Chris Wooding

 4.1 Sterne bei 142 Bewertungen
Autor von Alaizabel Cray, Malice und weiteren Büchern.

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Malice

Malice

 (35)
Erschienen am 02.09.2010
Alaizabel Cray

Alaizabel Cray

 (39)
Erschienen am 01.07.2004
Havoc

Havoc

 (13)
Erschienen am 27.01.2011
Welt aus Stein

Welt aus Stein

 (9)
Erschienen am 06.02.2009
Piratenmond

Piratenmond

 (7)
Erschienen am 04.05.2011
Schwarze Jagd

Schwarze Jagd

 (5)
Erschienen am 08.06.2012
Die Weber von Saramyr

Die Weber von Saramyr

 (4)
Erschienen am 14.12.2004

Neue Rezensionen zu Chris Wooding

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Rezension zu "Schwarze Jagd" von Chris Wooding

Das Vermächtnis, das man hinterlässt
Talliannavor 3 Jahren

Kapitän Darian Frey wird weiterhin vom Pech verfolgt. Zwar ist niemand aus seiner Crew mehr erschossen worden, aber die Aufträge laufen schlecht. Zudem schlittert er zunehmen in eine Sinnkrise hinein. Doch dann wird ihm ein verlockendes Angebot gemacht und wider besseren Wissens nimmt er es an. Plötzlich ist er mittendrin, umzingelt von Verrat, seiner Vergangenheit und blutrünstigen Manen. Ob seine Crew das überlebt?

Wie auch im ersten Band tue ich mich beim zweiten immer noch mit der Genre Einteilung schwer. Nach meinen Begriffen ist es nicht wirklich Sci-Fi, aber auch kein Fantasy. Vielleicht fasse ich die Genres auch zu eng.
Das zweite Abenteuer der Ketty Jay Crew war wie auch im ersten durchzogen von schwarzem Humor, was mir sehr gut gefällt. Stellenweise konnte ich mich nicht mehr halten vor Lachen. Dabei bleiben die Charaktere immer sich selbst treu und handeln stets glaubwürdig.
Persönlich hat mich Darians Fixierung auf seine alte Flamme nur sehr genervt und dafür gesorgt, dass ich dem Buch einen Stern Abzug gebe. Es zieht sich durch das ganze Buch und sorgt für einige dumme Entscheidungen, die aber ganz zu ihm passen. Trotzdem fand ich es übertrieben und enervierend. Ich hätte mir eine andere Motivation gewünscht. Wenn man diesen großen Teil jedoch ausblendet, war die Geschichte, die sich vor dem Leser entfaltet, sehr interessant und man hat einige Zusammenhänge besser begriffen.

Alles in allem ist „Schwarze Jagd“ ein solider Steampunk Roman mit kleinen Schwächen, der jedoch vorzüglich unterhält und Lust auf mehr macht.

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Rezension zu "Schwarze Jagd" von Chris Wooding

Extraordinäre Entermesser
AnnikaLeuvor 4 Jahren

„Es war Zeit ein Held zu werden.“

Ein Jahr ist vergangen und niemand hat jemals erfahren, was die Crew des fliegenden Schrotthaufens 'Ketty Jay' durchgemacht hat, was sie bewirkt hat, welche Fehler geschehen sind. Aber wie heißt es doch so schön: Kein Pirat möchte, dass sein Name groß bekannt wird, denn bekannt sein bedeutet auch auf einem Steckbrief ausgeschrieben zu werden. So ergeht es nämlich Trinica Dracken, der Piratenkönigin: schwarze Montur, weiß gefärbte Gesichtshaut, zerrupfte blonde Haarbüschel und schwarze Kontaktlinsen sind ihr Markenzeichen. Sie ist der Dolch im Rücken, ihr Preis ist hoch, aber nicht weniger gefährlich. Und kaum ist Frey sie am Ende des ersten Teils los, taucht sie auch schon wieder auf und raubt ihn aus. Das entwickelt sich in Teil 2 der ‚Ketty Jay Reihe‘ zu einer richtigen Gewohnheit. Wo sie nur kann, macht sie dem Kapitän das Leben schwer. Kein Wunder, dass er die Nase gestrichen voll hat von ihr, von Kapitän Grist, der nicht nur mit Hustenanfällen und seinem Zigarrengeruch unangenehm auffällt, nein auch er legt ihn so richtig rein.

Die Rake-Karten sind wieder einmal gegen Frey und seine Crew. Die nach wie vor aus denselben besteht. Dämonist Crake mit seiner an ‚ Full Metal Alchemist‘ erinnernden Golemkonstruktur: Bess. Halb-Manin Jez, die Navigatorin die weder zu Essen noch Schlaf benötigt und im Dunkeln sehen kann. Silo, der ehemalige Sklave der verfeindeten Sammies, Schiffsingenieur der das Ding, welches sie alle ihr zu Hause nennen in der Luft hält. Pinn, der dickliche hässliche Kerl, der eines der Begleitschiffe fliegt und seiner Lisinda hinterherträumt und zu blöd ist um Angst vorm Tod zu haben. Harkins, der zweite Begleitflieger, der einzig und allein dafür lebt fliegen zu dürfen, sich andauernd in die Hose macht und ein heimliches Faible für Jez hegt. Malvery mit der grünen Brille, der Alkoholiker der nur zu gern mit der Flinte ballert und wenn er Leute nicht auseinanderschießt wieder versucht zu flicken. Und Schlacke: der Bordkater, welcher als Veteran noch nie außerhalb des Schiffs war, im ewigen Krieg die Rattennester in den Lüftungsschächten aufspürt und mit Wonne Harkins versucht im Schlaf zu ersticken.

„Verdammt, er hasste sie.
Aber verdammt, mit welch
liebevoller Begeisterung er das tat.“


Und doch, obwohl es den Anschein hat, das auch in Teil 2 alles nach demselben Prinzip läuft und die Jungs und Mädels in ihre alten Gewohnheiten zurückfallen, passiert auf diesen 700 Seiten doch so einiges. Bekannte Gesichter tauchen wieder auf. Die Zenturienritter erhalten Gelegenheit zu glänzen, die ‚Ruhestifter‘ des Erzherzogs sind richtige Charmebolzen wenn man sie erst einmal kennt. Auch Freys Exverlobte erfreuen sich an seinem spärlichen Auftreten. Der Gute hat nämlich wirklich ein eklatantes Problem damit sich mit einer der hübschen, kultivierten und reichen Frauen in einer Villa niederzulassen. Und schlägt alle Chancen aus ein tolles und luxuriöses Leben zu führen.
Dank der Amnestie aus dem ersten Teil schlagen sich die Mitglieder mehr schlecht als recht durch und dringend benötigte Teile für die Mechanik sind in weiter Ferne. Ständig wird darauf angespielt, dass man jeden Augenblick vom Himmel fallen könnte.

Aber wie immer geht es doch irgendwie weiter. Und es kommt wie es kommen muss. Es gibt ein weiteres Angebot: „Ungeheurer Reichtum, sagen Sie?“ Und während ich mir noch denke: Ach, Frey… tapp doch nicht zweimal in dieselbe Falle, weiss ich schon, dass er es tun wird. Und er reißt seine Crew wieder mit in ein Abenteuer, aus dem sie sich kaum mehr mit heiler Haut retten können. Wieder mischt er ganz oben bei den schweren Jungs mit. Ehre, Mut, Heldentum… all das ist er nicht! Und seine Leute schon gar nicht. Sie sind alles abgehalfterte Wracks menschlicher Existenzen - jeder mit seinem eigenen Dämonen, seinen Geheimnissen und Problemen. Aber zusammen funktionieren sie kurioserweise.

„Blut und Staub, Frey!
Nimm dich zusammen!
Du bist doch angeblich ein Mann!“


Es geht um eine Kugel die nun mehrmals den Besitzer wechselt und die angeblich zum ‚Tod Tausender‘ führen wird. Und da Frey nicht ganz unbeteiligt daran ist, dass dieses Werkzeug der wilden Horden der gefrässigen Manen aus dem ‚ fliegenden Gewölk‘ nun in den falschen Händen ist, nimmt er sich vor, das zu korrigieren. Da kommen ihm aber so allerhand Leute in die Quere. Nicht zuletzt die alten Widersacher der ‚ Erwecker‘ und ihrer ‚ Inquisitoren‘ die nicht sprichwörtlich an den Nerven zupfen. Es geht über Kleinstganoven in Rakelöchern zu ' Flüstermittlern' die Informationen verkaufen. Man schmiedet brüchige Allianzen mit Feinden und mit Feinden die man für Feinde hält. Schließlich fällt die Crew auseinander.

Jawohl die so sorgsam aufgebauten Vertrauensverhältnisse platzen eines nach dem anderen. Frey ist Kapitän mit dramatischer Vorgeschichte und riesigem Ego, der ständig den Weg des größten Übels zu nehmen versucht. Von Jez enttäuscht und betrogen; Pinn macht sich aus dem Staub ohne Vorwarnung um die Hochzeit seiner Angebeteten mit einem Anderen zu verhindern und Harkins verliert sich im Kleinkrieg mit dem Kater, der den letzten Rest Stolz aus ihm fetzt. Und dann kündigt Crake auch noch an, die Gruppe zu verlassen um sich zurückzuziehen und seinen eigenen Forschungen nachzugehen. Und doch kann Frey nicht aufhören auf sein zweifelhaftes Glück zu setzen. Was soll denn von ihm zurückbleiben? Er wünscht sich aus seiner Midlife Crisis heraus, er will etwas tun, dass den Leuten noch ein paar Jahre in den Köpfen bleibt. Er möchte eine Geschichte werden und zwar nicht weil er Waisenhäuser um ihre Spendenkasse erleichtert.
In einem fulminanten Finale, wie schon in Teil 1 kommt es zu haarsträubenden Flugmanövern und ich hab mehr als einmal aufgelacht und mitfiebernd gejauchzt.

Fazit:


Für das Bild wie Frey mit Halstuch über Mund und Nase sein extraordinäres Entermesser schwingt, ein großes Danke. Ich kann nachvollziehen, weshalb Frauen sich von seiner Gestalt angezogen fühlen. Er vermittelt hervorragend den schneidigen etwas verruchten Piratentypen. Und hey, immerhin kann er sich seine Schnürsenkel selber binden!
Kapitel 18 hat den Vogel abgeschossen - oder vielmehr Harkins. Aus der Sicht des Katers zu schreiben war nicht nur amüsant sondern ein echter Volltreffer in Sachen: Hier hat jedes Crewmitglied sein eigenes Stück.

Ich habe gelernt, dass der Unterschied zwischen einem Helden und einem Feigling einzig und allein in der Beherrschung der Grundrechenarten besteht und ich kaufe es Wooding ab, dass er wenn er von den Abenteuer der 'Ketty Jay' erzählt, haargenau weiß wie das Schiff aussieht. Er liebt seine Charaktere und das Schiff. Leider vergisst er bei all seiner Zuwendung für die einzelnen Leute einfach Details die mir diese Vorstellung zugänglich machen. Hinzu kommt, dass ich immernoch nicht weiß was nun die ' Asryx' sind - dafür aber woher die ' Manen' stammen und was die ‚Erwecker‘ verheimlichen - die nun doch hoffentlich dem Untergang geweiht sind! Aber all diese Lösungen finde ich leider sehr einfach gestrickt. Hier hätte ich mir noch mehr zum staunen verleitende Ansätze gewünscht. Und einen Mini-Abzug für den blöden deutschen Titel.

Sehr wohltuend wirkt es sich aber aus, dass noch keine Tändeleien innerhalb der Crew aufgetaucht sind. Bisher haben sich alle einfach nur kameradschaftlich lieb. Und auch die wohl einzige Frau der ganzen Welt, der Frey jemals Metall an den Finger gesteckt hat, reizt meine Geduld bis an die Grenzen aus. Und das finde ich super! Weder sie noch er brechen zusammen und landen in der Koje. Es ist realistisch, weil ich es mir für die Beiden wünsche, aber ich bin viel glücklicher damit, dass sie mit dieser leisen kleinen Hoffnung wieder auseinander gehen.
Jede Wette im dritten Teil, der hoffentlich übersetzt wird bald, gibt es wieder ein verlockendes Angebot. Und Frey wird wieder alles setzen und alles geben. Seine Crew ist zusammengerechnet ein hervorragender Protagonist. „ Er wünschte nur, es ginge auch ohne das Gezänk und Gemecker.“ (S.161)

Ein: ‚Ich geh spielen‘ Urteil: Rake, Guckedigu, Zischbumm und mit Bess Ball spielen (nicht unbedingt in der Reihenfolge).

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Rezension zu "Piratenmond" von Chris Wooding

Schönwetterganoven im Nebel
AnnikaLeuvor 4 Jahren

„Wir starten vor 10 Minuten.“

Immer diese Hektik! Da setzt man sich 'mal eben' hin und denkt sich: Och, das Buch stand auf deiner Wunschliste, könnteste ja mal... und dann is 6 Uhr Morgens durch und du denkst dir: "Spucke und Blut! Das hab' ich nich erwartet." Na gut, so enorm hat mich das Buch jetzt nicht vom Hocker gehauen. Im Direktvergleich mit anderen Piratenabenteuern kann es kaum mithalten. Es geht doch nichts über die Erhabenheit einer echten Fregatte im Gegenzug zu einem Luftschiff, welches mir nicht einmal ausreichend beschrieben wurde. Aber Dank des Covers, kann man sich ja ein Bild machen. Und die Storyline war jetzt auch ziemlich vorhersehbar so ab Kapitel 30. Die Charaktere ziemlich... Stereotypisch für eine Piratenmannschaft (bester Freund des Kapitäns ist zufällig ein ehemaliger Sklave...).

*Gähnt ausgiebig* von welchem Buch rede ich grad eigentlich? Ich sollte ins Bett... - "Frey? Borgst du mir mal grad deine Shine-Tropfen?" (Für Uneingeweihte, das ist ein Narkotikum, welches man sich in die Augen tröpfeln kann.) - "Schlacke? (Der Schiffskater) Kommsu schlafen? Darfst auch auf meinem Gesicht pennen!" - "Pinn? Pfoten weg von meiner Unterwäsche, ich merk' das! Verzieh' dich und denk an deine Lolita, oder wie die hieß!" Ich könnt ewig so weiter machen. Ich möchte Crewmitglied der 'Ketty Jay' werden! Ich hab' diese komischen Vögel total lieb gewonnen. Alle wie sie da sind. Ich geh auch mit Malvery einen Rum heben und komm Harkins nicht zu nahe, damit er sich nicht versehentlich einnässt. Und Silo: ich stell' bestimmt auch die richtigen Fragen! Crake? Ich schrubb' deiner Bess auch den Metallrücken... ich polier' sie auch! Jez... Jez, bring mir das Navigieren bei! Ach bitte, bitte... nehmt mich doch auf!

„Es gab eine Menge Piraten hier draußen.
Echte Piraten. Keine Schönwetter-Ganoven wie sie.“


So. Was ist denn da überhaupt passiert, dass ich so begeistert bin?
Frey wird angeheuert eine Kiste Diamanten zu stehlen zu einem lukrativen Preis vom Luftschiff: 'Ace of Skulls'. Das ganze Unternehmen ist ein Hinterhalt und der bis dato völlig unscheinbare Kapitän, der sich selbst als ‚frei’ und ‚Herrenlos‘ bezeichnet wird zum Staatsfeind Nummer Eins. Auf einmal ist sein Konterfei in allen Zeitungen und nicht nur die Zenturienritter sondern auch die ‚Hexe der Lüfte‘ Trinica Dracken machen Jagd auf ihn. Aber er ist nicht der einzige Flüchtige, wie der Doc so schön sagte: „ Es gibt keinen bei uns, der nicht vor irgendwas wegläuft, Sie eingeschlossen. (…) Deshalb gehören Sie hier her. Weil Sie einer von uns sind.“ (S.51)

Der Ablauf der folgenden Geschichte erinnert mich ein wenig an den Film: ‚ Prince of Persia‘ - indem dem Protagonisten auch etwas in die Schuhe geschoben werden sollte, er den Kopf hinhalten sollte. Die ganze Welt in der dieses Buch spielt ist jedoch frei erfunden und überlagert mit allerlei Neologismen für Städte, Regionen und auch wissenschaftliche Errungenschaften: zB das Pokerähnliche Spiel: ‚ Rake‘, die Entdeckung des Kontinents: ’ Neu-Vardia’ oder dem ‚ Aerium-Gas‘ dem Treibstoff der Flugschiffe in allen Größen und Formen. Ich kann mich persönlich nicht entscheiden in welches Genre ich dieses Buch einordnen sollte. Eine völlig frei erfundene Welt, mit gewissem technischem Fortschritt - mit Glühbirnengirlanden aber ohne Funk, mit Zukunftsprognosen aus Stöckchen werfen und Eingeweide lesen. Mit Pistolen und Gewehren - alle mit Patronen oder Kugeln, sowie Entermessern und Zweihandschwertern auf dem Rücken. Irgendwo feststeckend zwischen Fantasy und Science Fiction. Mit Dreispitz und Mänteln, Hafenschenken, einem Piraten-Utopia und Maschinengewehren unterm Bug von Begleitschiffen. Die Piloten müssen sich in ihren kleinen Cockpits über die Schulter umsehen, um Ziele die sich hinter ihnen befinden, zu orten. Politisch ebenso stagnierend die Frage nach Homosexualität wie Sklaverei - von Demokratie noch nie ein Wort gehört. Und über allem liegt das Beschwören der dämonenartigen Wesen in Gegenstände. Mehr als kurios. Ich muss die ganze Zeit an ’ Studio Ghibli’ und seine Vorliebe für Luftschiffe denken, gepaart mit Fantasyelementen: „ Das Schloß im Himmel“ oder auch „ Nausicaä aus dem Tal der Winde“ von ‚ Hayao Miyazaki‘ (OT: Übrigens der Zeichner von „Heidi“.)

„Na sowas (...) das ist aber ein hübscher Zahn!“


Wooding hat sich viel Mühe gemacht, eine einwandfreie Abenteuergeschichte zu erzählen. Man nehme einen schicken klassischen Piratenschmöker (Ich reich mal dezent ' Caraibi'/ 'Piraten der Karibik' zum Vergleich) und statte dieselben Charaktere und dieselbe Handlung mit Luftschiffen statt normalen Booten aus, würze das Ganze mit einem Schuß Evokation und einer ominösen 'Allseele'-Sekte und tada! Vom Stil her kann es ein Wooding mit einem Bowden ( Assassin's Creed: Black Flag) aufnehmen. Es fliegen hier ganz gern mal die (Haut-)fetzen und pingelig in Sachen Fäkalsprache ist der Autor auch nicht. Hält sich aber in angenehmen Grenzen. Die relativ große Seitenanzahl kommt dadurch zu Stande, dass schon am Anfang in einer Art Nebenhandlung um einen Schmugglermogul alle Besatzungsmitglieder vorgestellt werden und man angedeutete Tics und Verschrobenheiten der jeweiligen Leute mitbekommt. Im Laufe der Handlung wird jeder einzelne noch einmal beleuchtet und bekommt seine eigenen Dutzend Seiten um seine Hintergründe zu beleuchten. Gleichzeitig anders aber auch als störend empfand ich die Titelüberschriften (zb: " ZWEI - Ein neues Crewmitglied - Viele Vorstellungen - Jez spricht über Flugzeuge - Die Rückkehr des Kapitäns") klingen diese doch eher wie Arbeitstitel und verraten hier und da ein wenig zu viel.

Im ersten Teil dieser Serie geht es vor allem jedoch darum, alle Charaktere vorzustellen und sich gegebenenfalls auch noch ein paar Namen für später aufzuheben (Dies betrifft nicht nur Individuen der 'Ritter' oder der ' Erwecker' sondern auch die Rasse der ' Azryx'). Deswegen haben wir am Ende dieses Bandes auch eine Gruppe auf den Füßen stehen, die einer ' Guardians of the Galaxy'- Truppe nicht unähnlich ist und durch die haarsträubenden Manöver zueinander gefunden hat. Sie verstehen jetzt was es heißt sich auf einander verlassen zu müssen, sie wissen jetzt was Vertrauen bedeutet - Loyalität und Freundschaft sind ihnen keine ungreifbaren Begriffe mehr. Und das ist auch wichtig, denn sie haben sich in diesem Job einige Feinde gemacht. *wirft einen Blick hinüber zu ' Retribution Falls'* Und der Kapitän erkennt, dass er dieses noch recht labile Gleichgewicht unter den Seinen jetzt austarieren muss. Im Laufe der Zeit hat er aber enorm dazu gelernt und wundert sich wahrscheinlich über sich selbst am meisten, dass die Leute tatsächlich auf ihn hören.

Fazit:


Der Titel: 'Piratenmond' geht mal gar nicht. Wo kommt der her, was soll der aussagen? Mit dem Mond hat das Spektakel hier überhaupt nichts zu tun! Meine Wahl wäre jetzt ja eher: 'Piratennebel' oder 'Trübe Suppe' gewesen. Auch schade, dass es ein wenig an Details fehlte. Und wieso zum Henker steht auf der Außenwand des Schiffes nicht der Name...? So was macht man doch nicht! Sehr gut hingegen gefallen hat mir die Anspielung auf Freys persönliche Nemesis: 'Rake'-Karte: ' Ace of Skulls' - der Kerle hat aber auch immer ein Pech! Immer wenn er denkt, diesmal klappt's deckt sich diese Karte wieder auf und er verliert alles. Andererseits kommt ihm aber auch immer wieder unverhofft irgendein Glück dazwischen. Der Mann ist halt einfach nicht für den großen Wurf gedacht.

Die Geschichte lebt von ihren gebeutelten Charakteren und ich scheue mich nicht, ebenfalls den Vergleich zu: 'Firefly' zu ziehen.
Ketty Jay:
" Sie waren glücklich und frei und der endlose Himmel erwartete sie. Das genügte." (S.568)
vs Firefly:
Mal: " Aber wir fliegen noch." - Simon: " Das ist nicht viel." - Mal: " Das reicht mir."
Diese Geschichte lehrt mich, mal wieder, die kleinen Erfolge und Siege zu feiern im Leben. Denn es könnte ja immer schlimmer sein: Man könnte immerhin auch tot sein. Ein gelungener Auftakt, dem es aber ein wenig an der letzten Politur fehlte. Trotzdem werde ich sehr gerne weiter lesen. 'Schwarze Jagd' liegt schon bereit.

Ein " Spucke und Blut" Urteil

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