Ein bibelfestes Plädoyer für die Rolle der Frau in der Gemeinde
Der Autor Christian Haslebacher stellt in seinem 2016 im Fontis Verlag erschienenem Werk zunächst die häufig kontrovers diskutierte Frage in den Raum, ob Frauen in der heutigen Zeit vom pastoralen und gemeindedienstleitenden Dienst ausgeschlossen werden sollen. Diese Frage diskutiert er anhand von Bibelzitaten in dem vorliegenden Buch „Yes, she can“ auf ca. 240 Seiten, welches auf der Masterarbeit des Verfassers basiert.
Auffällig wird dies vor allem im Schreib- und Sprachstil, der wissenschaftlich und gehoben ist. Umfangreiche Zitate und Quellenangaben fehlen demzufolge nicht, wodurch sich die Aussagen überprüfen lassen. Allerdings lässt sich das Buch bedingt durch Fachausdrücke, Quellenangaben und der wissenschaftlichen Ausarbeitung eben wie eine solche lesen. Der Text ist im Grunde einfach verständlich, jedoch erfordert er ein genaues Hinschauen.
Die Argumentation des Verfassers erfolgt hinsichtlich einer Befürwortung von Frauen in leitenden Gemeindepositionen. Jedoch wird gleich zu Beginn klargestellt, dass es wichtig ist, dass kein „Ringen zwischen den Vertretern der verschiedenen Positionen“ stattfindet, sondern ein Ringen um eine gemeinsame „sachgemäße Anwendung biblischer Aussagen“.
Das Buch umfasst sechs Kapitel, in denen intensiv auf die Rolle der Frau eingegangen wird. Zur Anschauung werden einige Bibelstellen genannt, die darauf verweisen, dass Frauen bereits seit Jahrhunderten eine entscheidende und wichtige Rolle in der kirchlichen Geschichte spielen. Konkrete Beispiele aus der Bibel unterstützen diese These. An dieser Stelle sei vermerkt, dass eine Kenntnis der Bibel keine Voraussetzung zum Verständnis des vorliegenden Buches darstellt, es aber den Lesefluss und das Nachvollziehen erleichtert.
Zur Diskussion und Argumentation werden sowohl das Alte als auch das Neue Testament hinzugezogen um die Frage nach der Aktualität zu beantworten. Dabei spielen für den Verfasser nicht nur eigene Erfahrungen, die die Interpretation beeinflussen eine Rolle, sondern auch die kulturellen Begebenheiten.
Fazit:
Für mich persönlich gab es für die Frage, ob Frauen in der heutigen Zeit in der Gemeinde Führungspositionen übernehmen und predigen dürfen, keine neuen Erkenntnisse. Allerdings wirken Textpassagen und Bibelzitate gut ausgearbeitet und wissenschaftlich fundiert, sodass ich das Buch gerne gelesen habe. „Yes, she can!“ von Christian Haslebacher regt zum Nachdenken und Diskutieren an und ist somit empfehlenswert.