Christelle Dabos

 4,3 Sterne bei 2.238 Bewertungen

Lebenslauf

Die Reise auf den Buchstaben: Christelle Dabos wird 1980 an der Côte d’Azur geboren und wächst in Cannes auf. Schon während ihrer Schulzeit schreibt sie erste Geschichten und wird Mitglied einer Online-Community für Autoren. Nach dem Studium zieht sie 2005 nach Belgien, wo sie noch heute lebt. Dort arbeitet sie zunächst als Bibliothekarin.

Nach einer Krebserkrankung 2007 findet Dabos zurück zum Schreiben und beginnt die Arbeit an ihrem späteren Debütroman, „Die Verlobten des Winters“. Sie veröffentlicht anfangs nur Ausschnitte im Internet, als sie jedoch 2013 den Gallimard Jeunesse, einen Jugendliteraturwettbewerb gewinnt, wird der erste Band der Spiegelreisenden-Reihe veröffentlicht und zu einem sensationellen Erfolg. Die Bücher der Reihe wurden in mehrere Sprachen übersetzt und erscheinen seit 2019 auch in Deutschland.

Alle Bücher von Christelle Dabos

Neue Rezensionen zu Christelle Dabos

Doctrina Memorial

Im dritten Teil der Spiegelreisenden passiert unglaublich viel. Zunächst erfolgt ein Zeitsprung: wir befinden uns zusammen mit Ophelia auf Anima. Es ist zwei Jahre her, dass sie ihren Ehemann Thorn zuletzt im Gefängnis sah, bevor er als Spiegelreisender durch eine Pfütze verschwand. Ophelia geht es emotional nicht sehr gut, doch Dank ihres Großonkels findet sie eine Spur zu Thorn: sie muss nach Babel. Wie es der Zufall will, findet Archibald Ophelia und ermöglicht ihr den Zugang nach Babel. Im Hintergrund suchen er, Gwenael und Reineke nach einem Weg zur Arche Erdenbogen um Mutter Hildegards Tod aufzuklären. So rutscht Ophelia unter ihrer neuen Identität Eulalia in die Ausbildung zur Vorbotin, findet Thorn ebenfalls unter anderem Namen wieder und findet neue Freunde. Sie muss sich aber auch gehässige Widrigkeiten ihrer Konkurrentin Mediana gefallen lassen, macht sich den Ohne-Furcht-Und-Beinahe-Ohne-Tadel zum Feind und wird von den Lux Lords bestraft.


Eine unglaubliche Geschichte, mit so viel Tiefgang, so vielen Details und Charakteren. Dennoch scheinen alle Informationen zielführend für Ophelias Vorankommen zu sein. Frustrierend war Thorns Verhalten Ophelia gegenüber, auch wenn er sie nur schützen wollte. Aber auch Medianas ungerechtes, niederträchtiges und grausames Verhalten Ophelia gegenüber brachte mich zur Weißglut. Ich bin gespannt, welche Rolle Erdenbogen noch spielen wird, ob die Lords von Lux Thron weiterhin schützen werden und ob Ophelia Gott jemals besiegen kann. 


Der Schreibstil des Buches ist unvergleichlich, so sanft und doch informationsgewaltig. Die Charaktere sind vielfältig und dennoch eindeutig voneinander unterscheidbar. Ophelias Gedankengänge sind auch immer sehr interessant und machen ihre Handlungen nachvollziehbar. Schön ist auch, dass nicht immer nur aus ihrer Sicht geschrieben wird, sondern auch Thorns Seite oder Archibalds Geschichte erzählt wird.

Cover des Buches Die Spur der Vertrauten (ISBN: 9783757102227)
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Rezension zu "Die Spur der Vertrauten" von Christelle Dabos

kleinfriedelchen
Faszinierend-fantastischer Gesellschaftsentwurf von Christelle Dabos

Stellt euch eine Welt vor, in der jeder Mensch mit einem Instinkt geboren wird, der über seine Stellung in der Gesellschaft bestimmt. In dieser Welt versucht Goliath, der mit einem Beschützer-Instinkt geboren wurde, vor Ablauf der Frist noch ein weiteres Leben zu retten, damit er zum Tugendhaften aufsteigen kann. Als er da von verschwundenen Jugendlichen in seinem Bezirk erfährt, wittert er seine Chance: bestimmt müssen sie gerettet werden! Wenn ihm da nur nicht die Vertraute Claire einen Strich durch die Rechnung macht. Denn Claire, deren Instinkt es ist, anderen zuzuhören, ist ebenfalls auf der Suche nach den verschwundenen Kindern. Noch ahnen sie nicht, dass ihre Suche ein Geheimnis ans Licht bringen wird, das droht, die ganze Welt auf den Kopf zu stellen...

Christelle Dabos ist manchen von euch vielleicht bekannt als die Autorin der Spiegelreisenden-Bücher, eine richtig tolle, außergewöhnliche Fantasy-Reihe jenseits der üblichen Tropes und Charaktere, die wir mittlerweile vom US-Markt gewohnt sind. Dementsprechend waren meine Erwartungen an ihr neuestes Buch sehr hoch. Und was soll ich sagen, die Autorin hat wieder abgeliefert! Bekommen habe ich eine dystopisch angehauchte Fantasy-Geschichte mit philosophischen- und Krimi-Elementen, die mir lange Zeit im Kopf geblieben ist.

Erzählt wird die Geschichte vornehmlich von zwei Charakteren, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Während Goliath den Instinkt eines Schützers hat, durch seine laute Stimme und eher grobes Aussehen auffällt und alles dafür tun würde, um endlich ein Tugendhafter zu werden, fliegt die stille Claire lieber unter dem Radar. Sie ist eine Vertraute - ihr Instinkt bringt sie dazu, den Menschen zuzuhören. Eine Gabe, die einem keinen Ruhm bringt, aber darauf ist Claire auch gar nicht aus. Vielmehr ist sie auf der Suche nach... nun, etwas, das sie gar nicht genau benennen kann, einer Verbindung, mehr als das, was der Instinkt allen Menschen aufzwingt. Und als sie auf der Suche nach den verschwundenen Jugendlichen immer wieder auf mysteriöse Nachrichten trifft, die sich direkt an sie zu richten scheinen, glaubt sie, endlich die Antwort gefunden zu haben.

Die Mischung aus der fast schon kriminalhaften Geschichte und dem spannenden Gesellschaftsentwurf konnte mich richtig faszinieren. Die Handlung beginnt zwar eher gemächlich, nimmt aber richtig Fahrt auf, als das ungleiche Duo den verschwundenen Jugendlichen immer näher kommt. Dabei machen Goliath und Claire wirklich eine richtige Entwicklung durch: Goliath entpuppt sich am Anfang als echter Egoist, dem alles egal ist, besonders seine Mitmenschen, solange er nur zum Tugendhaften aufsteigt. Claire ist sein kompletter Gegensatz und nicht die typische Hauptprotagonistin, denn sie ist eher still und unauffällig, und wirkt auf den ersten Blick, als hätte sie nicht viel zu bieten. Aber dieser Eindruck trügt ganz gewaltig und sie mausert sich zur richtigen Heldin der Geschichte. 

Goliaths Bedürfnis, unbedingt ein Tugendhafter zu werden durch das Retten von Menschenleben, kann man schon verstehen, wenn man sieht, wie die Gesellschaft funktioniert, in der er und Claire leben. Denn in dieser Welt bestimmt die Anzahl der Leben, die man gerettet hat, über das gesellschaftliche Ansehen und die Privilegien, die man erhält. Und obwohl es angeblich keine "kleinen" oder unwichtigen Instinkte gibt - im großen Gefüge des Wir, dem der Instinkt dient, sind alle wichtig, damit die Gesellschaft funktioniert - eignen sich doch nicht alle dazu, Menschenleben zu retten. 

Das Prinzip des Instinkts, der das Leben in dieser Welt bestimmt, hat nicht nur mich, sondern auch Claire sehr nachdenklich gemacht und zu vielen Gedanken über den Wert der Selbstbestimmung und des freien Willens geführt. Denn wenn man vom Instinkt zu Handlungen gezwungen wird, auf die man keine Lust hat, was soll man dann tun? Denn natürlich gibt es auch in dieser Gesellschaft Menschen, die frustriert über die Fremdbestimmung durch ihren Instinkt sind. 

Wenn euch dieses Gedankenspiel ebenso fasziniert wie mich, und wenn ihr wissen wollt, ob es Goliath gelingt, ein Tugendhafter zu werden und Claire ihre Antworten findet, dann müsst ihr "Die Spur der Vertrauten" unbedingt lesen. Es lohnt sich!

Cover des Buches Die Spur der Vertrauten (ISBN: 9783757102227)
S

Rezension zu "Die Spur der Vertrauten" von Christelle Dabos

Streifi
Wir

Das „Wir“ ist das, was in der Welt von Claire und Goliath über allem steht. Alle dienen mit ihrem Instinkt der Gemeinschaft und Individualität existiert eigentlich nicht. Aber eben nur eigentlich. Doch was passiert mit denen, bei denen ein eigener Wille erwacht?

Ich muss sagen, ich habe mich sehr gefreut, als ich entdeckt habe, dass es ein neues Buch von Christelle Dabos geben wird. Ich fand die Reihe um die Spiegelreisende ziemlich genial und habe mich so sehr auf neue Ideen der Autorin gefreut. Allerdings muss ich sagen, mochte ich ihr bei diesem Buch nicht so richtig folgen. Das Setting wurde mir recht schnell klar, die Welt, in der Celia und Goliath leben wird gut beschrieben. Allerdings konnte ich mich mit Goliath so gar nicht anfreunden, seine Fixierung auf die Lebensrettung um ein Tugendhafter zu werden war mir zu zwanghaft. Es wird zwar erklärt, wie es dazu kommt, aber irgendwie war mir das Ganze zu klischeehaft. Claire fand ich interessant, vor allem als klar wird, was ihr eigene Geheimnis ist. Dazu kommt noch Noah, den ich sehr unangenehm empfunden habe mit seiner unendlichen Liebe zum „Wir“ und seinem Schnuffelchen. Irgendwie hat diese Formulierung bei mir nur Widerwillen und Unbehagen ausgelöst.

Alles in allem muss ich sagen, dass mich das Buch nicht wirklich überzeugen konnte, da ich mich dauernd unwohl gefühlt habe. Und am Ende fand ich die Geschichte auch nicht interessant genug, um sie weiter zu verfolgen. Es ist sehr wohl ein interessantes Setting, aber mich konnte es leider nicht so richtig begeistern und einfangen.

Gespräche aus der Community

Endlich ist er da: der neue Roman der Autorin von "Die Spiegelreisende". Mit "Die Spur der Vertrauten" hat Christelle Dabos eine packende Dystopie geschrieben, die euch bis zur letzten Seite fesseln wird. In einer Welt, in der es keine Individualität mehr gibt und das Wohl der Gemeinschaft über allem steht, beginnen Claire und Goliath unbequeme Fragen zu stellen. Als ein Schüler der Schule der Vertrauten spurlos verschwindet, tun sich die beiden zusammen, um den Hintergründen auf die Spur zu kommen. Seid ihr gespannt auf unser neues #youngadultreads-Highlight?

2.113 BeiträgeVerlosung beendet
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Letzter Beitrag von  Aduja

Wie krass es war, dass Claire wirklich den Instinkt von Coco-Rudy zerstört hat. Da hätte ich mir eine Erklärung gewünscht. Und vor allem, dass Claire noch mehr Menschen von ihren Instinkten befreien kann.

Das Ende fand ich nicht schlecht, aber ich hätte wirklich gerne mehr über die ganzen Hintergründe erfahren.

Der Monat ist schon fast zu Ende und ich habe schon einige Buchreihen im diesen zwei Monaten für mich entdeckt.

Ich habe Die Spiegelreisende angefangen und war positiv überrascht, wie gut mir die Geschichte gefallen hat. Die Protagnistin wurde überzeugen dargestellt - dass sie zurückhaltend und eher altmodisch ist - und die Stimme der Hörbuchsprecherin passt so gut zu ihr. Mir gefiel die Welt und die Magie, aber auch die Bewohner des Mondscheinpalastes. Es war interessant zu sehen, dass man eigentlich niemandem trauen sollte.

Vier Farben der Magie ist genau die Art von Fantasy, die ich am liebsten mag. Eine komplexe Welt, aber auch Charaktere, mit denen man mitfiebert.

Sister of the Stars habe ich an zwei Tagen verschlungen. Im Gegensatz zu Göttlich, sind wir hier mittendrin in der Geschichte.

Das kalte Reich des Silbers liest sich ein bisschen wie ein Märchen, mit der winterlichen Atmosphäre und den drei Proben. Aber man erfährt auch viel über die Protagonistin (auch über ihre Artbeit als Pfandleiher) und da es aus mehreren Blickwinkeln geschrieben ist, auch über die anderen Figuren.

Die fünf Gaben ist einfach ein gut geschriebenes Buch, bei der man mitfiebert. Ich würde mir aber schwertun, eine Gabe auszuwählen.

Als letztes habe ich Ein Kleid aus Seide und Sternen angefangen und mit hat das Verkleiden als Junge immer gut als Motiv gefallen.

Zum Thema
13 Beiträge
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Letzter Beitrag von  Skaro

In das Universum muss ich auf jeden Fall auch irgendwann mal reingucken. Aktuell fühle ich mich aber so besetzt durch WOT xD Ich bin froh, wenn ich Herbstrepublik noch dazwischenquetschen kann und vielleicht noch ein oder zwei Bücher von Michael J Sullivan, von dem dieses Jahr auch noch eine ganz neue Reihe erscheint. Ansosnten komme ich nicht von den Jordan Büchern weg irgendwie. Die verschlingen einen.

Zusätzliche Informationen

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