Christian Carayon Dunkler See der Angst

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Inhaltsangabe zu „Dunkler See der Angst“ von Christian Carayon

Angst verfolgt Marc-Édouard seit seiner Jugend. Wie ein dunkler Schatten hat sie sich auf die Seele des scheuen Geschichtsprofessors aus Toulouse gelegt. Seit jenem Sonntagmorgen vor dreißig Jahren, als seine Welt jäh aus den Fugen geriet. Damals wurden die Leichen von drei Jugendlichen an einem See gefunden. Die Ermittlungen der Polizei verliefen im Sand, der Mörder wurde nie gefunden. Marc-Édouard kannte die Opfer, hatte mit ihnen dieselbe Privatschule besucht. Nun kehrt er zurück an den Ort seiner Kindheit, in die verträumte Kleinstadt im Südwesten Frankreichs. Er will verstehen, was in jener Nacht wirklich geschehen ist, um sich endlich von den Geistern der Vergangenheit zu befreien.

Ein besonderer Kriminalroman, der mich sehr beeindruckend hat!

— clary999

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    Dunkler See der Angst

    clary999

    16. January 2018 um 18:35

    „…Dies war der Moment, der alles veränderte. Dies war der Fall von Basse-Misère: drei Tote und eine Kaum-noch-Lebende; ein verfluchter See, der einen anderen Namen brauchte; eine katastrophale Ermittlung, die unentwegt in die Irre lief; ein Monster, das sich irgendwo verkrochen hatte und vielleicht erneut zuschlagen würde; und Angst. Die Angst, die an jenem Sonntagvormittag über die Stadt hereinbrach, ihr langsam die Kraft raubte und meine Welt verdüsterte.“ Zitat aus dem Buch, Seite 22 Zum Inhalt: Marc-Édouard Peiresoles, ein Geschichtsprofessor aus Toulouse, wird seit über 30 Jahren von Ängsten verfolgt. Damals geschah ein furchtbares Massaker in seiner Heimat. Drei Jugendliche wurden auf einer Insel des Sees grausam ermordet. Die Ermittlungen waren miserabel. Falschbeschuldigungen… Ein Verurteilter, der die Morde nie gestand… Noch heute bestehen Zweifel an seiner Schuld. Um sich seiner Angst zu stellen, kehrt Marc-Édouard jetzt zurück nach Hause in eine Kleinstadt im Südwesten Frankreichs. Er will begreifen, was sich in dieser Nacht ereignete. Wie konnte es dazu kommen? Wird er die ganze Wahrheit herausfinden? Kann er sich von den Schatten der Vergangenheit befreien?... Meine Meinung: Der Schreibstil des Autors Christian Carayon ist anspruchsvoll, anschaulich und detailliert. Die Stimmung in der Geschichte ist düster und bedrückend. Erzählt wird aus der Sicht der Hauptperson Marc-Édouard Peiresoles. Ein zurückhaltender Geschichtsprofessor. Ein Außenseiter. Die Angst lässt ihn seit dem tragischen Ereignis im August 1980 nicht los. „Ich habe keine Angst im Leben, ich habe Angst vor dem Leben, das ist etwas anderes.“ Zitat aus dem Buch, Seite 33 Es beginnt mit einem sehr spannenden unheimlichen Prolog… Danach ein Wechsel in die Gegenwart. Marc-Édouard beschäftigt sich sehr gern mit historischer Geschichte. Nicht nur mit den bekannten Fakten, sondern auch mit den Hintergründen und den Auswirkungen. So geht er auch später mit seinen Recherchen in dem bewussten Kriminalfall vor. Sein privates Leben ist ein Scherbenhaufen. Eine gescheiterte Ehe, eine gescheiterte Affäre mit einer Studentin… Zusätzlich noch Ärger mit Kollegen… Diese Passage war zwar interessant und unterhaltsam, aber hätte für mich trotzdem etwas kürzer gefasst werden können. „Die Vertreter der »Alten Schule« behaupten, Geschichte sei eine Wissenschaft, die keinerlei Raum für Phantasie lassen dürfe. Das sehe ich anders. Ich glaube, dass es ohne Phantasie keine Geschichte gibt. Die Vergangenheit existiert allein deshalb, weil jeder Einzelne sich in sie zurückversetzen kann, und zwar in eine Vergangenheit, wie er sie sieht, empfindet und in seiner Erinnerung wahrnimmt.“ Zitat aus dem Buch, Seite 13 Anfangs liest es sich eher wie ein Roman. Eine Spannung ist immer da, zunächst allerdings noch unterschwellig. Erst als Marc-Édouard mit seinen Nachforschungen beginnt, wurde es deutlich aufregender! Als die Morde geschahen, war er noch ein Kind, das die Opfer nur vom Sehen her kannte. Er konnte nicht verstehen, warum die Jugendlichen ermordet wurden und die Erwachsenen sich danach veränderten. Überall herrschte Entsetzen, Trauer und gegenseitiges Misstrauen. Seit damals wird der See von den Einheimischen gemieden. Vorher war der See ein beliebter Ausflugsort. Nicht nur Marc-Édouard wurde von der Vergangenheit geprägt. Warum wurden die Jugendlichen ermordet? Warum so grausam? Ein Mädchen, das angeblich jeder mochte. Zwei unscheinbare Jungs, die vom Charakter und Herkunft unterschiedlich waren… Kannten sie den Mörder oder war er ein Fremder? Der Handlungsverlauf war oft unheimlich, geheimnisvoll und beängstigend! Schritt für Schritt hat Marc-Édouard die Ereignisse vor und nach den Morden aufgerollt. Es war für ihn (und auch für mich als Leser) sehr aufwühlend! Er zog die richtigen Schlüsse und deckte Geheimnisse auf… Die Aufklärung hat mich trotz etlicher Hinweise etwas überrumpelt, aber war nachvollziehbar und passend! Der Autor hat das Thema Angst mit vielen Facetten ausdrucksvoll und ergreifend in die Geschichte eingebracht. Die Angst vor dem Leben, die Angst vor dem Ungewissen, die Angst vor der Wahrheit…  Wenn man sich auf diese düstere Stimmung einlässt, erlebt man spannende, bewegende und sehr interessante Lesestunden! Ein besonderer Kriminalroman, der mich sehr beeindruckend hat! Lesenswert! 4+ Sterne

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