Christa Wolf August

(8)

Lovelybooks Bewertung

  • 7 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(6)
(1)
(1)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „August“ von Christa Wolf

Mottenburg nennen die Patienten ihre Lungenheilstätte, in der alle an derselben Krankheit leiden, alle die »Motten« haben. Einer von ihnen ist der achtjährige August, der seine Mutter auf der Flucht aus Ostpreußen verloren hat und selbst verloren wäre, gäbe es da nicht Lilo. Lilo ist siebzehn, sie ist schön, sie wagt es, sich mit der Oberschwester anzulegen, und wenn Lilo seinen Namen ausspricht, klingt er anders als sonst. Mehr als sechzig Jahre danach sind die Erinnerungen an diese Zeit immer noch präsent, kann August darin wie in einem Bilderbuch blättern. 1976 erschien »Kindheitsmuster«, Christa Wolfs großes autobiographisches Buch. Fünfunddreißig Jahre später rückt sie eine Figur daraus in den Mittelpunkt ihrer neuen Erzählung: Wir begegnen dem Jungen August wieder, lesen von einer schwierigen Kindheit im Zeichen von Krieg und Krankheit, aber auch von einem erfüllten Leben, in dem es etwas gegeben hat, das man wohl Glück nennen könnte.

Stöbern in Romane

Der Junge auf dem Berg

Ein Buch aus dem man lernen kann und zwar sowohl Jugendliche als auch Erwachsene

signorinasvenja

Dann schlaf auch du

Eine düstere, sehr realistische Geschichte, die mich komplett in ihren Bann gezogen hat.

Marion2505

Außer sich

Innovativ, nichtsdestotrotz anstrengend mit ganz viel sozialistischem Russland.

wandablue

Vintage

Faszinierende, mitreißende und intensive Reise durch die Musik der 1960er Jahre! Irre gut!!!

Naibenak

Die Phantasie der Schildkröte

Ein gefühlvoller Roman für lange Herbstabende, leichte Lektüre, die sich in einem Rutsch liest.

brenda_wolf

Acht Berge

Ein Buch über die liebe zu den Bergen der eigenen Heimat. Über Vaterschaft, Freundschaft, Liebe und Leben. Wundervoll

papaverorosso

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "August" von Christa Wolf

    August
    FriediM

    FriediM

    15. November 2012 um 13:10

    Christa Wolf – das war doch eine Schriftstellerin der DDR und sicherlich eine der bekanntesten deutschsprachigen Autorinnen der Gegenwartsliteratur. Im Dezember 2011 ist sie im Alter von 82 Jahren verstorben, nun erschien ihre letzte Erzählung “August” postum im Suhrkamp Verlag. Eine traurige, wenn auch schöne Geschichte über einen Jungen, der als Waise der NS-Zeit in einem Krankenhaus aufwächst. August ist noch jung, als seine Mutter stirbt. Er selbst überlebt einen fatalen Zugunfall und wird als Waise in einer auf Lungenkrankheiten spezialisierten Krankenhausklinik aufgenommen. Hier haben sie die “Motten”, Tuberkulose, die Behandlungsmöglichkeiten sind schlecht, und jeder weiß, dass nicht alle überleben werden. August berichtet aus der Retroperspektive nach seiner Zeit im Krankenhaus und nach seiner Hochzeit mit Trude – heute ist er Busfahrer, der Seniorengruppen von Warschau nach Berlin und wieder zurück transportiert. Auf einer seiner Fahrten erinnert er sich anschaulich an die Zeiten seiner Kindheit und Jugend, nicht an sein persönliches Schicksal denkend, sondern an die Patienten, mit denen er tagaus tagein zusammen lebte. Hier trifft der Leser nicht nur auf Augusts erste “Liebe” Lilo, sondern wird ebenfalls mit dem Tod konfrontiert, der hier auswegslos geschildert wird. Sprachlich ist die Erzählung recht einfach gestrickt, dennoch vermittelt sie eine ganz gewisse Form von Kälte und Hoffnungslosigkeit aus der Sicht des einzig gesunden Patienten, der lediglich in der Lungenklinik lebt, da er seine Eltern verloren hat. Das ausschweifende Leben der Oberärztin, die geschichtenlesende und fürsorgliche Lilo, die den Protagonisten lediglich als kleinen Jungen betrachtet, der Lehrer der die Schulnoten nach Haar- und Augenfarbe verteilt – all dies sind Charaktere, die sich auf kleinstem Raum zu August bewegen, und ihre eigenen Plätze nicht nur in der Geschichte, sondern auch in einer Krankenhausszenerie nach der Zeit des Dritten Reichs einnehmen. Wolf lässt hier höchstwahrscheinlich auch eigene Erfahrungen einspielen, sie selbst hat in der DDR gelebt, August wächst in der russischen Besatzungszone auf. Der Westen wird im Allgemeinen als fortschrittlicher bezeichnet, vor allem die amerikanische Besatzungszone scheint die zu sein, die an den Medikamenten verfügt, an die das Klinikum in dieser Erzählung nicht herankommt und dafür sorgt, dass eine mögliche Tuberkulosetherapie für die Patienten nicht in Frage kommt. Eine gelungene und anschauliche Erzählung findet sich im “August”, welche inhaltlich keineswegs überladen wirkt sondern einfach nur von den Umständen eines Mannes erzählt, der seine Kindheit nicht auf den konventionellen Weg erleben durfte.

    Mehr