Christian Gude Mosquito

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Inhaltsangabe zu „Mosquito“ von Christian Gude

Sporttaucher finden im »Großen Woog«, dem über 400 Jahre alten Gewässer am Rande der Darmstädter Innenstadt, die Überreste eines Mannes. Untersuchungen des Rechtsmedizinischen Institutes in Frankfurt ergeben, dass die Leiche schon mehrere Jahrzehnte im See gelegen hat. Der einzige Hinweis, der zu der Identität des Toten führen könnte, ist eine seltsam gravierte Metallmünze, die er um den Hals trägt.
Hauptkommissar Karl Rünz begibt sich auf Spurensuche. Seine Ermittlungen führen ihn zurück in den September 1944, als Darmstadt Ziel eines verheerenden Angriffs britischer Mosquito-Kampfflugzeuge wurde.

Kommissar Rünz gewohnt burschikos und eigen in seinem Ermittlungsstil. Allerdings nicht sooo spannend

— Bellexr

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  • Rezension zu "Mosquito" von Christian Gude

    Mosquito

    sabisteb

    13. August 2010 um 11:03

    Ein Sporttaucher findet bei einer Übung eine Leiche im Darmstädter Woog, einem großen See. Das ist an und für sich nichts Besonderes. Jedes Jahr ertrinken Badegäste im Woog, nur für Gewöhnlich schwimmen diese nicht mit einem Betonblock auf der Brust. Das riecht nach Mord, nach einem sehr lange zurückliegenden Mord. Schon bald zieht dieser Leichenfund große Kreise und Karl Rünz und sein Kollege Ansgar Wedel schließen die letzten mysteriösen Lücken in der Geschichte des Bomberangriffs auf Darmstadt am 11. September 1944. Karl Rünz ist ein wunderbarer Ermittler. Er ist ein misanthropisches Ekelpaket, das seine Waffen liebt und seine Frau hasst. Er leidet unter Emetophobie (der Angst sich übergeben zu müssen), was zu einige ulkigen Auswüchsen und Marotten in Kantinen und Restaurants führt. Dennoch ist Rünz ein Polizist alter Schule. Er ermittelt sorgfältig und genau und ärgert seinen jungen Vorgesetzten Hoven, der auf neueste Marketingstrategien steht und nur so mir Business Englisch um sich wirft, wo es nur geht. Sein Schwager Brecker ist immer wieder gut für eine abgedrehte Geschäftsidee und die Geschichte, wie er an Fasching mit seinem Sohn als Sondereinsatzkommando den Waldorfkindergarten "sichert" ist extrem unterhaltsam zu lesen. Ja Rünz und Brecker sind noch echte Kerle, zumindest glauben sie das. Das allein macht jedoch keinen guten Krimi und da weiß auch der Autor. Der Kriminalfall ist sehr sauber recherchiert. Schritt für Schritt verfolgt man die Ermittlungen, nichts wird verheimlicht um einen Knalleffekt zu erzeugen, jeder kann seine eigenen Schlüsse ziehen. So muss ein guter Kriminalfall sein. Im Text finden sich teilweise erläuternde Zeichnungen und ein Glossar am Schluss schließt letzte Wissenslücken. Das Nachwort erklärt letztendlich noch was historisch korrekt und was erfunden war. Problematisch fand ich, dass es ganze Abschnitte, wie z. Bsp. S. 266 gibt, die komplett auch Englisch geschrieben sind und auch nicht übersetzt werden. Ich habe damit kein Problem, ich lese oft englische Bücher, wer aber kein Englisch kann oder nicht gut genug, wird sich bald wie Rünz fühlen, der es auch nicht wirklich beherrscht. Eine mutige Entscheidung des Autors. Auch wenn es sich eher um einen Lokalkrimi handelt, ist dieser Fall sehr spannend recherchiert und auch für nicht Darmstädter absolut empfehlenswert.

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