Jeder, der in 70ern und 80ern aufwuchst, kennt The Pretenders. Viele ihrer Lieder haben sich zu Ohrwurm-Tracks entwickelt. Vor allem die Stimme von Chrissie Hynde blieb vielen in Erinnerung. Und jetzt bringt die Sängerin mit "Reckless: Mein Leben" ihre Autobiographie heraus.
Es ist die Geschichte einer Frau, die in eine Zeit geboren wurde, als Amerika und die Generation derjenigen, die den zweiten Weltkrieg erlebt hatten, mit sich selbstzufrieden waren. Eine Selbstzufriedenheit, die Menschen wie Chrissie Hynde während ihres Heranwachsens nicht teilen konnten. Und weshalb sie bald sich der Hippie-Bewegung anschloss.
"Reckless" bietet viele interessante Informationen über das Leben der Sängerin. Vor allem ihre Zeit als Schülerin und Studentin liest sich aufregend. So war sie direkte Zeugin der Schießerei an der Kent-Universität, wo ein guter Freund von ihr ums Leben kam. Das hat sie geprägt.
Doch noch mehr prägten sie ihre Erfahrungen mit Drogen. Sie hat im Prinzip alles Mögliche genommen, was es nur zu nehmen galt. Nur von Heroin nahm sie laut eigenen Angaben Abstand. Und das auch nur, weil sie nichts von Spritzen hielt.
Dabei gibt es wiederholt Passagen, bei denen man sich nur an den Kopf fassen kann. Etwa, als sie unter Drogeneinfluss von Bikern vergewaltigt worden ist. Ihre Aussage, dass dies ihre eigene Schuld war, stimmt ebenso bedenklich, wie der Tonfall, in dem sie dieses Erlebnis beschreibt. Es klingt fast so, als ob ihr das Geschehene vollkommen egal ist. Sie akzeptiert es einfach.
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