Christa Wolf Störfall

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Inhaltsangabe zu „Störfall“ von Christa Wolf

Im Frühling 1986, auf dem mecklenburgischen Land, sind die Blüten an den Kirschbäumen förmlich explodiert – aber das Wort vom Explodieren wagt man nicht einmal mehr zu denken, seit die Nachricht sich verbreitet: Im Kernreaktor von Tschernobyl hat eine Explosion stattgefunden. Und während die Erzählerin den stündlichen Warnungen im Radio lauscht, muß sich ihr Bruder einer riskanten Gehirnoperation unterziehen.
Zwei Störfälle, eine kollektive und eine individuelle Katastrophe, an einem Tag: Christa Wolfs Erzählung schildert den Einbruch des Unfaßbaren in das menschliche Leben, entfesselte Kräfte, über die wir keine Kontrolle mehr haben.

Sehr interessantes Buch über eine Zeit in der Vergangenheit. Auch aus psychologischer Sicht spannend zu lesen.

— Chanti97

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    Störfall

    Avalee

    26. August 2016 um 13:34

    Christa Wolfs Störfall stellt dar, wie eine Frau vom Reaktorunfall in Tschernobyl erfährt und gleichzeitig um das Leben ihres Bruders bangt, der sich an diesem Tag einer Gehirnoperation unterziehen muss. Innerhalb dieses einen beschriebenen Tages lauscht die Ich-Erählerin den Radionachrichten und unterhält sich darüber mit Nachbarn und Familie. Sie versucht die grauenvolle Nachricht des Reaktorunfalls zu fassen, scheint es aber kaum zu können, denn schließlich ist die radioaktive „Wolke“ unsichtbar. Sie flüchtet sich in ihre Gartenarbeit und den Gedanken an ihren Bruder, der an diesem Tag am Gehirn operiert wird. Dieser Roman ist unheimlich beschrieben: Sowohl der atomare Unfall, der über der gesamten Erzählung schwebt als auch die Operation haben etwas verstörendes an sich. Trotzdem konnte ich beide Handlungsstränge und die dabei verdeutlichte Hilflosigkeit der Personen interessiert verfolgen. Leider haben mir dann doch zum Teil die Spannung und ein paar direktere Aussagen zum Unfall in Tschernobyl gefehlt. Dennoch finde ich diesen Roman durchaus Lesenswert.

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  • Rezension zu "Störfall." von Christa Wolf

    Störfall

    bogi

    08. July 2011 um 09:29

    Christa Wolf beherrscht die Kunst des Schreibens ganz zweifellos. Mit Ihrem Stil jedoch kann ich leider nichts anfangen. In Störfall wendet die Autorin eine bemerkenswerte Technik an und verknüpft den Atomunfall von Tschernobyl mit einer Tumoroperation vermutlich Ihres eigenen Bruders. Beide Ereignisse fallen zeitlich anscheinend zusammen oder finden gar am selben Tag statt. Beides führte offenbar bei Frau Wolf zu einschneidenden inneren Verwerfungen. Die Art und Weise wie Sie beides darstellt war für mich allerdings ausgesprochen wirr und unklar. Zumindest die Verbindung der Vorgänge. Die kann ich im Grunde gar nicht erkennen. So bleiben zwei Beschreibungen von dramatischen Vorkommnissen, die nun wieder auf sehr kunstvolle, d. h. für mich symbolhafte, bildhafte Variation und damit die Dramatik herauslösend geschieht. Literarische Kunst stellt das schmale Bändchen sicherlich dar, der gemeine Leser (zu denen ich mich trotz mancher Spezialvorlieben zähle) wird dafür aber eher keinen Zugang finden.

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  • Rezension zu "Störfall" von Christa Wolf

    Störfall

    HomersEvil

    07. January 2010 um 22:47

    Katastrophe, größter anzunehmender Unfall, Machtlosigkeit, Wut – Krankheit, Tumor, Hoffnung, Schicksal. So könnte man grobkörnig die Gedanken und philosophischen Ansätze in Christa Wolfs Werk beschreiben. Die Autorin beschreibt die Ereignisse eines Tages im Leben einer fiktiven Schriftstellerin, die mit der Nachricht eines Reaktorunfalls in der Nähe Kiews zum einen und als wäre das nicht genug, zum anderen mit einer riskanten Hirnoperation ihres Bruders konfrontiert wird. . Ausgehend vom schrecklichen Vorfall in der Sowjetunion, über den nur ganz allmählich und tröpfchenweise mehr Details bekannt gegeben werden, überlagern sich die Gedanken und Eindrücke der Erzählerin mit der zur gleichen Zeit stattfindenden Operation ihres Bruders, deren Ausgang ungewiss ist. Immer wieder werden Gedanken und Überlegungen in Beziehung zu diesen anormalen Ereignissen gesetzt und dadurch stetig neue Blickwinkel auf die jeweiligen Problematiken geworfen. Die Abhängigkeit von moderner Wissenschaft und die damit verbundene Weiterentwicklung der Menschheit, ob positiv oder negativ, als auch die Unfehlbarkeit der Technik und die Möglichkeit menschlichen Versagens, spielen in den Gedankenwelten der Protagonistin eine entscheidende und immer wiederkehrende Rolle. Doch auch viele andere Thematiken und Ereignisse werden innerhalb der Geschichte aufgenommen und verarbeitet. Mit einer enormen Tiefe und Emotionalität gelingt es Christa Wolf den Leser völlig einzunehmen und jenen "Störfall" persönlich wahrzunehmen und zu empfinden. . Das vorliegende Werk entstand innerhalb weniger Wochen, unmittelbar nach der Katastrophe von Tschernobyl. Aufgrund der Tatsache, dass es sich für eine DDR-Schriftstellerin nicht ziemte die Sowjetunion verbal anzugreifen, fällt der kritische Teil am Reaktorunglück auch relativ knapp aus. Häufig war und ist dieser Umstand eine willkommene Möglichkeit westlicher Kritiker, Christa Wolfs Werke zu beanstanden. Doch wie in nahezu jedem künstlerischem Medium, welches die Zensur der zuständigen DDR-Organe überlebte, muss zwischen den Zeilen gelesen, gehört oder gesehen werden um alle Aussagen und Bedeutungen zu ergründen.

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  • Rezension zu "Störfall. Nachrichten eines Tages" von Christa Wolf

    Störfall

    Heike110566

    04. January 2010 um 22:24

    26. April 1986 - Super-GAU im sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl. Dem Menschen wird bewusst, wie wenig er die Kräfte der Natur beherrscht, wenn sie ihm ersteinmal außer Kontrolle geraten und wie sehr diese Nichtkontrollierbarkeit dann die Grundlagen seines Lebens akut gefährden. Dieses Desaster bildet den Anlass und Auslöser für "Störfall", dass den Untertitel "Nachrichten eines Tages" trägt. Innerhalb weniger Monate, Mai bis September 1986, schrieb Christa Wolf (geb. 1929) dieses nachdenklich stimmende und betroffen machende Epos, dass am ehesten in seiner literarischen Form der Erzählung zuzuordnen ist. Geschildert wird der Tag danach. Das erzählende Ich ist an diesem Tag gleich zwei Katatstrophen ausgeliefert. Zum einen den Meldungen über Tschernobyl im Radio, zum anderen der Gehirntumor-Operation des Bruders. Christa Wolf schildert eindrucksvoll die Gefühle und Gedanken des Ichs, dass sich der Vergänglichkeit von allem bewusst wird. Durch die Assoziationsketten, bestehend aus wissenschaftlichen Überlegungen und persönlichen Erinnerungen, wird der Leser emotional in die Gedankenströme einbezogen. Es gelingt der Autorin die beiden Erzählebenen, "Tschernobyl-Katatstrophe" und "OP des Bruders" (die autobiografische Züge trägt), auf hervorragende Art und Weise miteinander zu verknüpfen. Scheinbar übergangslos wechseln sie einander ab, aber ohne dass der Leser dies als störende Leseflussunterbrechungen empfindet, da diese Wechsel sich wie ganz selbstverständlich aus den Gedankenketten der Erzählerin ergeben. Unterbrochen werden die Gedanken der Ich-Erzählerin nur durch wenige Begegnungen mit anderen Menschen an diesem Tag. Auffällig ist, dass dies ausnahmslos nur weibliche Personen sind, die dabei von ihren Ängsten und Empfindungen berichten. Einfach lesenswert!

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  • Rezension zu "Störfall. Nachrichten eines Tages" von Christa Wolf

    Störfall

    SchwarzeTinte

    23. July 2009 um 11:43

    Meiner Meinung nach das beste Werk von Christa Wolf, obwohl es sicher nicht zu den bekanntesten von ihr gehört. Absolut lesenswert!

  • Rezension zu "Störfall. Nachrichten eines Tages" von Christa Wolf

    Störfall

    Marco

    25. September 2008 um 17:56

    Im April 1986 fliegt das Atomkraftwerk in Tschernobyl in die Luft. Als die Nachrichten über diesen Unfall immer mehr Raum greifen, wird Christa Wolfs Bruder am Kopf operiert. Die Autorin beschreibt diesen Tag voller Zweifel, trüben Gedanken und zarten Hoffnungen. Entstanden ist ein nachdenklicher Text über das Leben und seinen Wendungen. Auch über 20 Jahre später, sind die Überlegungen von Christa Wolf überraschend aktuell und nachvollziehbar. Viele haben die Ereignisse nach der Katastrophe vergessen oder verdrängt. Dabei könnte es uns auch heute noch als Mahnung dienen. Auszüge: „Plötzlich habe ich mich fragen müssen, ob die Betreiber jener Arten von Technik, deren höllische Gefährlichkeit in ihrem Wesen liegt, jemals in ihrem Leben winzigste Samenkörner, in die Erde gesenkt haben, um sie später aufgehen zu sehen, und über Wochen, Monate hin das Wachstum der Pflanzen zu verfolgen.“ (Seite 34) „Was nach Aussage der Physiker höchstens einmal in 10 000 Jahren hätte geschehen können, ist jetzt geschehen. Zehntausend Jahre sind eingeschmolzen auf diesen Tag. Das Gesetzt der Wahrscheinlichkeit hat uns zu verstehen gegeben, dass es ernst genommen werden will. (...) Jede relativ neue Technik, hören wir nun, fordere zunächst Opfer.“ (Seite 64)

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