Twig im Dunkelwald von Paul Stewart und Chris Riddell ist der Auftakt zu den Klippenland-Chroniken.
Der erste Band erschien während meiner Ausbildung zum Buchhändler Anfang der 2000er Jahre und gehört seitdem zu meinen Lieblingen. Leider hatte ich zwischenzeitlich einen Wasserschaden und musste etwa 5000 Bücher ins Altpapier geben. Umso mehr hab ich mich gefreut, das Buch im Bücherschrank wiederzufinden. So nach und nach wächst meine Bibliothek wieder zusammen.
Der heimliche Hauptdarsteller ist sicherlich das wundersame, düstere Klippenland selbst. Die ganze Welt ragt wie eine riesige Klippe aus den Wolken. Ob es jenseits dieser Klippe noch mehr Land gibt, weiß niemand. Wie auch immer. Dieses Klippenland ist von vielen seltsamen Wesen bevölkert und die wenigsten sind freundlich gegenüber Fremden, also allen anderen, gesinnt.
Twig ist ein Findelkind, aufgezogen von Waldtrollen im Klippenland. Am Vorabend seines 13. Geburtstages – dem Tag, an dem man als Troll erwachsen wird – teilt seine Pflegemutter ihm mit, dass er kein leiblicher Troll ist. Ein Verdacht, den Twig schon länger hatte, der ihn aber dennoch hart trifft. Zumal jetzt als Erwachsener auch kein Platz mehr für ihn wäre bei den Trollen. Er muss sich aufmachen in die geheimnisvolle Stadt Sanktaphrax, ganz am andern Ende der Klippe.
Kein leichtes Unterfangen. Schon die Geographie macht die Reise problematisch. Durch Dunkelwald und Dämmerwald, durch die Modersümpfe bis hinein in die Unterstadt. Und von dort irgendwie in die schwebende Stadt Sanktaphrax. Denn was wäre, wenn einer der legendären Piratenkapitäne in den schwebenden Schiffen sein Vater wäre?
Für den Weg dahin gibt ihm seine trollische Ziehmutter noch einen Rat mit auf den Weg: „Verlasse niemals den Pfad durch den gefährlichen Dunkelwald!“
Natürlich weicht unser Held vom sicheren Weg ab und erlebt vielerlei Gefahren und trifft Freunde unter den widrigsten Umständen.
Immer auf der Suche nach seinem Platz im Leben erkennt Twig schnell, dass Zugehörigkeit und Identität nicht allein durch Geburt und Herkunft definiert werden kann. Wie der Piratenkapitän Quintinius Verginix a.k.a. Wolkenwolf fragte: „Twig? Was ist das denn für ein Name?“ Und Twig antwortete: „Es ist mein Name.“
Das Buch war damals meine erste Begegnung sowohl mit Paul Stewart, von dem ich seitdem noch vieles andere gelesen habe, als auch dem Illustrator Chris Riddell, mit Sicherheit einer meiner liebsten Illustratoren. Man merkt, dass sie bei diesem Buch eng zusammengearbeitet haben und ich hab mich wieder gefreut wie gut die Zeichnungen zur Story passen und wie sich beide Elemente zu einem größeren Ganzen vereinen.
Mein Fazit: Schön, dass ich das Buch wiedergefunden habe. Dieses Buch ist wirklich gut gealtert und immer noch sollte es jeder Liebhaber der Fantasy (älter als 12 Jahre) unbedingt gelesen haben.
Ich werd jetzt die Augen aufhalten nach den weiteren Bänden Twig bei den Himmelspiraten und Twig im Auge des Sturms, also Band 2 und 3.
















