Christian G Salis

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Eins meiner Lieblingsklischees: Der Böse ist hinter den Guten her, aber egal wie langsam der Böse unterwegs ist und egal wie schnell die Guten rennen, irgendwann werden sie eingeholt. Manchmal nerven diese Klischees beim Schauen unsäglich … aber manchmal ist es auch ziemlich witzig. Und Salis sammelt in diesem 112 Seiten umfassenden Buch so ziemlich alles an Klischees, die man sich nur vorstellen kann.

Die vorgestellten Filmklischees und Stereotype sind in mehrere kleine Kapitel eingeteilt, die unter Namen wie „Familie“, „Fremde Länder und Kulturen“, „Überlebenschancen“, „Gerichtsverhandlungen“ oder „Geld und Glücksspiel“ zugeordnet sind. Es wird also nicht nach Filmgenre, sondern nach Klischee-Art bzw. Filmsituation sortiert.

Salis bedient sich der kompletten Bandbreite an Genres und greift nicht nur aktuellere, sondern auch ältere Filme auf. Die vorgestellten Klischees sind meistens mit ein, zwei Sätzen abgehandelt, aber damit trifft der Autor immer den Nagel auf den Kopf.

Manchmal sind Fotos beigefügt, die die betreffende Szene zeigen, aber die meisten Klischees stehen tatsächlich für sich. So kann man selbst überlegen, ob man diese oder jene Situation so oder so ähnlich schon in einem Film gesehen hat.

Beispiel gefällig? „Schachbretter werden oft vor dem Ende des Spiels umgeschmissen“ oder „Am Morgen direkt nach dem Aufwachen sieht jeder blendend aus“ – sind euch diese Kleinigkeiten auch schon mal in Hollywoodfilmen aufgefallen? Mittlerweile fällt es einem ja eher auf, wenn ein solches Klischee NICHT bedient wird.

Es macht riesigen Spaß, sich durch all die Stereotype und Klischees zu lesen und sie den passenden Filmen zuzuordnen. Fast jedes Filmgenre wird aufs Korn genommen und fast jede mögliche Standardszene verulkt, so wie die L-förmige Bettdecke, die Männer seltsamerweise nur bis zum Bauch und Frauen bis zur Brust verdeckt.

Umso cooler fand ich es, dass zu dem jeweiligen Klischee nur selten der Film in Form der Fotos genannt wurde. Denn die Klischees entstehen ja nun mal dadurch, dass sie immer wieder auftauchen, und es macht wesentlich mehr Spaß, selbst zu überlegen, aus welchen Filmen man die jeweils beschriebene Situation kennen könnte.

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