Chris Morgan Jones

 4 Sterne bei 2 Bewertungen
Autor von Der Lockvogel, Die Kunst des Sterbens und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Chris Morgan Jones

Chris Morgan Jones arbeitete elf Jahre für eine der der weltweit größten Unternehmensberatungen. Zu seinen Kunden gehörten Regierungen im Mittleren Osten, Bänker in New York, Londoner Investmentfonds, afrikanische Minen-Unternehmen und russische Oligarchen.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Chris Morgan Jones

Cover des Buches Der Lockvogel (ISBN:9783453436060)

Der Lockvogel

 (2)
Erschienen am 09.05.2012
Cover des Buches Die Kunst des Sterbens (ISBN:9783453410725)

Die Kunst des Sterbens

 (1)
Erschienen am 09.12.2013
Cover des Buches An Agent of Deceit (ISBN:9780230753303)

An Agent of Deceit

 (0)
Erschienen am 15.04.2011
Cover des Buches The Jackal's Share (ISBN:9780230761667)

The Jackal's Share

 (0)
Erschienen am 01.02.2013

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Rezension zu "Die Kunst des Sterbens" von Chris Morgan Jones

Thriller mit kleinen Ecken und Kanten
Ritjavor 6 Jahren

Ich lese kaum Thriller, die sich mit Sicherheitsfirmen, Ermittlungen in der Wirtschaft oder über mehrere Länder hinweg, beschäftigen. Die britischen Autoren sind bei mir eher weniger vertreten, so dass ich nun den neuen Jones, der so viel Lob bekommen hat, lesen wollte.
Die Story ist nicht so leicht zu überschauen und noch schwerer zu beschreiben. Es tauchen immer wieder neue Figuren auf und bringen entweder neue Gefahren für Webster oder neue Spuren, die das Geheimnis von Qazai aufdecken. Die Vielfalt der Figuren hat aus meiner Sicht dazu geführt, dass keine Figur sich so richtig entwickeln konnte. Sie waren nur oberflächlich und zu wenig in die Tiefe beschrieben und so konnte ich nicht so wirklich eine "Verbindung" zu ihnen aufbauen. Auch wiederholte sich der Autor oft bei den Beschreibungen seiner Figuren. 
Der Schreibstil des Autors ist gut und flüssig zu lesen. Jedoch schweift er auch gern einmal ab und so hat das Buch, trotz hohem Tempo, seine langatmigen Phasen. Die ein oder andere eingeschobene Geschichte hätte er kürzen bzw. weglassen können ohne das es der Spannung geschadet hätte.
Machenschaften, Feinde im Ausland, Geld, Gier und Politik, Waffen und Kunst alles in einem Buch auf 477 Seiten. Sehr viel Stoff für diese Seiten und teilweise zu viel. Wie heißt es so schön, weniger ist manchmal mehr. Etwas weniger Verfolgung, Gewalt und Fädenziehen und dafür etwas mehr Konturen für die Figuren, die Geschichte an sich wären gut gewesen. 
Wer jedoch gern temporeiche Geschichten liest, die sich dazu noch über mehrere Länder und Kulturen, Mächten und Familien ziehen, der ist hier genau richtig.

Ich bin noch etwas unschlüssig bei diesem Buch, aber insgesamt würde ich 3 Sterne geben. Gut zu lesen (nichts für zwischendurch), spannend und schnell, aber leider wenig ausgearbeitete und spannende Charaktere und zu viel Stoff für eine Geschichte.

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M

Rezension zu "Der Lockvogel" von Chris Morgan Jones

Rezension zu "Der Lockvogel" von Chris Morgan Jones
michael_lehmann-papevor 7 Jahren

Hervorragendes Debüt

„Warum sollte sie es mir zeigen“?
„Weil Sie der Mann sind, der den Mörder ihres Mannes zu Fall bringen kann. “.

Richard Lock wäre dieser Mann. Anwalt, Strohmann, einer der an der Nahtstelle vielfach dubioser Geschäfte eines Russen namens Malin steht. Der dafür sorgt, dass das aus Russland kommende Geld (von dem Lock einfach nicht weiß, wo es wirklich herkommt) im Westen anlegt. Firmen gründet, alles auf seinen Namen. So dass Malin geschützt in Moskau sitzt. Und der mit Malins Patenkind verheiratet war.

Jener Richard Lock, gegen den ermittelt wird. Der ins Fadenkreuz der beteiligten Kräfte gerät. Ein alter Geschäftsfeind Malins hat dies alles in Bewegung gesetzt und auch jene Ermittlungsfirma beauftragt, alles zu finden, was Malin schaden könnte, für die Ben Webster arbeitet.
Der ehemalige Journalist hat sich darauf spezialisiert, zu recherchieren und das auszugraben, an dem andere sich die Zähne ausbeißen. Richard Lock aber ist auch seine letzte Hoffnung, an der Oberfläche Malins zu kratzen, bis dato hat er nichts verwertbares herausgefunden. Aber er lässt nicht locker, da ist noch eine alte Rechnung zu begleichen.

Lock zeigt Risse in seiner bis her so erfolgreichen und unangreifbaren Fassade. Seine ehemalige Frau und sein Kind führen ihn immer wieder nach London und als er spürt, dass seine Kräfte für dieses Leben im ständigen Schatten und unter ständigem Druck nachlassen, will auch er nur noch eines. Ein Ende setzen. Aussteigen. Und Ben Webster wirkt wie seine beste Chance gegen die wie Schemen überall anwesenden Schergen Malins.

Vielleicht aber täuschen sich auch alle und ganz andere Kräfte und ganz andere Interessen stehen hinter der ständig spürbaren und immer dichter kommenden Bedrohung.

Erstaunlich im Übrigen, dass es Jones gelingt, ein solch ausgereiftes Buch bereits als Debüt vorzulegen. Weniger direkte Gewalt, nicht die üblichen Verfolgungsjagden oder direkte Bedrohungen sind es, mittels derer er die Spannung über die fast 450 Seiten der Geschichte aufrecht erhält, sondern die Entwicklungen seiner Protagonisten, die Versuche, hinter die Fassaden zu kommen einerseits und aus diesem „dahinter“ nach vorne zu kommen anderseits. Und ebenso die dichte Atmosphäre, die Jones durchgängig mitschwingen lässt.

Hervorragend fängt Jones hierbei die Atmosphäre des modernen Russlands auf, in dem Menschenleben anscheinend mittlerweile genauso wenig zählen wie zu zaristischen oder stalinistischen Zeiten. Vor allem „kritische Menschenleben“. Diese ganz andere Kultur nutzt Jones hervorragend, um ein ständiges Gefühl der Unsicherheit für alle beteiligten Personen im Raum zu halten. Obwohl der Thriller weitestgehend gar nicht in Russland selbst spielt.
Mit durchaus überraschenden Wendungen zum Schluss und mit einer Grundidee an „dunklen Geschäften“, die durchaus genauso schon längt stattgefunden haben könnte. Oder sogar hat. Auch hier gelingt es Jones, durch den Schwerpunkt auf dem Rohstoffsektor andere Impulse zu setzen als die üblichen Thriller Plots.

„Der Lockvogel“ ist ein hervorragender und tiefgründiger Thriller mit hervorragend gestaltetem „Personal“, in dem Jones einen ganz anderen, durchaus realistischen Blick vor allem auf das moderne Russland wirft.

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