Christel Scher

 4,7 Sterne bei 11 Bewertungen
Autorenbild von Christel Scher (©Big Shot Fotoatelier Wittlich)

Lebenslauf

Eine blühende Fantasie hatte Christel Scher immer und eine Vorliebe für Düsteres wohl auch. Schließlich war ihr erster unsichtbarer Freund ein Vampir, der in ihrem Kleiderschrank wohnte. Seit sie schreiben kann, bringt sie Geschichten zu Papier. Das Schreiben ist eine Konstante in ihrem Leben und ein unverzichtbarer Ausgleich zu ihrer Arbeit als Sozialarbeiterin. Ihre Liebe zu den Wesen der Nacht ließ sie immer wieder zur Dark Fantasy zurückkehren. Hier fühlt sie sich zuhause. Geboren in NRW lebt sie seit acht Jahren mit Mann und Hund in Rheinland-Pfalz. Sicher war es die dortige Natur, die sie endlich ausreichend entschleunigte, um ihren Debütroman fertigzuschreiben.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Christel Scher

Cover des Buches Die Dämonen von Martz (ISBN: 9783757822767)

Die Dämonen von Martz

(9)
Erschienen am 11.02.2025
Cover des Buches Die Blutweberin (ISBN: 9783695601943)

Die Blutweberin

(2)
Erschienen am 16.04.2026

Neue Rezensionen zu Christel Scher

Cover des Buches Die Dämonen von Martz (ISBN: 9783757822767)
silke-k-weilers avatar

Rezension zu "Die Dämonen von Martz" von Christel Scher

silke-k-weiler
Dunkler, sinnlicher Lesegenuss

Schon lange nicht mehr habe ich zwei Figuren so ins Herz geschlossen wie Aurelia Beibrunnen und Zavin Wechem.

Aurelia ist eine stumme Prostituierte, die in der Stadt Martz im doppelten Sinne keine Stimme hat. Das Leben hatte seit früher Kindheit nur Tiefschläge für sie übrig, ihre geprügelte Seele ist seiner Kapriolen überdrüssig, ist seiner unendlich müde und würde den Tod eher gestern als heute begrüßen.

Zavin, Spross einer angesehenen Martzer Familie, mag Uhrwerke und Zahnräder lieber als zu viele Menschen um sich. So gerne würde er den Erwartungen seiner Familie entsprechen, sie stolz und glücklich machen, doch Zavin ist ein „Uhrmacher mit einem erheblichen Problem“. Er braucht menschliches Blut.

Und so ekelt und fürchtet er sich vor sich selbst, wenn ihn dieser unerträgliche Durst nach dem Lebenssaft anderer überkommt, er ringt mit seinem Fluch, tatsächlich ist es im Grunde genau das, was ihm im Moment des Beißens und Saugens so nah ans Leben heranzieht wie nichts anderes sonst.

Und nun treffen diese beiden Figuren aufeinander, Lebensüberdruss auf Lebensfurcht. Ein Junggesellenabschied, zu viel Alkohol, mit Drogen versetzt, im Rausch eskaliert der Abend in Zavins Werkstatt.

 „Nicht fürs Überleben gemacht … Meine Lider flatterten und ich schloss die Augen. Am Ende, aber im letzten Moment nicht allein. Der Vorteil eines Mordes.“

„Der Moment, das Jetzt und Hier, mehr war es nicht, was sie hielt, und glasige Augen baten darum, den letzten Faden zu zerschneiden.“

Doch Aurelias trotziger Lebenswille ist stärker, als sie denkt, und so findet sie der Tod an diesem Abend nicht. Im Gegenteil, der Biss knüpft eine ganz besondere Verbindung zwischen den beiden.

Getrieben von seinem Gewissen und der Angst, dass sein Fluch durch Aurelias Überleben auffliegt, bietet Zavin ihr als Gegenleistung für ihr Schweigen eine Anstellung in seiner Uhrmacherwerkstatt. Gleichzeitig versucht er, so gut es möglich ist, ihren Zuhälter auf Abstand zu halten und geht dabei einen schrecklichen Handel ein. In Martz ist Zavin hingegen nicht der eigentliche Dämon. Und die Kräfte, die ihn samt seiner Familie fallen sehen möchten, sind nicht nur stark, sondern weit näher und umtriebiger als er ahnt.

Sprachlich ist dieser Roman ein bisschen wie ein Moccachino. Herb, süß, sinnlich. Ein Genuss. Die Figuren sind lebendig, plastisch und nachvollziehbar geschrieben, mit all ihren Narben, Unzulänglichkeiten und den moralischen Untiefen. Gemeinsam mit ihnen erlebe und erfahre ich das Worldbuilding und die Stadt Martz, fliehe über deren Ebenen, durch die unterschiedlichen sozialen Schichten, spiele Mäuschen im Rat oder lerne andere Kulturen kennen.

Wer dunkle, sinnliche Geschichten mit Blutdurst, Intrigen und einem Hauch von Steampunk mag, mit moralisch ambivalenten Figuren, die sich mit jeder Zeile tiefer ins Herz kämpfen, sollte hier unbedingt zugreifen. Ich freue mich auf den zweiten Band und spreche eine dringende Leseempfehlung aus.


Cover des Buches Die Blutweberin (ISBN: 9783695601943)
silke-k-weilers avatar

Rezension zu "Die Blutweberin" von Christel Scher

silke-k-weiler
Eine lesenswerte Novelle aus der Welt von „Die Dämonen von Martz“

*** „Stets wirkten die Augen der Frauen so müde. Manchmal erschrak ich, wenn dieselbe Müdigkeit sich in die Augen meines Spiegelbilds schlich.“ ***

Der Klappentext bringt die Handlung perfekt auf den Punkt, sodass es aus Spoilergründen nicht sinnvoll wäre, dem noch viel hinzuzufügen. Christel Scher gelingt es sehr gut, die sperrige Melise als Charakter lebendig werden zu lassen. Ich wusste beim Lesen nicht, ob ich sie als Figur auf Abstand halten oder mit ihr mitfühlen sollte. Die Bedürfnisse, die ihr Dämonendasein mit sich bringt, stillt sie sehr rücksichtslos, und anders als bei Zavin aus „Schlüsselblut“ verspüre ich bei ihr keinerlei Gewissensbisse oder Ringen mit ihrem Fluch. Womit sie eher ringt, ist ihre Stellung und sie trauert vergangenen Leben nach, in denen ihre gesellschaftliche Reputation eine weit bessere war und ihre Worte weit mehr Gewicht hatten.

*** Ich roch an der teuren Schminke. Sie war kurz davor, ranzig zu werden. „Aber heute noch nicht“, sagte ich erneut. ***

Jetzt fristet sie ihre Existenz in der Martzer Unterstadt, ist verbittert, fühlt sich hingehalten von ihrem einzigen Vertrauten, dessen Ehefrau mit strenger Hand die Weberei führt.
Die Nöte der anderen Frauen sind weit existentieller: Fella etwa, die von ihrem alkoholabhängigen Mann geschlagen wird, Telpi, die bereits Mutter und selbst noch ein Kind ist, Bres, bei der sich Anzeichen von Demenz zeigen.

*** „Weißt du“, flüsterte sie. „Manchmal wünscht ich mir, wir würden n bisschen zusammenhalten. Nur n bisschen.“ ***

Und dann passiert genau das: Als Melise sich in tödlicher Gefahr befindet, hält diese so ungleiche Gruppe von Frauen zusammen. Eine tiefe, kraftvolle Verbindung entsteht und aus ihren Sehnsüchten und Stärken beginnen die Frauen, ihr Schicksal neu zu weben. Aber Martz ist unbarmherzig und besonders die Unterstadt lässt keinen Raum für Träume …

Eine gelungene Novelle aus der Welt von „Die Dämonen von Martz“, die ihre Figuren, der Kürze geschuldet, knapp, aber präzise skizziert. Ihr empfinde sowohl Melises Widersprüchlichkeit, als auch die Abhängigkeiten der anderen Frauen, die sich nur schwer von ihrer jeweiligen Lebenssituation lösen können. Die Geschichte fügt der Martzer Welt Einblicke in die gesellschaftliche Struktur hinzu und lässt das Leben in der Unterstadt spürbar werden. Auch der Schreibstil passt genau zu dieser Stadt, in der Elend, Ungerechtigkeit, Gewalt, Mut und Freundschaft so nahe beieinanderliegen. Eine schöne Ergänzung zu den Romanen und sehr lesenswert.

Cover des Buches Die Dämonen von Martz (ISBN: 9783757822767)
KerstinRothenbaechers avatar

Rezension zu "Die Dämonen von Martz" von Christel Scher

KerstinRothenbaecher
Atemlose Dark Fantasy mit bittersüßem Gefühl

Als Sohn einer einflussreichen Familie führt der Uhrmacher Zavin ein gutbürgerliches Leben, doch sobald die Nacht hereinbricht, fällt seine Maske. Durstig nach Blut jagt er durch die Gassen, um sich am Licht der Menschen zu berauschen. Voller Scham ficht er innere Kämpfe mit sich aus und nimmt die Rolle des schwarzen Schafes unumwunden an, die ihm sein Leben lang auf der Seele lastet. Eine andere Nacht, ein anderes Opfer, aber die stumme Prostituierte Aurelia überlebt seinen Biss. Fortan schweißen sie die Ereignisse zusammen und bald ist es mehr als eine einfache Zweckgemeinschaft. Im Taumel der Intrigen und Machtspiele kommen sie an Grenzen, deren Überschreitung sie mehr kostet als die Aufdeckung ihres Geheimnisses. Mit aufgerissenen Augen folge ich den beiden im Wechsel der Perspektive und von Anfang an umgibt mich eine düstere und zugleich kribbelnde Stimmung, der ich mich nicht entziehen kann. Zavin gibt sich sympathisch zerrissen, Aurelias Leuchten strahlt durch die Seiten und in mir keimt der Wunsch nach einem Happy-End, das es an sich nicht geben kann. Der eingehende und atmosphärische Schreibstil lässt die Seiten nur so fliegen und mit einem atemlosen Aufseufzen klappe ich das Buch zu! Bitte mehr davon! Absolute Leseempfehlung!

Gespräche aus der Community

Cover des Buches Die Dämonen von Martz
C
Christel_Scher

Wie nah würdest du einem Dämon kommen wollen, der versucht hat dich zu töten?

Begleite die stumme Prostituierte Aurelia und den vampirischen Uhrmacher Zavin bei ihrem Kampf gegen innere Dämonen, mächtige Feinde und erlebe, wie ein Zweckbündnis ganz langsam so viel mehr wird als das.

Komm mit in die von Gaslaternen beschienenen Gassen einer viktorianisch inspirierten Fantasy-Welt.

15 eBooks (epub)


134 BeiträgeVerlosung beendet

Zusätzliche Informationen

Christel Scher wurde am 05. Februar 1986 in Werne a.d. Lippe (Deutschland) geboren.

Christel Scher im Netz:

Welche Genres erwarten dich?

Community-Statistik

13 Bibliotheken

1 Merkzettel

2 Leser*innen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks