Chris Mattison

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Cover des Buches Enzyklopädie der Schlangen (ISBN: 9783835403604)

Enzyklopädie der Schlangen

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Erschienen am 01.10.2008

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Cover des Buches Enzyklopädie der Schlangen (ISBN: 9783835403604)A

Rezension zu "Enzyklopädie der Schlangen" von Chris Mattison

Schlangen - zu Unrecht abgelehnt ....
Angelsammyvor 10 Monaten

Dieses Buch las ich vor circa einem Monat. Hier nun die längst fällige Rezension und mein furioses Plädoyer für die Schlangen. 

Chris Mattison ist aus Sheffield / UK und Herpetologe. Herp ..., was? Die Lehre von den Kriechtieren. Er ist universal bekannt und renommiert als Reptilienforscher, Naturfotograf und Autor vieler Bücher zu seinem Spezialgebiet. Er ist Mitglied der britischen wie der internationalen Herpetologischen Gesellschaft. 

Diese Hardcoverenzyklopädie ist ein wahres Schmuckstück mit seinen circa 30 × 22 Zentimetern und durchgehend erstklassigen Farbphotos. 

Schlangen werden von vielen Menschen gefürchtet und sogar verabscheut. Eben weil in diversen Teilen des Globusses hochgiftige Genossen sich tummeln. Die Taipan aus Australien ist die toxischste der Welt. Interaktionen mit ihr sind aber rar gesät. Man sollte in Asien, den Amerikas, Australien und Afrika höchsten Respekt vor den eleganten Wesen haben. 

Der Hass aber ist mitnichten gerechtfertigt. Auch Schlangen nehmen einen gewichtigen, unverzichtbaren Anteil an den Läuften der Natur. Die Evolution generiert nichts, was keinen Sinn macht. Jene, die sich als nicht "notwendig" und sogar schädlich erweisen, sterben ohnehin aus. Eventuell der Mensch ebenso? 

Die christliche Mythologie mit dem Teufel als Schlange in Eden hat zur verachtenswerten Verfolgung dieses Lebewesens geführt. Sogar in der jetzigen Moderne gibt es Menschen, die in Deutschland Ringelnattern erschlagen, weil sie ja "höllische Ausgeburten" seien. Solch Seemannsgarn wie die Legende um den heiligen Patrick trugen ebenso zum negativen Image bei. 

Ich indes liebe Schlangen. Diese Entitäten sind vielfältige Poesie in ihren anmutigen, grazilen Körpern. Es gibt solch eine bewundernswerte Fülle und Vielfalt von ihnen, daß man dies als Wunder betrachtet. 

Ich verfüge ebensowenig über auch nur einen Gran Verständnis, daß Menschen Schlangen fressen. Dafür besteht absolut keine Notwendigkeit. Sollten sie nämlich samt und sonders aussterben, müßte der humane Vertilger ja ohnehin umsatteln. Mit dem schwammigen Begriff der Tradition werden allerlei Unsäglichkeiten gerechtfertigt. 

Auf 272 Seiten präsentieren sich in zehn Kapiteln die "ungeliebten" Mitbewohner unserer WG namens Erde. Nach der Einleitung erfährt man alles über Herkunft und Evolution, danach folgt die Anatomie sowie Körperfunktionen, wie und wo sie leben, ihre Habitate also, Ernährung, Verteidigung, Fortpflanzung, die (unheilvolle ) Beziehung zwischen Menschen und ihnen, Systematik, das Ordnungssystem und am Ende ein Glossar, Bibliographie sowie ein Register der Stich - und Schlagwörter. 

Das Buch ist außerordentlich angereichert mit Wissen, keine Frage bleibt unbeantwortet. Im Kapitel über das Wechselspiel zwischen Schlangen und Sapiens kommen die Mythen sowie ebenso die Verehrung zum Tragen, wie die Homini heute zu ihnen stehen, wie sie genutzt und benutzt werden, Schutz, Forschung sowie in der Obhut von Menschen zum sein. 

Immerhin können viele unter Umständen noch nicht entdeckte Toxine unserer beinlosen Freund / innen eminent in der Krebsforschung sein. Ist es ja heute schon, äußerst wirksam. Es ist hervorragend, daß es weltweit viele Menschen gibt, die sich für Schlangen engagieren und sich von Vorurteilen, Mythen, Lügen und Halbwahrheiten nicht ins Bockshorn jagen lassen. Wir brauchen mehr von solchen Leuten. Und die anderen? Sind entweder indifferent oder jagen sowie vernichten sie erbarmungslos. So dankt ein Teil der zweibeinigen Population es ihnen, die auch Lebensretter sind. Von der Abgottboa, Kobras, Mambas bis zur Zwergwolfschlange und viele andere mehr lernt man viele faszinierende Schlangen kennen. Inklusive der lateinischen Bezeichnungen. 

Dieses Buch ist sehr verständlich geschrieben, auf vitale, sprudelnde Weise, also exakt das Gegenteil von Fachchinesisch und staubtrocken. 

All diese Diversität, Formen, Farben, Würge- und Giftschlangen sowie die nicht toxischen werden in all ihrer Pracht auf den meisterlichen Illustrationen gezeigt, sodaß man aus dem Staunen nicht mehr herauskommt. 

Chris Mattison liebt "seine" Schlangen und ist sehr engagiert. Das merkt man. Viel Herzblut und Arbeit hat er in dieses exzeptionelle Buch investiert. Wenn auch nur eine / r nach Lektüre dieses Werkes seine womöglich negative Meinung zu Schlangen revidiert und zum Schützer ihrer wird, dann ist das Ziel erreicht. Denn jede / r mehr, der / die aktiv Tiere und Umwelt bewahrt macht die menschliche Sphäre des Globus ein wenig besser. Das ist bitter nötig. 

Painstakingly erforscht, recheriert und vom Autoren photographiert, ist viel Seele und Emotion in dieses Meisterwerk eingeflossen. Schlangen empfehlen unbeschränkt diese Enzyklopädie und würden sie ebenso kaufen. Danke, Chris Mattison!!!

Übrigens, es gibt in Europa keine gefährlichen Giftschlangen. Ringelnattern sind harmlos, Kreuzottern ebensowenig eine letale Gefahr und Blindschleichen sind keine Schlangen, sondern beinlose Eidechsen. Ich übrigens mag die Schwarze Mamba, die Kobra, den Kupferkopf, die Kreuzotter, die Ringelnatter, die Anaconda, den Boa Constrictor und die Klapperschlange am allerliebsten. Ohnehin liebe und verehre ich alle Schlangen, so wie Kaa aus dem Dschungelbuch. Befasst euch doch bitte mehr mit diesen faszinierenden Geschöpfen. Sie haben es mehr als redlich verdient. Genau wie Spinnen, Insekten, Haie, Krokodile, Alligatoren, Fledermäuse und Co. Merci! Thank you!  

Kommentare: 13
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