Christian Gailly Letzte Liebe

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Inhaltsangabe zu „Letzte Liebe“ von Christian Gailly

Der Komponist Paul Cédrat weiß, dass er nur noch wenige Tage zu leben hat. Sein Streichquartett wird von einem jungen Publikum gnadenlos ausgepfiffen. Daraufhin fährt er ans Meer, um in Ruhe zu sterben - und verliebt sich in eine schöne Unbekannte. Mit der Poesie dieser letzten Tage zeigt sich Gailly einmal mehr als stilistischer Virtuose.

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  • Rezension zu "Letzte Liebe" von Christian Gailly

    Letzte Liebe
    Leserrezension_2009

    Leserrezension_2009

    29. September 2009 um 11:51

    Eingereicht von Astrid G.: Der todkranke Komponist Paul sitzt inmitten eines neugierigen und allzu kritischen Publikums im Konzertsaal und erlebt mit jedem seiner Sinne die Niederlage der Premiere seiner letzten Komposition. Er fährt hinaus aufs Land, in das Ferienhaus am Meer, in dem er mit seiner großen Liebe viele schöne Sommer verlebt hatte. Jetzt ist sie nicht da, denn er bat sie ihn allein zu lassen, damit er in Ruhe sterben könne. Das traurige Ende einer Karriere, das traurige Ende einer Liebe und eines Lebens, schwermütig und bedingungslos begeht Paul seine letzten Schritte. Doch auch wenn sein Körper allmählich versagt, sein Verstand ist noch wach, sein Herz schlägt. Er hört nicht auf zu zweifeln, sein Leben, seine Musik, seine Lieben zu überdenken und sich zu fragen ob er alles so gemacht hat, wie er es wollte. Sind die Kritiker tatsächlich zu kritisch, versteht niemand seine Musik oder ist sie schlicht unverständlich? Er liebt diese Frau, doch ist sie deshalb die einzige? Würden Sie im letzten Moment wagen, sich anders zu entscheiden? Paul wagt es, er verliebt sich neu, er findet Geschmack an alter Melodie, doch er täuscht sich über nichts hinweg. Er stirbt und fühlt die letzen Tage mit allen Konsequenzen. Ohne sich auch nur im Ansatz verleiten zu lassen in Romantik oder in Hoffnung zu verfallen, zeichnet Gailly den Weg, den sein Protagonist in seinen letzten Stunden geht. Er beschreibt fast sachlich aber dann doch in unvergleichbarer Melancholie wie sich die Gedanken in Paul wandeln und er mit jeder Faser seines Körpers fühlt, fühlt als gäbe es kein Morgen. Wie er sich selbstmörderisch jeder Vernunft entzieht und nur sein Herz sein Handeln dirigieren läßt. Gailly schreibt als ginge es selbst um sein Leben, als wäre dieser Roman selbst seine „letzte Liebe“. Sein Schreibstil spiegelt dabei den Inhalt des Buches wider, es ist eins mit sich selbst, das schaffen nur wenige.

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  • Rezension zu "Letzte Liebe" von Christian Gailly

    Letzte Liebe
    leserin

    leserin

    09. January 2008 um 14:15

    Ein sehr poesievolles Buch mit kurzen Sätzen

  • Rezension zu "Letzte Liebe" von Christian Gailly

    Letzte Liebe
    HeikeG

    HeikeG

    18. April 2007 um 16:30

    Klaviatur der Gefühle Der schwer kranke Komponist Paul Cédrat verfolgt in Zürich die Uraufführung seines jüngsten Werkes. Es wird vom Publikum, das nach Haydn und Beethoven verlangt, sehr ungnädig aufgenommen und flüchtet ans Meer. Das brutale schöpferische Scheitern trifft auf eine nicht minder brutale Todesangst. Er ruft seine Frau Lucie an und bittet sie, das gemeinsame Ferienhaus am Meer bis zum nächsten Tag zu verlassen. Er möchte nicht, dass seine Frau zusieht, wie er stirbt. Sie fügt sich. Er fährt hin, verfehlt sie knapp - und lernt zufällig, durch die Verwechslung eines Handtuchs am Strand, eine andere Frau kennen... Christian Gailly versteht es perfekt in das Ambiente der "Endzeitstimmung" einzuführen und hindurch zu lenken. Die Melancholie des Romans zeigt sich vor allem dann, wenn Paul ganz allein mit sich selbst ist; dank einer virtuosen Sprache von kurzen, einfachen Sätzen kann der Leser diese Stimmung förmlich spüren. Dennoch zeichnet Gailly den todkranken Paul nicht als verbitterten, gebrochenen Mann, sondern haucht ihm den Willen ein, das Schöne und die Lust im und am Leben noch immer zu sehen und einzufangen. So kann er leichter mit seinem Sterben umgehen. Christian Gailly, der auch Jazzmusiker und Psychoanalytiker ist, erzählt keine platte Romanze vom letzten Aufzucken der Leidenschaft, sondern dieses Buch ist hoch musikalische Prosa. Gailly schreibt nicht, er komponiert Literatur. Fazit: Gailly hat eine dichte, spannende und doch fast schwerelose Erzählung geschaffen, hinter deren Leichtigkeit sich eine "stilistisch ausgefeilte Komposition" verbirgt. "Letzte Liebe" ist ein sanftes, stimmiges Werk, das zwar von Tod und Abschied handelt, aber vor allem auch auf die verschiedenen Aspekte und Formen der Liebe eingeht - Liebe nicht nur zwischen Menschen, sondern auch zur Natur, zur Musik und zur Alltäglichkeit. "Ein Text von leidenschaftlicher Kühle, den man hören, wieder hören, singen muss wie eine Partitur."

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