Chris Kraus I Love Dick

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Inhaltsangabe zu „I Love Dick“ von Chris Kraus

When Chris Kraus, an unsuccessful artist pushing 40, spends an evening with a rogue academic named Dick, she falls madly and inexplicably in love, enlisting her husband in her haunted pursuit. Dick proposes a kind of game between them, but when he fails to answer their letters Chris continues alone, transforming an adolescent infatuation into a new form of philosophy. Blurring the lines of fiction, essay and memoir, Chris Kraus's novel was a literary sensation when it was first published in 1997. Widely considered to be the most important feminist novel of the past two decades, I Love Dick is still essential reading; as relevant, fierce and funny as ever.

Kluges, philosophisches Essay über die Kunstszene und weibliches Verlangen.

— beerenbücher
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Salopp formuliert: eine Art postmodernes "A Room of One’s Own" & Prä-Vierte Welle "Not That Kind of Girl".

— sandi88
sandi88

Kritische Theorie trifft Fiktion trifft Biographie trifft Feminismus. Chris Kraus schreibt zugänglich & doch ganz anders als der Mainstream.

— aylareadsbooks
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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2017: Die Challenge mit Niveau

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  • "I love Dick" von Chris Kraus

    I Love Dick
    beerenbücher

    beerenbücher

    28. July 2017 um 14:53

    Autorin: Chris KrausTitel: I love DickGattung: Roman, Erzählung,  Feminismus, Liebesgeschichte, Anspruchsvoll, Kunstdiskurs, PhilosophieErschienen: 1997Gelesene Ausgabe: Serpent's Tail, 2016ISBN: 978-1-7812-6480Gelesen auf: DeutschGelesen im: Februar 2017Zum Buch:Mit dem provokanten Titel lockt einer der feministischen Klassiker, der nun neu entdeckt wurde und auch zum ersten Mal seit seinem Erscheinen vor 20 Jahren ins Deutsche übersetzt wurde. In dem Roman-Essay von der Künstlerin Chris Kraus erzählt sie die Geschichte einer ungewöhnlichen Liebe. Der Liebe zwischen dem Ehepaar Chris Kraus, einer eher erfolglosen Künstlerin und Filmemacherin, ihrem Ehemann Sylvère Lothringer und seinem Kollegen Dick. Chris trifft bei einem Abendessen auf Dick und verliebt sich Hals über Kopf in ihn, sie entwickelt eine regelrechte Obsession und beginnt ihm Briefe zu schreiben. Erst beteiligt sich auch ihr Mann an dieser abstrakten Romanze, das Sexualleben der Eheleute blüht unter dieser imaginären ménage-à-trois auf, doch schon bald wird es ihm zu viel und er steigt aus, während seine Ehefrau sich immer mehr in ihre unerwiederte Briefliebe hineinsteigert. Dick wird zu einer Art Tagebuch, dem sie ihr Gefühlsleben offenbart, aber auch einen Kunstdiskurs führt und kunstgeschichtliche Essays schreibt. Das Briefprojekt als performatives Schreiben scheint ein intellektuelles Coming-Out für die Schreiberin zu sein. In einer Art feministischen Konzeptkunst seziert die Künstlerin erbarmungslos die Kunstszene, aber auch weibliches Verlangen und Begehren. Mir persönlich hat das kluge Buch einer unglaublich starken Frau, die dennoch von Selbsthass teilweise zerfressen zu sein scheint sehr imponiert, gerade weil immer wieder ein böser, gesellschaftskritischer Humor durchblitzt. Natürlich stellt sich die Frage nach dem wahren Kern der Geschichte, die Autorin spielt bewusst damit, allerdings ist es eigentlich absolut irrelevant. Als Ergänzung zu dem Roman, dessen Übersetzung auch sehr gelungen scheint, gibt es nun seit neustem auch eine Amazonserie mit einem cowboyescken Kevin Bacon als Dick. Ein Paar der Lieblingsstellen Zitat 1: "I really resent that part of you, Dick. Intruding on our lives. I mean before that night Chris and I had a good thing going. Perhaps not passionate but comfortable. We could have gone on like that forever and then you came, the rambling man." (S.19) Zitat 2: "Was Bill bothered that such a marginal sexless hag as me wasn't living in the street. Unlike his favorites, Leslie Thornton und Beth B, I was difficult and unadorable and a Bad Feminist to boot." (S.71)Zitat 3:"You're shrunk and bottled in a glass jar, you're portable saint. Knowing you's like knowing Jesus. There are billions of us and only one of you so I don't expect much from you personally. There are no answers to my life. But I'm touched by you and fulfilled just by believing." (S.88)Zitat 4: "My entire state of being's changed because I've become my sexuality: female, straight, wanting to love men, be fucked. Is there a way of living with this like a gay person, proudly?" (S.186)Stil und Sprache: Schwankt zwischen ordinärem Straßenslang und hochphilosophischen, akademischen Passagen.Zitat: "Shame is what you feel after being fucked on quaaludes by some artworld cohort who'll pretend it never happened, shame is what you feel after giving blowjobs in the bathroom at Max's Kansas City because Liza Martin wants free coke. Shame is what you feel after letting someone take you someplace past control - then feeling torn up three days later between desire, paranoia, etiquette wondering if they'll call." (S.154)Schlüssigkeit der Handlung: Das Verhalten der Charaktere war für mich oft nicht nachvollziehbar.Das hat mir gefallen: Der ehrliche, ungeschönte Blick in die Abgründe menschlichen Begehrens.Das hat mir nicht gefallen: Teilweise das extreme abschweifen.In One Sentence: Kluges, philosophisches Essay über die Kunstszene und weibliches Verlangen.Sterne: 4

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  • WHO GETS TO SPEAK AND WHY?

    I Love Dick
    sandi88

    sandi88

    12. May 2017 um 09:26

    "Because most ’serious‘ fiction, still, involves the fullest possible expression of a single person’s subjectivity, it’s considered crass and amateurish not to ‚fictionalize‘ the supporting cast of characters, changing names and insignificant features of their identities. The ’serious‘ contemporary hetero-male novel is a thinly veiled Story of Me, as voraciously consumptive as all of patriarchy. While the hero/anti-hero explicitly is the author, everybody else is reduced to ‚characters‘. […] When women try to pierce this false conceit by naming names because our ‚I’s‘ are changing as we meet other ‚I’s‘, we’re called bitches, libellers, pornographers and amateurs. 'Why are you so angry?' he said to me." (Kraus 2016, S. 55f.)Dieses Zitat aus I Love Dick erklärt ein Stück weit, warum das erstmals 1997 erschienene Buch von Chris Kraus so lange nicht bzw. nicht besonders positiv rezensiert wurde. Chris Kraus, so scheint es jedenfalls im Rückblick, war etwas zu früh dran, um die Erwartungshaltung einer breiteren Öffentlichkeit bedienen zu können. I Love Dick wurde zunächst, wenn überhaupt, als autobiographische Aufzeichnung einer Frau über ihre nicht erwiderten Gefühle zu einem Mann, Dick, wahrgenommen. Sylvère Lotringer, der Mann von Chris, beschreibt ihre Briefe an Dick als neues Genre, „something between cultural criticism and fiction“ (S. 27). Chris selbst spricht, eine „männliche“ Erwartungshaltung antizipierend, von „The Dumb Cunt’s Tale“ (S. 11), ein „Genre“, das von Dick zwar erwartet, von ihren Briefen aber nicht eingelöst wird: „But Dick, I know that as you read this, you’ll know these things are true. You understand the game is real, or even better than, reality, and better is what it’s all about.“ (S. 12) Die Zitate deuten schon an, dass bei I Love Dick eine Metaebene mitschwingt. Die Handlung, das Verlangen nach Dick, dient letztlich mehr dem Schreiben und der Theoretisierung des Schreibens als umgekehrt. Manchmal muss ‚etwas‘ passieren – vielmehr „passiert werden“, da es sich bei Chris‘ ‚Verlieben‘ in Dick um einen durchaus aktiven Vorgang handelt – damit ein kreativer Prozess in Gang gesetzt werden kann. Der Topos des Schreibens bzw. des künstlerischen Schaffens als ‚weibliche‘ Form der Selbsttherapie wird heranzitiert – „To be female still means being trapped within the purely psychological“ (S. 180) – und in seinem antiquierten, Geschlechterstereotype perpetuierenden Sexismus offengelegt; so beispielsweise, wenn Chris schreibt: „Dear Dick, I’m wondering why every act that narrated female lived experience in the ’70s has been read only as ‚collaborative‘ and ‚feminist.‘ The Zurich Dadaists worked together too but they were geniuses and they had names.“ (S. 134) Das ist nur eine von zahlreichen Referenzen – wir treffen u.a. auf Emma Bovary, Louise Colet (Flauberts langjährige Geliebte), Janis Joplin, Hannah Wilke usw. – die um die Frage „WHO GETS TO SPEAK AND WHY?“ kreisen, laut Chris „THE ONLY QUESTION." (S. 175)Diese Rezension ist erstmals am 11.5.2017 in der Kategorie #frauen*lesen auf meinem Blog 'chick lit - die neue frauenliteratur' erschienen.

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