Christian Henke Schöpse-Christel

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Inhaltsangabe zu „Schöpse-Christel“ von Christian Henke

Johannes Maximilian Avenarius (1887-1954) wird in der breiten Öffentlichkeit meist nur als Maler und Grafiker wahrgenommen und häufig auf sein Hauptwerk, die Ausmalung der "Paradieshalle" in Gerhart Hauptmanns Dichterburg Wiesenstein, reduziert. Eine Eingrenzung, die seinen vielseitigen Talenten nicht gerecht wird. Neben seiner Begabung in den bildenden Künsten war er ein begnadeter Erzähler und ein begeisternder Sänger, der sich selbst mit der Gitarre begleitete und Geige spielte. So nimmt es nicht wunder, dass er sich mit dem Beitrag "Das Bergland allen Sängern" in der dritten von insgesamt zwölf Ausgaben der Festzeitung "Der Ruf" zur Vorbereitung des XII. deutschen Sängerbundesfestes in Breslau 1937 beteiligte. Nach eigenen Angaben im Lebenslauf für die Reichsschrifttumskammer (RSK) vom 3. August 1937 griff er um 1929 erstmals zur Feder, um sich über das literarische Wort auszudrücken bzw. mitzuteilen. So trat der Dichter neben den Maler und machte von dieser schöpferischen Neigung zeit seines weiteren Lebens regen Gebrauch. Aber nur zweimal gelang es ihm, seine schriftstellerischen Arbeiten Buchform annehmen zu lassen: 1935 mit der Versdichtung "Der Zwiebel-Finzlich" im Hellblauen Büchel Nr. 1 des Evangelischen Presseverbandes für Schlesien und 1936 mit dem Geschichtenband "Himmel auf der Erde" in der katholisch geprägten Ostdeutschen Verlagsanstalt von Viktor Kubczak in Breslau. Bereits seit 1930 sammelte J. M. Avenarius Material und schrieb Skizzen für das Werk, das sein literarisches Vermächtnis werden sollte. Fast dreizehn Jahre arbeitete er an seinem "Schöpse-Christel", einem liebevollen Bekenntnis zu den Tugenden und Untugenden, den Eigenheiten und Eigenwilligkeiten der Bewohner seiner schlesischen Heimat und insbesondere seines Geburtsortes Greiffenberg (Gryfów Śl.). In dieser Zeit brachte er es auf 334 Typoskriptseiten, die 1943 druckreif aufbereitet waren. J. M. Avenarius führte einen Jahre währenden zähen, aber letzten Endes ergebnislosen Kampf um die Veröffentlichung dieser von ihm selbst als Erzählung apostrophierten Dichtung in Romanlänge. Aufgefundene Dokumente erlauben es, die Hauptetappen seiner Bemühungen um die Publizierung des Werkes im Wandel der Zeitgeschichte nachzuvollziehen. Die gekürzte und kommentierte Fassung des Original-Manuskriptes vermag hoffentlich einen Einblick zu geben in die reiche Gedankenwelt des bekennenden Schlesiers und bestenfalls ihren Teil zur Wiederentdeckung oder gar Renaissance der vielseitigen Avenarius-Kunst beizutragen.

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