Chris Wooding Schwarze Jagd

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Inhaltsangabe zu „Schwarze Jagd“ von Chris Wooding

An die Maschinen, Piraten!

Die Geschäfte laufen schlecht für Captain Darian Frey: Seine Crew steht kurz vor der Meuterei, sein Raumschiff kurz vor dem Absturz und selbst die einfachsten Überfälle gehen ihm nicht mehr so leicht von der Hand wie früher. Das Blatt scheint sich zu wenden, als er von einem zerstörten Raumschiff voll unberührter Schätze einer längst vergangenen Zivilisation hört. Frey ist begeistert, nur: Das Schiffswrack befindet sich auf einer abgelegenen Insel, die von riesigen Bestien und übermenschlichen Kreaturen bevölkert ist. Doch nichts und niemand stellt sich zwischen Captain Darian Frey und seinen Schatz! (Quelle:'Flexibler Einband/08.06.2012')

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    Schwarze Jagd

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    Kapitän Darian Frey wird weiterhin vom Pech verfolgt. Zwar ist niemand aus seiner Crew mehr erschossen worden, aber die Aufträge laufen schlecht. Zudem schlittert er zunehmen in eine Sinnkrise hinein. Doch dann wird ihm ein verlockendes Angebot gemacht und wider besseren Wissens nimmt er es an. Plötzlich ist er mittendrin, umzingelt von Verrat, seiner Vergangenheit und blutrünstigen Manen. Ob seine Crew das überlebt? Wie auch im ersten Band tue ich mich beim zweiten immer noch mit der Genre Einteilung schwer. Nach meinen Begriffen ist es nicht wirklich Sci-Fi, aber auch kein Fantasy. Vielleicht fasse ich die Genres auch zu eng. Das zweite Abenteuer der Ketty Jay Crew war wie auch im ersten durchzogen von schwarzem Humor, was mir sehr gut gefällt. Stellenweise konnte ich mich nicht mehr halten vor Lachen. Dabei bleiben die Charaktere immer sich selbst treu und handeln stets glaubwürdig. Persönlich hat mich Darians Fixierung auf seine alte Flamme nur sehr genervt und dafür gesorgt, dass ich dem Buch einen Stern Abzug gebe. Es zieht sich durch das ganze Buch und sorgt für einige dumme Entscheidungen, die aber ganz zu ihm passen. Trotzdem fand ich es übertrieben und enervierend. Ich hätte mir eine andere Motivation gewünscht. Wenn man diesen großen Teil jedoch ausblendet, war die Geschichte, die sich vor dem Leser entfaltet, sehr interessant und man hat einige Zusammenhänge besser begriffen. Alles in allem ist „Schwarze Jagd“ ein solider Steampunk Roman mit kleinen Schwächen, der jedoch vorzüglich unterhält und Lust auf mehr macht.

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  • Extraordinäre Entermesser

    Schwarze Jagd

    AnnikaLeu

    07. April 2015 um 09:28

    „Es war Zeit ein Held zu werden.“ Ein Jahr ist vergangen und niemand hat jemals erfahren, was die Crew des fliegenden Schrotthaufens 'Ketty Jay' durchgemacht hat, was sie bewirkt hat, welche Fehler geschehen sind. Aber wie heißt es doch so schön: Kein Pirat möchte, dass sein Name groß bekannt wird, denn bekannt sein bedeutet auch auf einem Steckbrief ausgeschrieben zu werden. So ergeht es nämlich Trinica Dracken, der Piratenkönigin: schwarze Montur, weiß gefärbte Gesichtshaut, zerrupfte blonde Haarbüschel und schwarze Kontaktlinsen sind ihr Markenzeichen. Sie ist der Dolch im Rücken, ihr Preis ist hoch, aber nicht weniger gefährlich. Und kaum ist Frey sie am Ende des ersten Teils los, taucht sie auch schon wieder auf und raubt ihn aus. Das entwickelt sich in Teil 2 der ‚Ketty Jay Reihe‘ zu einer richtigen Gewohnheit. Wo sie nur kann, macht sie dem Kapitän das Leben schwer. Kein Wunder, dass er die Nase gestrichen voll hat von ihr, von Kapitän Grist, der nicht nur mit Hustenanfällen und seinem Zigarrengeruch unangenehm auffällt, nein auch er legt ihn so richtig rein. Die Rake-Karten sind wieder einmal gegen Frey und seine Crew. Die nach wie vor aus denselben besteht. Dämonist Crake mit seiner an ‚Full Metal Alchemist‘ erinnernden Golemkonstruktur: Bess. Halb-Manin Jez, die Navigatorin die weder zu Essen noch Schlaf benötigt und im Dunkeln sehen kann. Silo, der ehemalige Sklave der verfeindeten Sammies, Schiffsingenieur der das Ding, welches sie alle ihr zu Hause nennen in der Luft hält. Pinn, der dickliche hässliche Kerl, der eines der Begleitschiffe fliegt und seiner Lisinda hinterherträumt und zu blöd ist um Angst vorm Tod zu haben. Harkins, der zweite Begleitflieger, der einzig und allein dafür lebt fliegen zu dürfen, sich andauernd in die Hose macht und ein heimliches Faible für Jez hegt. Malvery mit der grünen Brille, der Alkoholiker der nur zu gern mit der Flinte ballert und wenn er Leute nicht auseinanderschießt wieder versucht zu flicken. Und Schlacke: der Bordkater, welcher als Veteran noch nie außerhalb des Schiffs war, im ewigen Krieg die Rattennester in den Lüftungsschächten aufspürt und mit Wonne Harkins versucht im Schlaf zu ersticken. „Verdammt, er hasste sie. Aber verdammt, mit welch liebevoller Begeisterung er das tat.“ Und doch, obwohl es den Anschein hat, das auch in Teil 2 alles nach demselben Prinzip läuft und die Jungs und Mädels in ihre alten Gewohnheiten zurückfallen, passiert auf diesen 700 Seiten doch so einiges. Bekannte Gesichter tauchen wieder auf. Die Zenturienritter erhalten Gelegenheit zu glänzen, die ‚Ruhestifter‘ des Erzherzogs sind richtige Charmebolzen wenn man sie erst einmal kennt. Auch Freys Exverlobte erfreuen sich an seinem spärlichen Auftreten. Der Gute hat nämlich wirklich ein eklatantes Problem damit sich mit einer der hübschen, kultivierten und reichen Frauen in einer Villa niederzulassen. Und schlägt alle Chancen aus ein tolles und luxuriöses Leben zu führen. Dank der Amnestie aus dem ersten Teil schlagen sich die Mitglieder mehr schlecht als recht durch und dringend benötigte Teile für die Mechanik sind in weiter Ferne. Ständig wird darauf angespielt, dass man jeden Augenblick vom Himmel fallen könnte. Aber wie immer geht es doch irgendwie weiter. Und es kommt wie es kommen muss. Es gibt ein weiteres Angebot: „Ungeheurer Reichtum, sagen Sie?“ Und während ich mir noch denke: Ach, Frey… tapp doch nicht zweimal in dieselbe Falle, weiss ich schon, dass er es tun wird. Und er reißt seine Crew wieder mit in ein Abenteuer, aus dem sie sich kaum mehr mit heiler Haut retten können. Wieder mischt er ganz oben bei den schweren Jungs mit. Ehre, Mut, Heldentum… all das ist er nicht! Und seine Leute schon gar nicht. Sie sind alles abgehalfterte Wracks menschlicher Existenzen - jeder mit seinem eigenen Dämonen, seinen Geheimnissen und Problemen. Aber zusammen funktionieren sie kurioserweise. „Blut und Staub, Frey! Nimm dich zusammen! Du bist doch angeblich ein Mann!“ Es geht um eine Kugel die nun mehrmals den Besitzer wechselt und die angeblich zum ‚Tod Tausender‘ führen wird. Und da Frey nicht ganz unbeteiligt daran ist, dass dieses Werkzeug der wilden Horden der gefrässigen Manen aus dem ‚fliegenden Gewölk‘ nun in den falschen Händen ist, nimmt er sich vor, das zu korrigieren. Da kommen ihm aber so allerhand Leute in die Quere. Nicht zuletzt die alten Widersacher der ‚Erwecker‘ und ihrer ‚Inquisitoren‘ die nicht sprichwörtlich an den Nerven zupfen. Es geht über Kleinstganoven in Rakelöchern zu 'Flüstermittlern' die Informationen verkaufen. Man schmiedet brüchige Allianzen mit Feinden und mit Feinden die man für Feinde hält. Schließlich fällt die Crew auseinander. Jawohl die so sorgsam aufgebauten Vertrauensverhältnisse platzen eines nach dem anderen. Frey ist Kapitän mit dramatischer Vorgeschichte und riesigem Ego, der ständig den Weg des größten Übels zu nehmen versucht. Von Jez enttäuscht und betrogen; Pinn macht sich aus dem Staub ohne Vorwarnung um die Hochzeit seiner Angebeteten mit einem Anderen zu verhindern und Harkins verliert sich im Kleinkrieg mit dem Kater, der den letzten Rest Stolz aus ihm fetzt. Und dann kündigt Crake auch noch an, die Gruppe zu verlassen um sich zurückzuziehen und seinen eigenen Forschungen nachzugehen. Und doch kann Frey nicht aufhören auf sein zweifelhaftes Glück zu setzen. Was soll denn von ihm zurückbleiben? Er wünscht sich aus seiner Midlife Crisis heraus, er will etwas tun, dass den Leuten noch ein paar Jahre in den Köpfen bleibt. Er möchte eine Geschichte werden und zwar nicht weil er Waisenhäuser um ihre Spendenkasse erleichtert. In einem fulminanten Finale, wie schon in Teil 1 kommt es zu haarsträubenden Flugmanövern und ich hab mehr als einmal aufgelacht und mitfiebernd gejauchzt. Fazit: Für das Bild wie Frey mit Halstuch über Mund und Nase sein extraordinäres Entermesser schwingt, ein großes Danke. Ich kann nachvollziehen, weshalb Frauen sich von seiner Gestalt angezogen fühlen. Er vermittelt hervorragend den schneidigen etwas verruchten Piratentypen. Und hey, immerhin kann er sich seine Schnürsenkel selber binden! Kapitel 18 hat den Vogel abgeschossen - oder vielmehr Harkins. Aus der Sicht des Katers zu schreiben war nicht nur amüsant sondern ein echter Volltreffer in Sachen: Hier hat jedes Crewmitglied sein eigenes Stück. Ich habe gelernt, dass der Unterschied zwischen einem Helden und einem Feigling einzig und allein in der Beherrschung der Grundrechenarten besteht und ich kaufe es Wooding ab, dass er wenn er von den Abenteuer der 'Ketty Jay' erzählt, haargenau weiß wie das Schiff aussieht. Er liebt seine Charaktere und das Schiff. Leider vergisst er bei all seiner Zuwendung für die einzelnen Leute einfach Details die mir diese Vorstellung zugänglich machen. Hinzu kommt, dass ich immernoch nicht weiß was nun die 'Asryx' sind - dafür aber woher die 'Manen' stammen und was die ‚Erwecker‘ verheimlichen - die nun doch hoffentlich dem Untergang geweiht sind! Aber all diese Lösungen finde ich leider sehr einfach gestrickt. Hier hätte ich mir noch mehr zum staunen verleitende Ansätze gewünscht. Und einen Mini-Abzug für den blöden deutschen Titel. Sehr wohltuend wirkt es sich aber aus, dass noch keine Tändeleien innerhalb der Crew aufgetaucht sind. Bisher haben sich alle einfach nur kameradschaftlich lieb. Und auch die wohl einzige Frau der ganzen Welt, der Frey jemals Metall an den Finger gesteckt hat, reizt meine Geduld bis an die Grenzen aus. Und das finde ich super! Weder sie noch er brechen zusammen und landen in der Koje. Es ist realistisch, weil ich es mir für die Beiden wünsche, aber ich bin viel glücklicher damit, dass sie mit dieser leisen kleinen Hoffnung wieder auseinander gehen. Jede Wette im dritten Teil, der hoffentlich übersetzt wird bald, gibt es wieder ein verlockendes Angebot. Und Frey wird wieder alles setzen und alles geben. Seine Crew ist zusammengerechnet ein hervorragender Protagonist. „Er wünschte nur, es ginge auch ohne das Gezänk und Gemecker.“ (S.161) Ein: ‚Ich geh spielen‘ Urteil: Rake, Guckedigu, Zischbumm und mit Bess Ball spielen (nicht unbedingt in der Reihenfolge).

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