Christian Baier romantiker

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Inhaltsangabe zu „romantiker“ von Christian Baier

Die Begegnung zweier Namenloser beim Beobachten von Sterbenden ist nicht nur der inszenierte Beginn, es ist die prägende Szene für ein Sich Annähern und Einander Fremd werden, für Misstrauen und Sehnsucht, die dieses "Stück" prägen. Aus der zufälligen Begegnung und der anschließenden missglückten Nacht entwickelt sich ein Katz-und-Maus-Spiel, vor dem beide Angst haben, das sie aber bis zu Ende spielen. Sie versuchen sich an ihre Gefühle heranzutasten, wollen vertrauen und lauern einander doch auf, wollen Liebende sein, ein Paar, das ein Wochenende miteinander verbringt, gemeinsam ins Kino geht, auf den Flohmarkt und verletzen einander, wie sie selbst verletzt worden sind. Sie zwingt ihm ihr Leben auf, kleidet ihn in ihr eigenes Trauma. Er provoziert Emotion bei seinem Gegenüber, lange genug, um seine verstorbene Anna, ihr Tod der Auslöser für seine Haltlosigkeit, wieder in sein Gedächtnis und in sein Leben zurück zu rufen. Beide definieren sich durch den erlittenen Schmerz, transformieren diesen Schmerz und ihre Opferrolle in Gewalt, Unterwerfung und den Wunsch nach Vergeltung. Immer deutlicher treten die Toten aus der Vergangenheit in die Gegenwart und vollenden dadurch das "romantische" Wochenende, das von beiden als kitschiges, geklontes Gefühl erlebt wird. Baier inszeniert in diesem "Roman" eine dramatische Szene, die vom Dialog zwischen Mann und Frau getragen wird. Gleichgültigkeit ist sein Schutz, diese Gleichgültigkeit abzulegen, wie er seine Kleidung ablegt, liefert ihn aus. In diesem Spannungsfeld bewegen sich nicht nur Figuren, sondern auch Schauplätze und Sprache. Kleine Gesten und Beobachtungen deuten an, wenn er ihr die Zigarette anbietet und immer wieder zurückzieht, ihr damit deutlich macht, dass er ihre Strategie verstanden und übernommen hat.

Sehr intensives Leseerlebnis!

— EvelynB

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  • Ein verwirrend klarsichtiges Buch!

    romantiker

    EvelynB

    24. June 2014 um 12:49

    Nach dem Roman "Die Wiedergänger" desselben Autors wollte ich wissen, was er sonst noch so geschrieben hat, und stieß auf diesen Roman. Ich war überrascht, eine Liebesgeschichte vorzufinden, aber eine sehr seltsame. Alles beginnt in einem Krankenhaus, wo zwei Menschen anderen beim Sterben zusehen. Und dann verbringen sie ein Wochenende miteinander und spielen Liebe, versuchen, Verbindlichkeiten und Rituale zwischen sich herzustellen. Jeder von uns kennt das, wenn er/sie "was Neues am Start" hat. Bei manchen Beschreibungen - zum Beispiel wenn die beiden gemeinsam im Supermarkt einkaufen, oder bei ihrem gemeinsamen Kinobesuch - musste ich schmunzeln. Ja, so geht es zu beim ersten gemeinsamen Wochenende. Man versucht, aus jeder Handlung des anderen etwas über ihn zu erfahren. Und dann kippt es. Ganz allmählich pausen sich die Verletzungen dieser beiden Menschen durch, ihre Vergangenheit, und man spürt, ohne dass es einem im Text gesagt wird, dass viel viel mehr hier auf dem Spiel steht als Liebe, und dass es beiden gar nicht um Liebe geht, sondern - - - worum eigentlich? Der Showdown der versuchten Gefühle geht beim Lesen wirklich unter die Haut. Das Bügeleisen auf dem Cover brennt sich ein. Ich habe bei meiner Lektüre der letzten Zeit wenig so Eindringliches und Verwirrendes gefunden. Der Leser wird vor vollendete Tatsachen gestellt. Man ist von Anfang an wie in die Geschichte gespuckt. Die karge Sprache, die Dialoge, der konsequente Verzicht auf nähere Beschreibung eröffnen unter der Oberfläche einer Liebesgeschichte ein zwischenmenschliches Spannungsfeld, das man selbst nur zu gut kennt, aber vielleicht nicht wahrhaben wollte. In diesem Buch findet man es wieder. Schonungslos deutlich.  

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  • Rezension zu "romantiker" von Christian Baier

    romantiker

    wauzele

    27. July 2007 um 10:38

    Wow!

    Zwei fremde Menschen, die sich zufällig (?) begegnen und ca. 30 Stunden miteinander verbringen. In dieser Zeit kommen sie sich so nah wie noch nie jemandem.

    Hinter menschlichem Handeln steckt immer mehr als man sieht...!

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