Christian Eichler 90

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Inhaltsangabe zu „90“ von Christian Eichler

Als 1863 elf Briten die Regeln des Fußballs niederschrieben, legten sie das Fundament für Euphorie und Verzweiflung, Leidenschaft und Liebe von Milliarden Menschen. Christian Eichler erzählt diese farbige Geschichte des Fußballs in 90 aufsehenerregenden Spielen.
Eichler erzählt ebenso vom „Wunder von Bern“, vom „Wembley-Tor“, vom „Meister der Herzen“ wie vom Fußballkrieg zwischen El Salvador und Honduras – als blutigem Ergebnis eines 3:0. Er zeigt die „Hand Gottes“ und wie einzelne Helden ein Match entscheiden, er berichtet von politischen Manipulationen und von Hooligan-Hass. Eichler begleitet den Fußball durch Kindheit und Pubertät bis in die Jahre spielerischer Vollkommenheit – und schreibt so den Bildungsroman dieses weltweit größten Sports.

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  • Komprimiert, aber genau auf den Punkt

    90

    michael_lehmann-pape

    30. August 2017 um 15:14

    Komprimiert, aber genau auf den Punkt„Fast eine Minute wältr Schweinsteiger sich am Boden, kommt mühsam hoch, wankt vom Platz---doch dann ist die Wunde verklebt, Schweinsteiger wieder auf den Beinen“.Eine der eindrucksvollsten Szenen der Fußballgeschichte, wenn es darum geht, wie ein Spieler, der Kapitän zudem, mit leidensvoller Vorgeschichte beinhart nicht nachgibt, komme was da wolle. Endspiel 2014 eben, Deutschland – Argentinien.Mitsamt der Vorgeschichte in knappen, aber emotionalen Worten, dass die Spieler des Gegners nicht nur passiv beteiligt waren am Zustand Schweinsteigers. Was somit auch genau auf den Punkt bringt, wie sich da mit allen Mitteln bekämpft wird, auch mit unlauteren. Und somit auch klarmacht, wer in den Augen der argentinischen Spieler letztlich die entscheidende Figur dieses Spiels von Beginn an war. Ein großes Spiel, keine Frage.Aber wer erinnert sich noch an 1950? Dass dort die USA an einer WM bereits teilnahmen? Und England besiegten? Einer Namens Gaetjens, Tellerwäscher im Nebenberuf. Dem das Siegtor wenig Glück brachte. Auch das Geschichten, die der Fußball erzählt. Auf dem Platz wie David gegen Goliath, das Tor wie vernagelt für die Engländer und neben dem Platz menschliche Lebensgeschichten, die exemplarisch für nicht wenige andere Leben stehen und durch den kurzen (oder längeren) Ruhm, bestens ausgeleuchtet, die Runde machen um die Welt zu ihrer Zeit.Was, natürlich, immer auch politische Dimensionen hat. Was ganze Nationen bewegt, wie Brasiliens Niederlage gegen Deutschland 2014 mit 1:7. Aber auch ganz direkt und viel klarer in den Folgen, wenn Stalin sich auf dem „Roten Platz“ ein Spiel „vorspielen“ lässt und eine renommierte Mannschaft lieber kneift.„Der Ball könnte als Querschläger gegen die Mauer fliegen. Oder gar Stalin treffen. Das wäre ein Todesurteil. Aber schon Stalin zu langweilen, kann gefährlich sein“. Wer ahnt heute noch, dass auch der „König Fußball“ hier und da in Verlegenheit kam, wie ein Gladiatorenkampf im alten Rom ängstlich nach dem Daumen des „Imperators“ zu schielen?Wobei im Übrigen, auch hier reicht die Geschichte des einen Spiels von 1940 weit über den Fußballplatz hinaus, 10 Jahre Straflager wie nichts verhängt werden und doch auch dort das Talent fürs Spiel segensreich wirken kann.Günter Netzer, der sich einwechselt (1973, „Rauchen macht Gesund“, 1922, das triumphale Ereignis der, oft als beste deutsche Mannschaft aller Zeiten, bezeichneten Europameister von 1972 in Wembley gegen England. Oder der „Schuss in die Wolken“ von Hoeneß 1976, diese bekannten und bis heute noch gut erinnerten Spiele ergänzt Eichler in bester Form um völlig unbekannte Ereignisse, die dennoch (wie auch die „großen Spiele und Spieler“) immer auch exemplarisches für das „ganz normale Leben“ in sich tragen. Was Eichler in jedem der 90 Spiele auf den Punkt herausstellt und dabei durchgehend „im Fluss“ bleibt. Trocken oder gar langweilig ist dieses Werk in keiner Weise. Ob Ligaspiel in einem „Winkel“ der Welt oder auf der „großen Bühne“ von Champions-League, Kontinental- oder Weltmeisterschaften (wer erinnert sich nicht an die erste Visitenkarte Pep Guardiolas in München mit seinem FC Barcelona? Aber wer erinnert sich an „die stumme Stadt“, die Rio schon 1950 für einen Moment lang war (und nicht erst 2014)?Interessant zu lesen, schön zu erinnern, den „magischen Punkt“ jedes der Spiele herausarbeiten und über die konkreten 90 oder 120 Minuten dann „in das Leben hinein“ weitererzählen, das versteht Christian Eichler bestens.

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