Nachdem ich bereits mehrere Bücher von P.D. James, der "Königin des Krimis" in Großbritannien, gelesen hatte, griff ich voll Vorfreude auch zu diesem Buch.
Nach den ersten Seiten war ich von dem Buch noch richtig begeistert.
Die Autorin erzeugt eine sehr dichte Atmosphäre, in dem nicht nur die einzelnen Charaktere, sondern auch die Handlungsorte sehr detailreich beschrieben werden. Dabei sticht auch die tolle Grundidee der Geschichte heraus und es wird ein Einblick in eine andere Welt, die der altehrwürdigen britischen Justiz in London, mit den jahrhundertealten Ritualen und Traditionen aber auch der hereinbrechenden Moderne, geschildert.
Zu Beginn des Buches werden alle Charaktere mit großer Detailverliebtheit beschrieben und sämtliche Hintergründe vorgestellt. Die Grenze zur Langatmigkeit ist m.E. nicht überschritten, was vielleicht auch daran liegt, dass detailreiche Beschreibungen in der Literatur von mir gerne gelesen werden, da mit gutem Timing, sobald die Detailschilderung langweilig zu werden droht, die Haupthandlung fortgesetzt wird.
Mit zunehmender Lesedauer und insbesondere nach dem Mord stellten sich bei mir mehr und mehr zwiespältige Gefühle ein, die das Buch betreffen. Die einzelnen Charaktere werden mehr und mehr nur mehr skiziert und bleiben teilweise unausgefüllt und schemenhaft. Es werden zudem immer mehr Personen eingeschoben, die letztlich mit der Haupthandlung nichts zu tun haben und einfach wieder verschwinden. Hinzu kommt leider noch, dass die Handlung stark an Spannung verliert, da der Täter und das Tatmotiv schon erahnt werden können.
Irgendwie gelingt es der Autorin aber, was hoch anzurechnen ist, die vielen Handlungsstränge zusammenzuführen. Mit dem Täter und seinem Psychogramm bleibt der Leser aber schließlich allein.
Als Meisterwerk würde ich dieses Buch daher einerseits nicht bewerten. Andererseits bescherte es mir solide Unterhaltung. Mein Fazit ist daher: nur bedingt empfehlenswert.




