Christian Gude Homunculus

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Inhaltsangabe zu „Homunculus“ von Christian Gude

Technische Universität Darmstadt. Ein Team hochspezialisierter Informatiker und Ingenieure arbeitet an einem geheimen Projekt, finanziert von der japanischen Nakatomi Corporation. Ihr Ziel: die Entwicklung des weltweit leistungsfähigsten und intelligentesten humanoiden Roboters. Bei der feierlichen Verabschiedung des Landespolizeipräsidenten im neuen Darmstädter Kongresszentrum „Darmstadtium“ wird der Android erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Doch die Veranstaltung endet im Fiasko: Vor über 500 Gästen gerät die Maschine außer Kontrolle, ein Hochschulprofessor stirbt auf der Bühne - und Kommissar Rünz hat einen neuen Fall.

Irgendwo zwischen Slapstick und Klugscheisserei - wer's mag!

— Lutra
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  • Rezension zu "Homunculus" von Christian Gude

    Homunculus
    sabisteb

    sabisteb

    13. August 2010 um 12:29

    Kommissar Rünz vorgesetztem Hoven ist ein großer Coup gelungen. Er hat es geschafft die die Verabschiedung des Landespolizeipräsidenten Paul Weller nach Darmstadt ins Darmstadium zu holen. Zunächst verläuft die Veranstaltung genau so wie Kommissar Rünz es sich vorgestellt hat: langweilige PR unter dem Motto "We create confidence" mit ein bisschen Verabschiedung. Das ändert sich jedoch schlagartig, als Kastor, ein hochentwickelter humanoider Roboter der TU Darmstadt seinen Schöpfer Professor Rühmann tötet. Verdächtigt werden natürlich die beiden Gruppenleiter von Professor Rühmann. Annette Wyss, eine Karrierefrau wie sie im Buche steht und Wogner, der klassischer verrückte Wissenschaftler, der noch immer den 68er Idealen der freien Forschung verhaftet ist und gegen die Evaluierungswut, Verbandelung von Forschung und Wirtschaft und überhaupt gegen das ganze moderne Unisystem wettert. Währenddessen treibt Rünz Chef Hoven Rünz mit der neuen ISO Zertifizierung in den Wahnsinn. Diesmal ist ISO 9001. Rünz ist ein südhessischer Polizeihauptkommissar, der bei Human Recources Management an Organhandel denkt (S. 110), ein übellauniger Misanthrop. Er hasst Umweltschutz, so ist er z. Bsp. der Meinung, dass Klimaschützer Walkiller sind. Wer gegen den Kolendioxidausstoß kämpft, verhindert die Befreiung der in ihren Ozean-Pfützen eingesperrten Meeresbewohner. Rünz behandelt seine Frau schlecht und macht sich über die regelmäßige Paartherapie nur lustig. Er ist insgesamt ein ziemlich unangenehmer Zeitgenosse und es wundert mich, dass seine Frau in nicht schon längst verlassen hat. Insgesamt ist dieses Buch weniger ein Krimi als eine ungeheuer unterhaltsame Persiflage dieses Genres. Rünz ist ein übellauniger Darmstädter Pink Panter. Er ist liefert so einige Slapstickeinlagen, die einem die Tränen in die Augen treiben. Dies gemischt mit einem gerüttelt Maß an Kritik über die neuzeitliche Zertifizierungswut in allen Bereichen und einer wirklich erstaunlich genauen und aktuellen Kritik was derzeitig in Sachen Drittmittel, Evaluationen und Forschungsfreiheit an den Unis schiefläuft, machen das Buch gerade für Akademiker, die noch immer an der Uni unterwegs sind zu einer extrem witzigen Lektüre. In Wyss und Wogner werden zwei entgegengesetzte Forschungsphilosophien portraitiert, wie sie einem täglich in den Gängen der Universitäten begegnen. Des weiteren zieht der Autor die Medien durch den Kakao (inclusive Nemansnennungen) und macht sich sogar über sich selbst lustig, indem er Rünz und seine Frau zu einer Lesung eines Lokalen Autors gehen lässt, der genau wie Christian Cude selbst seinen Lebensunterhalt als Marketinexperte in einem internationalenConsultingunternehmen verdient (s. 126). Die nächsten, die ihr Fett weg bekommen sind hippe Polizeiserien wie 24, C.S.I und Co und natürlich kommt die obligatorische schwedische Praktikantin, die dem ganzen Revier den Kopf verdreht, auch nicht zu kurz. Und da währe auch noch Keith Jarrett, dessen Konzert Rünz ein wenig sprengt. Der Kriminalfall ist in diesem Buch nur nebensächlich und wer einen richtigen Krimi lesen will, sollte die Finger von diesen Buch lassen, denn dieses Buch ist alles, nur kein Klassischer Krimi. Nein dieses Buch ist eine bissige, schwarzhumorige Satire, bitterböse und teils sehr direkt. Wer an der Uni arbeitet und täglich mit diesem Evalutationswahn kämpfen muss, weiß was ein impact factor ist und es satt hat von einer Kommission zu nächsten zu hechten und so gar nicht mehr zum forschen kommt, der wird dieses Buch lieben. Es ist voller Insiderinformationen über die aktuelle Situation an den Unis, die jemand, der nie auf der Uni war möglichweise nicht wirklich erstehen oder nachvollziehen kann, für Unimitarbeiter sind diese Passage jedoch extrem unterhaltsam. Ich habe mich das ganze Buch über gefragt, welcher Professor der TU dem Autor wohl sein Leid geklagt hat. Obwohl dieses Buch Band 3 in einer Serie ist, braucht man die ersten beiden Bände nicht gelesen zu haben, um sofort mitten in der Geschichte drinnen zu sein, dennoch werde ich Band 1 und 2 sicherlich noch lesen. Abschließend sei noch gesagt, dass ich das Titelbild äußerst gelungen und sehr ästhetisch finde. Einfach, wenig Schnickschnack, nahezu monochrom grau, und dennoch sehr ansprechend.

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  • Rezension zu "Homunculus" von Christian Gude

    Homunculus
    sturlu

    sturlu

    29. December 2009 um 17:41

    Wenn man ein Genre bearbeitet, das derart von Klischees bevölkert ist wie die Kriminalliteratur, hat man wohl im Prinzip zwei Möglichkeiten: Entweder man versucht, sich so weit wie möglich von diesen Klischees zu entfernen, oder man nimmt sie ironisch frontal auf die Hörner. Gude hat sich für den zweiten Weg entschieden und seinen Kommissar Rünz mit allen einschlägigen Merkmalen ausgestattet: Mittelalter Zyniker, Alkoholiker mit chronischen Eheproblemen, Probleme mit wichtigtuerischem Chef und dämlichen Assistenten, ... und geht dabei so weit, seinen Helden in die Lesung eines Darmstädter Krimi-Autoren zu schicken und an dessen Helden genau diese Klischees zu bemäkeln. Das ist recht amüsant zu lesen, mir auf die Dauer aber dann doch etwas zu viel, weil die Lebendigkeit der Figuren darunter leidet. Auch wollen die entschieden anti-intellektuelle Hauptfigur (aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird) und der oft etwas gewollt-verkopfte Schreibstil nicht recht zusammen passen (Rünz würde sicher "Hintern" sagen anstatt "Gluteus Maximus", nur so als Beispiel). Selbst sein Assistent, der eigentlich als ziemlich beschränkt dargestellt wird, weiß an einigen Stellen einfach zu viel über den Uni-Betrieb, um noch glaubhaft zu sein. Trotzdem kommt keiner der beiden auf den Gedanken, der jedem mittelmäßig gebildeten Leser bei dem Namen "Kastor" geradezu anspringen dürfte und auf ein recht entscheidendes Handlungs-Element hindeutet. Die Story selbst ist nicht wirklich der Rede wert: für einen Krimi vielleicht recht originell, aus Sicht eines Lesers mit etwas Science-Fiction-Erfahrung aber kaum; das Finale ist nur mäßig spannend. Was Roboter und künstliche Intelligenz angeht, verfügt der Autor offensichtlich über mehr als nur oberflächliches Wissen, was Kennern der Materie sicher Freude bereiten wird. Wesentlichen Einfluss auf die Handlung hat das aber nicht, die entscheidenden Eigenschaften der auftretenden intelligenten Maschinen sind weniger Science und mehr Fiction. Fazit: Ich habe mich beim Lesen nicht gelangweilt, oft geschmunzelt und hier und da laut lachen müssen. Aber über amüsante Unterhaltung hinausgehende intellektuelle Stimulation (die man es sich von einem "Wissenschafts-Krimi" mit lateinischem Titel und Kybernetik als Thema vielleicht erhoffen könnte) war "Homunculus" nicht gerade. Übrigens: "Homunculus" ist der dritte Fall von Kommisar Rünz, aber der erste, den ich gelesen habe. Das hat bei der Lektüre nicht weiter gestört, auch wenn hier und da Anspielungen die Vorgänger zu erkennen sind.

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  • Rezension zu "Homunculus" von Christian Gude

    Homunculus
    Henriette

    Henriette

    30. September 2009 um 06:53

    Dies ist kein üblicher Krimi, wie ich ihn mir vorstelle. Christian Gude greift hier mit seinem Kommissar Rünz die Themen künstliche Intelligenz und Wissenschaft auf. Bei der Verabschiedung des Landespolizeipräsidenten wird ein Android vorgestellt. Er ist hochintelligent, menschenähnlich. Und er begeht einen Mord. So scheint es. Doch der Schein trügt. Und hier kommt Kommissar Rünz zum Zug. Das Thema ist sicherlich sehr interessant, doch leider verstehe ich von Technik und Computern zu wenig, sodass ich ab und an bei den Dialogen Verständnisschwierigkeiten habe. Mir ist es auch zu mühselig, ein Buch mit einem Lexikon nebenbei zu lesen. Der Sprachstil ist daher für mich sehr gewöhnungsbedürftig. Es ist eine Mischung aus Witz, den ich leider nicht teile, technisch fundamentalen Erklärungen, was ich oft nicht nachvollziehen konnte, da mir das Grundwissen fehlt, und Erzählungen. Kommissar Rünz ist ein Mensch, den ich persönlich nicht kennen lernen möchte. Er ist zum Teil primitiv, neurotisch und sarkastisch. Er hat meiner Ansicht nach keine netten Eigenschaften. Er hat kein gutes Verhältnis zu seiner Ehefrau. Die beiden sind dabei, sich nur zu bekämpfen, sprechen kaum miteinander, besuchen eine Paartherapie, wovon er überhaupt nicht überzeugt ist. Auch die Beziehung zu seinem Chef ist getrübt, doch seine Arbeit erledigt er. Alles in allem war er mir nicht sehr sympathisch. Dies ist der dritte Fall von Kommissar Rünz. Ob man besser die anderen Fälle davor lesen sollte, kann ich nicht beurteilen. Meistens lernt man die Protagonisten dadurch besser kennen. Der Fall selbst ist aber in sich abgeschlossen. Ich habe den Roman zu Ende gelesen, weil ich eigentlich jedem Buch eine Chance gebe, noch besser zu werden. Leider ist es hier fehlgeschlagen. Fazit: Der Schriftsteller konnte mich mit dem Buch nicht überzeugen.

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  • Rezension zu "Homunculus" von Christian Gude

    Homunculus
    Bellexr

    Bellexr

    30. August 2009 um 14:08

    Eigentlich möchte Kommissar Rünz eine Auszeit von seiner Arbeit bei der Mordkommission Darmstadt nehmen, doch die Unterbesetzung des Kommissariats lässt ihm hier keine Chance und das diesbezügliche Gespräch bei seinem Chef, einem Fortschritt- und Reformfanatiker, bleibt erfolglos. Leicht frustriert nimmt Rünz abends zusammen mit seiner Frau an der feierlichen Verabschiedung des Landespolizeipräsidenten im Kongresszentrum Darmstadt teil, die von seinem Chef Sven Hoven inszeniert wird. An dieser Feier soll auch erstmals ein Android der TU Darmstadt der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Doch bevor die Feier zu einer One-Man-Show für Hoven ausarten kann, passiert ein Unglück und Rünz hat plötzlich wieder einen neuen Fall. . Der Schreibstil von Christian Gude ist erfrischend frech, direkt und sarkastisch, sodass man ständig zum Schmunzeln angeregt wird. Herrlich respektlos reitet er in seinem Krimi auf den neudeutschen Bezeichnungen herum und nimmt hierbei auch den ein oder anderen Möchtegern-Intellektuellen gnadenlos aufs Korn. Auch zeigt der Autor in einigen Kapiteln, dass er sich selbst nicht so ernst nimmt, so sollte man auch den vorliegenden Krimi handhaben. . Sein Kommissar Rünz ist wunderbar beschrieben und so sympathisch mit seinen Macken und Eigenarten dargestellt, dass er von Anfang an lebendig und glaubwürdig rüberkommt. Die Wortgeplänkel mit seiner Frau Karin oder seinem Schwager Brecker lassen einen immer wieder schmunzeln und stellenweise sogar laut auflachen. . Thema des Krimis ist die Herstellung des weltweit leistungsfähigsten und intelligentesten humanoiden Roboters. Dieser soll an der TU Darmstadt entwickelt werden und gesponsert wird das Ganze von einer japanischen Technologiefirma. Da es hierbei natürlich um Profit, Gewinn, Macht und Ansehen geht, sind Intrigen und Machtspielchen vorprogrammiert und Rünz platzt mit seiner burschikos charmanten Art mitten hinein in die Welt der Forscher. . Da die entscheidende Szene des Krimis bereits nach wenigen Seiten stattfindet, baut sich die Spannung fast sofort auf und hält sich problemlos über das gesamte Buch hinweg. Es ist immer wieder erfrischend mitzuerleben, wie - teilweise herrlich respektlos - Kommissar Rünz seine Ermittlungsarbeit angeht. . Fazit: Mit seinem 3. Rünz-Fall ist Christian Gude wieder ein äußerst spannender Krimi gelungen, der eine interessante Story bietet und es mühelos versteht, einen von der ersten Seite an bestens zu unterhalten.

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  • Rezension zu "Homunculus" von Christian Gude

    Homunculus
    yvchen

    yvchen

    23. August 2009 um 13:01

    Karl gefällt mir, weil er so menschlich ist. Spielplatz Darmstadt find ich fein, weil ich den sehr gut kenne. Die Aktionen sind einfach und trotzdem spannend beschrieben. Kommisar Rünz hat Eheprobleme ... sehr sympathisch ... über seinen Zynismus könnte ich mich totlachen. Karl Rünz ist nicht sehr ansehnlich, aber er ist der gute Cop und seine Kollegen sind nebensächlich, ausser Wedel. Er ist der Adonis, der Terminator in dem City-Team. Sein Chef ist ein aufgeblasener Nichtnutz und sehr komisch. Die Beschreibungen des Autors sind präzise, aber nicht langweilig. Ich habe das Buch ruckzuck durchgelesen, leichte Kost, aber sehr unterhaltsam. Ich musste viel lachen. Gute Urlaubslektüre ... im Zug ... am Strand ... es ging überall prima. Zu empfehlen.

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