Chris Schlicht Maschinengeist

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Inhaltsangabe zu „Maschinengeist“ von Chris Schlicht

1899 – Die Städte Frankfurt und Wiesbaden sind zu einem riesigen Komplex verschmolzen, in dem die Unterschicht wenig mehr als die Verfügungsmasse der Reichen ist. Riesige Fabrikschlote hüllen die zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit in schwarzen Rauch und lassen die Probleme der versklavten Massen bedeutungslos erscheinen. Inmitten riesiger Fabrikkomplexe kann Privatermittler Peter Langendorf sich über einen Mangel an Arbeit nicht beklagen. Nicht nur, dass er für Baron von Wallenfels die Machenschaften einer technikfeindlichen Sekte ausloten soll, die das neuste Spielzeug des Industriellen, ein gewaltiges Luftschiff, zerstören wollen. Zusätzlich soll er noch die Halbschwester des Künstlers de Cassard finden, die in die schlimmsten Kreise abgerutscht zu sein scheint. Als dazu noch Peters Bruder Paul auftaucht und ihm von üblen Machenschaften auf den Baustellen und dem Auftauchen entsetzlich mutierter Ratten berichtet, ist das Chaos komplett. Doch alle drei Fälle führen zu ein und derselben Person …

Außergewöhnlich vielschichtiges und gut gelungenes Romandebut. Krimi und Romanze vor einer deutschen Retro-SF-Kulisse.

— Elmar Huber
Elmar Huber

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    Maschinengeist
    Elmar Huber

    Elmar Huber

    22. June 2015 um 13:59

    „Der Nebel verdichtete sich immer mehr, weil er sich in den Gassen staute. Früher waren alle Straßen durchgängig gewesen, durchflutet von der frischen Luft, die von den Taunushängen oder den Flüssen einströmte. Doch die Wohnungsnot hatte kunstvolle Blüten in Form bizarrer Bauten getrieben. Wenig vertrauenserweckende Konstrukte aus krummen Balken, Ziegelsteinen und allem möglichen gesammelten Schutt und Treibgut überspannten die Straßen und ließen nur kleine Durchgänge. Die Innenhöfe waren ohnehin alle vollständig überdacht.“ STORY Groß-Stadtkreis Wiesbaden-Frankfurt 1899: Der ehemalige Polizist Peter Langendorf hält sich als Privatermittler mehr schlecht als recht mit Kopfprämien für Metalldiebe über Wasser, als unvermittelt der reiche und mächtige Baron von Wallenfels mit einem Ermittlungsauftrag in seinem Büro auftaucht. Langendorf soll in die Niederungen der Metropole Wiesbaden-Frankfurt hinabsteigen und Informationen über die Sekte “Lebenslicht” sammeln. Von dort befürchtet der Baron eine drohende Gefahr für seine Luftschiffe. Kurz darauf sucht auch die Tochter des Barons den Detektiv auf und überzeugt ihn davon, dass die Pläne ihres Vaters nicht nur den hehren Zielen dienen, die dieser dem Detektiv gegenüber herausgestellt hat. Mit Hilfe seines Bruders Paul, einem Architekt, der bei seinen korrupten Vorgesetzten in Ungnade gefallen ist, sammelt Peter Langendorf Hintergründe zu von Wallenfels Bauvorhaben, anhand derer er sich ein Bild von den Plänen des Adligen machen kann. Der Zufall beschert Langendorf gleich noch einen zweiten Fall. Die uneheliche Halbschwester – das Produkt eines Seitensprungs seines Vaters mit einem Dienstmädchen – des Künstlers Valerian de Casard ist immer tiefer in die Abgründe der Gosse abgerutscht und muss sich Gerüchten zufolge inzwischen als Freudenmädchen für den übelsten Abschaum verdingen. Von organisierten Orgien ist die Rede, die nicht selten mit dem Tod der schönen Ware enden. Für de Casard soll Langendorf Katharina finden und aus den Händen ihres Zuhälters befreien. „Er [Peter] hockte auf dem Badewannenrand, die Arme um den Körper geschlungen, und starrte ins Leere, während seine Gedanken die letzten Erinnerungen an den zu Traum zu ordnen versuchten. Das meiste schwand bereits aus seinem Gedächtnis, aber ein paar Bilder blieben haften, und er hielt sie fest, um sie genauer zu betrachten. Der Baron oder zumindest sein Kopf war am deutlichsten. Der Körper verschwamm im Dunkel, doch es war kein menschlicher, sondern der eines Oktopus mit acht mächtigen Armen, die in alle Richtungen griffen. Sie umfingen Fabriken und Menschen und zerstörten sie, währen der Baron bösartig lachte.“ MEINUNG Mit MASCHINENGEIST legt die Künstlerin Chris(tine) Schlicht, die schon diverse Zeitschriften- und Buchcover und Rollenspielillustrationen (u.a. im Verlag Torsten Low) gestaltet hat, ihren Debutroman vor, der mit über 400 Seiten schon ein ganz ordentliches Werk darstellt. Als „Hauptdarsteller“ fungiert der ehemalige Polizist Peter Langendorf, der bereits in Chris Schlichts Kurzgeschichten DEUS EX MACHINA einen Auftritt hatte. Zu Beginn des Romans fallen die großzügigen Beschreibungen des Handlungsumfelds und der herrschenden sozialen Zustände des Groß-Stadtkreises Wiesbaden-Frankfurt auf. Da zunächst noch keine Handlung in Sicht ist, wirkt dies etwas bemüht. Doch bald schon setzt sich das Geschehen in Gang und Fr. Schlicht findet ein sehr angenehmes Tempo für ihre Geschichte und unversehens befindet sich der Leser an der Seite des sympathischen Peter Langendorf inmitten seiner Ermittlungen. Im weiteren Verlauf gelingt es der Autorin geschickt, die Romanhandlung immer mehr aufzufächern und auszubauen. Zunächst werden Zweifel an der Geschichte vom Langendorfs Auftraggeber gesät, was den aufrechten Detektiv in eine moralische Zwickmühle bringt. So gräbt der Ermittler immer tiefer, befördert immer mehr Schmutz ans Tageslicht und wird schließlich zu einer Gefahr für den Baron und dessen Kreise. Sieht man sich dieses grundsätzliche Handlungsgerüst von MASCHINENGEIST an, kann man dem Roman also durchaus eine Vetternschaft mit einem Noir-Krimi bescheinigen. Mit der Heimkehr von Peter Langendorfs Bruder Paul eröffnet sich zusätzlich noch eine persönliche Ebene, die ebenfalls immer weiter ausgebaut wird, auch in romantischer Hinsicht. Weiterhin tummeln sich hier noch eine Zuhälterbande und eine Plage riesenhaft mutierter Ratten. So wird die Handlung nach und nach vielschichtiger, komplexer und auch ausladender. Und hier muss man Chris Schlicht ein – für eine Debutautorin – enormes schriftstellerisches Geschick bescheinigen, denn es gelingt ihr bravourös, ihren Roman trotz einiger verlockender Abzweigungen stets auf der Schiene zu halten. Schon die schiere Anzahl an Personen mit denen die Autorin hier jongliert, hätte die Handlung leicht entgleisen lassen können. Obwohl MASCHINENGEIST unter dem Label „Steampunk“ läuft gibt es hier kaum Futter für den Technik- Aficionado. In einem Interview sagt Chris Schlicht selbst, dass sie nicht besonders technikaffin ist und sich deswegen mehr auf ihre Charaktere konzentriert. Vergleichsweise großen Raum nehmen so auch die romantischen, ja sogar homoerotischen (Hut ab für diese Courage, liebe Chris!) Aspekte der Geschichte ein, denen einige unerwartet brutale Szenen entgegenstehen, wie etwa die Orgien der „edlen“ Lebemänner, bei denen so manche Dirne im drogeninduzierten Rausch der Geilheit auf blutige Weise getötet wird. Für machen Leser wird sicherlich etwas zu viel „geknufft, „gegrinst“ und „gezwinkert“ und auch der erhobene Zeigefinger des Umweltschutzes ist nicht zu überlesen, doch fällt dies angesichts des gelungenen Ganzen kaum ins Gewicht. Das MASCHINENGEIST-Cover wurde samt exklusiver Grafik und den schön gestalteten Kapitelüberschriften im Inneren von Feder & Schwert-Hausgrafiker Oliver Graute gestaltet und hebt sich angenehm von der leidlich bekannten Steampunk-Massenware ab. Schön wäre noch eine Vita der Autorin gewesen, wie sie z.B. etwas versteckt auf der Verlagswebseite zu finden ist, sowie ggf. Danksagungen oder ein Nachwort. FAZIT Außergewöhnlich vielschichtiges und gut gelungenes Romandebut. Krimi und Romanze vor einer deutschen Retro-SF-Kulisse.

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  • Leserunde zu "Clockwork Spiders" von Corina Bomann

    Clockwork Spiders
    ueberreuter_Verlag

    ueberreuter_Verlag

    Liebe LovelyBooker und Lesesüchtige! Lasst uns gemeinsam eine Leserunde starten und mit dem Buch „Clockwork Spiders“ ins düstere London des 19. Jahrhunderts eintauchen.  Zum Inhalt: London 1888: Die siebzehnjährige Violet ist nicht so geraten, wie es sich ihr Vater, Lord Adair, wünscht. Sie hat es sich in den Kopf gesetzt, eine berühmte Erfinderin zu werden, und schleicht nachts heimlich zu ihrem Labor. Ihr zur Seite steht nur Butler Alfred, der auch als Leibwächter fungiert. Gemeinsam decken sie eine Verschwörung auf: Mittels mechanischer Giftspinnen werden Menschen ermordet, die auf der Seite der Monarchin stehen. Sogar Königin Viktoria selbst ist in Gefahr! Der geheimnisvolle Fremde mit der Augenklappe, den Violet gleichzeitig gefährlich und unwiderstehlich findet, scheint dabei sehr verdächtig... Hier geht’s zur Leseprobe und zum Buchtrailer. Habt ihr Lust mitzumachen? Wir suchen dich, wenn du Lust hast dich mit uns, Corina Bomann und anderen Lesern auf eine Lesereise ins verschwörerische London zu begeben. Lasst uns zusammen herausfinden, wer der geheimnisvolle Fremde mit der Augenklappe ist, welch fantastische Erfindungen uns Violet liefert und welchem finsteren Komplott sie auf die Spur kommt. Corina Bomann wird euch dabei an der Seite unserer Heldin begleiten. Dazu verlosen wir 10 signierte Exemplare von „Clockwork Spiders“!  Einzige Bedingung: verfasst am Ende unserer Leserunde eine Rezension. Bewerbt euch einfach an dieser Stelle bis 13. Juni, indem ihr uns verratet, warum euch Steampunk Literatur so begeistert. Alle, die das Buch schon haben und die Gelegenheit nutzen wollen es jetzt zu lesen, sind natürlich auch recht herzlich eingeladen. Wir freuen uns auf viele Mitleser!

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