Christian Alexander Bahr

 3,9 Sterne bei 10 Bewertungen

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Neue Rezensionen zu Christian Alexander Bahr

Wie ist die Zukunft von Hamburg, Euroshima und Brittania?

Yannick, der in seiner gottestreuen Heimat Euroshima keinen Namen hat, wird auf eine Mission nach Hamburg geschickt, um ein Bündnis zwischen den komplett verschiedenen Staaten auszuhandeln. Doch trifft er auf große Widerstände, seltsame aber auch interessante Menschen, eine andere Lebenseinstellung und soll zudem mysteriöse Morde aufklären.

Ein interessantes Buch mit viel Gesellschaftskritik, das mich etwas zwiegespalten zurück lässt. Manche Dinge fand ich etwas langatmig beschrieben, auch die kurze Affäre mit der Adjutantin war in meinen Augen überflüssig, aber gerade zum Ende hin, nahm das Buch doch fahrt auf - vor allem durch die Sekten, das Verschwinden von Ulla und die Morde.

Auf jeden Fall werde ich den zweiten Teil lesen, denn ich möchte gerne wissen, wie die Story weitergeht und endet.

Düstere Dystopie

Der letzte Gott malt eine düstere Zukunftsversion, in der Hamburg vom Wasser umgeben und von allem anderen Leben abgetrennt ist. Außerhalb der Hansestadt bekriegen sich die Mächte Euroshima und Britannica und unser Protagonist, der Capitán, wird nun aus Euroshima nach Hamburg geschickt, um die Stadt auszukundschaften und die Basis für ein Bündnis zu schaffen.

Die Grundidee des Buches sowie die düster gezeichnete Welt sind sehr gut gelungen. Der Autor schreibt bildgewaltig und hat übrigens auch einige sehr stimmungsvolle und faszinierende Bilder rund um seine Dystopie geschaffen, die man sich auf seiner Webseite anschauen kann.

Mir haben allerdings der Spannungsbogen und auch der rote Faden gefehlt. Es wird viel beschrieben und politische Systeme diskutiert, es hat fast philosophische Züge. Allerdings bleibt der Capitán sehr passiv, wird mehr gelenkt als dass er selbst tätig wird. Sein ursprünglicher Auftrag spielt in seinem Handeln kaum eine Rolle und kommt meiner Ansicht nach sehr kurz. Gleiches gilt für den erst sehr spät eingeführten Kriminalfall.

Bei aller Dystopie fehlt mir auch etwas der Hoffnungsschimmer oder der unterstützenswerte Charakter. Alle hier vorgestellten Gesellschafts- und Herrschaftsformen - ob Euroshima, Hamburg oder Rebellen - scheinen mir wenig erstrebenswert. Vielleicht werden viele dieser Kritikpunkte in der Fortsetzung aufgelöst, denn das Ende dieses ersten Bandes ist absolut offen gehalten.

Es steckt sicherlich Potential in der Idee, mich konnte diese Umsetzung aber leider nicht fesseln.

Brutale Dystopie, die erst zum Ende hin Fahrt aufnimmt

Christian Bahr zeichnet im ersten Teil seiner Dystopie über ein verfallendes Hamburg und den Gottesstaat Euroshima eine düstere Zukunftsversion, die sich vor allem um das in Chaos versunkene Hamburg dreht.
Der Ermittler Jannick wird dabei als Botschafter auf dem Seeweg in das ferne Hamburg gesandt, nichts ahnend, dass er bald auf eine Stadt trifft, in der Armut, Hunger, Korruption und ein Kampf um die Macht herrschen. Jannick wird dabei zum Spielball zwischen verschiedenen Parteien und am Ende vom König persönlich zum Ermittler einer Mordserie ernannt. 

Das alles beschreibt der Autor ausschweifend, blumig und atmosphärisch. Teilweise verfehlen seine Beschreibungen für mich sogar den Kern der Aussage, sind zu ausführlich, zu dramatisch. Dennoch wird schnell die Stimmung und das Elend der dystopischen Welt greifbar.
Bahr nimmt sich Zeit für seine Charakterbeschreibungen, was uns den Figuren nahe bringt, teilweise aber auch durch einen Perspektivenwechsel im selben Absatz wieder einen gewissen Abstand fördert.
Leider fehlt mir am Anfang etwas das Tempo, hier wirkt die detaillierte Beschreibung der Welt, der Charaktere und des Settings ein wenig wie ein Selbstzweck. Am Ende, im Zuge der Mordermittlungen, nimmt der Roman richtig Fahrt auf, was neugierig auf den zweiten Teil macht.
Insgesamt aber gute Unterhaltung, 3,5 Sterne!

Gespräche aus der Community

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50 BeiträgeVerlosung beendet
Letzter Beitrag von  Ein LovelyBooks-Nutzer

Danke Anne. Ja es zeigt sich deutlich, dass der Stoff polarisiert und nicht jedem liegt, was auch gut so ist. Glücklicherweise hat das Buch ja eine Leserschaft, die weiß, was es tatsächlich heisst, wenn im Klappentext von einer düsteren Dystopie die Sprache ist. Ist halt alles supbjektiv.

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