Die Schwestern Mira, Juli und Ella leben im provinziellen Kaiserslautern. Sie kommen aus ärmlichen Verhältnissen und sind alle drei auf der Suche nach Freiheit, Glück und Selbstverwirklichung. Obwohl sie Geschwister sind, trennt sie eine ganze Generation. Während die älteste Schwester Ella den sozialen Aufstieg scheinbar geschafft hat und im angesehenen Eigenheim lebt, kämpft sie mit innerer Leere. Die jugendlichen Schwestern Juli und Mira wohnen hingegen noch beim Vater, ihr Alltag ist von Armut, beengten Wohnverhältnissen und Alkohol geprägt. Die drei Frauen versuchen jede auf ihre Art, ihr Leben so zu gestalten, wie sie es für richtig halten – meist entgegen dem Willen der anderen Familienmitglieder. Es ist der permanente Versuch, der eigenen sozialen Herkunft zu entfliehen und ein besseres Leben als die Eltern zu führen. So unterschiedlich die Geschwister auch sein mögen und so wütend sie manchmal aufeinander sind: Sie sind eine Schicksalsgemeinschaft, die zusammenhält.
"Drei Schwestern“ ist das dritte Buch von Christian Barons Kaiserslauterer Trilogie. In diesem Roman verarbeitet er die Lebensgeschichten seiner Mutter Mira und seiner Tanten Ella und Juli. Das Buch ist ein Zusammenspiel aus fiktiven Elementen und wahren Gegebenheiten. Es ist eine eher ruhige Geschichte, die ohne große Wendungen oder künstliche Höhepunkte auskommt, aber gerade dadurch innerlich aufrüttelt. Da ich bereits Barons autobiografischen Roman „Ein Mann seiner Klasse“ gelesen habe, fiel es mir in einigen Passagen schwer, das Gelesene zu verarbeiten – vor allem, da ich weiß, wie der tatsächliche Lebensweg von Mira verlaufen ist.
In dem Roman hat mich besonders die Schwester Ella beeindruckt. Ihre Zerrissenheit ist permanent spürbar: Einerseits möchte sie ihren jüngeren Schwestern helfen, ein eigenständiges, bürgerliches Leben zu führen. Andererseits ist ihr eigenes Leben von der ständigen Angst vor dem sozialen Abstieg und gesellschaftlicher Ablehnung geprägt.

















