe Storyline preisgeben. Die von Cleaves angewandte Technik der stückweisen Enthüllung in nicht-chronologischer Reihenfolge bringt reihenweise überraschende Einsichten und unerwartete Wendungen hervor. Kurzum: Es bleibt spannend - und das bis zuletzt! Darum geht's: Little Bee ist 16 Jahre alt und stammt aus Nigeria. Als Flüchtling verbringt sie zwei Jahre in einem britischen Heim für Asylbewerber, bevor sie unter sehr speziellen Umständen - ohne Papiere und legalen Status - das gefürchtete detention center verlassen darf. In Großbritannien kennt sie außerhalb des Lagers nur zwei Menschen: Sarah und Andrew O'Rourke aus dem Londoner Edelvorort Kingston-upon-Thames. Ein gemeinsames Erlebnis in Nigeria hat Little Bee, Sarah und Andrew vor Jahren gleichermaßen traumatisiert und auf moralisch schwerwiegende Weise miteinander verbunden. Noch aus dem Lager für Asylbewerber heraus ruft Little Bee bei Sarah und Andrew an und setzt eine Reihe unvorhersehbarer wie tragischer Ereignisse in Gang: Einige Tage später bringt sich Andrew um. Und kurz darauf steht Little Bee vor Sarahs Tür ... "Little Bee" ist kein klassisches Flüchtlingsdrama. Phänome wie Flucht, Heimatlosigkeit, kulturelle Fremde und Integration werden anhand der Figur der Little Bee zwar bis zur Schmerzgrenze eindrücklich thematisiert, doch niemals isoliert und stets im Kontext mit weiteren - aus meiner Sicht durchaus gewichtigen - Fragen. Und so weiß man am Ende: > Namen sind identitätsstiftend, Doppelnamen sind keine kleinlichen Akte emazipatorischen Aufbegehrens > Moral ist kein binäres Merkmal, über das man ganz oder gar nicht verfügt > die westliche Kultur ist nicht das non plus ultra > zu leben heißt Entscheidungen zu treffen > Sprache bestimmt das Denken > Trauer folgt keinen Regeln > Selbsteinsicht kann töten Pluspunkte: Neben dem wunderbar komponierten Spannungsbogen hat mich Cleaves Sprache, die er den Ich-Erzählerinnen in den Mund legt, begeistert: flüssig wie Honig, poetisch, pointiert, witzig. Ein dicker Pluspunkt geht an Sarahs vierjährigen Sohn, Charlie. Mit seinem Batman-Kostüm quasi verwachsen, kämpft der kleine Kerl unermüdlich gegen imaginäre Bösewichte (Baddies). Aus dem Frage-und-Antwort-Teil am Ende des Buches habe ich erfahren, dass Cleaves eigener Sohn Pate für diese Figur stand. Charlie aka Batman ist ein tragikomischer Held, der selbst in dunkelste Momente etwas Licht hineinbringt. Minuspunkte muss ich für die Darstellungen der Gewalt vergeben, die Little Bee widerfahren ist. Manche Stellen im Buch haben mich - um es salopp auszudrücken - wirklich fertig gemacht und ich musste mit dem Lesen pausieren, um den emotionalen Stress abzuschütteln. In dieser Hinsicht war das Buch mehr als nur eine Axt, es war eine Bombe. Fazit: In der englischsprachigen Originalausgabe sind die ersten sechs Seiten mit überschwänglichen Rezensentenzitaten bedruckt. "Little Bee" sei shocking, brilliant, stunning ... Der Kritiker der "Washington Post" geht sogar weiter und sagt voraus: "Little Bee will blow you away ...". Und was sage ich dazu? Ja, es stimmt. "Little Bee" ist schockierend, brilliant, erstaunlich und unangefochten großartig. Eines jener Bücher, die man nicht vergisst.

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