Christa Estenfeld Elektrische Schatten

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Inhaltsangabe zu „Elektrische Schatten“ von Christa Estenfeld

In der ersten Hälfte der siebziger Jahre dreht ein deutscher Regisseur den Film seines Lebens, der die Verschleppung und Ermordung seiner jüdischen Kindheitsfreundin thematisiert. Zeitgleich gerät eine junge Frau in die Hände einer Terrorgruppe und verliebt sich in einen der Entführer. Filmdreh und Terroraktion, Kunst und Tat, treffen aufeinander. Aus schwierigen Themen wird eine leise und gelassen erzählte Geschichte mit eher unspektakulären Qualitäten: Genauigkeit, Konsequenz, Offenheit, Dichte. Eben ein Roman. Die Autorin lässt keinen Zweifel: Die Geschehnisse der Vergangenheit können weder durch künstlerische Mittel noch durch politische Aktion »bewältigt« werden. Sie bleiben, man muss sich ihnen immer wieder stellen. Der Reichtum und die Genauigkeit der Poesie und die Fähigkeit des Films, Gefühle, Sehnsüchte und Ambitionen widerzuspiegeln, helfen uns, dieses ständige Vergegenwärtigen authentisch zu gestalten. So ist dieser Roman ein Werk von großer sprachlicher Kraft und zugleich eine Liebeserklärung an das Kino.

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  • Rezension zu "Elektrische Schatten" von Christa Estenfeld

    Elektrische Schatten

    immediator

    07. January 2011 um 11:14

    Dieses Buch biedert sich nicht an. Christa Estenfeld lässt ihre Bildphantasie wuchern, mäandert durch Geschichten zwischen der Judenverfolgung im Dritten Reich, dem daraus resultierenden Konflikt eines Filmregisseurs mit seinen Eltern, einem RAF-Überfall und seinen Beteiligten, Filmproduktionen in den USA und Venedig, zwischen Drehbuchentwürfen und Zukunftshoffnungen ihrer Protagonisten. Sie schwärmt durch Gespensternächte und stolpert in Actionszenen hinein, sie raunt und kichert mit der Stimme einer Dreizehnjährigen, die zum Filmstar wird, lässt uns am Gedankenwirrwarr einer Frau teilhaben, die das “Stockholm-Syndrom” durchlebt. All ihre Perspektivwechsel in diesem Roman vor und hinter den Kulissen der Filmwelt sind unangestrengt und ohne strukturellen Ehrgeiz. Das hat mir die Lektüre nicht erleichtert, weil das große Figurenensemble nur allmählich mehr wurde als ein Tanz elektrischer Schatten. Dennoch habe ich dieses Buch gern gelesen, schon weil die Autorin mit Sprache so behutsam umgeht wie mit ihren Figuren. Dass mir bei all den Wendungen und Verstrickungen ihrer Geschichten etwas der Humor fehlte, ist wohl mein Problem – Christa Estenfeld und ihr Buch biedern sich nun einmal nicht an, und das gehört für mich zum Besten, was in diesen Zeiten über einen Text zu sagen ist.

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