Christian Fischer , CKLKH Fischer Große Kannibalenschau

(5)

Lovelybooks Bewertung

  • 5 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 4 Rezensionen
(5)
(0)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Große Kannibalenschau“ von Christian Fischer

Hamburg im September 1899: In Europa ziehen Völkerschauen Millionen von Besuchern an. Jeder will die Eskimos, Beduinen oder Negerstämme sehen, die in den Zoos und Varietés der Metropolen ausgestellt werden. Die Nachfrage nach den Wilden ist riesig. Und so sucht Heinrich Hermann im Auftrag des legendären Tierhändlers und Tierparkbesitzers Hagenbeck nach den exotischsten Exemplaren. Nach vielen Strapazen und erstaunlichen Erlebnissen nimmt der Agent im Dschungel von Deutsch-Neuguinea einen neuen Stamm Kopfjäger unter Vertrag und bringt sie erfolgreich nach Hamburg. Doch er hat nur wenig Zeit, sich seiner Frau und seiner geliebten Tochter zu widmen, denn die Wilden haben schnell gelernt. Eines Morgens meldet das Dienstmädchen aufgeregt: „Da ist jemand vom Tierpark. Er sagt, Sie sollen schnell mitkommen. Er sagt, es eilt. Er sagt auch, Ihre Wilden würden - streiken. Und sie hätten sich einen Anwalt genommen.“ CKLKH Fischers historischer Roman über die Zeit der Menschenzoos ist manchmal grotesk, oft auch etwas schräg und sehr kurzweilig. Tolle Unterhaltung für Wilde, "Herrenmenschen" und für deren Nachfahren.

Stöbern in Historische Romane

Die Salbenmacherin und die Hure

Mord im mittelalterlichen Nürnberg - und Olivera mittendrin!

mabuerele

Möge die Stunde kommen

Wieder einmal ganz wunderbar geschrieben.

Popi

Die schöne Insel

Ein packender, kurzweiliger und sehr abenteuerlicher Roman, der noch Raum für eigene Fantasien und Schlußfolgerungen läßt

Tulpe29

Das Lied der Seherin

Hat mir leider nicht ganz so gut gefallen wie die ersten Bände. Die irischen Namen und vor allem nicht übersetzten Sätze waren zu verwirrend

hasirasi2

Zeiten des Aufbruchs

Auch für diesen Band eine Leseempfehlung aus vollem Herzen und mit Überzeugung fünf Sterne. Mehr geht ja leider nicht.

IlonGerMon

Marlenes Geheimnis

Wenn mein Geschichtsunterricht in der Schule nur halb so fesselnd gewesen wäre, dann hätte ich nicht so große Bildungslücken ...

Aischa

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Streikende Wilde

    Große Kannibalenschau
    JuliaB

    JuliaB

    24. October 2013 um 09:52

    Hamburg im September 1899: In Europa ziehen Völkerschauen Millionen von Besuchern an. Jeder will die Eskimos, Beduinen oder Negerstämme sehen, die in den Zoos und Varietés der Metropolen ausgestellt werden. Deshalb reist Heinrich Hermann im Auftrag des legendären Tierhändlers und Tierparkbesitzers Hagenbeck durch die Welt und sucht nach lohnenswerten Ausstellungsobjekten. Nach vielen Strapazen gelingt es ihm, im Dschungel von Deutsch-Neuguinea einen neuen Stamm Kopfjäger unter Vertrag zu nehmen und sie erfolgreich nach Hamburg zu bringen. Doch er hat nur wenig Zeit, sich seiner Frau und seiner geliebten Tochter zu widmen, denn die Wilden haben schnell gelernt. Eines Morgens meldet das Dienstmädchen aufgeregt: „Da ist jemand vom Tierpark. Er sagt, Sie sollen schnell mitkommen. Er sagt, es eilt. Er sagt auch, Ihre Wilden würden - streiken. Und sie hätten sich einen Anwalt genommen.“ Dass man exotische Menschen Ende des 19. und zu Beginn des 20 Jahrhunderts in Zoos ausgestellt hat, war mir schon seit längerem bekannt. Sie wurden zwar selten mit Gewalt geraubt, aber oft nicht besser als Vieh behandelt und zur Belustigung des europäischen Publikums zur Schau gestellt. Was mir bei diesem Buch aber besonders gut gefallen hat, ist die Idee, die Machtverhältnisse umzukehren. Da mit diesen „Wilden“ tatsächlich Verträge geschlossen wurden und man sie zumindest für die Reise mit gültigen Papieren ausstatten musste (schließlich waren sie als Einwohner einer deutschen Kolonie deutsche Untertanen), waren sie also theoretisch rechtsfähig. Dadurch, dass im Roman nun die Wilden über Anwälte ihre Ansprüche durchsetzen, stellen sie die bürgerliche Welt auf den Kopf und lassen die Grenzen zwischen „wild“ und „zivilisiert“ verschwimmen. Das führt zu herrlich absurden Situationen, etwa wenn Heinrich Hermann gezwungen ist, die Wilden zur Geburtstagsfeier seiner Mutter mitzunehmen, weil ihnen im Vertrag das „Kennenlernen deutschen Brauchtums“ zugesichert wurde. Ein sehr lesenswerter Roman über ein wenig ruhmhaftes Kapitel europäischer Geschichte.

    Mehr
  • Rezension zu "Große Kannibalenschau" von Christian Fischer

    Große Kannibalenschau
    Fortunatus_Holzapfel

    Fortunatus_Holzapfel

    09. August 2012 um 16:29

    Um 1900 hatten Franzosen, Engländer und sogar Holländer und Belgier die „Bürde des weißen Mannes“ auf sich genommen und sich ihren Platz an der Sonne gesichert, indem sie allerlei Kolonien „gründeten“. Selbstverständlich wollten auch die reichsgeeinten Bismarckdeutschen am imperialistischen Hype um Tabakplantagen, Christusverbreitung und Handabhacken teilhaben. Veränderte der expansive Drang der elektrisierten Europäer das Antlitz der Welt, so veränderten Menschen und Materialen aus den Kolonien auch die Mutterländer. Plötzlich gab es exotische Früchte zu kaufen, exotische Tiere konnte man in den überall entstehenden Tierparks bewundern – und die passenden (oder passend gemachten) exotischen Menschen noch dazu. Es war die Zeit der Völkerschauen, in der, ganz dem darwinistischen Zeitgeist entsprechend, die Grenze zwischen Tier und Mensch verschwamm. Literarisch wurde dieses Thema bisher eher stiefmütterlich behandelt, doch letztes Jahr konnte Christian Krachts „Imperium“ einen mittelgroßen Skandal entfachen, als er Sprache und Gestus der Jahrhundertwende in seinem Roman einfließen ließ. Relativ unbemerkt blieb leider CKLH Fischers „Große Kannibalenschau“, der bereits 2010 im Berliner Verlag Periplaneta veröffentlicht wurde. Auch Fischer hatte sich dem wilhelminischen Biotop angenommen, nur erzählt sein Roman von eben jenen Völkerschauen. Der Coup seiner fiktiven Geschichte mit teilweise realem Personal besteht in der Herauslösung der Zurschaugestellten aus ihrem Opferstatus. Die von Heinrich Hermann mittels Vertrag von Deutsch-Neuguinea in den Hamburger Zoo gelockten „Kannibalen“ pochen plötzlich mithilfe zweier Anwälte auf die Einhaltung eben dieses Vertrages. Der Leser verfolgt in zwei zeitversetzten Erzählsträngen Hermanns Reise nach Deutsch-Neuguinea und den weiteren, durchaus komischen Verlauf dieser unerhörten Situation. Das Herz der Finsternis lauert dabei nicht im Dickicht neuguinesischer Mangrovenwälder, sondern offenbart sich in den Sprachspielen der zivilisatorischen Avantgarde. Die ständig wortstark beschworenen Werte und überlegenen Sitten werden auf der Handlungsebene unterminiert. Das passiert vornehmlich, wenn etwa der Anblick, der doch sehr menschlichen Rundungen der Wilden bei den Bürgerinnen und Bürgern stets zu Hitzewallungen aller Art führt. Für die finden sie aber keine Worte, weil ihre eingeübten Konventionen für die interkulturelle Gefühlsebene nur militärisches oder zoologisches Vokabular zu bieten hat. Doch das rassistische Geschwätz ist so unschuldig wie Heinrich Hermanns Heroinkonsum, und Fischer gelingt es angenehmerweise ohne erhobenen Zeigefinger eine skurrile Geschichte moralisch zu grundieren; zu den Höhepunkten zählen sicherlich die Momente, wo sich Deutsche und Kannibalen so recht nicht mehr unterscheiden lassen und sich in ihren jeweiligen vermeintlich angestammten Eigenschaften übertrumpfen. Und so ist die „Große Kannibalenschau“ von CKLKH Fischer einer der besten historischen Romane der letzten Jahre. Wer sich mit der kolonialen Vergangenheit und Mentalität eines untergegangenen Reiches unterhaltsam beschäftigen will, kommt an,Fischers „Große Kannibalenschau“ nicht vorbei. Muten dessen Bewohner und ihr Gehabe heutzutage doch durchaus exotisch an. Eine echte Völkerschau eben.

    Mehr
  • Rezension zu "Große Kannibalenschau" von Christian Fischer

    Große Kannibalenschau
    Sibylle_Meister

    Sibylle_Meister

    14. May 2011 um 10:32

    Das Buch beginnt ganz harmlos, mit einer gutbürgerlichen Szene am Sonntagmorgen beim Frühstück, im Jahr 1899. Heinrich Herrmann, der eben erst von einer kräftezehrenden Reise aus Deutsch-Neuguinea zurückgekehrt ist, geniesst die Ruhe, seinen Kaffee und die Zeitung, als das Dienstmädchen ihn mit der Meldung aufschreckt, er müsse sofort in den Zoo, seine Wilden würden streiken. Die Reise nach Deutsch-Neuguinea hatte nämlich den Zweck, für die beliebten Völkerschauen des Zoos Hagenbeck neue Wilde zu finden. Das war für den Agenten gar keine einfache Aufgabe, denn die Sensationslust der europäischen Zoobesucher verlangt nach immer neuen, noch exotischeren Wilden, die aber nicht allzu gefährlich sein dürfen, sonst werden sie für den Zoo zum Sicherheitsrisiko. Und da die Konkurrenz auch nicht schläft, musste Heinrich Herrmann noch gegen den Kollegen aus Paris durchsetzen. Nun hat er also seinen Stamm Kopfjäger gegen alle Widrigkeiten nach Hamburg gebracht, doch hier fangen die Probleme erst an... Die Vorstellung, fremde Völker in Zoos und Variétés zur Belustigung der Massen auszustellen, wirkt heute barbarisch, das war aber vor noch nicht allzulanger Zeit in Europa durchaus üblich. Das war mir zwar bewusst, trotzdem war ich etwas überrascht, als meine Großmutter mir beiläufig erzählte, sie habe in ihrer Kindheit noch die „Lippennegerinnen“ im Zoo Basel gesehen. Das war damals ein großes Spektakel, da wurde im Zoo extra ein „Eingeborenendorf“ aufgestellt, für das man separaten Eintritt zahlen musste, um dann den Wilden beim Kochen, Essen und Tanzen zusehen zu können. Universitäten und Museen nutzten die Gelegenheit für Studien und fertigten, falls eines der Ausstellungsstücke am ungewohnten Klima oder einer Krankheit starb, auch gerne anatomische Präparate an. Die Wilden wurden zwar selten gewaltsam verschleppt, in der Regel wurde mit dem lokalen Häüptling, König oder Stammesführer über die Reise verhandelt, aber die wenigsten hatten eine Ahnung, was auf sie zukommen würde, noch konnten sie sich gegen Misshandlung zur Wehr setzen. Genau an diesem Punkt setzt CKLKH Fischer mit seiner „Grossen Kannibalenschau“ an, indem er die Rollen vertauscht. Weil sich seine Wilden einen Anwalt nehmen und auf ihre Vertragsrechte pochen, bringen sie die gängigen Vorstellungen von wild und zivilisiert durcheinander und sorgen für wunderbar skurile Momente. Der Autor spielt gekonnt mit den Klischees, lässt großartige Bilder entstehen und immer wieder ins Absurde kippen. Besonders gelungen ist die Szene eines gutbürgerlichen Geburtstagsfestes, bei dem sich die biederen Hamburger Bürger unerwartet den Südseeinsulanern gegenübersehen und sich so gar nicht kultiviert benehmen. Fazit: großartige Unterhaltung, die auch zum Nachdenken anregt.

    Mehr
  • Rezension zu "Große Kannibalenschau" von Christian Fischer

    Große Kannibalenschau
    Ati

    Ati

    13. November 2010 um 15:16

    Zum Autor Hinter dem auf dem Buchcover seltsam wirkenden Namen CKLKH Fischer verbirgt sich der Autor, Musik- und Kulturjournalist Christian Fischer. Neben seiner Tätigkeit für verschiedene Magazine wie etwa Melodie & Rhythmus oder auch Motor.de, war er Mitherausgeber der 2001 eingestellten Literaturzeitschrift Der kleine Dilettant. Doch damit nicht genug. Der Poet-2000-Stipendiat arbeitete in der Assistenz des Geschäftsführers des Maas-Verlages, lektorierte bei Heyne und Goldmann erschienene Bücher von Mark Pätzold und schrieb neben zwei Drehbüchern für Whiteport Film auch den hier vorgestellten Roman Große Kannibalenschau. Zum Buch Es ist abgesehen von Fischers Debütroman auch der 60. Roman aus dem Hause periplaneta. Gemäß der Inhaltsangabe entführt der Autor seine Leserschaft darin nach Hamburg im September 1899. In Europa ziehen Völkerschauen Millionen von Besuchern an. Sie bestaunen Eskimos, Beduinen oder Negerstämme, die im Zoo, Varieté und Zirkus zur Schau gestellt werden. Die Nachfrage nach den Wilden ist riesig. Und so sucht Agent Heinrich Hermann für die Spektakel im Tierpark Hagenbeck in den Kolonien nach den exotischsten Exemplaren. Eben zurückgekehrt von einer strapaziösen Reise nach Deutsch-Neuguinea, wo er einen Stamm Kopfjäger unter Vertrag genommen hat, genießt er die Zeit mit seiner Familie, die ihn viel zu selten sieht. Doch ihm ist nur wenig Ruhe vergönnt, denn eines Morgens, als er gerade beim Kaffee sitzt, meldet das Dienstmädchen aufgeregt: „Herr Hermann? Da ist jemand vom Tierpark. Er sagt, Sie sollen schnell mitkommen. Er sagt, es eilt. Er sagt auch, Ihre Wilden würden - streiken. Und sie hätten sich einen Anwalt genommen.“ CKLKH Fischers historischer Roman über die Zeit der Menschenzoos ist manchmal grotesk, oft auch etwas schräg und sehr kurzweilig. Tolle Unterhaltung für Wilde, Herrenmenschen und für deren Nachfahren. Treffender könnte sein Roman nicht beschrieben werden. Der Autor hat das Buch in drei Handlungsstränge geteilt. Der Erste umfasst eine Reise Hermanns nach Neuguinea zur Beschaffung neuer Objekte für Hagenbeck. Der Zweite sein Leben, seine Familie und die Ausstellungszeit in Hamburg. Der dritte in die beiden anderen geschickt verwobene Strang Hermanns Kampf mit sich selbst. Meine Meinung In seinem Debütroman führt der Autor den Leser in eine bizarre und skurrile Welt, die faszinierend kurzweilig unterhält und gleichsam ein Gedankenkarussell in Gang setzt, das nicht so einfach zu stoppen ist. Der Roman selbst mag zwar fiktiv sein, die der Geschichte zugrunde liegende Idee besitzt jedoch durchaus einen historischen Kontext, an den sich Fischer größtenteils hält. Es scheint einerseits schwer vorstellbar, was man zu lesen bekommt. Wer würde heute noch in einen Zoo gehen, um jemandem dabei zuzusehen, wie er kocht? Andererseits hat sich, auch wenn heute die sogenannten Wilden größtenteils zivilisiert sind und damit uninteressant geworden zu sein scheinen, doch ein ähnliches Phänomen bis in die heutige Zeit gerettet. Immerhin gibt es Menschen, die sich an irgendwelchen Orten zusammenpferchen lassen, um ihre Kunststückchen und verbalen Ergüsse für ihre Anhängerschaft vor laufender Kamera vorzuführen. Und noch immer finden sich weltweit seltsamerweise Zuschauer aus allen Bevölkerungsschichten, die mehr oder weniger gebannt zusehen. Damals jedoch waren es Menschen, die – im Gegensatz zu den Figuren in Fischer Roman oder den Teilnehmern irgendwelcher Fernsehsendungen – vermutlich nicht freiwillig gekommen sind, um Hagenbeck-Besucher (oder die anderer Zoos, Zirkusse, Varietés) zu ergötzen. Menschen, die oftmals und allenfalls als Tiere bezeichnet und stellenweise weitaus schlimmer behandelt wurden. Aus ihrem natürlichen Umfeld und ihren Familien gerissen und zur Schau gestellt. Und, falls sie das Pech hatten hier einer der zahlreich auf sie einstürmenden Krankheiten zu erliegen, weit ab der Heimat und ihren Vorfahren nicht würdig beigesetzt, sondern eventuell seziert und für die Ewigkeit konserviert zu werden. Und das alles vielleicht, nachdem sie zuvor in ihrer Heimat bereits feststellen mussten, dass die seltsamen Fremden, die übers Meer zu ihnen gekommen waren, nicht so nett waren, wie sie anfangs schienen. Sie in bestimmten Situationen zwar als so menschlich betrachteten, dass sie für Mischlingsnachwuchs mit ihnen sorgten, ansonsten jedoch als amüsante Alternative zu sonstigen Haustieren oder als billige, beliebig austauschbare, arbeitende Kreaturen sahen. Klingt bitter und nach keinem Kapitel unserer Geschichte, auf das wir stolz sein können, kommt aber dank Fischers Idee, die Wilden den Spieß umdrehen zu lassen, sie als geschäftstüchtige, durchaus gewiefte Figuren und nicht als absolut hilf- und willenlose Kreaturen darzustellen, anders herüber. Exotische Länder und Lebewesen. Eine bei allem Mangel an Zivilisation lockende Freiheit. Eine gewisse Machtposition in der Fremde und die Chance auf Bewunderung, wenn er erfolgreich heimkehrt. All das steht seinem engen bürgerlichen, scheuklappenbehaftetem Dasein gegenüber. Mit all dem muss Fischers Protagonist fertig werden und zeigt die Tendenz, daran zu zerbrechen. Seine Erlebnisse, seine Ängste, seine Hoffnungen. Von all dem schreibt Fischer überaus lebendig und tiefgründig und schafft es gleichzeitig das Ganze dezent und unkompliziert zu gestalten. Sein humoriger Schreibstil und seine greifbaren Beschreibungen sowohl der einzelnen Handlungsschauplätze als auch der versnobten, ach so zivilisieren Bürgerschaft in Europa, respektive Hamburg, mit überaus bigotten Ansichten, machen seinen Debütroman zu einem Buch für mich, das ich mit Sicherheit nochmals lesen und gerne weiterempfehlen kann. Fazit Skurrile und kurzweilige Unterhaltung vor einer realen historischen Kulisse. Macht eindeutig Lust auf mehr. Copyright © 2010 by Antje Jürgens (AJ)

    Mehr