Christa Wolf Kein Ort. Nirgends

(55)

Lovelybooks Bewertung

  • 79 Bibliotheken
  • 1 Follower
  • 1 Leser
  • 4 Rezensionen
(25)
(13)
(10)
(5)
(2)

Inhaltsangabe zu „Kein Ort. Nirgends“ von Christa Wolf

Im Juni 1804 sind Karoline von Günderrode und Heinrich von Kleist zu einer Teegesellschaft in Winkel am Rhein eingeladen – eine fiktive Begegnung: Christa Wolf lässt die empfindsamen Dichter, beides Außenseiter, aufeinandertreffen, lässt sie nachdenken über fehlende Freiräume, über das nicht lebbare Leben und zeigt die Parallelen zu ihrer eigenen Gegenwart. 1979 erschienen, bringt das Buch uns zwei Menschen nahe, die an dem System, in dem sie stecken, zu verzweifeln drohen und die doch wissen: »Wenn wir zu hoffen aufhören, kommt, was wir befürchten, bestimmt.« Längst ist der Titel dieses modernen Klassikers zum geflügelten Wort geworden: In ›Kein Ort. Nirgends‹ erzählt Christa Wolf vom Lebensgefühl derjenigen, die mit dem Rücken zur Wand stehen, und entwirft gleichzeitig die Vision eines Daseins, in dem die Grenzen zwischen den Einzelnen, den Geschlechtern, zwischen Realität und Utopie überschritten sind.

Stöbern in Romane

Das Haus ohne Männer

Ein wunderbarer Roman über die Liebe und das Leben, die angesprochene Musik habe ich in Hintergrund laufen lassen, toll.

Campe

Die Lichter von Paris

konnte mich überhaupt nicht mit anfreunden

Rebecca1120

Das saphirblaue Zimmer

Ein spanneder Roman über eine Familiengeschichte voller Geheimnisse, der bittersüß und dennoch hoffnungslos romantisch ist.

RaccoonBooks

Kleine Fluchten

Für jeden Fan ein Muss und ein super ''Lückenfüller'' bis zum nächsten Buch :)

Faltine

Die Tänzerin von Paris

Mitreißend - Niederschmetternd- Großartig! (Leider sind Coverdesign & Titel der deutschen Ausgabe ein vollkommener Fehlgriff)

Absentha

Die Schlange von Essex

Außen hui und innen ... ? Der Einband hält im Inhalt leider nicht ganz, was er verspricht ... schade ..

engineerwife

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Kein Ort. Nirgends" von Christa Wolf

    Kein Ort. Nirgends

    FriediM

    05. September 2012 um 16:13

    Wenn ich an die DDR-Schriftstellerin Christa Wolf denke, fallen mir als erstes Werke ein wie “Kassandra” oder etwa “Medea”. Die im Dezember 2011 verstorbene Autorin hat prägende Literatur verfasst, die vielleicht nicht jedem geläufig ist, die aber stets situationskritisch ist. Die Erzählung “Kein Ort. Nirgends” aus dem Jahr 1979 ist ein fiktionales Gespräch zwischen den empirischen Charakteren Heinrich von Kleist und Karoline von Günderrode[1] im Jahr 1804, beide haben kurze Zeit später, unabhängig voneinander, Selbstmord begangen. Die Szenerie ist eine typische Teegesellschaft der Epoche der (antirevolutionären) Romantik, in denen nicht nur die beiden bereits genannten Persönlichkeiten anwesend sind, sondern auch Schriftsteller wie etwa Clemens Brentano (“Des Knaben Wunderhorn”), seine Schwestern Bettina und Gunda, sowie Friedrich Carl von Savigny, welcher die anwesenden Frauen förmlich anzieht. Die Zeit – zwischen der Französischen Revolution und der Märzrevolution 1848 – ist eine Zeit in der es gilt einen Neuanfang zu gestalten. Die Gespräche in dieser Teegesellschaft sind meist trivial, und Kleist und Günterrode sind ganz klare Außenseiter in diesen Gesprächen. Abwechselnd wird aus den Perspektiven der beiden Charaktere erzählt. Nach und nach beginnen die beiden ungleichen Protagonisten zu begreifen, dass sie sich gar nicht so unähnlich sind und kommen ins Gespräch über ihre hoffnungslose Situation in dieser Gesellschaft. Was außerdem auffällt, sind die beinahe schon böswillig wirkenden Bemerkungen aller anwesenden Personen, welche ihnen jedoch scheinbar nicht übel genommen werden. Die Erzählung ist komplex erzählt mit vielen Rückblenden vor allem über Kleists Depressivität und Günderrodes Gedichten, auch Savigny’s Anziehungskraft auf Frauen wird mehrmals betont. Doch was ist diese Erzählung im Hinblick auf die DDR? Genauso wie die Romantiker um 1800 standen die Bürger der sowietischen Besatzungszone bzw. der DDR zwischen zwei Umbrüchen, zum einen der Teilung Deutschlands, zum anderen der späteren “Wende”. Die Frage wie man sich in einer solchen Phase verhalten soll, was richtig und was falsch ist, das Gewisswerden der Hoffnungslosigkeit zwischen solch revolutionären Schritten stehen im Fokus der Erzählung, verschleiernd hindeutend auf die Situation der DDR. Dieses teils sehr kompliziert gestaltete Gesellschaftsgespräch kann als gesellschaftskritisch, wenn nicht sogar als systemkritisch bezeichnet werden, interessant gestaltet mit teilweise sehr rabiatem Humor. Hier trifft man auf das genaue erzählerische Gegenteil von Erzählungen wie es zum Beispiel in “Die neuen Leiden des jungen W.” der Fall ist, in welchem die Handlung eher “locker” gehandhabt wird.

    Mehr
  • Rezension zu "Kein Ort. Nirgends" von Christa Wolf

    Kein Ort. Nirgends

    luci

    12. July 2009 um 15:14

    Dieses Werk von Christa Wolf gehört zwar sicherlich auch zu den klassikern und auch mit Sicherheit zu den Guten, allerdings ist es für jemanden, der sich nicht, oder noch nicht, so mit der Materie, den beiden Hauptcharakteren oder auch Goethe und seinen werken auseinandergesetzt hat, sehr schwierig zu verstehen und in einen lesefluss zu kommen!

  • Rezension zu "Kein Ort. Nirgends" von Christa Wolf

    Kein Ort. Nirgends

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    22. August 2008 um 19:50

    Was die Redaktion dazu geschrieben hat, ist ja alles richtig. Was mich aber besonders berührt hat, waren die Passagen im Dialog der beiden Literaten, die mit der Frage nach den politischen Verhältnissen zu tun haben, in denen sie lebten bzw. gezwungen waren zu leben. Man darf einfach nicht vergessen, dass Christa Wolf das Buch von den Zensoren der DDR hatte genehmigen lassen müssen, damit es auch veröffentlicht wurde. Und dennoch hatte sie den Mut, davon zu sprechen, pardon, ihre beiden Protagonisten davon sprechen zu lassen, was es bedeutet, unter einem totalitären Regim dem Beruf des Schriftstellers nachzugehen. Haben denn die Zensoren nicht gemerkt, wie sie die Zustände in "ihrem" Staat, der DDR, durch die dem von Kleist und der Günderode in den Mund gelegten Worte kritisiert hat? Vielleicht war der Titel des Buches der Kompromiss, denn der besagt, dass zumindest von Kleist in keinem anderen Land leben wollte als in dem, in dem er lebte, Preußen. Und dass Chr. Wolf letztlich auch gesagt hat, sie wolle (oder könne) in keinem anderen Land leben als in der DDR, bei allem, was auch sie dort gestört haben mag.

    Mehr
  • Rezension zu "Kein Ort. Nirgends" von Christa Wolf

    Kein Ort. Nirgends

    alma

    02. April 2007 um 12:53

    Ein Buch über das Gefühl, aus dem Fenster zu schauen und jeden Tag das gleiche Auto mit den gleichen Insassen mit dem gleiche Grimm betrachten zu müssen. Wie das ist, wenn man nicht vor die Tür kann, ohne auf Schritt und Triit einen Verfolger zuhaben, der sich seine Fratze zu verstecken gar nicht erst die Mühe macht. Und in was für einer Zeit Menschen leben, die am Telefon in Rätseln sprechen müssen, um nicht "abgeholt" zu werden, auf nimmer Wiedersehen verschleppt in irgendeinen Stasibunker am Berliner Stadtrand. "Kein Ort, nirgends" erzählt vom Verlust der Heimat, der nicht selten den Verlust des Selbst in sich trägt. Und gleich danach "Horns Ende"...

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks