Christian Grawe

 4,2 Sterne bei 473 Bewertungen
Autor von »Darling Jane«, Jane Austen zum Vergnügen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Christian Grawe

Christian Grawe, geb. 1935, hat Germanistik, Philosophie und Geschichte studiert und war bis zu seiner Emeritierung Professor für deutsche Literatur an der University of Melbourne. Er hat zahlreiche Veröffentlichungen zu Jane Austen vorgelegt und ihre Romane zusammen mit seiner Frau zum ersten Mal vollständig ins Deutsche übersetzt.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Christian Grawe

Cover des Buches Die Watsons / Lady Susan / Sanditon (ISBN: 9783150204719)

Die Watsons / Lady Susan / Sanditon

 (18)
Erschienen am 10.02.2017
Cover des Buches Die schöne Cassandra (ISBN: 9783150204702)

Die schöne Cassandra

 (15)
Erschienen am 10.02.2017
Cover des Buches »Darling Jane« (ISBN: 9783150204771)

»Darling Jane«

 (14)
Erschienen am 10.02.2017
Cover des Buches Jane Austen zum Vergnügen (ISBN: 9783150188569)

Jane Austen zum Vergnügen

 (12)
Erschienen am 01.04.2012
Cover des Buches Jane Austen - 100 Seiten (ISBN: 9783150204177)

Jane Austen - 100 Seiten

 (10)
Erschienen am 07.09.2016
Cover des Buches Ich bin so gütig, Dir wieder zu schreiben (ISBN: 9783150204726)

Ich bin so gütig, Dir wieder zu schreiben

 (8)
Erschienen am 10.02.2017
Cover des Buches Mark Twain zum Vergnügen (ISBN: 9783150188781)

Mark Twain zum Vergnügen

 (7)
Erschienen am 01.08.2011

Neue Rezensionen zu Christian Grawe

Cover des Buches Die Watsons / Lady Susan / Sanditon (ISBN: 9783150204719)bingereadings avatar

Rezension zu "Die Watsons / Lady Susan / Sanditon" von Jane Austen

Jane Austen von einer vertrauten, aber auch von einer ganz neuen Seite
bingereadingvor einem Monat

Jane Austen hat uns, als sie 1817 viel zu jung verstarb, nicht nur sechs wundervolle vollständige Romane hinterlassen, sondern auch einige unvollständige Werke, darunter die Romananfänge von „Die Watsons“ und „Sanditon“ und den Briefroman „Lady Susan“, den sie nur notdürftig beendet hat. Zunächst war ich etwas skeptisch, ob ich auch ihre unvollendeten Romane lesen sollte. Schließlich hat Jane Austen sie ja nicht zu Ende geschrieben und veröffentlicht, und sicher ihre Gründe dafür gehabt. Aber dann habe ich es doch nicht lassen können und innerhalb weniger Tage alle drei Romanfragmente, die in diesem Band herausgegeben wurden, verschlungen.


„Die Watsons“ hat sie vermutlich recht früh geschrieben. In dieser Geschichte geht es, wie so oft in ihren Büchern, um eine Familie mit vielen unverheirateten Schwestern, die alle versuchen, den Richtigen zu finden. Doch leider sind die Watsons eine eher arme Familie und die Schwestern Emma, Elizabeth, Margaret und Penelope haben nur eine bescheidene Mitgift und deshalb auch nur bescheidene Aussichten. Was aber den wohlhabenden Lord Osborne und seinen Freund, den Frauenhelden Tom Musgrove, nicht davon abhält, ihnen den Hof zu machen. Emma, die jüngste Schwester, um die es in der Geschichte vorrangig geht, fühlt sich aber vielmehr zu Mr. Howard, Lord Osbornes ehemaligem Hauslehrer hingezogen, als zu ihm…Der Plot der Geschichte ist so typisch Jane Austen, typischer geht es gar nicht. Aber zugleich ist „Die Watsons“ auch ganz anders als ihre anderen Werke. Anders als bei den Bennets in „Stolz und Vorurteil“ oder den Dashwoods in „Verstand und Gefühl“ herrscht bei den Watsons eine durchgängig angespannte Stimmung. Die Schwestern sind neidisch auf einander, streiten sich und bis auf Emma gibt es keine wirklichen Sympathieträger, zumindest nicht in den acht Kapiteln, die ausformuliert wurden. Vielleicht hat Jane Austen „Die Watsons“ deshalb auch nicht weitergeschrieben. Dennoch fand ich die Geschichte spannend und hätte sie sicher bis zum Ende gelesen, wenn Jane Austen sie denn vollendet hätte. Aber stattdessen hat sie sich lieber „Stolz und Vorurteil“ zugewandt, was wir ihr auch nicht verübeln können.


„Lady Susan“ ist so ganz anders als alle anderen Bücher von Jane Austen. Das fängt schon bei der äußeren Form an, denn „Lady Susan“ ist ein Briefroman. Aus der Perspektive verschiedener Figuren erfahren wir die Geschichte der verwitweten Lady Susan, die sich ihre Zeit damit vertreibt, eine gute (vor allem reiche) Partie für ihre Tochter Frederica zu suchen und mit diversen Männern zu flirten. Dabei ist es ihr vollkommen gleichgültig, was ihr Verhalten für einen Einfluss auf die Gefühle anderer hat. Insbesondere die Gefühle ihrer Tochter sind ihr vollkommen egal. Lady Susan ist eine skrupellose, durchtriebene Frau, die nur auf ihren eigenen Vorteil aus ist. So weigert sie sich, einen Mann zu heiraten, nur weil dessen Vater noch lebt und er deshalb noch nicht das Vermögen der Familie erben kann. Und ohne Vermögen hat er keinen Nutzen für sie. Diese Frau ist eine echte Antiheldin, eine Schurkin und Jane Austen zeichnet sie wundervoll, so böse und abscheulich, wie es nur geht, ohne die Figur unglaubwürdig erscheinen zu lassen. Denn leider gibt es wirklich solche „Lady Susans“, über alle Zeiten und Kontinente hinweg. Doch keine Sorge: Auch einige wirklich liebenswerte Figuren tauchen in diesem Roman auf, die einen starken Kontrast zu Lady Susan bilden. Man wird also nicht komplett in Lady Susans verquere Denkweise hineingezogen. „Lady Susan“ ist nicht direkt beendet worden, aber Jane Austen hat einen kurzen Text geschrieben, der erklärt, wie es mit den Figuren weitergehen wird und der einem Genugtuung verschafft, dass die sympathischen Figuren ihr Glück finden und Lady Susan nun einmal nicht. Trotz oder gerade wegen dieser unausstehlichen Protagonistin, die so ganz anders ist als Elizabeth Bennet, Elinor Dashwood und co, ist auch „Lady Susan“ ein echter Genuss.


„Sanditon“, die dritte Geschichte in dem Band, ist genauso wie „Die Watsons“ nur ein Romananfang. Jane Austen hatte wohl vor, die Geschichte irgendwann zu veröffentlichen, kam aber leider nicht mehr dazu. Noch im selben Jahr erlag sie ihrer Krankheit und so ist nur die Exposition von „Sanditon“ an die Nachwelt überliefert worden. In der Geschichte, der Jane Austen selbst den Titel „The Brothers“, also „Die Brüder“ gegeben hatte, geht es um das aufstrebende Seebad Sanditon in Sussex, wo ganz unterschiedliche Leute aufeinander treffen. Die Parkers, eine Familie mit viel Tatendrang, aber auch mit viel Geltungsbewusstsein, deren ältester Bruder viel Geld in den Ort investiert hat, deren mittlerer unverschämt gut aussieht und deren Schwestern ständig kränkeln, Lady Denham, eine große Dame, ihre mittellose Verwandte Miss Clara Breteton, weitere Verwandte von ihr; ein gewisser Sir Edward, der sich für den nächsten großen Romanhelden hält und die eingebildete Miss Denham, die gewissermaßen das Erbe von Caroline Bingley fortführt. Dazu kommen noch einige Besucher des Kurorts, darunter eine Miss Lamb, die aus Westindien kommt und ein beträchtliches Vermögen besitzt und eine Miss Charlotte Heywood, die die Heldin des Romans ist. Charlotte Heywood war mir auf Anhieb sympathisch, da sie viele Marotten der Bewohner von Sanditon mit Humor nimmt und in dem Wirbel, den viele von ihnen um ihre eigene Person machen, den Durchblick behält. In Sanditon packt Jane Austen einmal mehr ihren großartigen Humor aus und schafft es, das Komische aus ganz alltäglichen Situationen herauszuarbeiten und menschliche Schwächen, vor allem Hypochondrie, aufs Korn zu nehmen. „Sanditon“ ist ein unvollendetes Meisterwerk und es erscheint noch großartiger, wenn man bedenkt, dass Jane Austen schon schwer krank war, als sie die Geschichte zu Beginn des Jahres 1817 zu Papier brachte. Ich kann Sanditon jedem Jane-Austen-Fan nur empfehlen, ihr werdet eure Freunde mit dieser Geschichte haben.


Abschließend kann ich nur sagen, dass es sich wirklich gelohnt hat, alle drei Fragmente zu lesen und sie allen, die auch ihre sechs Romane so sehr geliebt haben wie ich, nur ans Herz legen.


 

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Cover des Buches Kloster Northanger (ISBN: 9783150204061)EllaEsSteffs avatar

Rezension zu "Kloster Northanger" von Jane Austen

Satire auf die Schauerromane der damaligen Zeit
EllaEsSteffvor 5 Monaten

🌸

𝘜𝘯𝘥 𝘴𝘪𝘯𝘥 𝘚𝘪𝘦 𝘢𝘶𝘧 𝘢𝘭𝘭 𝘥𝘪𝘦 𝘚𝘤𝘩𝘳𝘦𝘤𝘬𝘦𝘯 𝘷𝘰𝘳𝘣𝘦𝘳𝘦𝘪𝘵𝘦𝘵, 𝘥𝘪𝘦 𝘦𝘪𝘯 𝘎𝘦𝘣𝘢̈𝘶𝘥𝘦, 𝘨𝘦𝘯𝘢𝘶 𝘸𝘪𝘦 𝘸𝘢𝘴 𝘮𝘢𝘯 𝘴𝘰 𝘭𝘪𝘦𝘴𝘵, 𝘣𝘦𝘳𝘦𝘪𝘵𝘩𝘢̈𝘭𝘵? 𝘏𝘢𝘣𝘦𝘯 𝘚𝘪𝘦 𝘦𝘪𝘯 𝘵𝘢𝘱𝘧𝘦𝘳𝘦𝘴 𝘏𝘦𝘳𝘻? 𝘕𝘦𝘳𝘷𝘦𝘯 𝘨𝘦𝘯𝘶𝘨 𝘧𝘶̈𝘳 𝘨𝘦𝘩𝘦𝘪𝘮𝘦 𝘛𝘢𝘱𝘦𝘵𝘦𝘯𝘵𝘶̈𝘳𝘦𝘯?


Der posthum veröffentlichte Roman gehört zu den frühen Werken der englischen Klassikerin Jane Austen: Die siebzehnjährige Catherine Morland beeindruckt den jungen Geistlichen Henry Tilney mit ihrer frischen, naiven Art. Bevor Henry und Catherine ein Paar werden können, müssen sie allerhand kleine und große Hürden überwinden.


💭

Mein erstes Jane Austen Buch gelesen in der Leserunde mit der tollen eat.read.sleep_and_friends Community. 🧡

Ich war so gespannt (vor allem auf den Schaueranteil). Aber ich habe wirklich kämpfen müssen. 


Eine Satire auf die Schauerromane der damaligen Zeit. Dann der Titel, der verrät, dass es in ein Kloster geht. 

Das klingt doch spannend. Jedoch muss man erst einmal bis zu dieser Stelle kommen.


Der Roman ist in zwei Teile geteilt. In der ersten Hälfte begleiten wir Catherine nach Bath und es passiert… fast nichts. 19 Kapitel lang. Rund 160 Seiten. „Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Sonnabend sind nun an dem Leser vorübergezogen; […] nun brauchen nur noch die niederschmetternden Begebenheiten des Sonntags beschrieben werden […].“ Ja, so habe ich mich auch beim Lesen gefühlt. Außerdem empfand ich auch die Einstreuungen der Autorin, die sich direkt an den Leser wendet, störend. Zudem gibt es gerade auf den ersten Seiten einige Fußnoten, welche im Anhang aufgeführt sind. Happy browse around. 

In der zweiten Hälfte endlich im Kloster angekommen, wird es wirklich mal spannend, der Teil hat mir gut gefallen. Das Ende wird dann gefühlt in zwei Seiten abgefrühstückt. 


Ich weiß, dass man berücksichtigen muss, in welcher Zeit dieses Buch geschrieben wurde. Dennoch war es zum größten Teil sehr zäh für mich und ohne die Leserunde hätte ich es vllt. frühzeitig abgebrochen.


Nichtsdestotrotz freue ich mich in naher Zukunft Mr. Darcy aus „Stolz und Vorurteil“ kennenzulernen und Jane Austen eine zweite Chance zu geben 🌺


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Cover des Buches Kloster Northanger (ISBN: 9783150204061)

Rezension zu "Kloster Northanger" von Jane Austen

Wunsch und Wirklichkeit
Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren

Anders als bei „Stolz und Vorurteil“ und „Verstand und
Gefühl“ treten hier Spott und bissige Seitenhiebe für mich viel deutlicher
hervor.

Es ist wirklich lustig geschrieben und während des Lesens schärft
sich automatisch der Blick für´s eigene Umfeld. Mir wurde wiederholt bewußt,
daß sehr typgleiche Menschen ihren Auftritt auf meiner Lebensbühne hatten/haben
und sich deren Handlungen und daraus resultierende Konsequenzen stark ähneln. Das
ist für mich einer der Gründe, warum mich Austen´s Bücher nie langweilen. Ich
erkenne Parallelen und bin auf´s Äußerste gespannt, welche Wendungen die
Ereignisse nehmen – zwischen den Buchdeckeln und in der Realität. Wirklich
bemerkenswert, wie es ihr immer wieder gelingt, mich bis zur letzten Seite zu
bannen und zu fesseln.

Das einzig aber wenig Störende lag in der Person der
Protagonistin. Obwohl ich der Hauptperson Catherine ihre Naivität und
Gutgläubigkeit aufgrund ihres Alters oder ihrer Erfahrungen nicht vorwerfen
kann, war sie mir dann doch ab und an zu … teeniemäßig. Trotzdem: es war wieder
eine kurzweilige, genussvolle Zeitreise mit überzeugendem Ende. 

Unterhaltsam und aufschlussreich waren auch in diesem Band
die Fußnoten und ein starkes Nachwort. Beides hat bei Klassikern einen hohen
Wert für mich. Ich würde es vermissen, wäre es nicht anhängend verfügbar. Es
hilft mir sehr, viel mehr besser zu verstehen.

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