Christian Baier Die Wiedergänger - Ein Bericht aus dem 18. Jahrhundert: Dies ist die wahre Geschichte der Vampire.

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Inhaltsangabe zu „Die Wiedergänger - Ein Bericht aus dem 18. Jahrhundert: Dies ist die wahre Geschichte der Vampire.“ von Christian Baier

Serbien, Anfang des 18. Jahrhunderts. Nach dem Krieg gegen die Türken ist das Land verwüstet. Hunger und Krankheiten regieren an der schwach befestigten Militärgrenze gegen das osmanische Reich. Gerüchte werden laut: In vielen Dörfern verlassen die Toten ihre Gräber und treiben unter den Lebenden ihr Unwesen. Nachzehrer werden sie genannt, Neuntöter, Moroi. Sie kehren zurück, so heißt es, um sich zu holen, was ihnen im Leben verwehrt geblieben ist. Die Religion redet von der Auferstehung, die Wiedergänger leben sie. An der Schwelle zur Aufklärung streiten sich in ganz Europa Wissenschaftler, Philosophen und Theologen über das Phänomen. Staat und Kirche greifen hart gegen die "Gemütsseuche" durch. Dies ist die Geschichte von Micula und Amna, verdächtigt, Nachfahren eines Wiedergängers zu sein. Dies ist die Geschichte des Mönchs Guido de Torrenti, der den Glauben an Gott verlor und das ewige Leben fand. Dies ist die Geschichte des Kameralprovisors Heinrich Ignaz Frommenthal, der erfahren musste, was er nie erfahren wollte. Dies ist die wahre Geschichte der Vampire.

Ein ungewöhnlicher Vampir-Roman. Absolut lesenswert!

— EvelynB
EvelynB
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    Die Wiedergänger - Ein Bericht aus dem 18. Jahrhundert: Dies ist die wahre Geschichte der Vampire.
    EvelynB

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    Der Roman führt in die Zeit, aus der Bram Stoker seinen „Dracula“ destillierte, und an den Originalschauplatz eines Mythos, der heute, verflacht und trivialisiert, oft nur noch als Remake des Remakes vermarktet wird. Wer Blutsauger-Romane mag, kommt hier auf seine Kosten, aber ganz anders. Natürlich beschreibt dieser Roman nicht „die wahre Geschichte der Vampire“, denn die wahre Geschichte eines Hirngespinstes gibt es nicht, aber er macht auf ungewöhnliche Weise und mit großer Kenntnis der Zeitumstände und der Volksbräuche die Atmosphäre spürbar, die in einer Massenhysterie gipfelt. Der Gruselfaktor in „Die Wiedergänger“ sind nicht die Blutsauger, sondern die Zeit selbst, in der sie sich aus ihren Gräbern erheben: Ein von Krieg, Hunger und Seuchen verwüstetes Serbien. Wenn man sich kundig macht, war der Krieg des „christlichen“ Abendlandes gegen den osmanische Reich ein regelrechter Weltkrieg, und die Grausamkeit, in der die Auseinandersetzungen eskalierten, stellen so manches Horror-Klischee in den Schatten. Vor diesem wirklich makabren historischen Hintergrund entfaltet sich ein Schrecken, der stellenweise tief unter die Haut geht. Obwohl der Autor sich der Berichtsprache des 18. Jahrhunderts bedient, erscheinen die Personen des Romans ungemein plastisch. Der Trick funktioniert: Mithilfe der Sprache und der Stilistik des 18. Jahrhunderts wird der Leser zu einem Zeitreisenden. Er nimmt die Sicht- und Denkweisen der Zeit an, ob er will oder nicht, und dann ist er auf einmal mittendrin in der Geschichte. Bemerkenswert sind die wie Indizien eingestreuten Berichte über merkwürdige Vorgänge und Fallbeschreibungen, etwa die Geschichte eines Schusters, dem seine Frau stirbt, oder die Legende eines Bauern, der nach seinem Tod seine Verlobte heimsucht. Geschickt spielt der Autor dabei mit der doppeldeutigen Lesart solcher Legenden und Ammenmärchen.     Dieser Roman ist kein Gebrauchs-Buch, das man verschlingt, weglegt und bei der Lektüre des nächsten wieder vergißt. Man nimmt das 18. Jahrhundert daraus mit und schaut mit anderen Augen die Gegenwart an.

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