Christa Wolf Medea

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Inhaltsangabe zu „Medea“ von Christa Wolf

Text und Kommentar in einem Band. In der Suhrkamp BasisBibliothek erscheinen literarische Hauptwerke aller Epochen und Gattungen als Arbeitstexte für Schule und Studium. Der vollständige Text wird ergänzt durch anschaulich geschriebene Kommentare.

Ein wahrer Klassiker - wunderbare Umsetzung des Medea-Stoffes. Absolut lesenswert.

— Nikka1811

Von den mir bekannten für mich persönlich die beste "Medea"-Fassung, die beschreibt, wie es zum Mythos gekommen sein könnte

— Avalee

Eine ernüchternde zeitgenössische Reinterpretation eines uralten Mythos.

— Admiral

Bringt die Antike auf interessante Weise in die Gegenwart!

— Knigaljub

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  • Die Vorgeschichte des Mythos

    Medea

    Avalee

    10. December 2015 um 23:39

    "Die Medea der griechischen Tragödie, die Barbarin, Giftmischerin, die rachsüchtige Mörderin." Das bescheibt den eigentlichen Mythos der "Medea". Man könnte noch "Kindsmörderin" und "Verräterin" hinzufügen, die aus überschwänglicher und plötzlicher Liebe zu Jason handelt und dann bitter enttäuscht wird, ohne sich dabei das "Wilde" nehmen zu lassen. Eben eine dominante Frau, die es nicht unbedingt einfach hat. Aber, wie schon erwähnt, ist das der eigentliche Mythos.   "Medea. Stimmen" erzählt die Geschichte etwas anders. Denn Christa Wolf schreibt nicht direkt den Mythos, sondern versucht darzustellen, wie sich der Mythos entwickelt haben könnte. Zum Titel selbst lässt sich sagen, dass "Medea." wohl der Teil ist, dem jedem zeigt, dass es um den Mythos geht. "Stimmen" wurde hinzugefügt, weil die Geschichte von 6 Stimmen erzählt wird. Nämlich aus den Sichten von Medea: Kolcherin. Tochter des Königs Aietes und der Idya. Schwester der Chalkiope und des Absyrtos, Jason: Argonaut, Schiffsführer der "Argo", Agameda: Kolcherin. Vormals Medeas Schülerin, Akamas: Korinther. Erster Astronom des Königs Kreon, Leukon: Korinther. Zweiter Astronom des Königs Kreon, Glauke: Korintherin. Tochter des Königs Kreon und der Merope Zum Inhalt: Auch in dieser Fassung von "Medea" ist Medea mit Jason verheiratet und hat zwei Kinder. Mit ihrer Entdeckung der Knöchelchen der Tochter (Iphinoe) des Königs (Kreon) von Korinth in einem geheimen Raum des Schlosses und die damit zusammenhängende Geschichte, beginnen diejenigen, die davon wissen, sich gegen sie zu stellen. Denn der schon Jahre zurückliegende Mord der Königstocher wird in Korinth vertuscht. Hier heißt es, sie wäre über Nacht mit einem ansehnlichen Mann durchgebrannt und würde nun andernorts ein glückliches Leben führen. In Wirklichkeit wurde das Mädchen aber geopfert, um die Machtstellung des Königs zu sichern. Dabei war Medea doch extra mit Jason aus ihrer Heimat Kolchis geflohen, weil dort ihr jüngerer Bruder geopfert worden war, um die Stellung ihres Vaters zu sichern und sie mit diesem Umstand und ihren Schuldgefühlen nicht mehr dort leben konnte. Nun, da sie hier in Korinth eine ganz ähnliche (wenn auch geheime) Story in Erfahrung bringt, beginnt ihr Unglück. Dass sie eine sehr selbstbewusste Frau ist, kann ihr dabei auch nicht helfen - außer es besser zu ertragen. Sie wird dem Schloss verwiesen, Gerüchte um den Mord an ihrem eigenen Bruder machen die Runde und sie wird zum Sündenbock für alle schlimmen Ereignisse. Nur ein Gutes findet sich kurzfristig: Sie verliebt sich in einen Künstler. Meiner Meinung nach ist dieser Roman eine gelungene Vorgeschichte des Mythos "Medea". Da ich auch die Fassungen des Mythos von Euripides und Grillparzer gelesen habe, ebenso wie eine etwas eigenwilligere Variante von Dea Loher, hatte ich bereits den Grundmythos im Kopf und wusste, was geschehen müsste. Mir hat sehr gefallen, dass diese Version ganz anders erzählt wird und doch in gewisser Weise am Mythos festhält. Hier wird deutlich, wie sehr die Historie durch Hörensagen und Weiterreichen verfälscht werden kann. Beispielsweise ist Medea in "Medea. Stimmen" einfach bewandert, was Heilmittel betrifft und schafft es, viele Leute erfolgreich zu behandeln. Da Medea aber der Sündenbock für alles wird, wird diese eigentlich gute Tatsache für die Korinther natürlich schlecht gemacht und sie wird (auch wegen eines weiteren gerüchtegeschwängerten Vorfalls gegen Ende) zur "Giftmischerin". Mir persönlich gefällt zudem die Form eines Romans auch besser als die eines Dramas. Natürlich hat das nichts mit der Geschichte an sich zu tun, denn Dramen können schließlich auch sehr gut sein - aber dennoch ist das ebenfalls ein Pluspunkt für mich. Von den mir bekannten für mich persönlich die beste "Medea"-Fassung.

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  • Rezension zu "Medea" von Christa Wolf

    Medea

    sky_and_sand

    Medea, die Tochter des Königs aus Kolchis verhilft dem Argonauten Jason an das "goldene Vließ" zu kommen und flieht mit ihm aus Kolchis, da sie dort nicht mehr leben kann, weil ihr Vater ihren Bruder hat ermorden lassen um so seine Macht zu erhalten. Medea und Jason fliehen nach Korinth um sich dort ein Leben aufzubauen. Schnell wird jedoch klar, dass Medea sich nicht dem System in Korinth unterordnen wird und Jason mehr und mehr danach strebt, selbst einmal den Königstron zubesteigen. Medea stößt die Korinther mit ihrer für sie seltsamen Art ab. Agameda, Presbon und Akamas, der Berater des Königs schließen sich zusammen um Medea zu vernichten. Ihre Situation wird immer aussichtloser und selbst die, die helfen wollen können es nicht. Christa Wolf hat mit ihrem Werk "Medea. Stimmen" das von Euripides verfasste Werk neu geschrieben. Sie erzählt die Geschichte durch die Stimmen von verschiedenen Personen. Dadurch erhält der Leser viele verschieden Ansichten zu den Dingen die geschehen. Außerdem räumt sie mit dem Vorurteil auf, dass Medea eine Kindesmörderin sei und nimmt dem Werk die patriarchale Färbung. Ein schönes Werk, welches beim zweiten Lesen sogar noch besser wird.

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  • Rezension zu "Medea. Stimmen" von Christa Wolf

    Medea

    maronkusakabe

    Das Buch musste ich Im DeutschLk lesen und dieses Buch haben wir intensiv im Unterricht behandelt. Ich muss wirklich sagen, dass ich das Buch sehr interessant finde und das Buch hat mir schon zu Beginn der ersten Seite zu gesagt. Die Autorin hat wirklich ein Talent die Sprache der damaligen Zeit anzugleichen, sie jedoch so geschickt zu verfassen, dass es moderne Formen enthält. Kurz gesagt sie vereint die antike mit der modernen Lebensweise. Denn die Protagonistin Medea verkörpert über das gesamte Buch hin, die emanzipierte und moderne Frau, die sich nicht unterdrücken lässt und ihrer Meinung treu bleibt, sowie nach der Wahrheit und Gleichberechtigung strebt. Ich finde es gut, dass die Autorin die antike Geschichte der Medea noch mal neu verfasst, denn dadurch kommt eine neue Seite des Frauenbildes zustande, welches durch die gesamte Historie nur Männer prägend war. In diesem Buch wird keine skrupellose Mutter und eifersüchtige Ehefrau beleuchtet, sondern eine die ihre Kinder schützen will und sich um diese sorgt. Ich denke das dies eher die Rolle einer Frau verkörpert, anstatt die des Eripides.

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  • Medea

    Medea

    GothicQueen

    Das Buch haben wir in der 13.Klasse im Deutsch-LK durchgenommen. Damals hat es mir nicht sooo gut gefallen. Lag aber sicher daran, dass ich die Lehrerin total schrecklich fand (und sie mich). Jedenfalls hat mir bei ihr gar nichts mehr so wirklich gefallen, obwohl Deutsch immer mein bestes und liebstes Fach gewesen war. Wenn ich mir die Geschichte der Medea von Christa Wolf im Nachhinein ansehe, finde ich sie eigentlich gar nicht übel. Der Text war leicht verständlich. Liegt aber sicher auch daran, dass Christa Wolf ja bis vor Kurzem noch gelebt hat und nicht in so einer altertümlichen Sprache geschrieen hat, obwohl das Buch ja im Altertum spielt. (In der Antike war das glaub ich). Naja, also wer Christa Wolf gerne gelesen hat, der sollte sich dieses Buch auch mal vornehmen. ICh würde es auch wieder lesen, wenn ich es noch hätte.

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  • Rezension zu "Medea" von Christa Wolf

    Medea

    BigDi

    Was kann einen mehr abschrecken, als das Wissen, ein Buch lesen zu müssen, welches von einer stark feministisch eingestellten Autorin geschrieben wurde, von der Unterdrückung von Frauen handelt und dabei sogar so weit geht, eine altbekannte literarische Vorlage neu zu interpretieren, nach eigenem Willen und zu einem eigenen Ziel missbraucht? Es überrascht nicht, dass die Erwartungen angesichts dieser Informationen eine Party im Keller veranstalten - doch ganz unerwartet kriechen sie nach wenigen Kapiteln wieder nach oben und fühlen sich auch noch gut dabei. -------------------------- Denn "Medea. Stimmen" ist ein wirklich gutes Buch, nicht zuletzt durch seine interessante Erzählweise - zunächst ist man verlockt, die inneren Monologe und Bewusstseinsströme der Figuren als pseudophilosphische wirkendes, wenn auch faszinierendes Geschreibsel abzutun, doch schon bald leiten einen die titelgebenden Stimmen in Abgründe, die wirklich lohnenswert sind. Und wieder einmal frage ich mich: Wieso wird dieses Prinzip, eine Geschichte von mehreren völlig subjektiven Standpunkten aus zu erzählen, so selten angewandt? Nichts ist besser geeignet, um dem Leser die Charaktere wirklich nahe zu bringen, jeder einzelnen von ihnen Leben einzuhauchen. Die unterschiedlichen Sichtweisen auf das immer mehr eskalierende Geschehen geben ihm eine zusätzliche Würze und erschaffen somit die Illusion einer wirklichen Welt, die auf einer Vergangenheit gründet, die mit der Gesellschaft noch lange nicht abgerechnet hat. ------------------------- Doch nicht nur psychologisch kann Christa Wolf begeistern - einige Passagen zum Ende hin bieten in sozialpolitischer Sicht wahre Perlen von Passagen, die - ganz losgelöst von jeglicher Emanzipation - auch heute noch gelten, die ehrlich und bissig und wahr sind und den Leser zum Nachdenken anregen. ------------------------- Doch in der Ursache der anfänglichen Abneigung liegt, all den positiven Aspekten zum Trotz, doch noch ein Makel begraben, welcher das Buch ganz knapp am Prädikat "sehr gut" vorbeisteuert. Die Täter- und Opferrollen sind von der Autorin nämlich eindeutig vorgegeben, anstatt, wie es sich bei dieser Erzählweise anbieten würde, den Leser entscheiden zu lassen, wer denn "gut" und wer "böse" ist, endet das Buch mit einem klaren Urteil, welches nur wenige Fragen offen lässt. Hier verschenkt es im Endeffekt doch noch sein großes Potenzial - doch ansonsten ist "Medea. Stimmen" ein energiegeladenes, tiefgründiges und schonungsloses Buch, das in manchen Passagen nahezu episch wirkt und als Gesellschaftsstudie universell ist.

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    • 2
  • Eine ernüchternde zeitgenössische Reinterpretation eines uralten Mythos.

    Medea

    Admiral

    18. July 2015 um 18:55

    "Medea. Stimmen" (1996) von Christa Wolf ist eine Neuauswertung des uralten Mythos um die kolchische Königstochter Medea, die das Märchen aus einer heutigen Perspektive heraus neuinterpretiert. In groben Zügen ist der Mythos um Medea durchaus angelehnt an die alten Versionen. Wolf erzählt hier die Geschichte um die Königstochter des Kolcherherrschers Aietes, die sich in ihrer neuen Heimat Korinth zurecht finden muss. Die Geschichte setzt in einer Feier an, in der Medea mit einer bewusst demütigenden Geste gegenüber ihrem Mann Iason auffällt, indem sie einfach geht. In zahlreichen Rückschauen wird erläuert wie es so weit kam und wohin das alles führte. Iason war ursprünglich von Iolkos nach Kolchis aufgebrochen, um das Goldene Vlies zu holen. Medea nutzte die Chance und half Iason und seinen Gefährten (Argonauten), um von diesen auf ihrem Schiff mitgenommen zu werden. Denn Kolchis ist in einem Zustand der herschaftlichen Degeneration und Autokratie. Aus diesem will Medea mit einer Schar Getreuer fliehen. Doch Iason wird in Iolkos betrogen und wird mitsamt der kolchischen Menschen in Korinth aufgenommen, wo letztere nun als Flüchtlinge leben. Doch unterscheiden sich Korinther und Kolcher dermaßen, dass hier große Probleme entstehen. So verhält sich Medea äußerst selbstbewusst, selbständig und offen, was den meisten Korinthern nicht passt, da dort die Frau stark abgestuft ist. Durch ihre auffallenden Fähigkeiten -Heilkunde beispielsweise- und ihr auffallendes Betragen entstehen unterschwellige Machtkonflikte und Intrigen, durch die allerhand Missstände und schreckliche Ereignisse Medea angehängt werden: der Mord an der Königstochter Iphinoe, eine Sonnenfinsternis, ein Erdbeben, ein Pestausbruch und noch mehr. Am Anfang wird sie erst aus dem Königspalast geschickt, dann gejagt, verbannt und schließlich werden ihre Kinder gesteinigt (was auch noch Medea, obwohl gar nicht mehr da ist, angehängt wird). Der Roman endet mit Medeas Verwahrlosung und ihrem Fluch auf Korinth. Wolf springt mit ihrer Darstellung zeitlich und personell öfters stark hin und her, was das Buch sehr interessant macht. Auch alte Handlungsstränge, die sich vor Romanbeginn abgespielt haben, werden nur sehr sporadisch über den gesamten Roman hinweg offenbart. Das ergibt sich aus der Ich-Perspektive, die sich durch das ganze Buch zieht, aber mit jedem Kapitel den Blickwinkel wechselt. Jedes Kapitel wird durch eine andere Person berichtet, sodass ein Ereignis auch öfters mal öfters erzählt wird, nur eben aus verschiedenen Perspektiven. Besonders auffällig sind auch die zeitgenössischen Handlungsebenen und Aspekte des Buches. So sind Frauen durchweg stark dargestellt und Männer durchweg schlecht, was dezent an einen dogmatischen Feminismus erinnert: Medea handelt stets regelwidrig, aber moralisch einwandfrei. Sie reflektiert, kann aber die Regeln nicht einhalten, da sie sonst nicht mit sich im Reinen sein kann. Die Rolle des Sündenbocks nimmt sie freiwillig an und zum Ende hin ist sie die einzige Protagonisten, deren Gewissen rein ist. Selbst Agameda, die schlecht handelt, handelt aus reinen Motiven heraus und verstellt sich nicht heuchlerisch, da ihr Hass auf Medea ehrlich ist. Akamas und Leukon sind beides Funktionäre des korinthischen Königs. Ersterer ist grundlegend falsch, während letzterer zwischenzeitlich eine Grauzone einnimmt, da er sich mit Medea trotz allem anfreundet und gut handelt. Doch letztendlich handelt er gar nicht und somit doch wieder falsch, da er nicht zu Medea stehen kann. Er sieht sich so zwar als Urkorinther an und somit determiniert in seinen Handlungen. Doch Selbstmordgedanken scheinen trotzdem kurz aufzukommen. Iason ist durchweg ein schwacher Mann, der sich nur männlich fühlen kann, wenn er seine Männlichkeit Frauen gegenüber sexuell ausleben kann. Selbst die grundlegende Medeacharakterisierung entspricht diesem Bild. Im antiken Mythos stets als eigene Kindsmörderin dargestellt, erscheint diese Szene hier bei Wolf als ausschließlich von Männern (!) nachträglich so propagandistisch inszeniert (die korinthische Prinzessin versucht hier irgendwie gegenzuwirken, scheitert, und begeht Selbstmord) Neben diesen feministischen Ansätzen zeigen sich aber noch andere zeitgenössische Reinterpretationen: 1. Medeas strikter Individualismusgang, der durchweg narzisstisch anormativ ist (sie zieht bei einer korinthischen Sakralfeier ein kolchisches Priestergewand an; sie zeigt keinen Respekt bei einem korinthischen Gebet). 2. Der miserable und "ausländerfeindliche" Umgang der Korinther mit den Kolchern, deren Kulthandlungen in einem abgelegenen Wald stattfinden müssen, die in ghettoähnlichen Teilen am Rand der Stadt leben und die bei einem natürlichen, zufälligen oder selbstgeschaffenen (von Korinthern) Problem sofort als Sündenböcke herhalten müssen. Alles in allem ein Wahnsinnsbuch, das durch all diese Aspekte (und noch mehr ! Bspw. bin ich auf die harten Spannungsbögen, die sich aus den Perspektivwechseln ergeben, gar nicht eingegangen) überzeugt und fesselt. Nur der stark feministische Ansatz stört ein wenig, da er etwas konstruiert wirkt (in beiden Städten -Korinth und Kolchis- versucht je die KönigIN gegen den verfallenden König positiv zu wirken).

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  • Rezension zu "Medea" von Christa Wolf

    Medea

    Fanje

    04. January 2011 um 21:47

    Ich musste es zwar als Schullektüre für das Zentralabitur lesen, aber trotzdem mochte ich das Buch. Es erzählt den antiken Medea-Mythos neu, wobei die Handlung aus der Perspektive verschiedener, in die Handlung verstrickter Figuren erzählt wird, darunter natürlich auch Medea und Jason. Christa Wolf sieht Medea nicht als Mörderin ihrer Kinder, sondern als durch Intrigen verraten. Der Schreibstil ist literarisch, die unterschiedlichen Erzählperspektiven machen den Leser neugierig und die Wortwahl ist präzise. Ich habe es mehrmals gelesen.

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  • Rezension zu "Medea. Stimmen" von Christa Wolf

    Medea

    Vyanne

    08. October 2010 um 11:00

    Der Roman erzählt den Mythos der Medea neu, die eigentlich als grausame Bruder- und Kindsmörderin bekannt ist. Christa Wolfs Roman zeigt im Grunde, wie sich solche Vorurteile und Gerüchte ("Mythen" eben) an der Wahrheit vorbei entwickeln können, wenn damit das Bedürfnis einer Gesellschaft gestillt wird. Statt der bösen Hexe Medea zeichnet sie das Bild einer selbstbewussten und sehr weisen Frau, die ihre Heimat, Kolchis, verlassen hat und in der neuen, Korinth, verachtet wird, gerade weil sie als Frau so selbstbewusst und weise ist. Ihre Heilkünste wirken bedrohlich und sie kennt ein grausames Geheminis Korinths, das von der Obrigkeit mühsam unter Verschluss gehalten wird. Die Bewohner der Stadt Korinth suchen einen Sündenbock für die Schicksalsschläge, die ihnen wiederfahren und für einige Ränkeschmieder, die mehr Macht anstreben, ist Medea das gefundene Fressen. Es beginnt ein Spiel von Intrigen und Selbstbetrug, wie es heute - zwar subtil, aber dennoch - nach wie vor stattfindet. Die hier dargestellte Geschichte der Medea ist zeitlos. Sie handelt vom Heimatverlust, vom ewigen Konflikt zwischen Mann und Frau, zwischen Individuum und Gesellschaft, zwischen Gerechtigkeit und Egoismus und, in der Analogie zu Kolchis und Korinth, zwischen Ost und Westdeutschland. Jedes Kapitel wird, einem Bewusstseinsstrom ähnlich, aus der Sichtweise einer am Geschehen beteiligten Person erzählt - der Leser hat an ihren Gedanken teil. Hier treten deutlich die völlig unterschiedlichen Charaktere mit ihren unterschiedlichen Weltsichten und Wahrnehmungen zu Tage. Dieser Facettenreichtum macht den Roman umso lesenswerter. Wie so oft geht Christa Wolf zu Beginn ihres Romans quasi in medias res, was den Einstieg etwas erschwert. Aber spätestens ab dem 2. oder 3. Kapitel wollte zumindest ich das Buch nicht mehr weglegen. Die Gedankenwelten der verschiedenen Personen zogen mich "in das Buch hinein". Es empfiehlt sich, vorher den ursprünglichen Medea-Mythos zu lesen (und vielleicht auch den über Jason und das goldene Vlies), um erkennen zu können, an welchen Stellen Christa Wolf ihn uminterpretiert - und warum. Dieser Roman ist wärmstens zu empfehlen für Freunde der gepflegten Sprache und künstlerischen Literatur, für Gesellschaftskritiker und für solche, die sich gerne in andere hineinversetzen. Eines meiner absoluten Lieblingsbücher!

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  • Rezension zu "Medea. Stimmen" von Christa Wolf

    Medea

    Piezke

    31. January 2010 um 17:17

    Christa Wolf zeichnet ein anderes Bild der Medea. Medea ist nicht die rachsüchtige Kindsmörderin sondern eine starke Frau, die den Hass einer patriarcharischen Gesellschaft auf sich zieht und Ziel von Intrigen wird. Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Das Buch ist mit dem Stilmittel des "Stream of Consciousness" geschrieben worden. Jedes Kapitel ist ein Strom von Gedanken einer an den Geschehnissen beteiligten Person. Dadurch wird das Buch sehr spannend: Gedanken deuten einiges an, das erst später erklärt wird. Dadurch, dass nicht jeder immer an alles denkt, wirkt das Ganze aber gar nicht konstruiert sondern sehr natürlich.

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  • Rezension zu "Medea. Stimmen" von Christa Wolf

    Medea

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    24. December 2009 um 11:42

    Ich musste "Medea" in der Schule lesen und wirklich kein Buch,das ich jemals in der Schule gelesen habe,hat mich so gelangweilt und wütend gemacht,wie Medea es geschafft hat. Das mag daran liegen,dass ich mich weder für griechische Mythologie,noch für Feminismus begeistern kann.Christa Wolf wandelt die alte Geschichte der Medea,die ihr Kind umbrachte,zugunsten der Medea ab,will Umstände und Beweggründe dieser Frau aufzeigen,und wohl damit ihr Tun entschuldigen und/oder rechtfertigen. Die Beschreibungen ihres Umfeldes(Personen und Orte) ziehen sich über Seiten hin,unterschiedliche Perspektiven werden gewählt,was grundsätzlich nicht schlecht ist.Doch leider fehlt die Identifikationsfigur.Medea,Jason und alle anderen sind schlichtweg alle gleich langweilig,Medea soll als starke Frau präsentiert werden,parallel wird von Jason und dem Goldenen Vlies erzählt. Zu viele Personen,zu viele Parallelhandlungen,schlecht geschrieben,von vorne bis hinten uninteressant und langweilig. Was will mir dieses Buch sagen?Ich wünschte,ich hätte es nie angerührt.

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  • Rezension zu "Medea. Stimmen" von Christa Wolf

    Medea

    Otep

    17. June 2009 um 14:20

    Die "erste" Kindermörderin Medea wird von Christa Wolf in einem neuen, modernen und zum Teil etwas feministischen Licht gezeigt. Dabei lässt sie jedoch nicht nur Medea selbst, sondern auch andere Charaktere der Sage - wie auch Jason - zu Wort kommen. Somit sieht man die Geschichte aus vielen interessanten Gesichtspunkten. Eine sehr gut gelungene Version des klassischen Stoffes, der auch durch Wolfs unvergleichlichen Schreibstil geprägt ist. Auch wenn mir persönlich "Kassandra" besser gefallen hat, ist "Medea" ein weiteres Meisterstück von Christa Wolfs Interpretation klassischer Themen.

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  • Rezension zu "Wolf. Medea" von Volker Krischel

    Medea

    Izzylie

    09. March 2009 um 00:32

    Hat mal wieder wirklich klasse geholfen!

  • Rezension zu "Medea" von Christa Wolf

    Medea

    Freaky_Tattoo

    24. January 2009 um 14:44

    Eine faszinierende Neuauflage des Mythos der Medea. Christa Wolf enterfnte die negativen Eigenschaften die der Medea von den patriachalischen Gescichtenschreibern auferlegt wurde und erfand diese unglaublich ergreifende Persönlichkeit neu.
    Ungemein lesenswert, voller Liebe und Farben, gehört dieses Werk in jedes gut ausgestattete Bücherregal...

  • Rezension zu "Medea. Stimmen" von Christa Wolf

    Medea

    jana

    28. November 2008 um 18:43

    gut geschrieben und macht den Charakter von Medea im gegensatz zu der sage sehr sympatisch. Ist jetzt neu in die Abiturlektüre aufgenommen worden.

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